Du bist hier

Praktikum

Auslandspraktikum: Suche, Bewerbung und Finanzierung

Ein Auslandspraktikum bringt Dir schon im Studium wertvolle internationale Erfahrungen. Wie Du ein Praktikum findest und es finanzierst, liest Du hier.
Die beliebtesten Zielländer sind Australien, USA, Spanien, England und Kanada
Vermittlungsorganisationen können für Dich ein bezahltes Auslandspraktikum finden

Ein Auslandspraktikum bietet Studenten die Möglichkeit, Arbeits- und Auslandserfahrung zu kombinieren. So kannst Du nicht nur Deine Sprachkenntnisse verbessern, sondern zeitgleich auch Deine Kompetenzen beim Zusammenarbeiten mit anderen Nationen stärken. Ein Praktikum im Ausland dauert meist zwischen 3 und 12 Monate. Auslandspraktika selbst zu organisieren ist mitunter aufwändig und mit großem Zeitaufwand verbunden. Um Dir die Suche nach einem Praktikum im Ausland zu erleichtern, gibt es Auslands-Praktikavermittler, bei denen Du einfach online unbezahlte und auch bezahlte Auslandspraktika finden kannst. Die Vermittlungsorganisationen liefern Dir eine Übersicht über alle passenden Unternehmen, stellen den Kontakt zum gewählten Unternehmen her und helfen Dir bei der Bewerbung, der Wohnungssuche und beim Transport. Für die Finanzierung des Auslandspraktikums gibt es verschiedene Optionen: Erasmus-Plus-Programme, Vollstipendien für Auslandsaufenthalte, AuslandsBAföG oder einen Studienkredit.

Wir zeigen Dir, wie Du das passende Auslandspraktikum findest, finanzierst und wie Du Dich erfolgreich bewirbst.

Praktikum im Ausland finden

Kenntnisse der Landessprache Deines Wunschlandes sind nicht unbedingt Voraussetzung für ein Praktikum im Ausland. In vielen großen Firmen ist die Geschäftssprache Englisch. Vermittlungsorganisationen organisieren vor dem Auslandspraktikum Sprachkurse, die den sprachlichen Einstieg ins Praktikum im Ausland massiv erleichtern. Diese Sprachkurse können sich sowohl auf die Landessprache als auch auf Englisch beziehen.

Um ein passendes Praktikum im Ausland zu finden, gibt es grundsätzlich zwei Wege: Du organisiert Dein Auslandspraktikum selbst oder Du lässt es organisieren. Wir empfehlen Dir, Dein internationales Praktikum von einer professionellen Vermittlungsorganisation wie beispielsweise Sprachdirekt organisieren zu lassen. Organisierte Praktika im Ausland haben für Dich folgende Vorteile:

  • Du sparst Zeit: keine tagelange Eigenrecherche im Internet
  • Vollständige Liste der für Dich in Frage kommenden Unternehmen
  • Vermittlung des Kontakts zum Unternehmen
  • Hilfe bei der Bewerbung
  • Unterstützung bei der Suche nach einer passenden Unterkunft
  • Hilfe beim Transport und beim Visum
  • Hilfe bei der Einschätzung der Lebenshaltungskosten
  • Schriftliche Bestätigung über ein eventuelles Gehalt

Natürlich kannst Du Dich auch selbst im Internet auf die Suche nach Praktika im Ausland begeben oder Du erkundigst Dich im Career Center Deiner Uni nach dem Angebot an Auslandspraktika. Bevor Du allerdings auf die Suche nach einem Praktikum im Ausland gehst, solltest Du die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

Voraussetzungen für Dein Auslandspraktikum
Mindestalter
  • Mind. 18 Jahre (nur in Ausnahmefällen auch für Minderjährige möglich)
Reisepass
  • Teilweise Gültigkeit von über 6 Monaten vorausgesetzt
Fachliche Kompetenz
  • Von Praktikumsstelle abhängig
  • Teilweise auch Praktika ohne Vorkenntnisse möglich
Sprachkenntnisse
  • Vom jeweiligen Unternehmen abhängig
  • In größeren Unternehmen mind. gute Englischkenntnisse vorausgesetzt
  • Kenntnisse der Landessprache immer vorteilhaft
Internationalen Studentenausweis beantragen
Ggf. Urlaubssemester beantragen
  • Je nach Hochschule bis zu 6 Monaten vorher

Auslandspraktikum Finanzierung

Für ein Praktikum im Ausland können abhängig vom gewünschten Zielland, der Dauer und den individuellen Bedürfnissen unterschiedliche hohe Kosten entstehen. Folgende Posten musst Du mit einkalkulieren:

