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Bildungskredit: Anbieter, Konditionen & Antrag

Ein Studium kostet neben Zeit und Mühe vor allem eines: viel Geld. Ein Bildungskredit hilft Dir finanzielle Durststrecken zu überbrücken. Welche Kreditangebote es zur Studienfinanzierung gibt und wie Du an Geld kommst, auch ohne Schulden zu machen.

Was ist ein Bildungskredit?

Mit einem Bildungskredit meint man Kreditangebote, die sich speziell an Studenten (teilweise auch an Schüler und Azubis) richten. Von einem herkömmlichen Bankkredit unterscheiden sich Bildungskredite in ein paar wichtigen Punkten:

  • Auszahlungsmodus: Bei einem Bildungskredit wird Dir der Kreditbetrag normalerweise nicht in einer Summe ausbezahlt, sondern in monatlichen Raten. So hast Du eine Art fixes Einkommen.
  • Rückzahlung: Meist beginnt die Rückzahlungsphase nicht sofort nach Erhalt der letzten Rate, sondern Du hast nach Deinem Studienabschluss noch etwas Luft.
  • Voraussetzungen: Für herkömmliche Bankkredite brauchst Du Sicherheiten wie ein regelmäßiges Einkommen oder Vermögenswerte. Einen Bildungskredit bekommst auch ohne Sicherheiten, er kann aber an andere Voraussetzungen wie Altersgrenzen oder Leistungsnachweise geknüpft sein.

Welche Bildungskredite gibt es?

Hier ein kurzer Überblick über die wichtigsten Kreditvarianten speziell für Studenten:

KfW-Studienkredit (Produktnummer 174)

Hinter dem KfW-Studienkredit steckt die ehemals staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Den Kreditantrag stellst Du bei einem ihrer Vertriebspartner, das sind private Geschäftsbanken, Sparkassen und Studierendenwerke.

Voraussetzungen

  • Alter: 18 - 44 Jahre
  • Studium: Fast alle Studien werden finanziert (Erst- oder Zweitstudium, Grundund Aufbaustudium). Ausnahme: Studien im Ausland oder an Berufsakademien.
  • Leistungsnachweise: Im Grundstudium (z.B. Bachelor) musst Du am Ende des 6. Semesters 90 ECTS-Punkte oder 50 Prozent der Studienleistungen nachweisen.

Kredithöhe

Abhängig von der Kreditlaufzeit kannst Du insgesamt bis zu 54.600 Euro bekommen. Das Geld wird in monatlichen Raten zwischen 100 und 650 Euro ausbezahlt, Einmalzahlungen sind nicht möglich.

Laufzeit

Die maximal mögliche Finanzierungsdauer hängt von Deinem Alter ab:

  • 18 - 24 Jahre: 14 Semester
  • 25 - 34 Jahre: 10 Semester
  • 35 - 44 Jahre: 6 Semester

Nach der letzten Monatsrate ist eine Karenzzeit zwischen 6 und 23 Monaten vorgesehen, während der Du noch nichts zurückzahlen musst. Der Rückzahlungsplan (Tilgungsplan) lässt sich individuell festlegen.

Zinsen

Der Zinssatz ist variabel und kann sich 2 mal jährlich ändern. Derzeit (Stand Mai 2019) beträgt er 4,21 Prozent.

KfW-Bildungskredit (Produktnummer 173)

Der KfW-Bildungskredit ist für die Endphase eines Studiums oder einer Ausbildung gedacht. Im Unterschied zum Studienkredit der KfW können auch Schüler den Bildungskredit beantragen. Zuständig ist das BVA (Bundesverwaltungsamt), das den Bildungskredit bewilligt.

Voraussetzungen

  • Alter: 18 - 35 Jahre
  • Studium: Muss in Vollzeit absolviert werden! Schulische Ausbildungen werden in den letzten 24 Monaten gefördert, Bachelorstudien ab dem 3. Semester, aufbauende Studiengänge zu jeder Zeit.
  • Leistungsnachweise: Sind nicht erforderlich, nachdem das BVA den Bildungskredit bewilligt hat.

Kredithöhe

Du kannst zwischen 1.000 und 7.200 Euro in monatlichen Raten von 100, 200 oder 300 Euro bekommen. Beim Bildungskredit ist auf Antrag auch eine Einmalzahlung bis zu 3.600 Euro möglich.

Laufzeit

Du kannst für maximal 24 Monate einen Bildungskredit beantragen. Bei Bedarf bewilligt das Bundesverwaltungsamt den Bildungskredit auch in 2 Teiletappen. Die Rückzahlung beginnt 4 Jahre, nachdem Du die erste Auszahlung bekommen hast. Du zahlst feste Raten von 120 Euro monatlich zurück.

Zinsen

Der Zinssatz ist variabel und kann sich alle 6 Monate ändern. Derzeit (Stand Mai 2019) liegt er bei 0,77 Prozent.

