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GMAT-Test: Wie Du ihn mit Bestleistung bestehst

Nach dem Wirtschafts-Bachelor willst Du Deinen Master an einer renommierten Universität in den USA machen? Dann kommst Du am GMAT-Test kaum vorbei. Und auch immer mehr europäische Universitäten fordern den Test. Wir erklären, was der GMAT-Test ist, wie er abläuft und wie Du ein Top-Ergebnis erzielst.

Was ist der GMAT?

GMAT steht für Graduate Management Admission Test. Der GMAT ist ein weltweit standardisierter Test, der überprüfen soll, inwieweit Du für einen betriebswirtschaftlichen Master geeignet bist. Für mehr als 2.400 Universitäten ist Dein GMAT-Ergebnis ein wichtiges Zugangskriterium zu ihren Masterstudiengängen, zum Beispiel zum MBA (Master of Business Administration). Auch immer mehr deutschsprachige und europäische Universitäten verlangen bei der Bewerbung einen GMAT.

Du kannst den Test auch wiederholen, jedoch frühestens 16 Tage nach dem letzten Test. Für jeden erneuten Test musst Du bezahlen. Theoretisch kannst Du den GMAT fünf Mal in einem rollierenden Zeitraum von zwölf Monaten und maximal acht Mal insgesamt machen. Allerdings werden alle erzielten Punktzahlen der letzten fünf Jahre an die Universität, bei der Du Dich bewirbst, übermittelt. So sieht die Universität sofort, ob sich Deine Ergebnisse positiv entwickelt haben. Viele Universitäten legen häufige Wiederholungen negativ aus, weshalb empfohlen wird, dass Du den Test maximal drei Mal machst.

Wie kann ich mich auf den GMAT vorbereiten?

Anders als bei reinen Intelligenztests kommt es beim GMAT-Test vor allem auf eine gute Vorbereitung an. Durch eine optimale Vorbereitung erhältst Du bereits beim ersten Versuch ein Top-Ergebnis: Das sehen nicht nur die Universitäten lieber als mehrere Wiederholungen, Du sparst auch noch Geld, Zeit und Nerven.

Weil der GMAT so wichtig für Deine Universitätslaufbahn ist, gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Anbietern, über die Du eine GMAT-Vorbereitung machen kannst. Dazu gehören zum Beispiel Online-Kurse, Lernbücher oder Gruppen-Vorbereitungskurse.

Vorbereitungskurs

Der Graduate Management Admission Council (GMAC), der den GMAT entwickelt hat, bietet Dir über eine Lernsoftware in begrenztem Umfang die Möglichkeit, den Test kostenlos auszuprobieren. Du kannst 70 reale Fragen und zwei Tests durchlaufen. Das bereitet Dich besonders gut auf die tatsächliche Prüfungssituation vor, da Du so schon das Design des echten Tests kennenlernst.

Private und öffentliche Bildungsinstitute bieten spezielle Vorbereitungsseminare für den GMAT-Test an. Ein eintägiger Intensivkurs kostet etwa 500 €, ein sechswöchiger Wochenendkurs rund 1.500 €.

Wenn Du besonders gut im Selbststudium bist, können Dir spezielle Bücher bei der Vorbereitung helfen. Es gibt offizielle Bücher der GMAC, aber auch von vielen weiteren Verlagen. Da der Kurs komplett auf Englisch ist, solltest Du Dich nicht nur auf wirtschaftliche Fragen vorbereiten, sondern auch Dein Englisch trainieren. Um Deine Grammatik aufzufrischen, kannst Du zum Beispiel den TOEFL-Test oder Vorbereitungen dafür absolvieren.

Der GMAT-Test findet unter großem Zeitdruck statt, den europäische Studierende normalerweise nicht gewohnt sind. Deshalb reicht es nicht, dass Du Dich nur inhaltlich vorbereitest. Achte während der GMAT-Vorbereitung vor allem auf Dein Zeitmanagement und halte Dich an zeitliche Vorgaben - Du kannst zum Beispiel zehn Fragen in 20 Minuten beantworten. So wirst Du immer schneller.

Vorbereitungsdauer

Wie lange Du brauchst, um Dich auf den GMAT-Test vorzubereiten, hängt einerseits von Deinen Vorkenntnissen und Fähigkeiten ab. Auf der anderen Seite kommt es auch darauf an, welches Ergebnis Du am Ende haben willst: Du musst wissen, ob Du Dich an einer Elite-Uni wie Harvard bewerben willst oder an einer europäischen Universität, die einen weniger hohen Score verlangt.

