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Dissertation: Der Weg zur Note 1,0

Du hast Deinen Master oder Dein Staatsexamen mit sehr guten Noten bestanden und willst jetzt Deine Dissertation schreiben? Wenn Du den nächsten Schritt Deiner Karriere wagen möchtest oder eine universitäre Karriere anstrebst, ist diese Entscheidung genau richtig für Dich. Durch diese Arbeit erlangst Du den Doktorgrad, den höchsten akademischen Grad den es in Deutschland gibt. Was Du bei der Vorbereitung zu Deiner Dissertation sowie bei dem Schreiben von der Arbeit beachten solltest, erfährst Du in diesem Artikel.

Was ist eine Dissertation?

Es gibt eine Reihe von Bezeichnungen für die Dissertation: Doktorarbeit, Inaugural Dissertation, Doktorschrift, oder Promotionsschrift. Grundsätzlich wird zwischen zwei Formen unterschieden:

  • Kumulative Dissertation: Dort Wort kumulativ bedeutet übersetzt anhäufend. Du schreibst verschiedene wissenschaftliche Artikel zu einem Thema. Anschließend veröffentlichst Du diese durch das sogenannte Peer-Review-Verfahren in Fachzeitschriften. Besonders in naturwissenschaftlichen Fächern wird die kumulative Dissertation öfter genutzt.
  • Monographie: Du schreibst eine schriftliche Arbeit zu einem Thema. Diese hat in der Regel eine Länge zwischen 150 und 400 Seiten.

Wenn Du Deine Doktorarbeit in Form einer Monografie schreiben willst, dann entscheidest Du Dich für die weitaus häufigere Vorgehensweise für das Erlangen von dem Doktorgrad. Durch diese Arbeit sollst Du unter Beweis stellen, dass Du selbstständig wissenschaftlich arbeiten kannst und bereits vorhandene Forschungen zu einem Thema mit Deinen neuen Forschungserkenntnissen verknüpfen kannst.

Deine Dissertationsschrift muss also einen Mehrwert haben, neue wissenschaftliche Erkenntnisse beinhalten. Außerdem muss sie, im Gegensatz zu anderen wissenschaftlichen Arbeiten von Studenten, veröffentlicht werden.

Nicht nur für die kumulative Promotion musst Du Deine Texte veröffentlichen, sondern auch Deine ganze Monographie muss der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

1. Schritt: Professor finden

Zunächst einmal ist es für den Beginn Deiner Inaugural Dissertation wichtig, dass Du einen passenden Betreuer während der Zeit der Anfertigung von der Arbeit hast. Du solltest Dich für einen Professor, und mit dessen Anmerkungen und Bewertungen Du zufrieden warst.

Falls Du zu einem Thema promovierst, zu dem Du noch keinen passenden Professor kennst, dann kannst Du auch einfach jemanden von Deiner Universität anschreiben, von dem Du glaubst, entscheiden, bei dem oder bei der Du bereits einige Vorlesungen besucht hast. Am besten Du wählst jemanden, bei dem Du bereits eine Hausarbeit oder ähnliches geschrieben hast dass Dein Dissertationsthema auch sein Hauptthemengebiet ist.

Der Betreuer von Deiner Dissertation wird umgangssprachlich auch Doktorvater beziehungsweise Doktormutter genannt. Dein Betreuer ist nicht für die Begleitung während der Anfertigung zuständig, sondern begutachtet und bewertet Deine Dissertation auch, wenn diese fertig ist.

Wenn Du Dich also für einen Betreuer entschieden hast, dann bewirbst Du Dich bei diesem mit einem Exposé. Hat dieser der Betreuung Deiner Dissertation zugestimmt hast, dann vereinbart ihr gemeinsam den Umfang und die konkrete Art der Betreuung. In dieser sogenannten Betreuungsvereinbarung können zum Beispiel diese Aspekte festgelegt sein:

  • Wann liest Dein Doktorvater oder Deine Doktormutter Teile von Deiner Dissertation?
  • Wann erfolgen Feedback-Gespräche oder gibt es ein schriftliches Feedback?
  • In welchen Abständen setzt ihr euch für Fragen zusammen?
  • Stellst Du Deine wissenschaftliche Arbeit auf Seminaren für Dissertanten vor, falls ja, wie häufig?
  • Stellst Du Deine Forschungsarbeit auf Fachkonferenzen vor?
  • Sollst Du zusätzlich zu dem Schreiben der Dissertation auch Lehrveranstaltungen besuchen?

Dein betreuender Professor ist dazu verpflichtet, sich während der Zeit, in welcher Du die Dissertation verfasst, an diesen Betreuungsplan zu halten. Aber auch Du solltest darauf achten, Deinen Professor nicht unnötig oft nach Hilfe zu fragen, und abzuwarten bis sowieso wieder ein Feedback-Gespräch ansteht.