BAföG-Bankdarlehen der KfW (Produktnummer 170)

Das BAföG-Bankdarlehen ist nicht dasselbe wie BAföG! Es handelt sich zu 100 Prozent einen Kredit. Du bekommst ihn auch dann, wenn Du keinen BAföG-Anspruch (mehr) hast. Nur die Einkommens- und Vermögensgrenzen darfst Du nicht überschreiten.

Voraussetzungen

  • Alter: bis zum 30. Lebensjahr (Ausnahme: persönliche oder familiäre Gründe)
  • Studium: beliebiges Grund- oder Aufbaustudium an einer BAföG-anerkannten Bildungsstätte (Hochschule, höhere Fachschule, Akademie)
  • Leistungsnachweise: keine, Du darfst die Regelstudienzeit überschreiten

Höhe

Die genaue Höhe legt das BAföG-Amt fest. Dabei sind Einkommen, Vermögen und Familienstand entscheidend.

Laufzeit

Die Auszahlungsdauer dauert maximal 12 Monate und wird ebenfalls vom BAföG-Amt festgelegt. Mit der Rückzahlung kannst Du Dir - abhängig von Deinem Einkommen - bis zu 22 Jahre Zeit lassen.

Zinsen

Der Zinssatz ist variabel und liegt derzeit (Stand Mai 2019) bei 0,77 Prozent.

Private Bildungskredite

Du kannst nicht nur vom Bundesverwaltungsamt (BVA) einen Bildungskredit erhalten, sondern Dich auch bei privaten Banken und Sparkassen nach entsprechenden Angeboten umsehen. Teils kannst Du auch bei den Hochschulen selbst sowie bei Studierendenwerken einen Bildungskredit-Antrag stellen. Zur Überbrückung kurzer Zeiträume wie der Studienabschlussphase gibt es oft auch zinslose Darlehen!

Private Bildungskredite setzen normalerweise kein eigenes Einkommen voraus, Deine Bonität wird aber überprüft. Die genauen Voraussetzungen wie Höhe, Laufzeit und Zinsen hängen vom jeweiligen Anbieter und Deinen persönlichen Voraussetzungen ab. Oft bekommst Du den Studienkredit zu besseren Konditionen, wenn Du Deine Eltern als Bürgen ins Boot holen kannst.

Bildungsfonds

Bildungsfonds funktionieren nach einem etwas anderen Strickmuster als ein klassischer Bildungskredit. Dahinter stehen Fondsgesellschaften, die das Geld privater Kapitalanleger sammeln. Für die Anleger ist der Bildungsfonds ein Sparprodukt, das Rendite erwirtschaften soll.

Du als Student musst ein Auswahlverfahren durchlaufen. Ein Finanzierungsangebot erhalten bevorzugt Studierende, die von der Fondsgesellschaft als spätere "Gutverdiener" eingeschätzt werden. Denn: Die Zinsen, die Du später für den Bildungskredit zahlst, richten sich nach Deinem Einkommen. Verdienst Du wenig, zahlst Du sehr niedrige Zinsen. Verdienst Du viel, musst Du wesentlich mehr an Zinsen zurückzahlen.

Der Vorteil ist, dass Du Dich nicht so leicht verschuldest, falls Du wider Erwarten wenig verdienst. Der Nachteil ist, dass Dir ein Bildungsfonds bei einem hohen Einkommen später sehr teuer kommen kann.

Welche besseren Alternativen zum Bildungskredit gibt es?

Auch wenn Bildungskredite - vor allem die staatlich geförderten Angebote - recht günstig sind: Es ist und bleibt geliehenes Geld, das Du später zurückzahlen musst. Du steckst als Berufsanfänger in den roten Zahlen, was eine große Belastung sein kann. Betrachte einen Bildungskredit daher nur als Notlösung, wenn es mit anderen Finanzierungsformen nicht geklappt hat oder Du damit nicht auskommst!

Das sind bessere Alternativen zu einem Bildungskredit:

Stipendien

Stipendien sind das beste, was Dir passieren kann, denn es handelt sich um geschenktes Geld. Es ist übrigens ein Irrglaube, dass nur besonders begabte, besonders bedürftige oder sozial engagierte Studenten Chancen auf ein Stipendium haben. Im Gegenteil: Es gibt sogar Stipendiengeber, die zu wenig Bewerber haben, weil sie so unbekannt sind.

Das Problem ist nur, dass man sie oft schwer findet. Nutze daher nicht Google, sondern unsere kostenlose Stipendiensuche! Sie beruht auf einer umfangreichen Datenbank und liefert Dir mit nur wenigen Klicks passende Treffer.

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BAföG

BAföG ist die zentrale staatliche Unterstützungsleistung für Studenten und Schüler. Es handelt sich zur Hälfte um einen echten Zuschuss, den Du nicht zurückzahlst. Die andere Hälfte ist ein zinsloses Darlehen. Ob Dir BAföG zusteht, hängt vom Einkommen Deiner Eltern und anderen Faktoren ab. Prüfe Deinen Anspruch ganz einfach mit unserem BAföG-Rechner!