Was ist ein Gesundheits- und Krankenpfleger?
Ein Gesundheits- und Krankenpfleger ist für die Betreuung, Versorgung und Pflege von Patienten zuständig. Dabei ist er oder sie vor allem in Krankenhäusern, ambulanten Stationen und Pflegeeinrichtungen tätig. Darüber hinaus fallen auch das Assistieren von Ärzten, die Dokumentation von Krankheitsverläufen und das Sprechen mit Angehörigen in den Aufgabenbereich eines Gesundheits- und Krankenpflegers.
Die Berufsbezeichnung „Gesundheits- und Krankenpfleger” ist geschützt. Es dürfen sich daher nur diejenigen so nennen, die die staatliche Ausbildung erfolgreich absolviert haben.
Was macht ein Gesundheits- und Krankenpfleger?
Als Gesundheits- und Krankenpfleger bzw. Krankenpflegerin kümmerst Du Dich um das körperliche und psychische Wohl von Patienten. Dazu versorgst Du sie mit Medikamenten, überprüfst ihren gesundheitlichen Zustand, sorgst für die richtige Ernährung, kontrollierst ihre Vitalfunktionen, setzt Spritzen, legst Verbände und Infusionen an, wäscht sie und wechselst ihre Bettwäsche. Darüber hinaus führst Du mit ihnen und ihren Angehörigen ausführliche Gespräche, um den Genesungsverlauf zu erörtern und einen möglichen Entlassungstermin zu besprechen. Zudem begleitest Du Ärzte bei ihrer Visite, um sie auf den neuesten Stand zu bringen. Daneben assistierst Du ihnen auch bei Untersuchungen und Operationen.
Zusätzlich übernimmst Du administrative Aufgaben. Du organisierst den täglichen Ablauf im Krankenhaus oder in einer ambulanten Station und setzt Personal- und Pflegepläne auf. Auf diese Weise gibst Du dem komplexen Geflecht aus Patienten, Krankenschwestern, Pflegern, Ärzten und Behandlungen eine klare Struktur.
Wie wird man Gesundheits- und Krankenpfleger?
Die eigenständige Ausbildung „Gesundheits- und Krankenpfleger” gibt es in Deutschland seit dem 1. Januar 2020 nicht mehr. Sie wurde zusammen mit den früheren Ausbildungen zum Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger sowie zum Altenpfleger zur neuen generalistischen Pflegeausbildung mit der Berufsbezeichnung Pflegefachmann bzw. Pflegefachfrau zusammengeführt. Rechtliche Grundlage der Reform ist das Pflegeberufereformgesetz von 2017. Seit dem 1. Januar 2024 wird zusätzlich die Berufsbezeichnung „Pflegefachperson” verwendet.
Die generalistische Pflegeausbildung dauert in Vollzeit drei Jahre und ist dual angelegt. Sie findet an Pflegeschulen sowie in Krankenhäusern und in stationären oder ambulanten Pflegeeinrichtungen statt. Im ersten und zweiten Ausbildungsjahr lernen alle Auszubildenden gemeinsam, eine Spezialisierung (zum Beispiel in der Altenpflege oder der Kinderkrankenpflege) ist erst im dritten Jahr möglich. Ergänzend zur beruflichen Pflegeausbildung wurde 2020 auch eine hochschulische Pflegeausbildung auf Bachelor-Niveau eingeführt. Die generalistische Pflegeausbildung ist der größte Ausbildungsberuf in Deutschland.
Zulassungsvoraussetzungen
Damit Du die Pflegeausbildung aufnehmen kannst, musst Du einen Realschulabschluss oder eine vergleichbare zehnjährige allgemeine Schulbildung mitbringen. Ein Hauptschulabschluss reicht aus, wenn Du zusätzlich eine mindestens zweijährige Berufsausbildung oder eine mindestens einjährige Ausbildung als Kranken- und Altenpfleger bzw. in der Pflegehilfe oder -assistenz absolviert hast. Mit einem Fachabitur oder einem Abitur hast Du die besten Chancen, die Pflegeausbildung zu beginnen. Generell schreibt das Gesetz kein Mindestalter für die Ausbildung vor. Solltest Du jedoch unter 16 Jahren sein, kann es sein, dass der Ausbildungsbetrieb andere Bewerber, die älter sind, vorzieht.