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2. Schritt: Themenwahl

Das Thema Deiner Dissertation muss diese Kriterien erfüllen können:

  • Erkenntnisgewinn: Die Arbeit muss einen Beitrag zu der allgemeinen Forschung in dem Fachgebiet leisten. Dein gewähltes Thema sollte im Idealfall eine Informationslücke schließen.
  • Persönliches Interesse: Im Durchschnitt dauert die Fertigstellung einer Dissertation in Deutschland zwischen vier und viereinhalb Jahre. Damit Du nicht schon nach ein paar Wochen genervt bist, solltest Du Dich wirklich für das Thema interessieren. Dabei ist es unerheblich, ob Du einfach einen inneren Wunsch verspürst, einen Zusammenhang in dem Themengebiet wirklich zu durchdringen und zu verstehen, oder ob Du ein Thema wählst, um damit später in Deinem Beruf einen bestimmten Themenschwerpunkt bearbeiten zu können.
  • Fachliche Relevanz: Dein gewähltes Thema muss bedeutsam für das wissenschaftliche Themengebiet sein. Entweder dadurch, dass Deine Bearbeitung von dem Thema eine Grundlage für andere Forschungen legt, bedeutende fachliche Fragestellungen beantwortet, oder aber eine theoretische Grundlage für die praktische Arbeit in Deinem Fachbereich legt.

Für die Dissertation ist es wichtig, dass Du sehr in die Tiefe von einem Thema einsteigst. Am besten, Du suchst Dir einen kleinen Teilaspekt von dem Thema aus, um diesen umfangreich und in seiner Komplexität vollständig bearbeiten zu können. Du solltest Dein Thema dafür so weit wie irgendwie möglich eingrenzen.

3. Schritt: Recherche

Wenn es Dir schwer fällt, ein relevantes Thema zu finden, kannst Du für die Recherche zu diesem auch mit unterschiedlichen Menschen sprechen, die vom Fach sind. Zum Beispiel mit Menschen, die in einem Bereich von Deinem Themenfeld arbeiten, oder mit Absolventen von Deinem Studiengang.

Auch für die Recherche außerhalb der Themenfindung solltest Du nicht nur auf die üblichen Quellen zurückgreifen. Denn neben Büchern, Fachpublikationen, und Studien, kannst Du auch Arbeitsabläufe beobachten, oder andere Arten der Vor-Ort-Recherche nutzen.

Da Du für Deine Dissertation ja sowieso neues Wissen schaffen musst, und nicht lediglich bereits vorhandenes Wissen zusammenfasst oder wiederholen sollst, nimmt ein großer Teil Deiner Recherche auch die Einholung von neuen Informationen ein. Zum Beispiel hierdurch:

  • Interviews: Leitfadeninterviews, Experteninterviews
  • Gruppendiskussionen
  • Umfragen: Onlineumfrage, Milieuumfrage
  • Quantitative Forschung: Beobachtung, Experimente, Messungen, Zählungen

Natürlich benötigst Du neben diesen forschungspraktischen Recherchen und Quellen auch die konventionelle Recherche. Etwa im Internet mit Hilfe von:

  • Datenbanken
  • Google Scholar
  • Elektronische Zeitschriftenbibliotheken
  • Digitalisierte Bücher

Auch die ganz klassische Literaturrecherche sollte ein wichtiger Bestandteil von Deiner Arbeit sein:

  • Fachzeitschriften
  • Sammelbänder
  • Lehrbücher
  • Andere Dissertationen
  • Sachbücher
  • Veröffentlichte Studien

Du solltest also erst einmal für Dich prüfen, wie die Quellenlage zu Deinem Thema ist. Hierbei kann es schnell passieren, dass Du viel zu viele zu Deinem Thema passende Publikationen findest.

Damit Du nicht jahrelang nur mit dem Lesen von diesen beschäftigt bist, solltest Du Dich auf einzelne beschränken. Dabei hilft Dir entweder Dein zuvor stark eingegrenztes Thema, oder aber Du suchst Dir zum Beispiel immer nur den bekanntesten Vertreter einer Meinung heraus, und nennst in Deiner wissenschaftlichen Arbeit dann auch nur diesen einen Vertreter als Quelle.

Diesen Tipp solltest Du vor allem dann berücksichtigen, wenn es noch um den allgemeinen, aktuellen Forschungsstand geht, oder wenn Du einen geschichtlichen Überblick über das Thema schreibst. Es ist aber auch generell Teil von einer Doktorarbeit, das Du beweist, die zentralen, aussagekräftigsten und wichtigsten Quellen recherchieren zu können und nur diese dann auch wirklich in Deiner Dissertation nutzt!

4. Schritt: Forschungsfrage

Bevor Du richtig loslegst mit dem Schreiben Deiner wissenschaftlichen Arbeit, solltest Du Dir die Forschungsfrage überlegen. Diese muss folgende Kriterien erfüllen:

  • Konkret sein: Das Thema ganz präzise, klar und deutlich, eingrenzen.
  • Das Ziel von Deiner Arbeit: Darstellen, was Du mit der Dissertation erreichen willst.

