Einleitung der Hausarbeit: Kurz und knackig

Eine gute Einleitung in die Hausarbeit ist Pflicht. Sie grenzt das Thema ein, holt den Leser ab und weckt sein Interesse. Mit unseren Tipps gelingt sie.
Junger Mann sitzt vor Laptop und prüft handschriftliche Notizen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In der Einleitung der Hausarbeit informierst Du den Leser über die Forschungsfrage und das Ziel Deiner Hausarbeit.
  • Außerdem schilderst Du darin Aufbau und Methode und gibst einen kurzen Überblick zu Forschungsstand und Quellenlage.
  • Die Einleitung einer Hausarbeit sollte nicht mehr als 10 bis 15 Prozent umfassen.
  • Am besten schreibst Du die Einleitung erst, nachdem Du den Hauptteil fertig hast.

Einleitung: Jede Hausarbeit braucht ein Aushängeschild

Wochenlang hast Du für Deine Seminar- oder Hausarbeit Quellen gewälzt und an Formulierungen gefeilt. Jetzt willst Du, dass andere das Ergebnis Deiner Mühen lesen – oder zumindest Dein Prof, der im Idealfall eine gute Note geben soll. Damit die Leser sich zurechtfinden, solltest Du ihnen den Einstieg erleichtern. Deshalb braucht Deine Hausarbeit eine gute Einleitung. Mit ihr führst Du ins Thema ein, beschreibst die zentrale Fragestellung und skizzierst Dein Forschungsziel. Außerdem umreißt Du darin Deine Methoden und den inhaltlichen Aufbau Deiner Arbeit.

Das Thema: Worum geht es in Deiner Arbeit?

Natürlich kannst Du Dein Thema in einem schmucklosen Satz einfach benennen. Erwarte aber nicht, dass die Begeisterung hohe Wellen schlägt. Interesse für die Einleitung Deiner Hausarbeit schafft ein Beispiel oder Zitat. Auch mit einer Frage, einer provokanten These oder einer persönlichen Anekdote ist Dir Aufmerksamkeit sicher. Diese sollte zum Thema hinführen und zeigen, warum es relevant ist.

Außerdem solltest Du das Thema in den aktuellen Forschungskontext einordnen. In der Regel wirst Du Dein Thema eingrenzen müssen, damit es den Rahmen nicht sprengt. Begründe, auf welche Aspekte Du Dich konzentrierst und welche Du weglässt. Versprich in der Einleitung nichts, was Du in der Arbeit nicht halten kannst.

Das Ziel der Hausarbeit: Was willst Du herausfinden?

Welche These willst Du mit Deiner Arbeit untermauern, welche Gewissheit infrage stellen? Versuche, möglichst konkret und nachvollziehbar zu formulieren, was genau Du herausfinden, darlegen oder diskutieren willst. Leite dazu aus dem Thema eine oder mehrere Forschungsfragen ab, an denen Du Dich entlanghangelst und die Du letztlich mit Deiner Haus- oder Seminararbeit beantwortest.

Die Methoden: Wie willst Du vorgehen?

Ist das Ziel der Seminararbeit klar, fehlt noch der Weg dahin. Genauer gesagt also der Forschungsansatz bzw. die Methoden, die Du anwendest. Auch diese skizzierst Du in der Einleitung Deiner Hausarbeit. Die Methoden hängen stark vom jeweiligen Fach ab. Dabei kann es sich zum Beispiel um wissenschaftliche Experimente, eine empirische Beobachtung sowie eine qualitative oder quantitative Studie handeln. Auch reine Literaturstudien zählen zu den wissenschaftlichen Methoden.

Der Aufbau: Wie ist Deine Arbeit strukturiert?

Niemand will, dass Du in der Einleitung der Hausarbeit zum Beispiel nur Dein Inhaltsverzeichnis nacherzählst. Im Gegenteil: Das wäre todlangweilig und würde Leser abschrecken. Nichtsdestotrotz solltest Du in wenigen Sätzen Deine Argumentationslinie umreißen. Fasse dazu den Aufbau der Gliederung am besten zu größeren Blöcken zusammen. Etwa so: „Zu Beginn lege ich dar, wie …. Davon ausgehend weise ich im folgenden Abschnitt nach, dass… Zum Schluss...“

Übrigens: In wissenschaftlichen Arbeiten ist es grundsätzlich unüblich, das Wort „ich“ zu verwenden. In Einleitung und Schluss kannst Du von diesem Prinzip jedoch auch abweichen. Das solltest Du im Zweifel vom Dozenten und seinen Vorgaben abhängig machen.

Die Quellenlage: Woher hast Du Deine Informationen?

