Einstiegsgehalt 
4.000
Durchschnittsgehalt 
5.378
Ausbildung 
Master

Was ist ein Kapitän?

Kapitän ist die Bezeichnung für den Kommandanten eines Schiffes. Andere Berufsbezeichnungen lauten daher auch „Schiffsführer“ oder „Schiffer“. Jedes Fahrzeug, das auf dem Wasser verkehrt, hat nur einen einzigen Kapitän, der für sämtliche nautischen, technischen und kaufmännischen Aufgaben auf einem Schiff verantwortlich ist. Kapitäne innerhalb der Handelsschifffahrt nennt man auch „Nautischer Offizier“, Kapitäne, die nur in ihrer Freizeit mit dem Schiff unterwegs sind hingegen „Skipper“. Auch wenn diese in der Regel sehr erfahrenen Schiffführer in ihrer Funktion einem Handelsschiffkapitän gleichgestellt sind, ist die Ausbildung zum Kapitän eines Freizeitschiffs wesentlich einfacher als die eines Handelsschiffsführers. Führer von Kriegsschiffen nennt man übrigens nicht Kapitän, sondern Kommandant.

Was macht ein Kapitän?

Als Kapitän bist Du der Inhaber der Schiffsgewalt. Du bist Hausherr des Schiffs und trägst die gesamte Verantwortung für die nautische und administrative Führung des Schiffs. Damit bist Du der Vorgesetze aller Besatzungsmitglieder und hast für die Einhaltung von Sicherheit und Ordnung an Bord zu sorgen. Welche vielfältigen Aufgaben und Verantwortungen dir genau zufallen, sind im Seehandelsrechts umfasst. Dieses ist erst im April 2013 im Handelsgesetzbuch (HGB) reformiert worden. Die Schiffsbesatzung besteht nach § 478 HBG aus dem Kapitän, den Schiffsoffizieren, der Schiffsmannschaft und sonstigen Personen, die im Rahmen des Schiffsbetriebs tätig sind, also in etwa Köche, Putzkräfte und ähnliche. Dem Nautischen Offizier, wie ein Schiffführer nach erfolgreich absolvierter Kapitän-Ausbildung und mindestens zweijähriger Erfahrungsfahrzeit genannt wird, fallen dabei zum Beispiel auch folgende Aufgaben zu:

  • Geschäfte abschließen
  • Rechtshandlungen durchführen
  • Schiffstagebuch führen
  • Ausstellung von Schiffsfrachtbriefen und Wertpapieren

Eine Eheschließung darfst Du entgegen weit verbreiteter Annahmen allerdings nicht durchführen, es sei denn, Du verfügst neben der Kapitän-Ausbildung auch gleichzeitig über die Qualifikation eines Standesbeamten, denn nach deutschem Recht dürfen Trauungen nur von Standesbeamten durchgeführt werden. Dafür darfst Du allerdings Zwangsmittel einschließlich vorübergehender Festnahmen durchsetzen, wenn dies für die Gefahrenabwendung notwendig ist. Das dürfen sonst in der Regel nur Polizisten, Staatsanwälte oder Richter. Als Schiffführer bist Du immer an das Recht des Landes gebunden, unter dessen Flagge Dein Schiff fährt. Wirst Du also in Deutschland Kapitän, müssen Du und Dein gesamtes Team sich auch an die deutschen Gesetze halten.

Wie wird man Kapitän?

Um Kapitän werden zu können, muss man in Deutschland an einer Fachschule oder Fachhochschule das Befähigungszeugnis „Nautischer Wachoffizier“ erlangen. Darauf folgt die sogenannte Erfahrungszeit mit einer Dauer von zwei Jahren. Im Anschluss daran erhält man das Befähigungszeugnis zum nautischen Offizier, also zum Kapitän.

Wenn Du Kapitän werden willst, hast Du verschiedene Möglichkeiten, eine Kapitän-Ausbildung zu absolvieren. Eine führt über ein Studium an einer Fachhochschule, die andere über eine Fachschule. Wir zeigen Dir die unterschiedlichen Wege, die Dich zu Deinem Traumjob führen.

