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KfW-Studienkredit: Förderhöhe, Antrag & Alternativen

Der KfW-Studienkredit ist eine echte Option, wenn Du eine Finanzspritze für Dein Studium brauchst. Denn anders als herkömmliche Ratenkredite bekommst Du den KfW-Kredit auch ohne festes Einkommen. Trotzdem: An der Rückzahlung inklusive Zinsen führt kein Weg vorbei. Wir liefern Dir die wichtigsten Infos zum KfW-Kredit für Studenten und sagen Dir, mit welchen alternativen Finanzierungsformen Du vielleicht besser dran bist.

Was ist der KfW-Studienkredit?

Beim KfW-Studienkredit handelt sich um ein staatlich gefördertes Darlehen zur Finanzierung des Studiums. Du brauchst dafür kein regelmäßiges Einkommen oder andere Sicherheiten. Vergeben wird der Kredit von der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Eine Besonderheit ist: Der KfW-Kredit für Studenten wird nicht in einer Summe ausgezahlt, sondern in monatlichen Raten. Auf diese Weise hast Du während des Studiums eine Art regelmäßiges Einkommen.

Wer kann einen KfW-Studienkredit beantragen?

Für einen Studienkredit der KfW musst Du die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Du studierst an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland
  • Du absolvierst ein grundständiges Erst- oder Zweitstudium (wie Bachelor, Magister, Diplom) oder ein Aufbaustudium (wie Master, PhD)
  • Du bist zwischen 18 und 44 Jahre alt
  • Du bist deutscher Staatsbürger, oder
  • EU-Bürger und lebst seit mindestens 3 Jahren in Deutschland, oder
  • Deine Familienangehörigen sind EU-Bürger

Studien an Berufsakademien oder im Ausland werden nicht finanziert. Ein Auslandssemester ist aber kein Problem, solange Du weiter an der deutschen Uni immatrikuliert bleibst. Ob Du ein Vollzeit-, Teilzeit- oder Fernstudium absolvierst, spielt keine Rolle. Es ist übrigens auch möglich, den KfW-Studienkredit mit anderen Förderprogrammen (wie z.B. BAföG) zu kombinieren.

Wie funktioniert der KfW-Studienkredit?

Ein KfW-Bildungskredit verläuft in 3 Phasen:

  • Auszahlungsphase
  • Karenzphase
  • Tilgungsphase (Rückzahlungsphase)

Auszahlungsphase

Nachdem Du Deinen KfW-Kredit für das Studium abgeschlossen hast, bekommst Du monatlich einen vereinbarten Betrag auf Dein Konto ausbezahlt. Dabei gelten die folgenden Rahmenbedingungen:

Finanzierungsdauer

Wie lange Dir der Studienkredit der KfW gewährt wird, hängt von Deinem Alter beim Vertragsabschluss ab:

  • 18 - 24 Jahre: maximal 14 Semester
  • 25 - 34 Jahre: maximal 10 Semester
  • 35 - 44 Jahre: maximal 6 Semester

Wenn Du eine Laufzeit von 14 Semestern beantragst, bekommst Du die Auszahlungen trotzdem zuerst nur bis zum 10. Semester. Um den KfW-Studienkredit zu verlängern, musst Du eine Bestätigung Deiner Hochschule vorlegen, dass Du das Studium voraussichtlich innerhalb der nächsten 4 Semester abschließen wirst.

Förderhöhe

Beim KfW-Studienkredit sind monatliche Raten zwischen 100 und 650 Euro möglich. Den genauen Betrag kannst Du zu Beginn individuell festlegen. Falls sich Dein Bedarf ändert, kannst Du die Höhe der Raten 2 mal jährlich mit 1. April oder 1. Oktober anpassen.

