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Die besten Studiengänge mit Zukunft finden

Ein Studium mit Zukunft wünscht sich jeder. Aber welche Studiengänge haben die besten Berufsaussichten und wie sieht es mit der Bezahlung aus?
Symbolbild zur Suche nach Studiengängen mit Zukunft: Ein Junger Mann auf steht a

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Studiengänge mit Zukunft sollen vor allem zwei Dinge mitbringen: gute Jobaussichten und ein attraktives Gehalt.
  • Für Akademiker sind die Jobaussichten in (fast) allen Bereichen gut. Die Arbeitslosenraten unter Hochschulabsolventen liegt nur bei knapp 2,5 Prozent.
  • Allerdings gibt es ein großes Gefälle, was die Einstiegsgehälter betrifft.
  • Studiengänge mit Zukunft UND gutem Gehalt gibt es vor allem in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik).

Studium mit Zukunft: Jobsituation und Karrieremöglichkeiten

Gratulation! Die Prüfungen sind durch und Dein Abi hast Du so gut wie in der Tasche? Na, dann kann das Leben ja bald richtig losgehen. Mit Studium, WG in der großen Stadt und allem Drum und Dran. So wirklich weißt Du aber noch nicht, was Du studieren sollst? Wir zeigen Dir wie es bei unterschiedlichen Studiengängen mit Zukunft bestellt ist. Das ist es ja schließlich, was Eltern und Verwandte immer wieder raten, dass man „bloß was Anständiges lernen“ solle – ein Studium mit Zukunft eben. Denn aus Dir soll ja was werden und viel verdienen wäre auch super. Darum stellen wir für das zukünftige Studienfach zunächst folgende Fragen:

  1. Wie sieht der Arbeitsmarkt in diesem Bereich aus?
  2. Wie viel verdient man als Berufseinsteiger mit diesem Abschluss?

Welches Studium hat Zukunft? Alle Zahlen in der Übersicht

Fachrichtung Arbeitslosenquote (2015) Adäquate Beschäftigung
in Prozent (Schätzung)
Ø Einstiegsgehalt
Bauingenieurswesen, Architektur 2,8

>90

(-)

Erziehungswissenschaften 2,0

~25

29.000 €

Gesellschaftswissenschaften, Soziologie 4,0

~10

(-)

Informatik 1,8

>90

47.000 €

Ingenieurswissenschaften 2,8

>95

52.000 €

Journalismus / PR / Publizistik 5,7

~75

34.000 €

Lehrkräfte 1,4

>90

40.000 €

Mediengestaltung, Werbung und Marketing 6,0

~ 80

34.000 €

Medizin 1,0

>95

48.000 €

Naturwissenschaften Chemie: 2,6
Mathe + Physik: 2,9
Biologie: 5,0

~40-50*

47.000 €

Politikwissenschaften 4,8

~10-20

(-)

Psychologie 2,4

>80

42.000 €

Rechtswissenschaften 2,3

>90

50.000 €

Sozialarbeit, Sozialpädagogik 2,2

>80

29.000 €

Sprach- Literatur-, Geisteswissenschaften, Geschichte 2,8
Geschichte: 5,3

~50-60

(-)

Wirtschaftswissenschaften 1,0

>85

44.000 €

*Sonderfall: Laut Mikrozensus arbeitet ein großer Teil der studierten Naturwissenschaftler Lehre und Forschung, Unternehmensführung und -organisation, Informations und Kommunikationstechnik oder in der technische Entwicklung und Produktion
Alle Zahlen sind Schätzungen, Durchschnitte oder Hochrechnungen und einige Fachrichtungen / Berufsgruppen sind zusammengefasst und dadurch nicht als absolute Zahlen zu betrachten.
Durchschnittliche Einstiegsgehälter in Studienfächern, die kein klares Berufsfeld haben, können nicht ermittelt werden.

