Geomatiker: Ausbildung & Beruf

3 Jahre duale Ausbildung240 neue Azubis 202460 % davon mit Abitur oder Fachabitur3.806 € mittleres Gehalt
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Inhalt14 Abschnitte
  1. Wie wird man Geomatiker?
  2. Welche Voraussetzungen brauchst Du?
  3. Wo bekommst Du einen Ausbildungsplatz?
  4. Was lernst Du in der Ausbildung?
  5. Wie lange dauert die Ausbildung und was verdienst Du?
  6. Geht es als Quereinsteiger oder per Umschulung?
  7. Was ist der Unterschied zum Vermessungstechniker?
  8. Was macht ein Geomatiker?
  9. Wo arbeiten Geomatiker?
  10. Welche Spezialisierungen und Weiterbildungen gibt es?
  11. Was verdient ein Geomatiker?
  12. Hat der Beruf Zukunft?
  13. Passt der Beruf zu Dir?
  14. Weiter zu Gehalt und verwandten Berufen

Geomatiker sind Fachleute für Geodaten, also Daten mit einem festen Ort auf der Erde: Sie messen selbst oder nutzen Luft- und Satellitenbilder und machen daraus Karten, 3-D-Modelle und digitale Anwendungen. Geomatiker ist ein dreijähriger Ausbildungsberuf, der 2010 den Kartografen abgelöst hat.

Wie wird man Geomatiker?

Geomatiker oder Geomatikerin wirst Du mit einer dualen Ausbildung von 3 Jahren, meist bei einem Vermessungsamt, einem Kreis oder einer Stadt. Du lernst im Betrieb und in der Berufsschule und legst am Ende eine Abschlussprüfung ab. Ein Studium brauchst Du nicht. Drei Wege führen zum Abschluss:

So läuft die Ausbildung ab

  1. Herbst davorBewerbenViele Ämter nehmen Bewerbungen nur bis Oktober oder Dezember für das Folgejahr an. Danach kommt meist ein Eignungstest mit Mathe- und Technikaufgaben.
  2. 1. JahrGrundlagenDas erste Jahr ist mit dem Vermessungstechniker identisch: Raumbezug, Messgeräte, Daten erfassen, prüfen und in Karten darstellen.
  3. Anfang 2. JahrZwischenprüfung120 Minuten schriftlich. Sie zeigt Deinen Stand und zählt nicht zur Endnote.
  4. 2. und 3. JahrGeomatikGeoinformationssysteme (GIS), Datenbanken, Skripte, Karten und 3-D-Produkte, dazu Aufträge planen und Kunden beraten.
  5. Ende 3. JahrAbschlussprüfungEin 20-stündiger Auftrag aus Deinem Betrieb, ein Prüfungsstück mit Präsentation und drei schriftliche Prüfungen.

Quellen: Verordnung über die Berufsausbildung in der Geoinformationstechnologie (GeoITAusbV) §§ 2 bis 8; BERUFENET Geomatiker/in; Landesamt für Vermessung und Geoinformation Schleswig-Holstein; BDVI Berlin; Stadt Iserlohn.

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Welche Voraussetzungen brauchst Du für die Ausbildung?

Rechtlich ist kein Schulabschluss vorgeschrieben. Du brauchst nur einen Ausbildungsvertrag, und die Betriebe wählen ihre Azubis nach eigenen Kriterien aus. Die Ämter verlangen meist einen mittleren Abschluss, manche Städte nehmen auch einen guten Hauptschulabschluss. In der Praxis haben die meisten neuen Azubis Abitur oder Fachabitur:

Schulabschluss der neuen Azubis 2024
Geomatiker und Geomatikerin, 240 neue Verträge
Abitur oder FachabiturHochschul- oder Fachhochschulreife60 %
Mittlerer AbschlussRealschulabschluss38 %
Hauptschulabschlusserster Schulabschluss1 %

Quelle: BIBB, Datensystem Auszubildende, Berichtsjahr 2024. Absolutwerte auf ein Vielfaches von 3 gerundet.

