Was ist ein Speditionskaufmann?
Ein Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen sorgt dafür, dass Produkte pünktlich und auf dem höchstmöglich effizienten Weg ihr Ziel erreichen. Denn jeden Tag schicken Unternehmen ihre Waren über den gesamten Erdball. Nicht nur wollen die Firmen dabei so viele Kosten wie möglich sparen, sondern die Produkte sollen auch unbeschadet ihr Ziel erreichen. Damit das klappt, gehört es zu den Aufgaben vom Speditionskaufmann, den gesamten Logistikablauf zu planen und zu überwachen und für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen.
Was macht ein Speditionskaufmann?
Nach der Ausbildung zum Speditionskaufmann bist Du dafür zuständig, den Versand von Waren entlang der gesamten Lieferkette zu koordinieren. Dies beginnt mit der Beratung der Kunden über das Dienstleistungsangebot der Spedition. Schließlich gibt es viele verschiedene Transportwege, Verpackungsmöglichkeiten und auch über die Art der Lagerung seiner Güter kann der Kunde entscheiden. Seine Wahl hat entscheidenden Einfluss auf den Gesamtpreis, den Du als Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen anschließend kalkulierst. Ist die Ware bereit für den Versand, gehört es zu den Speditionskaufmann-Aufgaben, einen Terminplan zu entwerfen und dafür zu sorgen, dass das geeignete Transportmittel bereitsteht und die Ware anständig verpackt wird.
Wie wird man Speditionskaufmann?
Die Ausbildung zum Speditionskaufmann ist vor einiger Zeit durch die Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen ersetzt worden. Umgangssprachlich wurde aber der Speditionskaufmann als Titel beibehalten. Um als solcher zu arbeiten, musst Du eine bundesweit einheitlich geregelte Ausbildung zum Speditionskaufmann absolvieren, die drei Jahre dauert. Bei guter Leistung hast Du die Möglichkeit, Deine Speditionskaufmann-Ausbildung zu verkürzen.
Wenn Du bereits eine erste Ausbildung absolviert hast, hast Du außerdem die Möglichkeit, eine Umschulung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen zu machen. Diese dauert dann nur zwei Jahre.
In jedem Fall besuchst Du aber während Deiner Ausbildung zum Speditionskaufmann einerseits die Berufsschule und arbeitest andererseits in einem Betrieb mit, um alle Speditionskaufmann-Aufgaben kennenzulernen. Eine formale Zugangsvoraussetzung für die Speditionskaufmann-Ausbildung gibt es dabei nicht, es kann aber trotzdem nicht schaden, wenn Du einen Realschulabschluss oder sogar das Abitur mitbringst.
Zur Mitte des zweiten Ausbildungsjahres legst Du eine verpflichtende Zwischenprüfung ab, mit der Dein Ausbildungsstand ermittelt wird. Diese wird schriftlich anhand praxisbezogener Fälle oder Aufgaben in höchstens 180 Minuten bearbeitet. Die schriftliche Zwischenprüfung findet bundesweit zu einheitlichen Terminen im Herbst (Ende September) und im Frühjahr (Februar/März) statt. Bei der Anmeldung zur Prüfung musst Du Deinen Ausbildungsnachweis beziehungsweise Dein Berichtsheft online hochladen. Bei welchem Termin Du geprüft wirst, kannst Du im IHK-Online-Portal einsehen; die Einladung zum Prüfungstag erhältst Du rund drei Wochen vorher per E-Mail.
Berufsschule
Die Berufsschule besuchst Du während Deiner Ausbildung zum Speditionskaufmann zweimal in der Woche oder blockweise in Abwechslung zu Deiner Mitarbeit im Betrieb. Hier lernst Du allgemeinbildende Fächer wie Deutsch, Mathe und Sozialkunde. Andererseits stehen aber natürlich auch Fächer auf Deinem Stundenplan, die Dich speziell auf den Beruf vom Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen vorbereiten. Besonders wichtig ist dabei der EDV-Bereich. Schließlich fertigst Du Rechnungen, Protokolle und Zahlungsaufträge heutzutage nicht mehr von Hand an, sondern erstellst sie am Computer. In der Berufsschule lernst Du, wie die Programme dazu funktionieren.
Natürlich wirst Du während Deiner Speditionskaufmann-Ausbildung auch theoretisch in die unterschiedlichen Verkehrsmittel eingeführt und lernst, was die Vor- und Nachteile von LKW, Binnenschiff und Zugwaggon sind und was bei der Planung zu beachten ist. Auch die Unterschiede in der Logistik von Im- und Export spielen eine wichtige Rolle, schließlich kann nicht jeder Auftrag gleich durchgeführt werden.