Deine Forschungsfrage muss darlegen, was Du mit Deiner Dissertation herausfinden möchtest. Hast Du zum Beispiel eine wissenschaftliche Aussage, die Du überprüfen willst? Du kannst Deine Forschungsfrage also beispielsweise mit diesen Formulierungen beginnen:

  • Wie funktioniert...
  • Warum verhält sich...
  • Was ist die Ursache von...
  • Womit lässt sich am besten...

Meistens ist die Forschungsfrage Gegliedert:

  • In eine Hauptfragestellung.
  • In daraus resultierende Unterfragen.

Direkt an die Formulierung der Forschungsfrage schließt sich das Erstellen von Thesen an. Du kannst eine oder auch mehrere Thesen aufstellen, die Du durch Deine Dissertation überprüfen willst.

5. Schritt: Zeitplan & Methodik

In der Regel hat eine Dissertation einen Umfang von 50 bis 400 Seiten. Du besprichst den konkreten Umfang mit Deinem Betreuer, beziehungsweise kannst Du den von Deiner Hochschule oder von Deiner Fakultät geforderten Umfang auch in der Promotionsordnung nachlesen.

Dadurch, dass eine Doktorarbeit einfach viel mehr Zeit in Anspruch nimmt, als eine Bachelorarbeit, oder eine Masterarbeit, brauchst Du unbedingt eine gute Zeitplanung. Für alle einzelnen Schritte benötigst Du jeweils mehr Zeit, als für alle wissenschaftlichen Arbeiten, die Du bisher angefertigt hast.

Du kannst Dich bei Deinem Zeitplan an dem Plan Deiner vorangegangenen Masterarbeit orientieren. Wenn diese zum Beispiel einen Umfang von 100 Seiten hatte, und Deine Dissertation vier Mal so lang werden soll, dann multiplizierst Du die Zeit für die einzelnen Schritte einfach mal vier. Zusätzlich solltest Du noch einen großen Zeitabschnitt für Deine eigentliche Forschung dazurechnen.

Hier ist eine beispielhafte Zeitplanung:

  • Orientierungs- und Planungsphase: Thema finden, Quellenlage prüfen, Forschungsfrage formulieren (20 Prozent).
  • Strukturierungsphase: Zeitplan erstellen, Forschungsmethode wählen, Gliederung erstellen, Quellen auswählen (25 Prozent).
  • Forschungsmethode anwenden: Forschungsmethode ausarbeiten, Daten erheben und auswerten (25 Prozent).
  • Schreibphase: Einleitung, Hauptteil und Fazit schreiben (20 Prozent).
  • Abschlussphase: Inhaltsverzeichnis erstellen, Quellenverzeichnis erstellen, Korrekturlesen, Plagiatsprüfung (10 Prozent).

6. Schritt: Wahl der Forschungsmethode

Meistens ergibt sich bereits aus Deiner Forschungsfrage die am besten geeignete Forschungsmethode. Wie bereits bei Deiner Bachelor-, oder Masterarbeit hast Du hier die Wahl aus quantitativen Forschungsmethoden oder aus qualitativen Forschungsmethoden. Du bespricht Deine Forschungsmethode auch meist bereits ganz am Anfang mit Deinem Betreuer ab.

Du musst genau begründen, warum Du Dich für welche Methode entscheidest:

  • Warum eignet sich Diene gewählte Methode besser als eine andere Methode?
  • Falls Du mehrere Methoden verwendest: Warum, welchen Mehrwert versprichst Du Dir?
  • Auch bei einer Methode, zum Beispiel dem Interview, gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Varianten: Nach welcher Methodenlehre arbeitest Du und warum?

7. Schritt: Gliederung

Eine logische Strukturierung von Deiner wissenschaftlichen Arbeit ist nicht nur für Dich und den flüssigen Schreibprozess wichtig, sondern auch für die späteren Leser von Deiner Arbeit. Oft gibt es Vorgaben, wie an welche Formalien Du Dich bei Deiner Gliederung halten musst. Diese stehen in der Promotionsordnung von Deiner Fakultät.

Zunächst fertigst Du erst einmal eine vorläufige Gliederung an. Dafür überlegst Du Dir, welche Aspekte Deiner Dissertation gut zusammenpassen, und welche Teilfragen Du wie beantworten könntest. Du fasst dann diese Punkte unter einer Überschrift zusammen.

Im Verlauf Deiner Schreibarbeit kannst Du die Oberpunkte immer noch durch weitere Unterpunkte beziehungsweise untergeordnete Gliederungspunkte ergänzen.