MINT: Studiengänge mit Zukunft und gutem Gehalt

Seit Jahren unangefochten an der Spitze, wenn es um Studiengänge mit Zukunft und gutem Gehalt geht, sind die MINT-Fächer. Das Akronym steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Fachrichtungen, die Fortschritt und Innovation vorantreiben und deshalb schon immer als zukunftssicher gelten. Wenn Du ein absolutes Ass in Mathe, Physik und Co. bist und hier auch deine Leidenschaft liegt, bist Du ein Glückspilz und solltest mit der Bewerbung auf den Studienplatz gar nicht lange zögern. Mit dem Studium in Maschinenbau, Physik, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurswesen und Co. ist Dir ein Arbeitsplatz sicher und um Geld musst Du Dir auch wenig Sorgen machen. Allerdings muss Dir auch von vorneherein klar sein, dass diese Studiengänge ein hartes Pflaster sind. In den MINT-Fächern bricht im Schnitt jeder vierte das Studium vorzeitig ab. In der Mathematik ist es sogar jeder zweite, der vorzeitig das Handtuch wirft. Auch bei den Ingenieuren sieht es nicht wirklich anders aus. Und beim Thema Regelstudienzeit entlockt man Maschinenbauern und Co. ein Lächeln, weil das die wenigsten schaffen. Davon solltest Du Dich aber nicht abschrecken lassen, sondern viel mehr mit dem entsprechenden Respekt ins Studium gehen. Wer einmal durch die Mühle Universität durch ist, hat schließlich beste Aussichten: viele interessante Jobs und unschlagbare Gehälter. Die kannst Du Dir in der Top-10-Gehaltsliste für Berufseinsteiger noch einmal genau anschauen.

Einstiegsgehalt nach dem Studium: die Spitzenreiter

  1. Mindestens fünfeinhalb Jahre dauert das Studium der Zahnmedizin in der Regel, bevor man nach bestandenen Staatsexamen die Approbation beantragen kann. Danach dürfen sich frisch zugelassene Zahnmediziner aber durchschnittlich über 41.000 Euro Jahresgehalt zum Einstieg freuen.
  2. Mit im Schnitt stolzen 42.500 Euro starten Psychologen in Beratungseinrichtungen, Tageskliniken aber auch Unternehmen (z.B. Marktforschung, Personalarbeit). Regelstudienzeit: sechs Semester (Bachelor), zehn (Bachelor + Master).
  3. Sie müssen mit vielen Klischees kämpfen, gelten als konservativ und spießig: die BWL-Studis. Mit den richtigen Schwerpunkten und einer guten Einstiegsposition in Top-Branchen, wie der Automobil-Industrie, Luftfahrt, den Banken, Chemie- oder Pharmakonzernen und Co., winken nach sechs (Bachelor) bis zehn (Master) Semestern Regelstudienzeit durchschnittlich 44.000 Euro Einstiegsgehalt.
  4. Chemiker, Biologen, Physiker, Mathematiker und Co. – Naturwissenschaftler steigen nach dem Studium im Schnitt mit stolzen 47.000 Euro in den Beruf ein. Eine nette Entschädigung für das harte Studium.
  5. Unter Studenten an der Uni als Ober-Nerds verschrien, gehören die Informatiker nach dem Abschluss zu den absoluten Spitzenverdienern. Als Entwickler, Netzwerk-, Systemadministrator oder anderen Rollen. Je nach Schwerpunkt, Branche und Position variieren die Gehälter, landen aber im Durchschnitt bei 47.000 Euro für Berufseinsteiger.
  6. Knapp besser geht es den Wirtschaftsinformatikern, die sich für einen interdisziplinären Studiengang (Informatik kombiniert mit Wirtschaftswissenschaften / BWL) entschieden haben mit durchschnittlich 48.000 Euro Einstiegsgehalt.
  7. Nach einer durchschnittlichen Studienzeit von 12,9 Semestern, Praxisjahr und drei Staatsexamen erwartet Mediziner nicht nur ein verantwortungsvoller und stressiger Job, sondern auch im Schnitt knapp 50.000 Euro Gehalt in den ersten Berufsjahren.
  8. Auch auf knapp 50.000 Euro Jahresgehalt als Berufseinsteiger kommen Juristen mit einem tadellosen Examen. Je schlechter das Examen ausfällt, desto weniger wird’s.
  9. Wer exzellent ausgebildet ist und Systeme, Transportmittel oder Maschinen entwickelt ist der Wirtschaft besonders viel wert. Ingenieure, die sich durch Maschinenbau, Elektrotechnik und andere Fachrichtungen geschlagen haben, können im Schnitt mit 51.000 Euro Jahresgehalt zum Einstieg rechnen.
  10. An die Spitze setzen sich die Wirtschaftsingenieure, die später Überblick im Unternehmen behalten sollen und Führungspositionen übernehmen, weil Sie nicht nur die Ingenieurswissenschaften beherrschen, sondern auch in den Wirtschaftswissenschaften fit sind. Ein hartes Studium, das am Ende mit Einstiegsgehältern von durchschnittlich 53.000 Euro belohnt wird.