Grundsätzlich wird geraten, dass Du Dich zwischen zehn Tagen und drei Monaten vorbereiten solltest. Im Schnitt sollten drei gut organisierte und strukturierte Wochen ausreichen. Wichtig ist, dass Du mit der richtigen Methode lernst. Wahrscheinlich weißt Du schon aus dem Bachelorstudium, wie Du am besten lernst - alleine, in der Gruppe, in der Bibliothek oder zu Hause, morgens oder abends.

Wie ist der GMAT-Test aufgebaut?

Viele, die das GMAT-Examen hinter sich haben, sagen, dass es gar nicht so sehr der Inhalt ist, der schwierig ist. Vielmehr handelt es sich um ein außergewöhnliches und ungewohntes Testformat, noch dazu auf Englisch und unter Zeitdruck. Wir erklären, wie der Test aufgebaut ist.

Das Grundprinzip ist, dass Du unter Zeitdruck von einem Computer ausgewählte Multiple-Choice-Fragen beantwortest. Es beginnt mit einer mittelschweren Frage. Gibst Du darauf die richtige Antwort, wird die nächste schwieriger, und Dein Score steigt. Ist sie falsch, wird die nächste Frage entsprechend leichter.

Der aktuelle GMAT besteht aus drei Sektionen mit insgesamt 64 Fragen. Die Gesamtdauer beträgt 2 Stunden und 15 Minuten, dazu kommt eine optionale Pause von 10 Minuten. Jede Sektion hat ein Zeitlimit von 45 Minuten und wird gleich gewichtet in die Gesamtwertung einbezogen. Die Reihenfolge ist nicht festgelegt, Du kannst die Sektionen in der Reihenfolge Deiner Wahl absolvieren. Die frühere Aufsatz-Sektion (Analytical Writing Assessment) und die Integrated-Reasoning-Sektion sind im aktuellen Format nicht mehr enthalten; stattdessen gibt es die Sektion Data Insights.

1. Quantitative Reasoning

Die Quantitative-Reasoning-Sektion besteht aus 21 Fragen, für die Du 45 Minuten Zeit hast. Hier wirst Du auf mathematische, logische und quantitative Fähigkeiten geprüft. Der Fragetyp ist ausschließlich Problem Solving; es gibt eine Frage und fünf mögliche Antworten. Das macht es leichter, da Du unplausible Antworten sofort ausschließen kannst und so leichter zur Lösung kommst.

Der Vorteil: Die Fragen lassen sich mit Wissen aus der Oberstufe beantworten. Das liegt für viele jedoch schon lange zurück, und im Studium wird vor allem mit dem Taschenrechner gerechnet. Deshalb solltest Du Dich auch auf die Mathe-Regeln gut vorbereiten.

2. Verbal Reasoning

Die Verbal-Reasoning-Sektion besteht aus 23 Fragen, für die Du 45 Minuten Zeit hast. Hier geht es um sprachlich-analytische Fähigkeiten, Leseverständnis und kritisches Denken. Die Sektion enthält nur noch Reading Comprehension und Critical Reasoning; die frühere Sentence Correction ist nicht mehr Teil des Tests.

3. Data Insights

Die Data-Insights-Sektion besteht aus 20 Fragen, für die Du 45 Minuten Zeit hast. Hier sollst Du Datenquellen wie Grafiken, Tabellen und Daten nutzen, um Problemstellungen zu lösen. Die Fragetypen umfassen Data Sufficiency, Multi-Source Reasoning, Table Analysis, Graphics Interpretation und Two-Part Analysis. Für diese Sektion steht Dir ein On-Screen-Rechner zur Verfügung.

Ungewohnt ist dabei der Fragetyp Data Sufficiency: Hier wird nicht nach der mathematischen Lösung gefragt, sondern danach, ob die Aufgabe mit den gegebenen Varianten gelöst werden kann. Es ist deshalb sinnvoll, sich nicht nur mit dem Inhalt des Tests, sondern auch mit den Arten der Fragen auseinanderzusetzen und sich entsprechend vorzubereiten.

Aus allen drei Sektionen wird der Gesamt-Score errechnet. Du kannst 205 bis 805 Punkte erreichen.

Welcher GMAT-Score ist ein gutes Ergebnis?

Sofort nach dem Test wird Dir Dein erreichter Score mitgeteilt. Du hast dann zwei Minuten Zeit, ihn zu akzeptieren oder nicht. Du solltest Dir diese Entscheidung nicht erst stellen, wenn Du das Ergebnis siehst, sondern schon vorher überlegen, was Dein Ziel oder die Zielvorgabe Deiner Wunsch-Unis ist.