Solltest Du keine speziellen Vorgaben haben, hast Du die Wahl aus verschiedenen Arten der Gliederung:

  • Numerische Gliederung: Wenige Ebenen, die Oberpunkte markierst Du extra, vor jeder Ebene steht eine Zahl, für die Anhänge sowie Verzeichnisse werden keine Gliederungsnummern verwendet.
    • 1 Einleitung
    • 2 Titel
    • 2.1 Untertitel
    • 2.2 Untertitel
  • Alpha-numerische Gliederung: Statt Zahlennummerierungen verwendest Du Buchstaben. Für Unterpunkte nutzt Du Zahlen.
    • A Einleitung
    • B Titel
    • 1 Untertitel
    • 2 Untertitel
    • C Titel
    • 1 Untertitel
  • Numerische Gliederung: Du verwendest ausschließlich Zahlen in fortlaufender Reihenfolge.
    • 1. Einleitung
    • 2. Tite
    • 2.1 Untertitel
    • 2.2 Untertitel
    • 3. Titel
    • 3.1 Untertitel

8. Schritt: Quellenauswahl

Die wichtigste Quelle Deiner Dissertation ist Deine eigene Forschung! Eine Doktorarbeit zeichnet sich dadurch aus, dass Du sozusagen eigene Quellen durch Deine Forschungsmethode erschaffst.

Trotzdem verwendest Du natürlich auch bereits vorhandene Quellen. Ob diese verlässlich, also möglichst unabhängig sind, merkst Du oft daran, welchen Stellenwert der Autor für andere Wissenschaftler besitzt. Auch wenn der Autor sich selber auf andere wissenschaftliche Publikationen bezieht, ist dies ein Indiz dafür, dass dieser seine Publikation nach wissenschaftlichen Kriterien verfasst hat.

Auch die Aktualität von Quellen ist ein wichtiges Kriterium für die wissenschaftliche Relevanz. Außer es handelt sich um allgemein anerkannte Grundlagenforschung, die bereits älter ist.

Du musst jede Quelle die Du in Deiner Dissertation verwendest auf finanzielle Förderungen hin prüfen! So sollest Du beispielsweise prüfen, ob Publikationen beziehungsweise Zahlen und Fakten wirklich unabhängig sind, oder ob diese eine versteckte Werbemaßnahme darstellen.

Quellen sollten für Deine Dissertation sollten diese Eigenschaften mit sich bringen:

  • Deine wissenschaftliche Arbeit in einen größeren Kontext stellen.
  • Deine Thesen stützen oder auch Widersprüche aufzeigen.
  • Deine Themenwahl und Fragestellung begründen.

Du solltest nicht zu viele Quellen für Deine Doktorarbeit nutzen. Einerseits werden Deine Fußnoten zu unübersichtlich, und andererseits verzettelst Du Dich dann schnell. Prüfe bei jeder Quelle, die Du für Deine Dissertation nutzen willst, ob diese wirklich wichtig für ist, oder ob die Quelle eher ein Randthema beinhaltet.

Wenn eine Quelle nicht zwingend notwendig ist, sondern lediglich interessant, solltest Du diese nicht nutzen. Stattdessen kannst Du bei einem Randthema, das genügend interessante Erkenntnisse beinhaltet lieber einen wissenschaftlichen Artikel verfassen und diesen gesondert publizieren. Dies ist auch möglich, wenn Du keine kumulative Dissertation abgibst.

9. Schritt: Quellen zu Gliederung

Nach dem Aussuchen der Quellen musst Du diese Deinen einzelnen Gliederungspunkten zuordnen. Zuerst solltest Du Deine Quellen dafür auswerten. Du separierst also aus Deinen ausgewählten Quellen die für Deine Arbeit relevanten Aspekte. Anschließend fasst Du diese zusammen und sortierst sie dann zunächst einmal in Deine vorläufige Gliederung ein.

Dafür musst Du unbedingt wissen, welche Kapitel Deiner Dissertation was für Fragen oder Unterfragen beantworten sollen. Welche Aspekte gehören an welche Stelle? Meistens ändert sich in dieser Phase auch noch einmal Deine Gliederung, Du fügst Unterkapitel hinzu, oder streichst Andere. Du kannst dann in Deinen Quellen zielgerichtet nach den für das jeweilige Kapitel passenden Quellen suchen.

Wenn Du manche Aussagen zitieren willst, schreibe diese bei direkten Zitaten korrekt ab, oder formuliere die indirekten Zitate so, dass der Inhalt nicht verfälscht wird. Mache Dir immer Notizen, wo genau Du welche Information in welcher Quelle findest! So kannst Du Plagiate vermeiden (siehe Schritt 12). Darüber hinaus machen es Dir die Notizen später leichter, die Fußnoten hinzuzufügen und das Literaturverzeichnis zu erstellen.

10. Schritt: Einleitung

Die Einleitung ist der erste zusammenhängende Text, den Dein Betreuer und die Leser allgemein lesen. Es ist hier also besonders wichtig, dass Du diese schön und verständlich formulierst. Die Einleitung sollte den Lesern Lust auf das Lesen Deiner gesamten Dissertation machen.

