Einstiegsgehalt 
2.000
Durchschnittsgehalt 
2.389
Ausbildung 
Ausbildung

Was ist ein Hufschmied?

Ein Hufschmied ist für das Beschlagen von Tierhufen mit Hufeisen oder anderen Materialien sowie die Pflege von Tierhufen zuständig. In der Schweiz und Österreich lautet die offizielle Berufsbezeichnung Hufschmied, in Deutschland hingegen Hufbeschlagschmied.

Vom Hufschmied ist der Hufpfleger zu unterscheiden, der die Hufe eines Pferdes pflegt und sich um den Bewegungsapparat des Tieres unter Berücksichtigung seiner Hufe kümmert. Anders als beim Hufpfleger ist die Ausbildung zum Hufschmied in Deutschland gesetzlich geregelt.

Die gesetzliche Grundlage für den Beruf in Deutschland ist das Hufbeschlaggesetz (HufBeschlG) vom 19. April 2006, ergänzt durch die Hufbeschlagverordnung (HufBeschlV). Beide regeln die Aus- und Weiterbildung bundesweit einheitlich und sollen eine sach-, fach- und tiergerechte Tätigkeit unter Beachtung von Tiergesundheit, Tierschutz sowie Arbeits- und Unfallschutz sicherstellen. Die geschützte Berufsbezeichnung lautet „staatlich geprüfter Hufbeschlagschmied”, und die Prüfung wird von einer Behörde abgenommen. Der Hufbeschlag ist ausdrücklich kein Gewerbe im Sinne der Handwerksordnung, der Beruf ist also nicht dem Handwerk zugeordnet. Das Bundesverfassungsgericht hat diese gesetzliche Regelung in seinem Beschluss vom 3. Juli 2007 als geeignetes Mittel bestätigt, um eine qualifizierte Hufversorgung und den Schutz der Tiergesundheit zu sichern.

Was macht ein Hufschmied?

Der Hufschmied fertigt für jedes Pferd das richtige und individuell passende „Schuhwerk” an. Die Hufeisen schützen die Hufe, die durch das tägliche Reiten in schwierigem Gelände wie etwa auf Asphalt oder steinigem Untergrund sowie das Gewicht des Reiters stark beansprucht werden. Dabei weiß der Hufschmied ganz genau, ob das Pferd ein klassisches Hufeisen, ein Rundeisen oder ein Aluminiumeisen benötigt. Die Hufeisen stellt er aus Rohteilen her, die er in seiner Werkstatt bearbeitet.

Zu seinen Aufgaben gehört auch die Vorbereitung der Hufe für den Beschlag. Dafür bearbeitet er die Hufe des Tieres durch Schneiden und Raspeln. Hierfür ist ein hohes Maß an Präzision notwendig, um nicht das Tier zu verletzen. In seinen Aufgabenbereich fällt ebenfalls die Pflege der Hufe. Bei Hufkrankheiten und Stellungsfehlern greift der Hufschmied therapeutisch ein und unterstützt die Heilung beispielsweise durch das Anbringen spezieller Hufbeschläge.

Die meisten Kunden sind zwar Pferde. Doch der Hufschmied kümmert sich grundsätzlich auch um andere Huftiere. Dazu gehören etwa Esel und Maultiere. In der Vergangenheit kümmerte sich der Hufschmied zudem um das Beschlagen von Rindern mit sogenannten Klaueneisen, beispielsweise für einen Transport. Heute fällt diese Tätigkeit jedoch nur noch selten in den Aufgabenbereich von einem Hufschmied, weil Rinder in der Regel nicht mehr beschlagen werden.

Wie wird man Hufschmied?

Der Hufbeschlag von Pferden mit Hufeisen darf in Deutschland aus Tierschutzgründen nur von geprüften und staatlich anerkannten Hufbeschlagschmieden ausgeübt werden. Deshalb ist eine gesetzlich geregelte Ausbildung zum Hufschmied notwendig. Allerdings handelt es sich bei der Hufschmied-Ausbildung um eine Weiterbildung. Wenn Du eine Ausbildung zum Hufschmied machen willst, musst Du zunächst eine berufliche Ausbildung im Metallbau absolvieren. Anschließend lernst Du in einem viermonatigen Lehrgang an einer staatlich anerkannten Hufbeschlagschule die Grundlagen des Berufs. Zum Abschluss Deiner Hufschmied-Ausbildung legst Du die staatliche Hufbeschlagprüfung ab.

Daneben gibt es eine andere Möglichkeit, eine Ausbildung zum Hufschmied zu machen. Voraussetzung hierfür ist eine beliebige abgeschlossene Berufsausbildung. Noch bevor Du Deine Hufschmied-Ausbildung beginnst, musst Du einen einmonatigen Einführungslehrgang absolvieren. Dort lernst Du, wie Du die Werkzeuge verwendest, mit den Tieren umgehst und potenzielle Gefahren vermeidest. Anschließend darfst Du Deine Hufschmied-Ausbildung beginnen. Während Deiner Hufschmied-Ausbildung begleitest Du zwei Jahre einen erfahrenen und staatlich anerkannten Hufschmied. Anschließend absolvierst Du einen viermonatigen Lehrgang an einer Hufbeschlagschule und schließt die Hufschmied-Ausbildung schließlich mit einer Hufbeschlagprüfung ab. Die Hufschmied-Ausbildung kann auf Antrag durch fachrelevante Berufsabschlüsse verkürzt werden, beispielsweise im Bereich der Pferdehaltung.