Der offizielle Berichtsbogen ist etwa 3 bis 5 Tage nach dem Test verfügbar, sofern Du akzeptiert hast. Der aktuelle GMAT hat eine Gesamt-Score-Skala von 205 bis 805 Punkten; die frühere Version reichte von 200 bis 800 Punkten. Alle Scores der aktuellen Edition enden auf einer 5, damit sie sich von den Werten der Vorgänger-Edition unterscheiden lassen. Alte und neue Scores sind laut GMAC deshalb nicht direkt vergleichbar. Jede der drei Sektionen wird auf einer Skala von 60 bis 90 bewertet, und alle drei fließen gleich gewichtet in den Gesamt-Score ein.

Die Werte an den Eliteuniversitäten liegen weiterhin auf der alten Skala vor. Viele Universitäten geben keinen Mindestwert für die Bewerbung vor, zeigen aber, welche Werte die aktuellen Studenten erreicht haben. In Harvard haben beispielsweise im aktuellen Jahrgang die zugelassenen Studenten Werte zwischen 540 und 790 Punkte erreicht, der Median liegt bei 740 Punkten.

Bei vielen Universitäten ist der erreichte Score ohnehin nur einer von vielen Faktoren, die bei Deiner Bewerbung zählen. Dazu gehören zum Beispiel die Noten aus dem Bachelor, Dein Lebenslauf, Berufserfahrung, Motivations- und Empfehlungsschreiben.

Auch wenn Du mit Deinem Ergebnis nicht zufrieden bist: Keine Sorge. Eine Studie hat herausgefunden, dass das Testergebnis kaum mit dem späteren Erfolg im Studium zusammenhängt.

Was kostet der GMAT?

Der Test kostet im Testcenter aktuell 275 US-Dollar (in Europa 275 €). Machst Du den Test online, kommt ein Aufschlag von 25 US-Dollar für das Remote-Proctoring hinzu, sodass die Online-Variante 300 US-Dollar (in Europa 300 €) kostet. Wenn Du den Test wiederholst, musst Du wieder die volle Gebühr bezahlen. Betrügen geht beim GMAT übrigens nicht: Die Räume sind per Video überwacht, außerdem wird Deine Identität über eine Handvenenerkennung überprüft.

Wo kann ich den GMAT absolvieren?

Du kannst den GMAT an autorisierten Testzentren oder online absolvieren. In Deutschland gibt es Testzentren unter anderem in München (CBT Training & Consulting) und Frankfurt (Pearson Professional Center). Die Testcenter (Pearson VUE) haben an sieben Tagen die Woche geöffnet, den Online-Test kannst Du rund um die Uhr ablegen; eine Buchung ist bis 24 Stunden vorher möglich.

Wofür brauche ich den GMAT?

Der Test ist Voraussetzung, um Dich für viele Masterstudiengänge in den USA oder Großbritannien im Bereich BWL, VWL, Management oder Financing zu bewerben. Auch für die meisten MBA-Studiengänge musst Du Dein GMAT-Ergebnis vorlegen. Auch an deutschsprachigen Universitäten wird dieser Test immer häufiger neben anderen Bewerbungsunterlagen verlangt.

Einige Unis verlangen auch entweder den GMAT oder den GRE (Graduate Record Examination), einen ähnlichen Test. Weltweit wird der GMAT an mehr als 2.400 Business Schools akzeptiert, während der GRE an rund 1.300 akzeptiert wird. Damit ist der GMAT der am weitesten verbreitete standardisierte Auswahltest für Universitäten, auch wenn zunehmend auch der GRE akzeptiert wird.

Hast Du ein sehr gutes Ergebnis, hast Du zudem höhere Chancen, ein Stipendium an einer US-amerikanischen Elite-Universität zu erhalten. So kannst Du Dir die Studiengebühren von rund 50.000 Dollar im Jahr ganz oder zumindest teilweise sparen.

Warum gibt es den GMAT?

Den GMAT-Test gibt es seit 1953. Damals haben sich neun Wirtschaftsuniversitäten zusammengeschlossen, um einen gemeinsamen Test zu entwickeln. Durch einen standardisierten Test wollten sie geeignete Bewerber finden.

Das hat sich nicht verändert: Der Test zeigt allen Universitäten, an denen Du Dich bewirbst, Deine Eignung für wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge. Der standardisierte Test macht es für die Universitäten einfacher, die Bewerber aus der ganzen Welt zu vergleichen, und spart den Unis gleichzeitig Aufwand und Zeit, eigene Tests zu entwickeln.