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Wartesemester: Bedeutung, Berechnung und Anrechnung

Was genau sind Wartesemester? Wie kann man Wartesemester berechnen und was darf man währenddessen alles tun? Hier findest Du die wichtigsten Antworten!
Wie Du Deine Wartesemester kinderleicht berechnen kannst, erfährst Du hier!

Was sind Wartesemester, wie werden sie genau berechnet und was musst Du währenddessen unbedingt beachten? Außerdem verraten wir Dir nützliche Tipps, wie Du Deine Wartezeit bis zum Studium überbrücken kannst. So darfst Du während des Wartens im Ausland studieren, ein Praktikum absolvieren oder per Work & Travel ferne Länder entdecken. Einige Tätigkeiten sind während der Wartezeit allerdings tabu. Parkstudienzeiten zählen z. B. generell nicht als Wartesemester! Welche weiteren Dinge Du in puncto Wartesemester beachten musst und wie Du Deine persönliche Wartezeit berechnest, erfährst Du in diesem Artikel!

Was sind Wartesemester?

Als Wartezeit vor dem Studium wird die Zeit zwischen Deinem Abi und dem eigentlichen Studienbeginn bezeichnet. Sie setzt sich aus einzelnen Wartesemestern zusammen. Als Wartesemester zählt jedes Semester, in dem Du nach Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung nicht an einer deutschen Hochschule eingeschrieben bist.

Häufig kannst Du in Deutschland nicht direkt mit Deinem Wunschstudium beginnen. Der Grund: Bei beliebten Studiengängen wie zum Beispiel Medizin überschreitet die Zahl der Bewerber die begrenzten Studienplätze. Ist Dein Abinotendurchschnitt schlechter als der aktuelle Numerus Clausus, tritt die Wartesemester-Regelung in Kraft. Diese besagt, dass Du trotz nicht ausreichender Abiturnote durch das Sammeln von Wartesemestern zu einem späteren Zeitpunkt dennoch Deinen gewünschten Studienplatz bekommen kannst.

Die Anzahl der benötigten Wartesemester variiert dabei je nach Deinem gewünschten Studienfach. Außerdem kann sich jedes Semester ein neuer NC ergeben. Das bedeutet aber auch: Es gibt keine allgemein gültige Wartezeit-Liste, der Du entnehmen kannst, wie lange Du voraussichtlich warten musst.

Für die Zählung Deiner Wartesemester musst Du Dich übrigens nicht registrieren. Dies geschieht automatisch. Auch eine Bewerbung hat keinen Einfluss auf die Anerkennung Deiner Wartesemester! Nur bei erfolgreicher Bewerbung musst Du Dich immatrikulieren und erhältst den offiziellen Studentenstatus. Erst ab diesem Zeitpunkt werden keine weiteren Wartesemester mehr angerechnet.

Achtung: Parkstudienzeiten zählen generell nicht als Wartesemester! Unter Parksemestern versteht man jene Semester, in denen Du während Deiner Wartezeit an einer deutschen Hochschule, Fachhochschule oder Fernuni immatrikuliert warst.

Was zählt als Wartesemester – und was nicht?

Prinzipiell bist Du in der Gestaltung Deiner Wartesemester frei. Lediglich das bereits erwähnte Parkstudium wird nicht als Wartezeit anerkannt. Hingegen darfst Du durchaus an einer Berufsakademie in Deutschland oder im Ausland studieren. Kläre dies aber unbedingt mit der Stiftung für Hochschulzulassung ab.

💡TIPP

Schriftliche Bestätigung

Lass Dir schriftlich bestätigen, dass Deine Wartesemester angerechnet werden!

Ansonsten sind Dir in puncto Wartesemester und Anrechnung folgende Tätigkeiten gestattet:

Praktikum
Ausbildung
Jobben
Gesellschaftliches Engagement, Freiwilliges Soziales Jahr, Freiwilliges Ökologisches Jahr
Auslandsaufenthalt mit Reisen, Au-Pair, Sprachkursen, Praktika, Work & Travel, Auslandsstudium etc.

Wartesemester richtig berechnen

Um Deine Wartesemester korrekt zu berechnen, gehst Du folgendermaßen vor: Zähle alle vollen Halbjahre (= Wartesemester), die seit Deinem Abi und dem Beginn jenes Semesters, für das Du Dich bewirbst, verstrichen sind. Das Halbjahr, in dem Du Dein Abi abgelegt hast, darfst Du dabei nicht mitzählen.

Wartesemester Rechner – ein Beispiel: Tim, 18 Jahre, macht nach seinem Abi im Juni 2017 ein Praktikum von Juli bis Dezember. Anschließend fliegt er bis August 2018 nach Australien, um per Work & Travel das Land kennenzulernen. Er bewirbt sich zum Wintersemester 2018/19 auf seinen Lieblingsstudiengang. Ihm werden zwei Wartesemester anerkannt.

Wartezeit aufs Studium sinnvoll gestalten

Um die Zeit des Wartens bis zu Deinem Studienbeginn sinnvoll zu überbrücken, bieten sich folgende Optionen an:

Möglichkeiten im Inland

  • Praktikum: Sammele praktische Erfahrungen in Deinem Interessengebiet. Außerdem kannst Du wertvolle Kontakte knüpfen. Manchmal gehören Praktika auch zu den Aufnahme-Kriterien für einen Studiengang. Informiere Dich rechtzeitig!
  • Ausbildung: Wenn Ausbildung, Studium und späterer Beruf inhaltlich aufeinander aufbauen, kann es sinnvoll sein, die Wartezeit mit einer regulären Ausbildung zu überbrücken. Im Idealfall kannst Du Dir Teile der Ausbildung fürs Studium anerkennen lassen.
  • Jobben: Wähle einen Job mit Bezug zu Deinem Studienwunsch und deinen beruflichen Plänen. Dieser sorgt neben dem nötigen Gehalt auch für eine Aufwertung Deines Lebenslaufs.
  • Freiwilliges Engagement: Durch die Mitarbeit in gemeinnützigen Projekten kannst Du praktische Erfahrungen sammeln und Dich für Andere engagieren. Soziale Kompetenzen sind am Arbeitsmarkt gefragt!
  • Freiwilligendienst: Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) ist vor allem eine gute Option für Bewerber im sozialen oder medizinischen Bereich!

Möglichkeiten im Ausland

  • Auslandsstudium: Um Deine Wartezeit sinnvoll zu nutzen, kannst Du u.a. einen Bachelor im Ausland erwerben und anschließend in Deutschland ein Master-Programm belegen. Auch ein Hochschul-Wechsel während des laufenden Bachelors ist möglich!
  • Auslandspraktikum: Eine tolle Möglichkeit, Deinen Lebenslauf durch Praxiserfahrung, Sprachkenntnisse und Soft Skills aufzuwerten!
  • Work & Travel: Lerne ein fremdes Land und eine neue Sprache kennen und besser Deine Reisekasse zwischendurch mit Gelegenheitsjobs auf!
  • Au-Pair oder Sprachreise: Kinder hüten, ein fremdes Land kennenlernen und Sprachkenntnisse verbessern – ebenfalls ideal, um Deine Wartezeit zu überbrücken.
  • Freiwilligenarbeit: Unterstütze ein Naturschutzprojekt im Ausland oder engagiere Dich im sozialen Bereich!