Studium mit Zukunft? Viele Arbeitsplätze, hohes Gehaltsgefälle

Auch wenn am Ende bei allen ein Bachelor- oder Master-Abschluss steht, gehen die Gehälter von Akademikern weit auseinander. Der Wirtschaftsingenieur verdient nämlich beispielsweise gut doppelt so viel wie ein Sozialarbeiter. Aber ob ein Studiengang mit Zukunft gesegnet ist hat nicht allein etwas damit zu tun, wie viel Geld man verdienen kann. Schließlich bringt nicht jeder ein Interesse für Naturwissenschaft und Technik mit. Aber auch wenn Deine Leidenschaft in eine ganz andere Richtung geht und Du Dein Studium nicht nach dem potentiellen Gehaltsniveau auswählst: Der Blick auf die Berufsaussichten ist ein Faktor, den Du auf keinen Fall außer Acht lassen solltest. Die gute Nachricht ist, dass die Arbeitslosenquote unter Akademikern gerade einmal 2,5 Prozent beträgt. Du wirst also garantiert ein Fach finden, das Dir Freude bereitet und mit dem Du später ganz sicher einen coolen Job findest. Die gröbsten Ausreißer in der Quote sind dabei derzeit Absolventen in Geschichte (5,3%), Journalisten (5,7%) und Spezialisten im Bereich Werbung und Marketing (6,0%) – hier solltest Du Dir also vorher Bewusst sein, dass die Jobsuche mitunter schwieriger ausfallen könnte.

Kurzum: Es muss nicht MINT sein, es gibt auch genug soziale Studiengänge mit Zukunft und kreative Studiengänge mit Zukunft. Du musst also im Vorfeld nur wenig Angst haben, dass du in diesen Bereichen später keinen Job findest und kein Geld verdienen wirst. Ein Blick auf aktuelle Entwicklungen des Arbeitsmarktes schadet aber nie, um herauszufinden, wie viel Zukunft im Wunsch-Studiengang steckt. Neben der Arbeitslosenquote und dem Stellenzuwachs im Berufsfeld, spielen auch Absolventenzahlen sowie die demographische Entwicklung des Arbeitsmarktes eine Rolle. Während neue Arbeitnehmer nach dem Studium auf den Markt drängen, verlassen andere ihn, um in den Ruhestand einzutreten. Dazu gibt es immer wieder Prognosen, so dass man sich auch danach richten kann, welche Jobs in ein paar Jahren gefragt sein werden – die sogenannten Schweinezyklen.

Ein Studium mit guten Berufsaussichten ist schnell gefunden

Die Zahl der Abiturienten, Erstsemester-Studis und auch der Absolventen ist in den letzten zwei Jahrzehnten kontinuierlich gewachsen. Seit 2011 schreiben sich jährlich rund eine halbe Million Erstsemester an Universitäten und Fachhochschulen ein. Eigentlich Anlass zu denken, dass die Situation auf dem Arbeitsmarkt mit so vielen Akademikern schwierig ausfällt. Aber das ist nur bedingt richtig, denn die Nachfrage nach Fachkräften ist in vielen Bereichen so groß, wie nie zuvor. So haben in jüngster Vergangenheit beispielsweise die sozialen Studiengänge stark zugelegt. Laut Daten der Bundesagentur für Arbeit, haben sich offene Stellen für Akademiker im sozialen Bereich 2015 mehr als verdoppelt (von 45 offenen Stellen pro 100 Arbeitslose auf 114 offene Stellen). Damit haben die sozialen Berufe vorübergehend sogar die Ingenieure überholt. Aber auch in anderen Bereichen steigt die Nachfrage nach akademischen Fachkräften. Laut Bundesagentur wurden 2015 im Laufe des Jahres 166.000 neue Arbeitsstellen für Akademiker bei der Bundesagentur gemeldet – satte 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Hinzu kommt auch, dass bei weitem nicht alle offenen Stellen, die sich an Akademiker richten, an die Bundesagentur gemeldet werden.

Von Taxi-fahrenden Politologen und brotloser Kunst: Studiengänge mit ohne Zukunft?