  • Reisekosten (Flugticket, Bahn, Benzin, etc.)
  • Visum, wenn erforderlich
  • Aufenthaltsgenehmigung bzw. Arbeitserlaubnis oder ein spezielles Praktikantenvisum
  • Impfungen für Länder in denen solche vorgeschrieben sind
  • Gesundheitliche Vorsorgemaßnahmen, wie etwa Malaria Prophylaxe
  • Studentenwohnung
  • Lebenshaltungskosten
  • Transportkosten im Ausland
  • ggf. Auslandskranken- und Auslandshaftpflichtversicherung
  • Taschengeld

In besonders beliebten Städten wie z. B. New York musst Du bei einem 6-monatigem Auslandspraktikum mit bis zu 10.000 € rechnen. Die Finanzierung Deines Auslandspraktikums solltest Du also im Vorfeld planen und nicht dem Zufall überlassen. Natürlich kannst Du Deine Eltern oder Großeltern nach Geld fragen. Grundsätzlich hast Du aber auch die Möglichkeit, Dein Praktikum im Ausland bezahlt oder gefördert zu bekommen. Wir zeigen Dir die verschiedenen Fördermöglichkeiten.

Übrigens: Wenn Du noch Anspruch auf Kindergeld hast, wird dieses auch bei Praktika im Ausland ausbezahlt.

Auslandspraktikum bezahlt bekommen

Für die Finanzierung kannst Du Dich an Deiner Uni erkundigen, ob es für Deinen Studiengang und Dein gewünschtes Auslandspraktikum Förderprogramme, wie das Erasmus+ Programm gibt. Da Du diese Förderung nicht als Privatperson beantragen kannst, muss Deine Uni am Erasmus+ Programm beteiligt sein, damit Du einen Antrag auf Förderung für Praktika im Ausland stellen kannst. Das Programm fördert nur Auslandspraktika im europäischen Ausland. Die monatliche Förderung beläuft sich je nach Lebenskosten in den verschiedenen Ländern auf 252 € bis 354 €. Voraussetzung ist eine Praktikumsdauer von mindestens 2 und maximal 12 Monaten. Erasmus+ bietet auch Sonderzuschüsse für Studenten mit Behinderungen und mit Kindern.

Übrigens: Auch während Deines Auslandspraktikums hast Du BAföG-Anspruch. AuslandsBAföG bietet nämlich eine weitere Möglichkeit der Finanzierung Deines Auslandspraktikums. Voraussetzung ist, dass das Praktikum mindestens 3 Monate dauert und für Dein Studium von Nutzen ist. Außerdem muss die Prüfungsstelle bestätigen, dass das angestrebte Praktikum den Anforderungen der Prüfungsordnung entspricht. Die genaue Höhe Deines AuslandsBAföGs kannst Du übrigens auch schnell mit unserem BAföG-Rechner ermitteln. Übrigens kannst Du AuslandsBAföG und die Erasmus-Förderung auch im Auslandspraktikum kombinieren. So sind bis zu 970 € pro Monat möglich.

Einen Studienkredit kannst Du ebenfalls aufnehmen, und so das Auslandspraktikum komplett finanzieren oder als zusätzliche Finanzierungsquelle nutzen. Studienkredite wie bspw. der DKB-Studienkredit oder der Aux money-Studienkredit stellen speziell für Studierende Kredite zu vergünstigten Konditionen aus.

Praktika-Vermittlungsorganisationen finden für Dich auch bezahlte Praktika im Ausland, die mit einem kleinen Gehalt verbunden sind. Diesen Vorteil bieten meist große Firmen ihren ausländischen Praktikanten, von denen sie dafür aber auch, da das Auslandspraktikum bezahlt wird, höchsten Einsatz erwarten. Diese Vergütung reicht manchmal sogar für die Lebenshaltungskosten beim Praktikum im Ausland aus, wird jedoch nie alle Praktikumskosten decken. Ein gewisser persönlicher finanzieller Einsatz bleibt Dir, auch wenn Du ein bezahltes Praktikum im Ausland machst, nicht erspart.

Stipendium fürs Auslandspraktikum

Du kannst auch ein Stipendium für Dein Auslandspraktikum beantragen. Ein Stipendium für das Auslandspraktikum hat den Vorteil, dass Du überhaupt nichts zurückzahlen musst, im Gegensatz zu AuslandsBAföG oder einem Kredit. Bei myStipendium gibt es über 2.300 Stipendien, bei denen Du nach nur wenigen Klicks eine Trefferliste mit passenden Stipendien für Dein Studium und Auslandspraktikum bekommst.