Weitere wichtige Speditionskaufmann-Aufgaben sind bürokratischer Natur. Du musst Verträge aufsetzen, Dich um die Haftung und Versicherung der transportierten Güter kümmern. Das entsprechende Grundwissen eignest Du Dir ebenfalls während Deiner Speditionskaufmann-Ausbildung in der Berufsschule an.
Und dann steht noch ein Punkt auf dem Plan während Deiner Ausbildung zum Speditionskaufmann, an den Du vielleicht noch gar nicht gedacht hast: Marketing. Denn damit sich das Unternehmen, in dem Du arbeitest, auch im Wettbewerb behaupten kann, müssen Kampagnen entwickelt werden, die sich positiv auf die Außenwahrnehmung auswirken.
Mitarbeit in einem klassischen Ausbildungsbetrieb
Theorie ist schön und gut, aber wie Du als Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistungen wirklich arbeitest, lernst Du in Ergänzung zur Berufsschule in Deinem Ausbildungsbetrieb. Hier kommst Du in den direkten Kontakt mit den Kunden, sprichst mit ihnen am Telefon und berätst sie. Dazu gehört übrigens auch, dass Du mit ihnen auf Englisch sprichst, denn die Weltsprache gehört heute zum Standard in den weltweit operierenden Unternehmen der Logistikbranche. Aufbauend auf Deinem Gespräch mit dem Kunden lernst Du, ein Angebot zu erstellen. Hier berechnest Du natürlich auch die Kosten, damit er weiß, worauf er sich finanziell einlässt.
Wie wird die Ware gelagert und anschließend verpackt? Das erfährst Du während Deiner Speditionskaufmann-Ausbildung nicht nur in der Berufsschule, sondern auch praktisch im Unternehmen. Ganz besonders wichtig ist nämlich, dass Du dabei bestimmte Sicherheitsvorschriften beachtest.
Manche Unternehmen bieten Dir übrigens in Ergänzung zur Berufsschule auch theoretische Vertiefungsseminare an.
Abschluss und Weiterqualifikation
Deine Ausbildung zum Speditionskaufmann schließt Du mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer ab. Danach hast Du viele Möglichkeiten, Dich fortzubilden und so richtig Karriere zu machen. Beispielsweise kannst Du Dich zum Fachwirt für Güterverkehr und Logistik weiterbilden oder Deinen Betriebswirt für Verkehr machen. Auch ein anschließendes Studium, zum Beispiel im Bereich Logistik, Verkehrsbetriebswirtschaft oder BWL, ist eine gute Idee.
Studiengangsempfehlungen
Wo arbeitet ein Speditionskaufmann?
Nach Deiner Speditionskaufmann-Ausbildung kannst Du überall dort arbeiten, wo Güter von A nach B transportiert werden, also in allen Unternehmen der Logistikbranche. Naheliegend ist es also, dabei an die Post oder an Kurierdienste zu denken. Aber auch im Straßen- und Eisenbahnverkehr oder im Schiff- und Luftfahrtbereich gibt es zahlreiche Anstellungsmöglichkeiten. Eine Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistungen findet also eine Anstellung zum Beispiel bei:
- Reedereien
- Frachtfluggesellschaften
- Unternehmen im Bereich der Lagerwirtschaft und des Umschlags
- Unternehmen der Güterbeförderung
- Logistikabteilungen in Industrie- und Handelsunternehmen
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Nach Deiner Speditionskaufmann-Ausbildung gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie Dein Arbeitsalltag aussehen kann. Wir haben Dir typische Aufgaben aufgelistet:
Als Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistungen kannst Du geregelte Arbeitszeiten haben. Es ist aber ebenso möglich, dass Du im Schichtdienst arbeitest. Denn Güter werden von morgens bis abends und sogar tief in der Nacht verschickt. Arbeitest Du am Wochenende, dann bekommst Du dafür in der Regel einen Freizeitausgleich. Du darfst dann länger Urlaub machen oder kannst Dich unter der Woche über einen zusätzlichen freien Tag freuen.
Wie sieht der Arbeitsplatz aus?
Wenn Du einen kaufmännischen Beruf ergreifst, dann arbeitest Du üblicherweise im Büro. So auch während und nach Deiner Speditionskaufmann-Ausbildung. Im Büro telefonierst Du mit Deinen Kunden, schreibst Rechnungen und planst Routen und die Transportübergaben. Deine Arbeitskleidung ist hier leger: Mit Jeans und Pulli bist Du vollkommen angemessen gekleidet. Spezielle Arbeitskleidung wird nur erwartet, wenn Du draußen arbeitest. Denn anders als in den meisten kaufmännischen Berufen kann Dir das als Speditionskauffrau auch passieren. Zum Beispiel, wenn in der Lagerhalle die Frachtabwicklung ansteht und Du das Verladen der Waren überwachen musst oder ankommende Fracht auf eventuelle Schäden überprüfen sollst. Dann benötigst Du spezielle Schutzkleidung, zu der ein Helm und Arbeitsschuhe mit Stahlkappen zählen.