In der Einleitung leitest Du zu Deinem Thema hin. Du legst inhaltliche Schwerpunkte fest, und nennst Deine Forschungsfrage sowie die Unterfragen. Auch Teil der Einleitung ist der Aufbau Deiner Arbeit, und die kurze Vorstellung von Deiner Forschungsmethode. Zwar schreiben die Meisten die Einleitung am Anfang des gesamten Schreibprozesses, aber oft muss die Einleitung am Ende noch einmal überarbeitet werden.

Im Verlauf des Schreibprozesses ändert sich nämlich meist noch einmal der inhaltliche Schwerpunkt ein wenig, oder es kommen neue Aspekte hinzu, die am Anfang noch nicht bedacht wurden.

Ideal ist eine Einleitung dann, wenn sie aktuelle gesellschaftliche oder wissenschaftliche Entwicklungen oder Ereignisse in Zusammenhang mit Deiner Arbeit bringt. Diese Vorgehensweise verdeutlicht noch einmal die besondere Relevanz von Deinem Forschungsthema.

Besonders wichtig ist, dass Du deutlich machst, in welchem wissenschaftlichen Diskurs sich Deine Dissertation einordnet. Dafür müssen diese Fragen in der Einleitung beantwortet werden:

  • Wie ist das allgemeine Forschungsfeld zu dem Thema?
  • Warum forscht Du zu diesen Thema?

Darüber hinaus solltest Du darstellen, welchen Beitrag Deine Arbeit zu dem Forschungsstand leisten soll. Du kannst dabei unterschiedlich vorgehen. Was Du mit Deiner Dissertation erreichen willst, hängt ganz wesentlich von Deiner Forschungsfrage ab. Hier findest Du Beispiele, was Du mit Deiner Arbeit erreichen wollen könntest:

  • Eine wissenschaftliche Lücke schließen: Deine Entscheidung musst Du in der Einleitung begründen.
  • Eine Gegenposition entwickeln: Wenn Du eine wissenschaftliche Position beziehen willst, die bisher nicht in diesem Themengebiet vertreten ist, solltest Du diese Entscheidung ebenfalls begründen.
  • Aktuellen Forschungsstand in Frage stellen: Ein Aspekt in Deinem Forschungsthema wurde Deiner Meinung nach unzureichend beachtet, oder die bisherige Forschung hat Fehler begangen.
  • Wissenschaftliche Grundlagen schaffen: Du möchtest an bisherige Forschungsergebnisse anknüpfen und weitere Grundlagen in Deinem Themengebiet erarbeiten.

Du erklärst in der Einleitung also sozusagen, wo Du das Feld in dem Du forschst aktuell siehst, aus welcher Perspektive Du dieses betrachtest, und warum Du in welcher Nische von dem Forschungsfeld mit Deiner Doktorarbeit andocken willst. Du ordnest Deine Dissertation in einen größeren Forschungskontext ein.

Ist die Einleitung gut strukturiert, lässt das darauf schließen, das Deine komplette Arbeit gut durchdacht und geordnet ist.

TIPP

Eine Dissertation unterscheidet sich in dem Sprachstil nicht von einer Bachelor-, oder einer Masterarbeit. Du solltest zwar Fachwörter nutzen, aber den Text nicht unnötig kompliziert formulieren. Kurze, einfache Sätze statt verschachtelte Satzkonstruktionen sind immer besser.

11. Schritt: Hauptteil

Das Herzstück Deiner Dissertation ist der Hauptteil. Dieser sollte mindestens etwa 80 Prozent von Deiner Doktorarbeit sein. Du beschreibst dort die theoretischen Grundannahmen Deiner Arbeit, und erklärst Theorien oder Modelle. Am bedeutsamsten ist aber die Darstellung von Deiner aktiven Forschung:

  • Warum hast Du Dich für die qualitative oder quantitative Forschung entschieden?
  • Wie bist Du bei der Erhebung der Daten/Messungen/Aussagen/Gespräche vorgegangen?
  • Wie lief Deine Erhebung ab? Welche Probleme oder Besonderheiten gab es?

Der Hauptteil besteht in der Regel aus mehreren Kapiteln und Unterkapiteln. Du solltest genau auf einen roten Faden achten und die Kapitel klar voneinander trennen. Du baust nach und nach eine Argumentationskette auf und belegst diese durch Deine eigenen Forschungsergebnisse.

12. Teil: Fazit schreiben

Nach dem Hauptteil folgt das Fazit. Dieses umfasst Deine Schlussfolgerungen, die Du aus Deiner Forschung ziehst. Allerdings sind alle Hinführungen zu Deinen Erkenntnisse bereits in dem Hauptteil der Arbeit zu finden. Neue Informationen gehören nicht in das Fazit.

Du fasst in dem Fazit also alles noch einmal übersichtlich und strukturiert zusammen. Du nimmst also auch noch einmal Bezug zu Deinen Forschungsfragen und zu Deiner Vorgehensweise bei der Forschung. Einen besonderen Stellenwert nimmt die Bewertung Deiner Arbeit ein. Hast Du in der Dissertation das erreicht, was Du vorhattest? Du bettest Deine Ergebnisse noch einmal in den größeren wissenschaftlichen Diskurs ein und gibst Anregungen dazu, welche weiteren Forschungen zu dem Thema sinnvoll wären.