Auslandspraktika: Beliebteste Länder

Die beliebtesten Länder, in denen deutsche Studenten ein Auslandspraktikum absolvieren wollen, sind:

  • USA
  • Spanien
  • Australien
  • England
  • Kanada

Interessante Auslandspraktika bieten auch Osteuropa und China, da diese Länder zunehmend wichtige Handelspartner Deutschlands sind. Osteuropäische als auch chinesische Sprachkenntnisse zu erlangen, kann so später im Arbeitsleben ein großer Vorteil sein.

Auslandspraktikum USA

Ein Auslandspraktikum in den USA ist nicht ganz unkompliziert, deshalb solltest Du 6 bis 8 Monate vorher mit der Organisation anfangen. Für ein Praktikum in den USA brauchst Du eine Austauschorganisation oder einen „Legal Sponsor“. Dein J-1 Visum (Exchange Visitor Visa/ Austauschbesuchervisum) bekommst Du nicht bei der Botschaft. Es wird erst ausgestellt, nachdem Dein Legal Sponsor (eine Art Bürge) bestätigt hat, dass Deine Einreise unbedenklich ist. Praktika-Vermittlungsorganisationen übernehmen diese Aufgabe für Dich. Außerdem stellen sie Dir eine Einschätzung der Lebenshaltungskosten und einen ausführlichen Trainee-Plan zur Verfügung. Auch ein Arbeitgeber oder die Universität kann als Legal Sponsor fungieren. Hast Du eine Praktikumsstelle gefunden, folgt ein persönliches Interview in der amerikanischen Botschaft.

Auslandspraktikum England

Ein Auslandspraktikum in England verspricht intensives Sprachtraining und tiefe Einblicke in traditionelle wie internationale Unternehmen. In England ist es üblich, Praktika erst nach Abschluss des Studiums zu machen. Für ein Praktikum in England ist es von daher empfehlenswert, für das Auslandspraktikum die Hilfe einer Vermittlungsorganisation in Anspruch zu nehmen. Sie hilft Dir, ein Praktikum in London oder in der britischen Countrysidezu finden.

Praktikum Spanien

Da Spanisch bei den Weltsprachen an vierter Stelle steht, sind Spanischkenntnisse ein großes Plus im Berufsleben. Die Aussicht auf Wärme, Kultur und eine sehr lebendige Szene lässt ein Auslandspraktikum in Spanien fast wie Urlaub erscheinen. Ein Visum ist im EU-Land Spanien nicht nötig. Vermittlungsorganisationen helfen Dir dabei, das richtige Praktikum in Spanien zu finden. Die monatlichen Kosten im Praktikum belaufen sich je nach Ansprüchen auf etwa 750 €.

Praktikum Australien

Australien lockt mit gutem Wetter, einer einzigartigen Fauna und Flora und dem bekannten trockenen Humor der Bevölkerung. Für ein Auslandspraktikum in Australien brauchst Du ein Occupational Trainee Visa, das vom Arbeitgeber oder Deiner Vermittlungsorganisation beantragt wird und etwa 200 € kostet. Beachte auch, dass das Höchstalter für Praktikanten in Australien bei 30 Jahren liegt. Mit der Organisation Deines Praktikums in Australien solltest Du etwa 6 Monate vorher anfangen. Dann hast Du auch gute Chancen, einen günstigen Flug zu erwischen. In der Hotellerie und im Tourismusbereich werden in Australien oft auch bezahlte Praktika angeboten.

Praktikum Kanada

Du kannst beim Praktikum in Kanada sowohl Deine englischen als auch Deine französischen Sprachkenntnisse verbessern, da das Land zweisprachig ist. Ein Auslandspraktikum in Kanada verspricht neue berufliche Praxiserfahrungen, ein weltstädtisches Ambiente, eine äußerst internationale Szene, grandiose Landschaften und eine freundliche, offene Bevölkerung. Du brauchst ein Visum, das von der kanadischen Botschaft ausgestellt wird. Im studien- und ausbildungsbezogenen Praktikum erhältst Du die 12 Monate gültige Arbeitserlaubnis für Dein Auslandspraktikum bei der Einreise. Das Mindestalter beträgt 19 Jahre.

Praktikum China

Für abenteuerlustige, die sich auf eine große Unbekannte einlassen wollen, bietet ein Praktikum in China die einmalige Chance, die Landessprache Mandarin-Chinesisch vor Ort zu erlernen. Ein großes Plus auf dem deutschen Arbeitsmarkt, der immer enger mit dem chinesischen Markt verbunden ist. In China brauchst Du auch als Praktikant ein Arbeitsvisum (Z-Visum), denn Praktikantenvisa wurden abgeschafft. Einfacher ist es, für Praktika bis 6 Monate ein F-Visum (Kulturvisum) zu beantragen. Dieses wird jedoch nur mit einer „Einladung“ (des Arbeitgebers) erteilt. Bezahlte Praktika gibt es in China nicht. Die Lebenshaltungskosten belaufen sich bei lokalem Lebensstil auf etwa 300 € pro Monat.

