Die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) unterstützt internationale Studenten mit 992 € monatlich und bezahlt Deine Krankenversicherung. Wenn Du ein Kind hast, bekommst Du zusätzlich 255 € im Monat. Gefördert werden Bachelor-, Master-, Diplom-, Magister- und Staatsexamensstudiengänge, auch Medizin. Die Förderung läuft bis zum Ende Deiner Regelstudienzeit.
Du kannst Dich aus Deutschland oder aus dem Ausland bewerben. Studenten aus OECD-Staaten wie den USA, Australien oder Japan werden nicht gefördert. EU-Bürger wie Österreicher oder Schweizer bewerben sich über das FES-Programm für Deutsche und Studenten mit deutschem Schulabschluss.
Du darfst bisher höchstens 15 Monate in Deutschland gelebt haben. Diese Grenze gilt nicht, wenn Du zum Studieren oder zur Vorbereitung darauf eingereist bist, etwa für einen Sprachkurs oder ein Studienkolleg. Auch anerkannte Flüchtlinge sind davon ausgenommen.
Du kannst an gesellschaftspolitischen Seminaren, Workshops und Kompetenztrainings teilnehmen. In vielen Städten gibt es Gruppen von Stipendiaten, dazu 18 überregionale Arbeitskreise zu einzelnen Themen. Zum Netzwerk gehören aktuelle und ehemalige Stipendiaten. Viele von ihnen stehen Dir als Mentoren bei Fragen zum Studium und zur Berufsplanung zur Seite. Die FES bietet Dir auch persönliche Betreuung und Beratung.
Die FES steht der SPD nahe und ist eines der 13 Begabtenförderungswerke, die der Bund in Deutschland unterstützt.
Bei der Auswahl bevorzugt die Stiftung Bewerber, die als Erste in ihrer Familie studieren oder einen Migrationshintergrund haben. Auch Frauen, Studenten an Fachhochschulen und Studenten der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) werden bevorzugt.
Im Bachelor, Diplom, Magister oder Staatsexamen kannst Du Dich frühestens nach dem ersten Semester bewerben, spätestens jedoch drei Semester vor Ende Deiner Regelstudienzeit. Bewirb Dich am besten so früh wie möglich.
Für ein Masterstudium reichst Du Deine Bewerbung vor oder zu Beginn des ersten Semesters ein. In Medizin ist das nach dem vierten Semester beziehungsweise nach dem Physikum und bis zum Ende des sechsten Semesters möglich.
Zuerst füllst Du das Online-Bewerbungsformular aus. Darin machst Du Angaben zu Deiner Person, Deinem familiären und beruflichen Hintergrund, Deiner Motivation und Deinem Engagement. Die FES prüft das Formular und meldet sich innerhalb von zwei bis vier Wochen mit einer Absage oder der Bitte, Deine vollständigen Unterlagen einzureichen. Dafür hast Du drei Wochen Zeit, für die Gutachten bis zu sechs Wochen. Ein Deutschzertifikat brauchst Du nicht.
Wenn Deine Unterlagen überzeugen, folgen zwei Auswahlgespräche: zuerst ein fachbezogenes Gespräch mit einem Vertrauensdozenten, danach eines mit einem Mitglied des Auswahlausschusses. Die FES kann Dir die Fahrtkosten zu den Gesprächen erstatten. Der Auswahlausschuss tagt acht- bis zehnmal im Jahr und entscheidet über Deine Bewerbung. Vom ersten Formular bis zur Entscheidung vergehen meist drei bis sieben Monate.
Wie sich die übrigen Werke unterscheiden, zeigt unser Vergleich der Begabtenförderungswerke.
Unser Tipp: Nutze Muster und Formulierungsbaukasten, um Dich von anderen Bewerbern abzuheben.