Das Erasmus-Student-Network (ESN) ist die größte europäische Studentenvereinigung. In Deutschland gibt es 45 Sektionen, die Erasmus-Plus-Teilnehmer unterstützen und beraten. Weltweit umfasst das Netzwerk über 500 Sektionen (lokale Vertretungen) in mehr als 40 Ländern, die insgesamt über 350.000 Studenten im Erasmus-Stipendium zur Seite stehen. Sie unterstützen Studenten bei Erasmus im Master und Bachelor. Die Mitglieder des Erasmus-Student-Network arbeiten alle ehrenamtlich. So erfährst Du auch von allen Vorteilen, die Du als Erasmus-Student hast.
Erasmus-Student-Network: Gründung und Geschichte
Das Erasmus-Student-Network wurde am 16. Oktober 1989 gegründet und 1990 rechtlich registriert. Ausgangspunkt war ein Treffen in Gent (Belgien), zu dem das Erasmus Bureau 32 ehemalige Erasmus-Studenten zu einem Evaluierungstreffen eingeladen hatte. Der Mangel an Unterstützung durch andere Studenten für Austauschstudenten gab den Anstoß für die Gründung. Benannt ist das Netzwerk nach Erasmus von Rotterdam, einem niederländischen Humanisten der Renaissance.
Das Netzwerk wuchs schnell: 1994 gab es bereits 60 Sektionen in 14 Ländern, 2004 waren es 170 Sektionen in und außerhalb Europas. Seit 2005 hat das Erasmus-Student-Network seinen Hauptsitz in Brüssel.
Erasmus-Student-Network: Mission, Vision und Werte
Das Erasmus-Student-Network untersteht einem besonderen Wertekomplex, der von jedem ESN-Mitglied einzuhalten ist. Unter dem Motto „Studenten helfen Studenten” verfolgt das Erasmus-Student-Network die Mission der gegenseitigen Hilfe, der Integration, der Völkerverständigung sowie der persönlichen Weiterentwicklung des Einzelnen. Die Organisation hat außerdem die Vision, die Gesellschaften der teilnehmenden Länder durch die internationalen Erasmus-Studenten zu bereichern und offener zu machen. Gerade in Zeiten der Globalisierung ist es sowohl im Privat- als auch im Berufsleben sehr wichtig, andere Kulturen zu verstehen und ihnen mit Respekt zu begegnen.
Erasmus-Student-Network: Die Aktivitäten der Vereinigung
Die Hauptaufgabe des lokalen ESN liegt darin, den ausländischen Studenten die bestmögliche Zeit in ihrem Erasmus-Auslandssemester zu bieten und ihnen stets mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Eine dieser zielgerichteten Maßnahmen ist das „Buddy Programm”: Hier stellen sich ein oder zwei einheimische Studenten zur Verfügung und kümmern sich um die „Neuankömmlinge”, indem sie beispielsweise Behördengänge mit ihnen machen, eine Städtetour organisieren oder sie generell freundschaftlich unterstützen.
Wie Du Dir wahrscheinlich vorstellen kannst, ist gerade die erste Zeit in einer fremden Umgebung eine ganz schöne Umstellung und kann auch mit starkem Heimweh einhergehen. Damit es gar nicht erst so weit kommt, organisiert das Erasmus-Student-Network eine „Welcome Week” mit verschiedenen Veranstaltungen und gibt Tipps für das Leben in der neuen Heimat. Außerdem organisieren die lokalen ESN auch tolle Ausflüge, kulturelle und sportliche Aktivitäten, die Dir eine interessante Zeit an Deiner neuen Hochschule im Wunschland garantieren.
Erasmus-Student-Network: Mitglied werden und Projekte unterstützen
Einen weiteren Vorteil erhalten internationale Studenten durch die ESN-Card, die Dich zum offiziellen Mitglied des Netzwerks macht und Dir in vielen Städten günstigere Angebote für Übernachtungen, in Geschäften und Lokalen ermöglicht. Um schnell Mitglied zu werden, musst Du Dich einfach nur bei Deiner lokalen Vertretung melden, die im Handumdrehen Deine Mitgliedskarte für Dich bestellen kann.
Das Erasmus-Student-Network beteiligt sich zudem an diversen Projekten, die der Integration internationaler Studenten vor Ort dienen. Ein Beispiel: Das Projekt „Social Erasmus” wurde 2008 in Polen gegründet und wurde bis 2010 zu einem Projekt auf ESN-International-Ebene. Es fördert eine soziale Haltung unter jungen Menschen, die an Mobilitätsprogrammen teilnehmen, basiert auf Freiwilligenarbeit und zielt auf die Integration internationaler Studenten in lokale Gemeinschaften ab. Du möchtest Dich an Deinem neuen Studienort „nützlich” machen und viele interessante Mitstudenten aus aller Welt kennenlernen? Aufgaben wie Bäume pflanzen, Blutspenden oder auch das Unterrichten von Kindern geben Dir nicht nur ein gutes Gefühl, sondern erleichtern auch den Einstieg in Deinen neuen Alltag.
Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch das „ExchangeAbility”-Projekt, welches sich an Studenten mit Behinderungen richtet und deren Selbstständigkeit und Integration steigern soll.
Erasmus-Student-Network: Zuständigkeiten auf allen Ebenen
Das Erasmus-Student-Network ist in drei unterschiedliche Teile gegliedert und besteht aus einer lokalen, einer nationalen und einer internationalen Ebene.
- Die lokale Ebene umfasst die einzelnen Sektionen an den jeweiligen Hochschulen und hat die Aufgabe, die internationalen Studenten zu betreuen und den Austausch zwischen einheimischen und ausländischen Studenten zu fördern.
- Die gesamten Sektionen eines Staates machen die nationale Ebene aus. Diese Plattform ist dafür verantwortlich, den nationalen Vorstand (also das „National Board”) zu wählen, und ist auch für die Änderungen von Satzungen verantwortlich.
- Die internationale Ebene besteht aus dem International Board, dem Council of National Representatives (CNR) und dem Annual General Meeting (AGM). Das International Board (also der internationale Vorstand) wird einmal jährlich auf dem Annual General Meeting (der jährlichen Hauptversammlung) gewählt und ist für alle internationalen Sektionen zuständig. Der Council of National Representatives (CNR) ist ein Verbund, der aus allen nationalen Repräsentanten besteht und dessen Aufgabe es unter anderem ist, das International Board zu überwachen und über alle Entscheidungen, die während des Jahres getroffen werden müssen, zu debattieren.
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