Das solltest Du mitbringen
Welche Fächer helfen?Mathe, Erdkunde, Informatik, dazu Deutsch und PhysikMathe für Flächen, Höhen und Statistik, Informatik für GIS, Physik für Licht und Farbsehen.
Was musst Du können?Räumlich denken und genau arbeitenDu überträgst Messwerte in Karten und führst Daten aus vielen Quellen zusammen. Ein Fehler kann teuer werden.
Brauchst Du ein gutes Farbsehen?JaKarten leben von Farben. Auch räumliches Sehen ist wichtig, eine Brille ist kein Problem.
Und sonst?Geschick und gute Laune bei jedem WetterMessgeräte trägst und stellst Du draußen auf. Wer unter 18 ist, braucht eine ärztliche Erstuntersuchung.

Quellen: BERUFENET Geomatiker/in; LVermGeo Schleswig-Holstein; Stadt Ludwigshafen; Kreis Borken.

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Wo bekommst Du einen Ausbildungsplatz als Geomatiker?

Vor allem im öffentlichen Dienst: 2024 schlossen 86 % der neuen Azubis ihren Vertrag mit einem Amt, einem Kreis oder einer Stadt. Dazu kommen Ingenieurbüros, öffentlich bestellte Vermessungsingenieure, Versorger und Kartenverlage. Die Plätze sind rar: 2024 begannen bundesweit nur 240 Menschen die Ausbildung. Die meisten lernen in NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz:

Geomatiker-Azubis nach Bundesland
alle drei Ausbildungsjahre, Stand Ende 2024, zusammen 642
Nordrhein-Westfalen132
Hessen102
Rheinland-Pfalz102
Baden-Württemberg54
Sachsen-Anhalt45
Bayern42
Niedersachsen36
Thüringen33
Mecklenburg-Vorpommern27
Brandenburg21
Sachsen18
Berlin, Schleswig-Holsteinje 12je 12
Bremen, Hamburg, Saarlandje 3je 3

Quelle: BIBB, Datensystem Auszubildende, Berichtsjahr 2024.

WoWer zum Beispiel ausbildet
NRWKreise und Städte, etwa der Kreis Borken oder die Stadt Iserlohn, dazu Ingenieurbüros
Baden-WürttembergLandesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL), Landratsämter, Stadtmessungsämter, Versorger, Kartenverlage
Rheinland-PfalzVermessungs- und Katasterämter und das Landesamt in Koblenz, Städte wie Ludwigshafen
Nieder­sachsenLandesamt LGLN mit 10 Regionaldirektionen
Schleswig-HolsteinLandesamt für Vermessung und Geoinformation in Kiel
BerlinÖffentlich bestellte Vermessungsingenieure und Dienststellen des Vermessungswesens
Bewerbung kurz beantwortet
Wann bewerbe ich mich?Ein knappes Jahr vorherSchleswig-Holstein nimmt Bewerbungen bis 18. Oktober, viele Büros bis 31. Dezember. Start ist der 1. August oder 1. September.
Was schicke ich mit?Anschreiben, Lebenslauf, ZeugnisseDazu Nachweise über Praktika. Viele Ämter wollen wissen, warum Du genau diesen Beruf lernen willst.
Gibt es einen Test?Meist ja, einen EignungstestMit Aufgaben zu Mathe, Technik und Allgemeinwissen, danach folgt das Vorstellungsgespräch.
Wo finde ich freie Plätze?Bei Landesämtern, Kreisen und StädtenAußerdem in der Lehrstellenbörse der IHK, bei GEOjobs, beim Vermessungsverband BDVI und in unserer Jobbörse.

Quellen: BIBB, DAZUBI-Datenblatt Geomatiker/-in (Stand 28.10.2025); LGL Baden-Württemberg; LGLN; LVermGeo Schleswig-Holstein; Vermessungs- und Katasterverwaltung Rheinland-Pfalz; Kreis Borken; Stadt Iserlohn; BDVI Berlin; BERUFENET.

Was lernst Du in der Ausbildung?

Im ersten Jahr lernst Du, Geodaten zu erfassen, zu prüfen und darzustellen. Danach geht es um Software, Datenbanken und vor allem um Karten: Ein Drittel der Zeit im 2. und 3. Jahr ist für Visualisierung und Präsentation vorgesehen.