  • Fachschule: Um Dein Befähigungszeugnis an der Fachschule zu erlangen, ist kein Abitur oder Fachabitur nötig. Dafür aber eine Berufsausbildung in einem seefahrtbezogenen Beruf, inklusive der erforderlichen Seefahrtzeit von mindestens drei Jahren. Ausbildungsberufe, die hierbei infrage kommen, sind beispielsweise Matrose, Schiffsmechaniker oder auch Schiffbetriebstechnischer Assistent. In einigen Fällen können auch Quereinsteiger an Fachschulen zugelassen werden, in etwa, wenn sie einen Metallberuf erlernt haben und Erfahrungsfahrzeit nachweisen können.
  • Fachhochschule: Möchtest Du Kapitän werden, kannst Du natürlich auch eine spezielle Fachhochschule besuchen und dort das Befähigungszeugnis zum Nautischen Wachoffizier erwerben. Für diesen Weg musst Du mindestens die Fachhochschulreife besitzen oder aber Abitur gemacht haben. Erst nach zweijähriger Erfahrungsfahrzeit darfst Du die Bezeichnung Nautischer Offizier führen. An welchen Hochschulen Du die Ausbildung zum Kapitän absolvieren kannst, kannst Du mit Hilfe unserer Studiengangsuche in Erfahrung bringen. Der Studiengang, den Du absolvieren musst, wenn Du Kapitän werden willst, heißt „Nautik und Seeverkehr“.

Was Du zusätzlich in jedem Fall benötigst, wenn Du nautischer Offizier werden möchtest, ist eine ärztliche Bescheinigung darüber, dass Du seetauglich bist.

Wo arbeitet ein Kapitän?

Als nautischer Offizier bist Du in der Regel bei einer Reederei, also einem Schifffahrtunternehmen, angestellt und arbeitest auf Schiffen. In größeren Häfen arbeiten zudem auch Hafenkapitäne, die für die Schiffsbewegungen, Sicherheit und nautische Verwaltung an ihren jeweiligen Häfen verantwortlich sind.

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Wie genau Dein Arbeitsalltag als Nautischer Offizier aussieht, hängt natürlich davon ab, ob Du bei einer Reederei oder aber an einem Hafen angestellt bist. Bist Du auf einem Schiff tätig, unterscheidet man zudem zwischen einem „Kapitän auf großer Fahrt“ und einem „Kapitän auf kleiner Fahrt“. Ersteres ist eine veraltete, aber dennoch gebräuchliche Bezeichnung für einen Nautischen Offizier auf Kauffahrteischiffen aller Größen in allen Fahrgebieten. Die einzige Ausnahme bilden hier Fischereifahrzeuge. Bist Du auf einem Kauffahrteischiff mit einer Raumzahl – das ist die Maßzahl für den Rauminhalt von Schiffen -bis 500 in der nationalen Fahrt tätig, spricht man von einem „Kapitän auf kleiner Fahrt“. Auch hierzu zählen Fischereifahrzeuge nicht. Grundsätzlich lässt sich Dein Arbeitsalltag nach der Kapitän-Ausbildung jedoch wie folgt beschreiben:

Wie sieht der Arbeitsplatz aus?

Dein Arbeitsplatz ist in erster Linie das Schiff. Dort wirst Du natürlich am Steuer sitzen, aber auch ein Schreibtisch wird vorhanden sein, damit Du organisatorische Tätigkeiten ausüben und Logbuch führen kannst. Du wirst allerdings nicht nur auf dem Wasser unterwegs sein, denn auch an Land gibt es ab und an Dinge für Dich zu tun, in etwa, wenn Du in der Reederei, in der Du angestellt bist, etwas zu erledigen hast. Hast Du eine Anstellung als Hafenkapitän ergattert, ist Dein Arbeitsplatz natürlich der Hafen.

Was verdient ein Kapitän?

Wenn Du Kapitän werden möchtest, interessiert Dich natürlich auch, wie viel Du als solcher verdienen kannst. Durchschnittlich kannst Du von einem Gehalt von 5.400 Euro im Monat ausgehen. Kapitäne auf einem Containerschiff im offenen Meer verdienen dabei mehr als solche, die auf Schiffen in Binnengewässern tätig sind. Während letztere rund 5.000 Euro Gehalt pro Monat bekommen, sind es bei Kapitänen auf offener See knapp 6.500 Euro monatlich. Mit steigender Berufserfahrung steigt natürlich auch Dein Gehalt.

Wo finde ich einen Job als Kapitän?