Ausbildungsinhalte und -ablauf
Den theoretischen Teil der Pflegeausbildung absolvierst Du an einer Pflegeschule. Hier lernst Du die Inhalte kennen, die Du für die tägliche Arbeit in einem Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung benötigst. Auf Deinem Stundenplan stehen dann Seminare zu den Schwerpunkten „Gesundheits- und Krankenpflege”, „naturwissenschaftliche und medizinische Grundlagen”, „Pflege- und Gesundheitswissenschaften” und „pflegerelevante Kenntnisse aus den Geistes- und Sozialwissenschaften”. Darüber hinaus eignest Du Dir auch die Grundlagen aus Wirtschaft, Recht und Politik an, die Du für Deine Tätigkeiten benötigst.
Insgesamt umfasst die Ausbildung mindestens 4.600 Stunden. Davon entfallen mindestens 2.100 Stunden auf den theoretischen und praktischen Unterricht und mindestens 2.500 Stunden auf die praktische Ausbildung. Die 2.100 Theoriestunden verteilen sich auf 1.400 Stunden in den ersten beiden Jahren und 700 Stunden im dritten Jahr.
Neben den theoretischen Inhalten lernst Du im Unterricht auch bereits praktische Handgriffe und Arbeitsabläufe kennen. Dazu zählen das Anlegen und Wechseln von Verbänden, die Wundversorgung und Körperpflege, die Prophylaxe und Pflege von Druckgeschwüren sowie die Verabreichung von Medikamenten. Den praktischen Teil Deiner Ausbildung absolvierst Du in verschiedenen Einsatzbereichen, unter anderem in der stationären Akutpflege im Krankenhaus, in der stationären Langzeitpflege und in der ambulanten Pflege. Du eignest Dir dabei die Basics in der Pflege von Menschen an und lernst in der Praxis, Patienten aller Altersgruppen zu versorgen. Dafür schnupperst Du in die Bereiche der Inneren Medizin, Geriatrie, Psychiatrie, Gynäkologie, Neurologie, Orthopädie, Pädiatrie, Chirurgie und der Entbindungs- und Neugeborenenpflege hinein. Du schließt die Ausbildung mit einer staatlichen Prüfung ab und darfst Dich dann Pflegefachmann bzw. Pflegefachfrau nennen.
Fortbildungen
Nach Deiner Pflegeausbildung kannst Du Dich durch Fortbildungen auf einen Tätigkeitsbereich spezialisieren. Das kann zum Beispiel eine fachliche Fortbildung in der Psychiatrie, Onkologie, Dialyse oder Schmerztherapie, aber auch in administrativen Bereichen wie der Bereichsleitung, Praxisanleitung oder der Pflegedienstleistung sein.
Nach Deiner Ausbildung in der Pflege kannst Du als Fortbildung auch ein Studium nutzen. Dafür solltest Du ein Fachabitur oder Abitur mitbringen. Du kannst dann Studiengänge wie Pflegewissenschaft, Pflegemanagement und Pflegepädagogik aufnehmen. Nach Abschluss der Weiterbildung warten auf Dich nicht nur neue Aufgaben, sondern in der Regel auch ein höheres Gehalt.
Ausbildungsplätze
Wo arbeitet ein Gesundheits- und Krankenpfleger?
Nach Deiner Pflegeausbildung kannst Du überall dort tätig werden, wo Menschen eine körperliche und psychische Betreuung benötigen. Das kann zum Beispiel bei diesen Arbeitgebern sein:
- Wohnheime für Menschen mit Behinderung
- Ambulante soziale Dienste
- Krankenhäuser
- Alten- und Pflegeheime
- Facharztpraxen
- Krankenkassen
- Gesundheitszentren
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Der Arbeitsalltag nach Deiner Pflegeausbildung wartet mit wechselnden Herausforderungen auf, die Patientenbetreuung und administrative Arbeiten zusammenbringen. Dabei stehen unter anderem diese Aufgaben auf Deiner To-Do-Liste:
Wie sieht der Arbeitsplatz aus?