Was Du im Betrieb lernst
Richtwerte in Wochen laut Ausbildungsrahmenplan, Berufsschule nicht mitgezählt
Karten und Präsentation2. und 3. Jahr: Karten, Diagramme, 3-D und Web gestalten26
Daten erfassen und beschaffen1. Jahr: Lage-, Höhen- und Satellitenmessung, Pläne einscannen20
Software und Datenbanken2. und 3. Jahr: GIS, Geodatendienste, Skripte18
Ganze Projekte2. und 3. Jahr: von der Recherche bis zum fertigen Datensatz16
Daten prüfen und darstellen1. Jahr: Genauigkeit, Flächen und Volumen, erste Karten14
Aufträge und Kundenplanen, kalkulieren, Marketing10
Team und QualitätKommunikation, Fachbegriffe, Fehler finden10
Daten auswerten1. Jahr: verknüpfen, umrechnen, aktualisieren9
GrundlagenRaumbezug, Koordinaten, Luftbilder, Recht und Normen9

Quelle: GeoITAusbV, Anlage 1; Gruppen nach den Positionen des Rahmenplans zusammengefasst.

Fernerkundung heißt, die Erde aus Luft- und Satellitenbildern auszuwerten. Ein Geoinformationssystem (GIS) ist eine Software, die Daten mit ihrem Ort speichert, auswertet und als Karte zeigt.

Wo und wie lange bist Du in der Berufsschule?

Unterricht gibt es an 1 oder 2 Tagen pro Woche oder im Block von einigen Wochen. Weil es wenige Azubis gibt, fahren viele in eine Fachklasse in einer anderen Stadt:

LandBerufsschule (Beispiele)
Baden-Württemberg1. Jahr Stuttgart, Karlsruhe oder Freiburg, 2. und 3. Jahr Johannes-Gutenberg-Schule Stuttgart, im Block. Auch Azubis aus dem Saarland lernen dort
NRWzum Beispiel Max-Born-Berufskolleg Recklinghausen oder Cuno-II-Berufskolleg Hagen
Rheinland-PfalzCarl-Benz-Schule Koblenz, meist 3 Wochen am Stück, rund 12 Wochen im Jahr
Nieder­sachsen1. Jahr Hannover oder Oldenburg, ab dem 2. Jahr im Block in Oldenburg
Schleswig-Holstein1. Jahr Kiel, 2. und 3. Jahr Schwerin
Bayernzum Beispiel in Würzburg, im Block, etwa 6 x 2 Wochen im Jahr
BrandenburgOberstufenzentrum Hennigsdorf, im Wochenblock

Wie läuft die Abschlussprüfung ab?

PrüfungsbereichWas Du machstAnteil
Geodaten­prozesseAuftrag aus Deinem Betrieb in 20 Stunden mit Dokumentation, dann bis zu 30 Minuten Fachgespräch40 %
Geodaten­managementschriftlich, 90 Minuten: erfassen, prüfen, gestalten20 %
Geodaten­präsentationPrüfungsstück in 7 Stunden, 10 Minuten Präsentation, bis zu 20 Minuten Gespräch15 %
Geo­informations­technikschriftlich, 90 Minuten: Netzwerke, Datenbanken, Datensicherheit15 %
Wirtschaft und Sozialesschriftlich, 60 Minuten10 %

Bestanden hast Du, wenn Gesamtnote und Auftrag mindestens ausreichend sind, dazu drei der übrigen vier Bereiche, und keiner ungenügend ist. Wackelt ein schriftlicher Teil, kannst Du ihn mit 15 Minuten mündlich retten. Der Abschluss steht auf Stufe 4 des Deutschen Qualifikationsrahmens, wie alle dreijährigen Ausbildungen.

Quellen: GeoITAusbV §§ 6 bis 8 und Anlage 1; BERUFENET; IHK Potsdam; LGL Baden-Württemberg; LGLN; LVermGeo Schleswig-Holstein; Stadt Ludwigshafen; Stadt Würzburg; Kreis Borken; Stadt Iserlohn.

Wie lange dauert die Ausbildung und was verdienst Du?

Die Ausbildung dauert 3 Jahre und kostet Dich nichts: Du bekommst eine Vergütung, im öffentlichen Dienst rund 1.300 bis 1.460 € im Monat, in Ingenieurbüros weniger.