13. Teil: Fußnoten und Zitate

Alle Zitate, egal ob es sich um direkte oder um indirekte Zitate handelt, musst Du kennzeichnen! Am besten ist es, wenn Du Dir bereits während dem Schreiben notierst, aus welcher Quelle jedes einzelne Zitat kommt. Auch Fakten und Informationen die Du aus anderen Publikationen übernimmst, musst Du kennzeichnen.

Ebenfalls muss aus Deiner Dissertation hervorgehen, wenn Du fremde Gedankengänge und Ideen übernommen hast. Besser Du kennzeichnest jede scheinbar noch so unbedeutende Kleinigkeit, bevor Dir am Ende ein Plagiat vorgeworfen wird!

Es gibt verschiedene Formen des Zitierens, meist wird Dir freigestellt, welche Du verwendest. Wichtig ist auf alle Fälle, dass Du während Deiner ganzen Doktorarbeit einheitlich zitierst.

Es gibt inzwischen einige Programme, die Dir das korrekte Zitieren erleichtern. Du kannst zum Beispiel Citavi oder EndNote nutzen. In diesen Programmen trägst Du Deine gesamten Literaturquellen, es wird dann neben dem schnelleren Zitieren und automatisch ein Literaturverzeichnis für Dich erstellt.

14. Schritt: Plagiatsprüfung

Du darfst auf gar keinen Fall etwas zitieren ohne eine Quellenangabe zu nennen! Dabei ist es unerheblich, ob Du direkt oder indirekt zitierst. Auch sinngemäß übernommene Aussagen musst Du kennzeichnen.

Dabei ist es gar nicht immer leicht, selber zu merken, wann man eine fremde Schlussfolgerung oder Idee übernimmt und wann es sich um eine Eigenleistung handelt. Schließlich liest Du Dich bereits seit Monaten in das Thema Deiner Doktorarbeit ein. Da verschwimmt manchmal das angelesene Wissen mit Deinen eigenen Gedanken und Ideen.

Wenn Du Zitate oder auch Gedankengänge, die Du übernommen hast, aber einfach nicht kennzeichnest, wirst Du sobald dies herauskommt exmatrikuliert. Der Traum von der Promotion durch die Dissertation ist dann vorbei. Markiere deshalb von Anfang an alles, was Du Dir aus fremden Quellen herausschreibst! Auch Sätze, die Du komplett umformulierst!

TIPP

Du solltest am Ende von Deinem Schreibprozess unbedingt eine Online-Plagiatsprüfung durchführen. Nur so kannst Du unbeabsichtigte Plagiate sicher vermeiden. So gut wie alle Professoren, die Doktorarbeiten bewerten, nutzen ebenfalls eine Online-Plagiatsprüfung. Mit der Software dauert es nur ein paar Minuten, bis Deine gesamte wissenschaftliche Arbeit überprüft wurde. In dieser Zeit wird Dein Text mit hunderttausend Publikationen abgeglichen. Stellen von Deinem Text, die eine auffällige Nähe zu bereits vorhandenen Texten aufweisen, aber nicht entsprechend markiert sind, werden Dir angezeigt. Praktischerweise wird auch gleich die Quelle mitgeliefert, sodass Du diese nur noch in Deinen Fußnoten zu ergänzen brauchst.

15. Schritt: Selber Korrekturlesen

Wenn Du die Prüfung auf Plagiate hinter Dich gebracht hast, dann solltest Du Deine Dissertation mehrmals selber Korrekturlesen. Am besten Du machst dies mit einem kleinen Abstand zwischen dem Schreibprozess. Nehme Dir eine kleine Auszeit von ein oder zwei Tagen, unternehme etwas Schönes mit Freunden, gehe in einen Park, und erhole Dich ein wenig.

Durch den gewonnenen Abstand kannst Du leichter Fehler oder seltsame Formulierungen erkennen. Außerdem ist es auch hilfreich, wenn Du Dir Deinen Text selber laut vorliest. Dadurch musst Du Dich mehr konzentrieren.

Besonders sinnvoll ist es, wenn Du Dich bei einem Lesedurchgang auf alle Formalitäten konzentrierst, und bei einem anderen Lesedurchgang auf den Inhalt und den roten Faden. Dabei hast Du die Möglichkeit, einzelne Absätze und auch Kapitel inhaltlich besser aufeinander abzustimmen und die Übergänge noch einmal zu optimieren.

16. Schritt: Literaturverzeichnis

Das Literaturverzeichnis kannst Du ganz unkompliziert mit einen der kostenfrei verfügbaren Programme erstellen. Diese sortieren Deine genutzte Literatur automatisch alphabetisch. Standartmäßig wird der Nachname des jeweiligen Autors vorangestellt, und diese nach dem Alphabet sortiert.