In der Einleitung gibst Du außerdem einen Überblick über Deine wichtigsten Quellen. Das sind die, die für Deine Forschungsfrage und die „Lücke“, die Du füllen willst, besonders relevant sind. Bei den Quellen kann es sich sowohl um Bücher, Zeitschriftenaufsätze als auch um elektronische Publikationen handeln. Zähle die wichtigsten Quellen aber nicht einfach auf, sondern ordne sie ein und kommentiere sie kurz: Was hat die Publikation oder der Autor für die Forschung geleistet? Was hast Du darin Besonderes erfahren? Inwiefern ist es für Deine Fragestellung von besonderer Bedeutung?

Das gehört in die Hausarbeitseinleitung

  • Einführung ins Thema inklusive Forschungskontext
  • Ziel der Arbeit und davon abgeleitete Forschungsfrage(n)
  • Infos zu Methoden und Vorgehensweise
  • Kompakter Überblick zum Aufbau der Hausarbeit
  • Die wichtigsten Quellen

Hausarbeit: Einleitung nicht zu sehr auswalzen – Der richtige Umfang

Die Einleitung sollte eher kompakt und prägnant als wortreich und verschlungen sein. Als Faustregel gilt: Nicht mehr als 10, maximal jedoch 15 Prozent des gesamten Textes sollten auf die Einleitung entfallen. Dementsprechend fallen Einleitungen bei Haus- oder Seminararbeiten recht kurz aus. Umfangreicher wird es dann erst bei den Abschlussarbeiten.

💡TIPP

Einleitung besser am Ende schreiben

In der Regel hat es wenig Sinn, die komplette Einleitung bereits zu Beginn zu formulieren. Du solltest Dir zuvor aber schon wichtige Punkte notieren, die Du in der Einleitung thematisieren willst. Auch gegen eine vorläufige Einleitung ist nichts einzuwenden.

Zu den wichtigsten Erkenntnissen der Arbeit wirst Du jedoch erst während der Auseinandersetzung mit dem Thema gelangen. Erst wenn der Hauptteil fertig ist, wirst Du dafür den nötigen Durch- und Überblick haben. Sobald Du das Thema durchdrungen hast, wirst Du eine pointierte, informative und interessante Einleitung für Deine Hausarbeit formulieren können.

Davon abgesehen sollten Deine Forschungsfrage(n) und eine vorläufige Gliederung natürlich schon zu Beginn feststehen. Sonst besteht die Gefahr, dass Du blind drauf los schreibst.

Einleitung der Hausarbeit: Beispiele für den Einstieg

Eine gute Einleitung ist informativ und erleichtert dem Leser den Zugang zu Deiner Arbeit. Ausgehend von einer konkreten Fragestellung baust Du die Einleitung so auf, dass der Leser sämtliche wichtigen Informationen – also Thema, Ziele, Methoden, Aufbau und Forschungsstand – nacheinander geliefert bekommt. Das erleichtert ihm das Verständnis. Es bringt wenig, dem Leser lediglich den Titel der Arbeit vorzusetzen oder ihn mit allgemeinen Hinweisen zu langweilen.

Einleitung: Der erste Satz muss den Leser packen

Es lohnt sich, wenn Du Dir Gedanken über den ersten Satz Deiner Hausarbeit machst. Nichts ist langweiliger als: „Diese Arbeit befasst sich mit der Außenpolitik der neuen US-Regierung“. Der erste Satz muss den Leser packen und in das Thema hineinziehen. Das erreichst Du mit einem Verweis auf die Bedeutung oder Aktualität des Themas, etwa „Sind die Kriegsdrohungen Donald Trumps in Richtung Nordkorea mehr als bloßes Säbelrasseln?“

Einleitung der Hausarbeit: Auf Formulierungen achten

Verwende möglichst eine klare Sprache und vermeide Schachtelsätze – das erleichtert das Verständnis. Beim Schreiben der Einleitung für die Hausarbeit helfen Dir Formulierungen wie: „Mit dieser Arbeit verfolge ich drei Ziele...“ oder „Ziel dieser Arbeit ist es…“. Verstecke Dich nicht hinter Passivkonstruktionen. Schreibe besser: „In der folgenden Arbeit untersuche ich...“ statt „...wird untersucht...“

Auch wenn Du Dich bestimmten Aussagen oder auch ganzen Theorien anschließen darfst: Deine persönlichen Vorlieben, Deine Einstellung oder Deine subjektiven Gefühle interessieren in einer wissenschaftlichen Arbeit niemanden. Vermeide außerdem, Dein Thema unwissenschaftlich einzugrenzen („...ist ein weites Feld“) oder fehlende Analysen mit Platzmangel zu begründen („...würde den Rahmen sprengen...“).