ArbeitgeberVergütung im 1. / 2. / 3. Jahr
Städte und Kreise (TVAöD)1.368 / 1.418 / 1.464 €
Landesämter (TVA-L)1.297 / 1.351 / 1.401 €
Ingenieurbüros (Empfehlung)857 bis 903 / 1.059 bis 1.113 / 1.259 bis 1.325 €
Dauer, Geld und Kosten
Kannst Du verkürzen?Ja, um bis zu 6 oder 12 MonateMit Fachoberschulreife bis zu 6 Monate, mit Abitur, Fachabitur oder fertiger Ausbildung bis zu 12. Mindestens bleiben 18 Monate.
Geht es mit guten Noten früher?Ja, mit vorzeitiger ZulassungRechtfertigen Deine Leistungen es, darfst Du vor Ablauf der 3 Jahre zur Abschlussprüfung.
Gibt es Extras im öffentlichen Dienst?Ja, etwa eine JahressonderzahlungIn Schleswig-Holstein gibt es nach bestandener Prüfung außerdem 400 € Abschlussprämie.
Was musst Du selbst zahlen?Höchstens Bücher und FahrtenPrüfungsgebühren und Arbeitsmittel zahlt der Betrieb. Reicht das Geld nicht, hilft die Berufsausbildungsbeihilfe.

Quellen: TVAöD BBiG ab 01.05.2026; LVermGeo Schleswig-Holstein (TVA-L BBiG); BERUFENET (Beispiel Ingenieurbüros); §§ 8 und 45 Berufsbildungsgesetz; BIBB-Hauptausschuss, Empfehlung 129.

Kann man als Quereinsteiger Geomatiker werden?

Ja, aber fast nur über einen Abschluss. Der Beruf ist zwar nicht geschützt, Arbeitgeber erwarten aber in der Regel die Ausbildung als Geomatiker. Viele fangen nicht direkt nach der Schule an: 2024 hatte jeder siebte neue Azubi schon eine Ausbildung oder ein Studium begonnen. Für Erwachsene gibt es drei Wege:

Drei Wege für Erwachsene
Umschulunghöchstens 24 Monate in VollzeitBildungsträger wie das bfw bereiten auf die Prüfung vor der IHK vor, mit Praktikum im Betrieb. Für Dich ist sie in der Regel kostenfrei, wenn sie gefördert wird.
Verkürzte Ausbildungbis zu 12 Monate kürzerHast Du schon eine Ausbildung oder Abitur, können Du und Dein Betrieb die Verkürzung beantragen.
Prüfung als Externernach 4,5 Jahren im BerufWer so lange als Geomatiker gearbeitet hat, wird ohne Ausbildung zur Abschlussprüfung zugelassen.

Quellen: BIBB, DAZUBI-Datenblatt 2024; BERUFENET; § 180 Sozialgesetzbuch III; § 45 Berufsbildungsgesetz; bfw/maxQ, Umschulung Geomatiker:in.

Was ist der Unterschied zwischen Geomatiker und Vermessungstechniker?

Beide Berufe teilen sich das erste Ausbildungsjahr. Danach misst der Vermessungstechniker vor allem Grundstücke und Bauwerke, der Geomatiker verarbeitet Geodaten zu Karten, Datenbanken und Anwendungen. Wer gern draußen misst und mit Grundstücken zu tun hat, ist beim Vermessungstechniker richtig. Wer lieber am Rechner Karten und Datenbanken baut, eher beim Geomatiker:

GeomatikerVermessungs­techniker
SchwerpunktGIS, Datenbanken, Karten und 3-D, Kunden­beratungMessen im Gelände, Kataster und Grundbuch, Bauwerke
Ab dem 2. JahrSkripte, Geodaten­infrastrukturen, MarketingBodenordnung, Wert von Grundstücken, technische Vermessung
FachrichtungenkeineVermessung oder Bergvermessung
Neue Azubis 2024240801
Gemeinsamgleiche Verordnung, gleiches 1. Jahr, 3 Jahregleiche Verordnung, gleiches 1. Jahr, 3 Jahre

Mehr zum Schwesterberuf steht im Artikel Vermessungstechniker werden.

Quellen: GeoITAusbV §§ 3, 4 und 9; BERUFENET; BIBB, DAZUBI-Datenblätter Geomatiker/-in und Vermessungstechniker/-in 2024.

Was macht ein Geomatiker?