Wieviel Geld Du insgesamt bekommen kannst, hängt von der Laufzeit des Kredits (und damit auch von Deinem Alter) ab:

  • 14 Semester: maximal 54.600 Euro (650 Euro x 84 Monate)
  • 10 Semester: maximal 39.000 Euro (650 Euro x 60 Monate)
  • 6 Semester: maximal 23.400 Euro (650 Euro x 36 Monate)

Zinsen

Wie bei jedem anderen Kredit fallen auch beim Bildungskredit der KfW Zinsen an. Der Zinssatz ist grundsätzlich variabel. Er orientiert sich am sogenannten 6-Monats-Euribor, das ist der Zinssatz, den sich die Banken gegenseitig für Kredite verrechnen. Der Zinssatz kann sich 2 mal jährlich mit 1. April oder 1. Oktober ändern. Zuletzt (April 2019) betrug er 4,21 Prozent.

Eine Besonderheit beim KfW-Studienkredit ist, dass Dir die Zinsen bereits ab der zweiten Rate direkt vom Auszahlungsbetrag abgezogen werden. Das hat zur Folge hat, dass Du Monat für Monat effektiv etwas weniger Geld bekommst. Denn mit der Gesamtsumme des Kredits steigen auch die Zinsen. Wenn Du beispielsweise einen monatlichen Auszahlungsbetrag von 400 Euro vereinbart hast und der Zinssatz rund 4 Prozent beträgt, landen nach 36 Monaten nur noch ca. 350 Euro auf Deinem Bankkonto.

Mit Deinem ersten Leistungsnachweis am Ende des 6. Semesters kannst Du einen Zinsaufschub bis zum Beginn der Rückzahlung beantragen.

Studien- und Leistungsnachweise

Damit Du Deine monatlichen Auszahlungen bekommst, musst Du regelmäßig Nachweise erbringen, nämlich:

  • eine gültige Studienbestätigung für jedes Semester
  • im Grundstudium am Ende des 6. Semesters einen Leistungsnachweis über 90 ECTS-Punkte oder mindestens 50 % der für den Studienabschluss nötigen Leistungen

Im Masterstudium oder anderen aufbauenden Studiengängen brauchst Du keine Leistungsnachweise mehr.

Karenzphase

Nachdem Du alle Auszahlungsraten erhalten hast, beginnt die Karenzphase, die beim KfW-Studienkredit zwischen 6 und 23 Monate dauert. Während dieser Zeit musst Du noch keine Rückzahlungen leisten. Das soll Dir als Berufsanfänger den Druck nehmen, dass Du sofort einen gut bezahlten Job finden musst. Die Zinszahlungen laufen in der Karenzphase aber weiter! Streichen oder auf weniger als 6 Monate verkürzen lässt sich die tilgungsfreie Zeit übrigens nicht.

Tilgungsphase

5 Monate vor Beginn der Rückzahlungsphase schlägt Dir die KfW einen Standard-Tilgungsplan vor. Dabei sind 10 Jahre für die vollständige Rückzahlung vorgesehen.

Die Kreditraten, die Du zurückzahlst, setzen sich immer aus Tilgung und Zinsen zusammen. Die Zinsen berechnen sich auf Basis der noch nicht zurückgezahlten Summe. Dadurch nimmt der Anteil der Zinsen laufend ab und es fließt ein höherer Anteil in die Tilgung des Kredits.

Du kannst den Standard-Rückzahlungsplan der KfW entweder akzeptieren oder ihn innerhalb gewisser Rahmenbedingungen individuell abwandeln. Dadurch lassen sich die Rückzahlungen beim KfW-Studienkredit relativ flexibel gestalten. Folgendes kannst Du an dem KfW-Studentenkredit ändern:

Tilgungsphase verkürzen oder verlängern

An 2 Terminen im Jahr kannst Du den Tilgungsplan anpassen:

  • bis spätestens 15.03. für Änderungen ab 01.04.
  • bis spätestens 15.09. für Änderungen ab 01.10.

Du kannst den KfW-Studienkredit verlängern oder verkürzen, indem Du die monatlichen Raten veränderst. Du musst dabei aber monatliche Mindestraten von 20 Euro aufbringen. Die Rückzahlungsphase darf sich auf maximal 25 Jahre bzw. höchstens bis zu Deinem 67. Lebensjahr verlängern.