Generell kann man sagen, dass Du in einigen Unternehmen grundsätzlich mehr drinnen und in anderen mehr draußen arbeitest. Du solltest Dir deshalb vorab ganz genau überlegen, auf welche Art der Arbeit Du mehr Lust hast und Dir dann Deinen Ausbildungsbetrieb ganz gezielt aussuchen.
Was verdient ein Speditionskaufmann?
Als Speditionskauffrau hast Du Dir auf jeden Fall einen Beruf ausgesucht, in dem Du gut verdienst. Schon während Deiner Speditionskaufmann-Ausbildung kannst Du mit rund 1.200 bis 1.550 € brutto im Monat rechnen. Wenn Du Deine Ausbildung abgeschlossen hast, kannst Du je nach Region, Unternehmensgröße und Quelle mit einem Einstiegsgehalt von rund 30.000 bis 42.575 € im Jahr rechnen. Im weiteren Berufsverlauf liegt das mittlere Bruttomonatsgehalt für Speditionskaufleute bei rund 3.917 €. Und hast Du erst einmal ein paar Jahre Berufserfahrung gesammelt, dann steigert sich Dein Monatseinkommen noch einmal deutlich.
Wo finde ich einen Job als Speditionskaufmann?
Wie sind die Berufsaussichten für Speditionskaufleute?
Die Logistikbranche boomt: Kein Wunder, denn schließlich werden in Zeiten der Globalisierung ständig mehr Fachkräfte gesucht, die wissen, wie Waren einmal um den Erdball geschickt werden. Viele Unternehmen aus Industrie und Handel lagern die Produktion bestimmter Produkte aus. Und auch der Online-Versandhandel, der jeden Tag stärker wird, stützt diesen Trend natürlich noch einmal enorm. Wenn Du Dich entscheidest, eine Speditionskaufmann-Ausbildung zu machen, stehen Deine Chancen auf einen Arbeitsplatz weiterhin gut.
Allerdings hat sich die Lage 2026 etwas entspannt: Der Anteil der Unternehmen in Transport und Logistik, die über Fachkräftemangel klagen, ist von 42,7 % im Jahr 2025 auf 30,6 % im Februar 2026 gesunken und damit auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren. Dieser Rückgang ist vor allem konjunkturell bedingt, da weniger Aufträge auch weniger Personalbedarf bedeuten; eine strukturelle Verbesserung liegt damit nicht vor. Trotz dieser Entlastung bleibt die Logistikbranche unter Druck, denn qualifizierte Fachkräfte in Planung und Steuerung sowie IT-Fachkräfte und Fahrpersonal fehlen weiterhin.
Welche Spezialisierungen gibt es?
Grundsätzlich kannst Du Dich als Speditionskauffrau auf die Bereiche Spedition, Frachtumschlag und Lagerei spezialisieren:
- Spedition: Hier steht die Planung des Transportes an erster Stelle.
- Frachtumschlag: In diesem Bereich konzentrierst Du Dich darauf, Ware von einem Transportmittel auf ein anderes umzuladen, also zum Beispiel von einem Schiff auf einen LKW.
- Lager: Gelegentlich müssen Güter zwischengelagert werden. Dafür bist Du verantwortlich, wenn Du Dich auf diesen Bereich spezialisierst.
Wenn Du nach Deiner Ausbildung einen ordentlichen Sprung auf Deiner Karriereleiter hinlegen möchtest, dann kannst Du Dich in einem entsprechenden qualifizierenden Lehrgang auf einen bestimmten Bereich als Speditionskauffrau spezialisieren. Das kann zum Beispiel einer der folgenden sein:
- Einkauf
- Versand
- Lagerwirtschaft
- Vertrieb
- Ladungssicherung
Hast Du eine Aufstiegsausbildung absolviert, dann kannst Du Dich auch für eine leitende Position in einem Unternehmen bewerben. Gleiches gilt, wenn Du nach Deiner Ausbildung ein Studium zum Beispiel im Fachbereich Logistik, Supply-Chain-Management oder Verkehrsbetriebswirtschaft aufgenommen hast.
Passt der Beruf Speditionskaufmann zu mir?
Wenn Du Speditionskauffrau werden möchtest, dann solltest Du einige wichtige Eigenschaften und Qualifikationen mitbringen:
* Individuelle Ergebnisse können je Portal und je nach Deinem Profil variieren. Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn Du auf einen Affiliate-Link klickst, bekommt myStipendium.de von dem betreffenden Anbieter eine Provision. Für Dich verändert sich der Preis bzw. das Angebot nicht. Dein Klick hilft bei der Finanzierung unserer kostenfreien Seite.