Geomatiker beschaffen Geodaten, prüfen sie und verarbeiten sie mit spezieller Software zu Karten, Grafiken, 3-D-Modellen und Web-Anwendungen. Außerdem beraten sie Kunden, welche Daten und welche Darstellung sie brauchen. Deine Daten helfen etwa, sichere Radwege zu planen, gute Dachflächen für Solaranlagen zu finden oder abzuschätzen, welche Orte ein Hochwasser treffen würde. Deine Aufgaben:

AufgabeWas Du machst
Daten erfassenselbst messen, etwa mit GPS, Tachymeter oder Nivelliergerät, oder Daten aus Luftbildern, Katasterauszügen und Statistiken übernehmen
Daten prüfenauf Aktualität, Genauigkeit und Vollständigkeit kontrollieren, Formate umwandeln, Urheberrecht beachten
DatenbankenGeodatenbanken anlegen, pflegen, abfragen und gegen fremden Zugriff sichern
Karten und Modellethematische und interaktive Karten, Stadtpläne, Infografiken und 3-D-Modelle erstellen
KundenProduktvarianten entwickeln, Ergebnisse präsentieren, Bürger und Behörden beraten

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Kurz beantwortet
Büro oder draußen?Meist im Büro, zum Messen draußenAm Bildschirm verbringst Du die meiste Zeit. Homeoffice ist je nach Stelle möglich.
Mit welcher Technik?GIS, Grafikprogramme, DatenbankenDraußen GPS-Geräte, Tachymeter, Rotationslaser und Messbildkameras, im Büro Scanner und Plotter.
Allein oder im Team?Oft im TeamGemessen wird im Messtrupp, Aufträge entstehen mit Planern, Behörden oder Kunden.
Was ist anstrengend?Wetter, Gelände, StraßenverkehrDraußen trägst Du Warnweste an Straßen und Helm, wo Steine fallen können.
Wie genau musst Du sein?Sehr genauSchon kleine Veränderungen im Gelände müssen in die Daten. Falsche Werte können teure Folgen haben.

Quellen: BERUFENET Geomatiker/in; LGL Baden-Württemberg; Landesportal Schleswig-Holstein.

Wo arbeiten Geomatiker?

Geomatiker arbeiten in Behörden des Vermessungswesens, in Unternehmen, die mit Geodaten arbeiten, und in Kartenverlagen. Nach der Ausbildung bleiben viele bei ihrem Amt. Gesucht werden Geomatiker aber auch in der Wirtschaft:

ArbeitgeberBeispiele
BehördenVermessungs- und Katasterämter, Landesämter für Geoinformation, geologische Landesämter, Flugsicherung
BürosVermessungs- und Ingenieurbüros, Büros für Orts-, Regional- und Landesplanung
Versorger und NetzeStadtwerke, Ver- und Entsorger, Betreiber von Leitungsnetzen
NavigationFirmen für Navigation und Geoinformation
VerlageStraßen-, Wander- und topografische Karten, Karten für den Geschichtsunterricht

Selbstständig machen kannst Du Dich zum Beispiel mit einem Dienstleister für Geodaten-Visualisierung. Eine Zulassung brauchst Du dafür nicht, der Beruf ist nicht reglementiert.

Quellen: BERUFENET; LGLN; BIBB.

Welche Spezialisierungen und Weiterbildungen gibt es?

Mit Berufserfahrung kannst Du Techniker werden oder studieren, zum Beispiel Geoinformatik oder Vermessung. In der Ausbildung lernst Du alles, später spezialisierst Du Dich je nach Betrieb. Gefragt sind zum Beispiel:

FeldWorum es geht
3-D-LaserscanningGelände und Gebäude als Punktwolke erfassen
Photogrammetrie und Luftbilderaus Fotos und Drohnenbildern messen, Luftbilder automatisch auswerten
GeoinformatikDatenbanken, Skripte und GIS-Anwendungen bauen, Open Data bereitstellen
KartografieKarten und Druckvorlagen gestalten
KatastrophenschutzSatellitenbilder zu Bränden, Überschwemmungen und Erdrutschen auswerten
UnterwasserGewässer mit Tauchrobotern vermessen
Aufstieg kurz beantwortet
Techniker?Ja, Fachrichtung VermessungstechnikAn einer Fachschule, 2 Jahre in Vollzeit oder 3 bis 4 Jahre neben dem Job. Abschluss Bachelor Professional in Technik.
Studium?Ja, Geoinformatik, Geomatik oder VermessungMit Fachabitur oder Abitur, unter Bedingungen auch ohne. Danach arbeitest Du etwa als Vermessungsingenieur.
Ausbildung und Studium zusammen?Ja, an der Hochschule BochumDie kooperative Ingenieurausbildung führt zum Bachelor in Geoinformatik. Manche Kreise und Städte in NRW bieten sie an.
Studium beim Land?In Niedersachsen berufsintegriertDas Landesamt LGLN bietet es nur für ausgebildete Vermessungstechniker und Geomatiker an.