Festen Zinssatz vereinbaren

Normalerweise sind die Zinsen beim KfW-Bildungskredit auch in der Tilgungsphase variabel. Du kannst für die Rückzahlung aber auch einen festen Zinssatz vereinbaren. Das hat den Vorteil, dass Deine Zinsen gleich bleiben, selbst wenn sich der 6-Monats-Euribor ändert. Die Umstellung auf einen festen Zinssatz ist vor Beginn der Rückzahlung, aber auch innerhalb der Tilgungsphase möglich. Der Festzins gilt dann für die restliche Laufzeit, höchstens für 10 Jahre. Voraussetzung ist, dass Du mit den Zahlungen nicht im Rückstand bist und keine Stundung (Ruhendstellung) des Kredits beantragt hast.

Sonderzahlungen leisten

Zweimal jährlich (am 01.04 und 01.10.) kannst Du auch individuelle Sonderzahlungen ab 100 Euro leisten. So zahlst Du den KfW-Studienkredit rascher ab. Es ist sogar möglich, die gesamte Kreditsumme vorzeitig zu tilgen, ohne dass Dir dadurch Nachteile entstehen. Anders als bei herkömmlichen Bankkrediten wird keine Vorfälligkeitsentschädigung berechnet.

Stundung vereinbaren

Beim KfW-Studienkredit kannst Du eine Stundung beantragen, wenn Du in Zahlungsschwierigkeiten gerätst. Das bedeutet, dass Du vorübergehend keine Kreditraten zurückzahlst. Beachte aber, dass dabei Stundungszinsen anfallen! Ob und wie lange eine Stundung zulässig ist, wird individuell entschieden. Du musst dazu Deine Einkommens- und Vermögensverhältnisse offenlegen.

Wie beantrage ich den KfW-Studentenkredit?

Um einen KfW-Kredit für das Studium zu erhalten, hast Du Folgendes zu tun:

Schritt 1: Finanzierungsbedarf klären und Voraussetzungen prüfen

Zuerst solltest Du Dir darüber klar werden, wieviel Geld Du wirklich brauchst und ob alternative Finanzierungsformen für Dich in Frage kommen. Nimm nicht mehr Geld auf, als Du wirklich benötigst! Prüfe auch, ob Du wirklich alle Voraussetzungen für den Studienkredit der KfW erfüllst.

Schritt 2: Online-Formular ausfüllen

Auf der Webseite der KfW findest Du ein Online-Formular, in dem Du Deine persönlichen Daten und Angaben zum Studium einträgst.

Schritt 3: Vertrag mit KfW-Vertriebspartner abschließen

Den ausgefüllten Antrag druckst Du aus und gehst damit zu einem Vertriebspartner der KfW. Dazu zählen Banken oder Dein Studentenwerk. Um den Vertrag abzuschließen, brauchst Du außerdem folgende Unterlagen:

  • Personalausweis oder Reisepass mit Meldebestätigung (nicht älter als 3 Monate!)
  • gut lesbare Kopie Deiner Ausweis-Dokumente
  • gültige Studienbescheinigung
  • Nachweis über ein Girokonto

Schritt 4: Zusage abwarten

Der Vertriebspartner leitet Deine Unterlagen an die KfW weiter. Die Prüfung Deines Antrags nimmt ca. 2 Wochen in Anspruch. Du erhältst die Zusage anschließend schriftlich per Post.

Wie lässt sich der KfW-Studienkredit kündigen?