Bewerbung fürs Auslandspraktikum

Du hast Dich für ein Land entschieden und einen Finanzierungsplan erstellt. Jetzt musst Du Dir mit einer aussagekräftigen Bewerbung für das Auslandspraktikum Deinen Praktikumsplatz sichern. Wir zeigen Dir, wie Du die zwei wichtigsten Dokumente der Bewerbung erstellst: ein Motivationsschreiben und einen Lebenslauf. Lebenslauf und Motivationsschreiben sind die ersten Anhaltspunkte, die Dein zukünftiger Arbeitgeber von Dir erhält und sollten daher eine gute Mischung aus Selbstpräsentation und Verbindung zum Unternehmen darstellen. Lügen solltest Du auf keinen Fall – spätestens beim Vorstellungsgespräch fliegt das auf.

Wichtig ist in jedem Fall, sich rechtzeitig zu bewerben, denn gerade große Firmen legen Wert darauf, dass die Bewerbung mindestens 6 Monate vor dem geplanten Praktikumsbeginn eintrifft. Die Bewerbung sollte in der Landessprache verfasst werden . Wenn Du die Landessprache (noch) nicht entsprechend beherrschst, dann solltest Du auf Englisch schreiben. Eine Online-Bewerbung ist in den meisten Ländern üblich, doch teilweise werden auch Briefbewerbungen verlangt.

💡TIPP

Erfolgschancen mit professionellem Anschreiben maximieren

Deine Bewerbung fürs Auslandspraktikum in den USA willst Du mit professioneller Unterstützung schreiben oder korrigieren lassen? Dann empfehlen wir Dir Die Bewerbungsschreiber. Der Bewerbungsservice bietet Dir die Möglichkeit, eine professionelle und individuell auf Deine Praktikumsstelle abgestimmte Bewerbung zu verfassen oder Deine bestehende Bewerbungsmappe zu verbessern. Die Seite ist mehrfacher Testsieger unter den Bewerbungsservices. Auch wir haben es getestet und können den Service nur empfehlen!

Motivationsschreiben fürs Auslandspraktikum

In dem Motivationsschreiben für Dein Auslandspraktikum, auch Anschreiben oder Cover Letter genannt, geht es darum, Deinem zukünftigen Praktikumsgeber klarzumachen, warum ausgerechnet Du den Praktikumsplatz kriegen solltest.

Wichtig: Das Motivationsschreiben ist kein ausformulierter Lebenslauf. Du musst also nicht Deine gesamten Lebensstationen hier genauer erklären. Wichtig ist hier, dass Du eine Verbindung zwischen Dir und dem Unternehmen aufbaust. Deswegen solltest Du Dich schon im Vorfeld genauer über die Firma und über den Ansprechpartner im Unternehmen informieren und auch ein paar Fragen stellen. Ein Teil des Motivationsschreibens sollte darlegen, was Du von Deinem Praktikum im Ausland und der Firma erwartest, was Du gerne lernen möchtest und was Du von Deiner Seite einbringen kannst. Außerdem kannst Du hier konkret darlegen, in welcher Weise Du für das Unternehmen von Vorteil sein kannst und z. B. relevante Praxiserfahrungen mit einbeziehen.

Lebenslauf für Dein Praktikum im Ausland

Dein Lebenslauf soll speziell auf die länderspezifischen Eigenheiten zugeschnitten sein. In den USA sind beispielsweise keine Fotos erwünscht. Auch Alter und Religionszugehörigkeit sind nicht Teil des amerikanischen Lebenslaufs. Der Lebenslauf sollte maximal zwei Seiten lang sein und sollte Deine persönlichen Daten, Deinen Werdegang und Deine fachlichen und persönlichen Qualifikationen und Kompetenzen enthalten.

Der Lebenslauf wird übersichtlich in tabellarischer Form verfasst und umgekehrt chronologisch gegliedert. Das heißt, Du fängst mit den neuesten Ereignissen an und arbeitest Dich in die Vergangenheit zurück. Ausbildung und Berufserfahrung werden im Lebenslauf durch Überschriften getrennt. Als Student verfügst Du im Normalfall noch nicht über allzu viel Berufserfahrung. Hier kannst Du also z. B. Praktika, Nebenjobs, soziales Engagement, aber auch Deine Tätigkeit im Asta oder FSR aufzählen. Tätigkeiten, die absolut nicht zu Deiner Bewerbung passen, solltest Du allerdings weglassen. Ob Du also z. B. mit 16 in den Sommerferien für 2 Monate bei Edeka im Lager ausgeholfen hast, interessiert den Personaler einer Consulting-Firma nicht.