Aber nicht nur Bücher und Fachpublikationen gehören in das Literaturverzeichnis, sondern alle Quellen die Du für Deine Dissertation genutzt hast. Auch Websites, Filme, und Audioquellen. Diese kannst Du für eine bessere Übersichtlichkeit auch gesondert von den schriftlichen Quellen aufführen.

17. Schritt: Verzeichnis der Abkürzungen

Solltest Du in Deiner Doktorarbeit Abkürzungen verwendet haben, so musst Du diese in einem Abkürzungsverzeichnis erklären. Dieses gehört hinter dem Inhaltsverzeichnis Deiner Arbeit. Du schreibst in das Verzeichnis der Abkürzungen das jeweilige Wort aus, und dann dahinter in Klammern die von Dir genutzte Abkürzung. Sortieren solltest Du die Abkürzungen danach, in welcher Reihenfolge diese in Deiner Arbeit verwendet wurden.

Allgemein bekannte Abkürzungen wie z.B., ff., oder vgl. musst Du nicht extra in das Abkürzungsverzeichnis schreiben.

18. Schritt: Anhang

So gut wie keine wissenschaftliche Arbeit kommt ohne einen Anhang aus. In diesen kannst Du in Deiner Arbeit verwendete Tabellen und Grafiken einordnen.

Das sorgt einerseits für einen besseren Lesefluss von Deinem Text, und andererseits kannst Du so mehr Platz für Deinen Text erreichen. Oft ist die Dissertation von der Promotionsordnung auf eine bestimmte Seitenlänge beschränkt, der Anhang zählt allerdings nicht zu dieser Seitenanzahl.

Falls Du Interviews oder Umfragen für Deine Doktorarbeit durchgeführt hast, kommen diese ebenfalls in den Anhang. Du musst in Deinem Fließtext jeweils auf die Darstellungen und die Texte im Anhang verweisen. Du kannst zum Beispiel in die Fußnoten Anhang 1, Anhang 2 usw. schreiben.

Bei besonders großen Anhängen ist es sinnvoll ein extra Anhangsverzeichnis zu erstellen. Dieses ist vergleichbar mit dem Inhaltsverzeichnis, beinhaltet jedoch nur die Darstellung von Deinem Anhang. Dadurch wird der Anhang übersichtlicher. Das Anhangsverzeichnis gehört entweder vor dem Anhang oder hinter dem Inhaltsverzeichnis. Du kannst das Verzeichnis zum Beispiel so in verschiedene Kategorien einteilen (dahinter gehört noch die Seitenzahl):

  • Anhang A Expertenintervies
  • Anhang A1: Interview 1
  • Anhang A2: Interview 2
  • Anhang B Fragebögen
  • Anhang C: Grafiken
  • Anhang C1: Grafik 1
  • Anhang C2: Grafik 2

19. Schritt: Das Inhaltsverzeichnis

Im Gegensatz zu dem freiwilligen Anhangsverzeichnis ist das allgemeine Inhaltsverzeichnis Pflicht. Es gehört gleich hinter das Titelblatt Deiner Arbeit und soll dem Leser den Aufbau von Deiner Doktorarbeit übersichtlich darstellen.

Durch das Inhaltsverzeichnis soll es möglich sein, schnell die einzelnen Kapitel zu lokalisieren. Hinter jedem Gliederungspunkt steht die entsprechende Seitenzahl. Ob Du das Inhaltsverzeichnis selbst bereits mit einer Seitenzahl versiehst, ist Deine Entscheidung.

20. Schritt: Vorwort und Danksagung

Ein Vorwort ist ebenso wie die Danksagung keine Pflicht. Wenn Du möchtest kannst Du aber ein paar persönliche Worte schreiben. Zum Beispiel, wer Dich bei dem Schreiben Deiner wissenschaftlichen Arbeit unterstützt hat, oder wem Du danken möchtest (zum Beispiel für das Korrekturlesen). Es ist auch erlaubt, dass Du ein Zitat als Vorwort verwendest. Sowohl das Vorwort, wie auch die Danksagung gehören in Deiner Arbeit vor dem Inhaltsverzeichnis und hinter das Titelblatt.

21. Schritt: Abstract

Der Abstract stellt eine kurze Zusammenfassung von Deiner Dissertation dar. Um Deine Promotion musst Du Deine Dissertation veröffentlichen – der Abstract gibt der Öffentlichkeit beziehungsweise dem Leser die Möglichkeit, schnell herauszufinden, ob der Inhalt Deiner Dissertation für ihn interessant sein könnte.

Du solltest in dem Abstract neben Deinem Betreuer auch Deine Fachrichtung benennen, das entsprechende Fach der Studienrichtung, sowie Deine wissenschaftliche Forschungsmethode. Auch das Ziel der Arbeit, sowie das Ergebnis musst Du in dem Abstract zusammenfassen.

Was genau in den Abstract muss, und wie dieser aufgebaut sein soll steht in der Promotionsordnung von Deiner Fakultät.