Der Weg zum staatlich anerkannten Hufbeschlagschmied besteht damit aus drei aufeinanderfolgenden Teilen: einem Einführungskurs von mindestens vier Wochen, einer anschließenden mindestens zweijährigen praktischen Tätigkeit bei einem staatlich anerkannten Hufbeschlagschmied und einem Vorbereitungslehrgang an einer staatlich anerkannten Hufbeschlagschule (in Vollzeit mindestens vier Monate, in Teilzeit acht bis 16 Monate). Die praktische Tätigkeit muss als mindestens zweijährige sozialversicherungspflichtige, hauptberufliche Beschäftigung abgeleistet werden. Der ausbildende Betrieb muss dabei die staatliche Anerkennung besitzen und seit mindestens drei Jahren ein Hufbeschlaggewerbe betreiben. Insgesamt dauert der gesamte Ausbildungsweg in Vollzeit rund 2,5 Jahre; bei einer bereits abgeschlossenen Ausbildung im Metallhandwerk kann sich die Zeit verkürzen.

Wo arbeitet ein Hufschmied?

Hufschmiede arbeiten meistens dort, wo es Tiere mit Hufen und insbesondere Pferde gibt. Das können beispielsweise Pferdehöfe oder auch Rennställe sein. Hier findest Du einen Einblick in mögliche Arbeitsorte:

  • Pferdehöfe
  • Betriebe für Hufbeschlag und Klauenpflege
  • Selbstständigkeit
  • Beschlag- und Kunstschmieden
  • Rennställe und Gestüte

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Hufschmiede haben allesamt einen ähnlichen Arbeitsalltag. Hier findest Du einige Beispiele, wie dieser aussehen kann:

Wie sieht der Arbeitsplatz aus?

Der Arbeitsalltag hängt vor allem von Deinem Arbeitsort ab und davon, ob Du angestellt oder selbstständig bist. Als selbstständiger Hufschmied bist Du viel unterwegs und arbeitest viel im Freien. In einer Schmiedewerkstätte verbringst Du hingegen viel Zeit in einem geschlossenen Raum vor einem glühend heißen Ofen.

Was verdient ein Hufschmied?

Die meisten Hufschmiede arbeiten auf selbstständiger Basis. Ihr monatlicher Verdienst ist daher vor allem von der Arbeitsregion, der Größe des Kundenstammes und dem beruflichen sowie ökonomischen Talent abhängig. Für den kompletten Beschlag eines Pferdes benötigt ein Hufschmied ungefähr eine Stunde und verdient dabei zwischen 80 und 150 € brutto.

Der anfängliche Verdienst liegt bei rund 2.000 € brutto im Monat. Im Median verdient ein Hufschmied rund 2.389 € brutto im Monat.

Wie sind die Berufsaussichten für Hufschmiede?

Deutschland zählt international zu den wichtigsten Pferdesport- und Zuchtnationen der Welt. In Deutschland gibt es rund eine Million Pferde, von denen jedes Pferd ungefähr alle sechs bis acht Wochen neue Hufeisen benötigt. Dafür gibt es deutschlandweit rund 3.250 bis 5.000 Hufschmiede. Das ist viel zu wenig. Selbstständige Hufschmiede haben deshalb fast immer einen vollen Terminkalender. Die Berufsaussichten sind insgesamt also sehr gut zu beschreiben. Allerdings sind Festanstellungen selten.

Gleichzeitig ist ein Nachwuchsmangel zu beobachten. Ein wesentlicher Grund hierfür ist die Landflucht. Immer mehr jüngere Menschen ziehen in die Städte. Da der Beruf als Hufschmied vor allem in ländlichen Gegenden ausgeübt wird, fehlt es dort an Nachwuchs.

Welche Spezialisierungen gibt es?

Als Hufschmied bist Du ein Spezialist auf dem Gebiet der Hufbeschlags- und -pflege. Eine weitere Möglichkeit der Spezialisierung ist die Tätigkeit als Hufbeschlaglehrschmied. Hierbei leitest Du die Lehrgänge an einer Hufbeschlagschule. Dafür benötigst Du eine fünfjährige Berufserfahrung als Hufschmied, musst Weiterbildungsveranstaltungen besuchen und schließlich eine Prüfung ablegen.

Passt der Beruf Hufschmied zu mir?

Du fragst Dich, ob der Beruf zu Dir passt? Idealerweise erfüllst Du die folgenden Voraussetzungen:

Körperliche Fitness
Du solltest körperlich fit und belastbar sein, denn dieser Job kann ziemlich anstrengend sein.
Handwerkliche Begabung
Du benötigst handwerkliches Geschick sowohl für die Herstellung und Bearbeitung der Hufeisen als auch für die Vorbereitung und Pflege der Hufe.
Spaß am Umgang mit Tieren
Dir sollten Tiere und ihr Wohl am Herzen liegen. Schließlich sind sie Deine täglichen Kunden.
Gute Beobachtungsgabe
Eine gute Beobachtungsgabe hilft Dir, den Zustand der Tiere richtig zu beurteilen und beispielsweise entsprechend zu reagieren, wenn ein Pferd sich beim Beschlagen unwohl fühlt.
Spaß an der Arbeit im Freien
Insbesondere als selbstständiger Hufschmied bist Du viel unterwegs und arbeitest im Freien.