Nach Deiner Pflegeausbildung befindet sich Dein Arbeitsplatz in einem Krankenhaus oder einer anderen sozialen Einrichtung. Dabei verbringst Du vor allem viel Zeit mit der Betreuung und Pflege Deiner Patienten. Du begleitest sie durch ihren Alltag, indem Du sie wäschst, bettest und zu Untersuchungen bringst. Diese Aktivitäten hältst Du in der Krankenakte oder am Computer fest. Dein Arbeitsplatz liegt damit in der Regel im Patientenzimmer oder in der Krankenpflegezentrale.
Was verdient ein Gesundheits- und Krankenpfleger?
Während Deiner Pflegeausbildung steigt Dein Gehalt von Lehrjahr zu Lehrjahr an. Nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst beginnst Du im ersten Ausbildungsjahr mit rund 1.490 € brutto monatlich. Im zweiten Lehrjahr warten dann auf Dich etwa 1.552 €. Das dritte und letzte Ausbildungsjahr bringt Dir rund 1.653 € brutto im Monat auf Dein Konto. Bei privaten, außertariflichen Trägern kann die Vergütung niedriger ausfallen.
Hast Du Deine Pflegeausbildung in der Tasche, haben verschiedene Faktoren einen Einfluss darauf, wie viel Du verdienst. Dabei spielt es vor allem eine große Rolle, ob Du bei einer öffentlichen, kirchlichen oder privaten Einrichtung tätig wirst. Daneben haben auch die Region, in der Dein Arbeitgeber ist, Deine Berufserfahrung, Deine Ausbildung und eventuelle Fortbildungen einen Einfluss auf Deinen monatlichen Lohn. Im Durchschnitt verdienst Du als Gesundheits- und Krankenpfleger rund 4.421 € brutto im Monat. Wirst Du für Nachschichten, Extraschichten, Überstunden, Feiertagsarbeit oder Rufbereitschaft eingesetzt, warten auf Dich Zuschläge, die Deinen Lohn aufbessern.
Wo finde ich einen Job als Gesundheits- und Krankenpfleger?
Wie sind die Berufsaussichten für Gesundheits- und Krankenpfleger?
Der Gesundheitssektor ist ein stetig wachsender Markt, der regelmäßig zahlreiche ausgebildete Pflegefachkräfte sucht. Das verdankst Du der Tatsache, dass die Bevölkerung in Deutschland immer älter wird, und damit der Bedarf an Betreuung und Medikamenten steigt. Diese Entwicklung zeigt sich auch am Fachkräftemangel: Laut dem DIHK-Fachkräftereport 2025/2026 leiden 81 % der Gesundheits- und Sozialdienste unter Personalmangel. Das bedeutet für Dich: Hast Du Deine Pflegeausbildung in der Tasche, hast Du exzellente Chancen auf eine Stelle.
Welche Spezialisierungen gibt es?
Nach den ersten Berufsjahren wirst Du merken, welche Tätigkeiten Dir in Deinem Job am meisten Spaß machen. Du kannst Dich dann auf einen Bereich spezialisieren. Diese Bereiche stehen Dir dabei beispielsweise zur Auswahl:
Passt der Beruf Gesundheits- und Krankenpfleger zu mir?
Um als Gesundheits- und Krankenpfleger arbeiten zu können, solltest Du diese Fähigkeiten mitbringen:
Du benötigst nicht von Anfang an all diese Fähigkeiten, um in den Beruf des Krankenpflegers einzusteigen. Eignest Du Dir die Grundlagen während Deiner Ausbildung und in den ersten Berufsjahren an, wirst Du nach einigen Jahren über die notwendigen Kompetenzen verfügen.