Eine weitere Frage, die Du dir bei der Wahl des Studienganges unbedingt stellen solltest ist: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Du tatsächlich einen Job mit Bezug zu Deinem Studienfach bekommst? Besonders im Bereich der geistes-, polit- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächer ist es oft so, dass nur ein Bruchteil der Absolventen einen adäquaten Job mit Fachbezug finden. Nach Schätzungen finden beispielsweise gerade einmal zwei von zehn Politikwissenschaftlern einen Job, der in ihren Fachbereich fällt. Und genau durch solche Schätzungen entstehen die Scherze, dass man mit bestimmten Studiengängen in Zukunft dann als Taxifahrer sein Geld verdient. So schlimm ist es dann am Ende meist nicht, aber fernab der Realität ist es auch nicht. Die wenigen Stellen für Historiker, Theaterwissenschaftler, Germanisten, Politologen und Co. reichen nicht für die vielen Absolventen. Die logische Konsequenz: die meisten arbeiten in anderen Berufsfeldern, die nur wenig mit ihrem Studium zu tun haben. Die beliebtesten Berufsfelder für diese Quereinsteiger sind der Journalismus sowie redaktionelle Tätigkeiten, Werbung, PR, Marketing, Büro- und Sekretariatsaufgaben oder die wissenschaftliche Mitarbeit an Hochschulen. Mit diesen Studiengängen im Blick solltest Du also genau wissen, dass adequate Stellen rar gesät sind und Du im Zweifel nach dem Abschluss eine andere Branche und Karriere einschlagen musst. Im schlimmsten Fall in Branchen, die schon für Fach-Absolventen schwierig ausfallen, wie der Journalismus oder Marketing.

Interdisziplinär versus klassisch - Welche Studiengänge haben Zukunft?

Universitäten, Fachhochschulen und vor allem private Institute versuchen sich immer mehr dem Arbeitsmarkt anzupassen und schaffen dazu neue Studiengänge. Diese interdisziplinären Studiengänge verbinden dann meist zwei oder mehr klassische Bereiche miteinander und wollen Dich damit zu einem Spezialisten ausbilden. Statt klassisch Jura, studierst Du dann beispielsweise Jura gepaart mit Technik oder Wirtschaft und das Staatsexamen wird durch einen Bachelor ergänzt oder sogar ersetzt. Interessante Studiengänge mit Zukunft also? Was erst einmal spitze klingt, wirft gleichzeitig die Frage auf, wie zukunftssicher diese Studiengänge tatsächlich sind. Zunächst hängt das davon ab, wie sicher Du Dir bist, was Deine Zukunftspläne betrifft. Wenn Du ein klares Ziel vor Augen hast und es einen Studiengang gibt, der sowohl Deine Leidenschaft als auch Deine Berufsvorstellung perfekt vereint, könnte er genau die richtige Wahl sein. Wenn Du Dir allerdings noch alles andere als sicher bist, solltest Du eher ein klassisches Studium anstreben. Schließlich wirst Du dort als Generalist in dem Fachbereich ausgebildet und hast im Laufe des Studiums die Option Deine Schwerpunkte immer wieder selbst zu setzen. Sei es durch zusätzliche Kurse, Wahlpflichtmodule oder persönliche Weiterbildung. Deine eigene berufliche Nische kannst du über beide Varianten finden. Mit den interdisziplinären Studiengängen schränkst Du Dich im Zweifel aber unnötig ein.

Ohne Spaß und Leidenschaft geht‘s nicht

Die Wahl des Studiums ist nicht einfach und wir beneiden Dich nicht, dass Du vor dieser Wahl stehst. Aber wir hoffen, dass wir dir ein wenig unter die Arme greifen konnten, damit Du selbst bewerten kannst, ob ein Studiengang Zukunft hat oder nicht. Auch wenn es sich dabei ausschließlich um objektive Beobachtungen, Zahlen und Statistiken handelt. Sichere Jobs und hohe Gehälter sind verlockend, aber bei Weitem nicht alles. Deshalb ganz am Ende noch eine Floskel, hinter der nichtsdestotrotz viel Wahrheit steckt: Hör auf Dein Herz und Deine Leidenschaft. Auch wenn es unglaublich abgedroschen klingt, solltest Du mit deiner Arbeit später auch Freude haben. Denn Dein Berufsleben ist der Großteil Deines Lebens und Du bist Jahrzehnte damit beschäftigt. So dass Schule und Studium am Ende wie eine Mini-Etappe wirken. Wenn Du Dich nur danach richtest, welche Studiengänge gute Berufsaussichten und Gehälter versprechen und Deine Interessen völlig vernachlässigst, wirst Du mit deiner Wahl auf lange Sicht wahrscheinlich nicht glücklich werden.