Du benötigst den Studienkredit der KfW nicht mehr und möchtest die Auszahlung vorzeitig beenden? Um den KfW-Studienkredit zu kündigen, hast Du folgende Möglichkeiten:

  • Auszahlungsbetrag auf 0 Euro reduzieren: Du kannst die Auszahlung auf 0 Euro herabsetzen und den KfW-Studienkredit formal trotzdem weiterlaufen lassen. Dadurch schiebst Du die Karenz- und die Tilgungsphase auf, Du musst den Kredit also nicht sofort zurückzahlen.
  • Auszahlungsphase beenden: Alternativ kannst Du die Auszahlungsphase beenden. Dann geht der KfW-Studienkredit in die Karenzphase über und auch die Rückzahlung beginnt früher.

Wenn Du das Geld aufbringst, kannst Du eine Sondertilgung anmelden und den KfW-Studienkredit anschließend in einer Summe zurückzahlen. Es entstehen Dir dadurch keine Nachteile.

Welche Alternativen zum KfW-Studienkredit gibt es?

Der Bildungskredit der KfW ist eine beliebte Kreditform für Studenten, weil er staatlich gefördert ist und Du ihn auch ohne die üblichen Sicherheiten (festes Einkommen oder Vermögen) erhältst. Trotzdem ist und bleibt er ein Kredit! Das aufgenommene Geld plus Zinsen zahlst Du über Jahre oder sogar Jahrzehnte zurück. Das kann eine große Belastung sein.

Es gibt bessere Finanzierungsformen, wenn Du Geld für Dein Studium brauchst. Der KfW-Studienkredit sollte daher nur Deine letzte Option sein, wenn es mit den hier vorgestellten Alternativen nicht klappt!

Alternative 1: Stipendien

Stipendien sind der Idealfall: Es handelt sich um geschenktes Geld, das Du später nicht zurückzahlen musst. An ein Stipendium heranzukommen ist leichter als viele denken! Denn es gibt zahlreiche Förderungen, für die Du nicht hochbegabt oder besonders bedürftig sein musst. Oft sind die Stipendiengeber in der Öffentlichkeit nicht gut bekannt und erhalten daher wenig Bewerbungen.

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Alternative 2: BAföG

Bevor Du den Studentenkredit der KfW beantragst, solltest Du unbedingt einen BAföG-Antrag versuchen. Denn die staatliche Förderung für Studierende ist nur zur Hälfte ein Kredit, genauer gesagt ein zinsloses Darlehen. Der Rest ist geschenktes Geld.

Ob Dir BAföG zusteht und in welcher Höhe, kannst Du mit unserem BAföG-Rechner in wenigen Schritten herausfinden. Es handelt sich um den genauesten Online-Rechner, den es in Sachen BAföG gibt! Du erhältst auch zahlreiche nützliche Zusatzinfos und Hilfestellungen.

BAföG-Anträge sind leider ein wenig kompliziert. Mehr als 90 Prozent der Anträge kommen fehlerhaft oder unvollständig bei den BAföG-Ämtern an, wodurch sich die Auszahlungen oft verzögern. Unser Online-Antragsassistent führt Dich sicher und rasch durch die Antragsformulare und erspart Dir den mühsamen Papierkrieg.

Alternative 3: Zinsloses Darlehen

Zahlreiche gemeinnützige Organisationen vergeben zinslose Darlehen an Studenten. Das Geld musst Du zwar zurückzahlen, im Unterschied zum Studentenkredit der KfW ersparst Du Dir aber die Zinsen. Melde Dich einfach an und nutze die kostenlose Online-Suche - das dauert gerade einmal 1 Minute!

Alternative 4: Werkstudentenjobs, Nebenjob oder Praktikum

Auch eine Alternative: Du suchst Dir einen gut bezahlten Neben- oder Werkstudentenjob und sorgst so selbst für Deinen Lebensunterhalt. Klar kostet das Zeit und Mühe. Doch Du baust Dir zugleich ein berufliches Netzwerk auf und erhältst wertvolle Einblicke in Dein späteres Berufsfeld. Nach Deinem Abschluss startest Du schuldenfrei, aber mit jeder Menge Erfahrung in Dein Berufsleben. Damit bist Du vielen Kommilitonen einen entscheidenden Schritt voraus!

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