Quellen: BERUFENET (Geomatiker/in; Techniker/in Vermessungstechnik); Kreis Borken; Stadt Iserlohn; Hochschule Bochum; HTW Dresden; LGLN.

Was verdient ein Geomatiker?

Als Geomatiker verdienst Du im Mittel 3.806 € brutto im Monat. Was Du monatlich beim Einstieg, im öffentlichen Dienst und je nach Bundesland verdienst, steht im Artikel Geomatiker-Gehalt.

Ist Geomatiker ein Beruf mit Zukunft?

Ja. Die Bundesagentur für Arbeit erwartet bis 2040 mehr Beschäftigte in Vermessung und Kartografie und eine längere Suche nach Fachkräften, weil viele in Rente gehen. In der Kartografie, zu der die Bundesagentur den Geomatiker zählt, sieht sie derzeit keinen Mangel. In der Vermessungstechnik dagegen fehlen seit 2025 Fachkräfte, und viele Stellen sprechen beide Berufe an:

51 Tage
bleibt eine Stelle frei
Kartografie, Fachkräfte, 2025
79 Tage
in der Vermessungstechnik
dort sieht die Bundesagentur einen Engpass
3.205
Beschäftigte
in der Kartografie, Ende 2025, ohne Beamte
Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Engpassanalyse 2025 und Beschäftigungsstatistik 31.12.2025
ThemaWas Du wissen solltest
NachwuchsFast alle Azubis bestehen: 2024 lag die Erfolgsquote bei 96 %. Nur 8,5 % lösten ihren Vertrag vorzeitig.
Neue TechnikDrohnen, Laserscanning, 3-D-Stadtmodelle, Bilderkennung und Open Data verändern den Beruf
ÜbernahmeDie Ämter bilden meist nach Bedarf aus, Schleswig-Holstein etwa nach dem erwarteten Personalbedarf

Quellen: BERUFENET (Arbeitsmarktprognose 2040, Digitalisierung); BIBB, DAZUBI-Datenblatt 2024; LVermGeo Schleswig-Holstein.

Passt der Beruf zu Dir?

Was solltest Du mitbringen?

Das passt zu Dir, wenn Du ...
  • gern am Computer arbeitest und Software schnell lernst
  • Karten magst und ein Auge für Farben und Gestaltung hast
  • rechnen kannst und Dir Räume gut vorstellen kannst
  • sorgfältig bist und Fehler in Daten nicht stehen lässt
  • Kunden etwas verständlich erklären kannst
Eher nicht, wenn Du ...
  • vor allem draußen arbeiten willst, dann passt eher Vermessungstechniker
  • mit Mathe und Zahlen wenig anfangen kannst
  • eine Farbsehschwäche hast
  • ungern im Team arbeitest

Weiter zu Gehalt und verwandten Berufen

Quellen dieses Artikels Beruf, Ausbildung, Arbeitgeber: Bundesagentur für Arbeit, BERUFENET (Geomatiker/in; Vermessungstechniker/in; Techniker/in Vermessungstechnik) · Ausbildung und Prüfung: Verordnung über die Berufsausbildung in der Geoinformationstechnologie mit Ausbildungsrahmenplan, Berufsbildungsgesetz §§ 8 und 45, BIBB-Hauptausschuss Empfehlung 129, IHK Potsdam · Zahlen: BIBB, Datensystem Auszubildende (Datenblätter Geomatiker/-in und Vermessungstechniker/-in, Berichtsjahr 2024) · Ausbildungsbetriebe: LGL Baden-Württemberg, LGLN Niedersachsen, LVermGeo Schleswig-Holstein, Vermessungs- und Katasterverwaltung Rheinland-Pfalz, Kreis Borken, Städte Iserlohn, Ludwigshafen und Würzburg, BDVI Berlin · Vergütung: TVAöD BBiG (ab 01.05.2026), TVA-L BBiG (LVermGeo Schleswig-Holstein), BERUFENET · Umschulung: Sozialgesetzbuch III § 180, bfw/maxQ · Arbeitsmarkt: Bundesagentur für Arbeit (Engpassanalyse 2025, Beschäftigungsstatistik 31.12.2025) · Gehalt: Statistisches Bundesamt, Verdiensterhebung

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