22. Schritt: Korrekturlesen lassen

Auch wenn Du bereits selber einige Male Deine Arbeit korrekturgelesen hast, sollte das auch unbedingt noch mindestens eine weitere Person machen. Das kann ein Freund oder ein Verwandter sein, der mit der Thematik Deiner Doktorarbeit gar nichts zu tun hat. Besser ist es jedoch, einen ehemaligen Kommilitonen um das Korrekturlesen zu bitten.

Dieser sieht nicht nur Rechtschreib- und Grammatikfehler, sowie Fehler bei Fußnoten oder Quellenangaben, sondern kann Dir auch inhaltliche Tipps geben. Vielleicht hast Du etwas so formuliert, dass es selbst Menschen vom Fach nicht verstehen, oder Du hast an einer Stelle einen falschen Fachbegriff verwendet.

Wenn Du niemanden hast, der sich wirklich Zeit nimmt um Deine Dissertation Korrektur zu lesen besteht auch die Option, dass Du einen professionellen Dienstleister dafür bezahlst.

23. Schritt: Letzter Schliff

Bevor Du Dich jetzt an das Drucken Deiner Arbeit machst, gibst Du dieser noch den letzten Feinschliff. Dafür solltest Du ein ansprechendes Deckblatt gestalten. Auf dieses gehören normalerweise diese Angaben:

  • Name der Hochschule.
  • Titel der Dissertation.
  • Angaben zu Deiner Person.
  • Dein Doktorvater oder Deine Doktormutter.

Außerdem musst Du noch eine eidesstattliche Erklärung anfertigen. Was konkret auf dieser stehen muss, steht in Deiner Promotionsordnung. Mit der Erklärung versicherst Du, keinen Ghostwriter engagiert zu haben, und Deine Arbeit komplett selbstständig angefertigt zu haben.

Sollte sich herausstellen, dass die Erklärung nicht stimmt, und Du die Dissertation nicht selbstständig geschrieben hast, kann neben der nachträglichen Aberkennung von Deinem Doktortitel sogar eine Anzeige mit strafrechtlichen Konsequenzen auf Dich zu kommen.

Nach der Dissertation

Wenn Du mit allem fertig bist, druckst Du Deine wissenschaftliche Arbeit mehrmals aus. Wie viele Exemplare Du benötigst steht in der Promotionsordnung.

Meistens bewerten sowohl Dein Betreuer, sowie auch ein Zweitgutachter Deine Arbeit. Aber selbst wenn diese positiv bewertet wurde, und Deine Dissertation von dem Prüfungsamt damit angenommen wurde, ist Deine Promotion noch nicht beendet.

Du musst nun noch eine mündliche Prüfung ablegen. Je nach Universität läuft diese so ab:

  • Disputation: Du musst in einem öffentlichen Kolloquium beweisen, dass Du den Stand der Forschung in dem Themenbereich von Deiner Doktorarbeit gut kennst und Deine Arbeit verteidigen. Zunächst musst Du in der Regel ein Referat über Deine Arbeit halten, und anschließend Fragen zu dieser beantworten. Außerdem musst Du Fragen zu dem größeren wissenschaftlichen Zusammenhang Deines Fachbereiches beantworten.
  • Rigorosum: Du musst vor dem Prüfungskomitee ebenfalls Fragen zu Deiner Arbeit, sowie zu dem übergeordneten Fachbereich und dem Forschungsstand beantworten. Der Schwerpunkt liegt aber meistens nicht auf der Verteidigung Deiner Arbeit, sondern auf einer Abfrage der allgemeinen Forschung von dem Fachbereich.

Aber auch nach der bestandenen mündlichen Prüfung ist die Promotion nicht beendet. Um Deine Promotionsurkunde zu erhalten, und den Doktortitel tragen zu dürfen, musst Du Deine Dissertation veröffentlichen.

Du kannst Deinen Doktorvater oder Deine Doktormutter nach geeigneten Verlagen fragen. Es muss aber nicht zwangsläufig ein Verlag Deine Arbeit veröffentlichen. Stattdessen kannst Du Deine Arbeit auch elektronisch als E-Book der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

Die Benotung

Deine Promotion wird mit einer Gesamtnote abgeschlossen, die durch die Prüfungskommission ermittelt wird. Sie besteht aus der Note für Deine schriftliche Arbeit, und aus der Note der mündlichen Verteidigung oder Prüfung. In der Regel hat die Note Deiner schriftlichen Arbeit mehr Einfluss auf die Gesamtnote.

Noch heute ist es so, dass die Note von einer lateinischen Bezeichnung sowie der deutschen Übersetzung ergänzt wird. Die Skala der Noten von der Dissertation ist teilweise von Universität zu Universität verschieden. Es gibt auch unterschiedliche lateinische Begriffe für die Bewertungsskala:

Meist eine Note zwischen 0,5 bis 0,7 summa cum laude:
mit höchstem Lob, mit Auszeichnung, ausgezeichnet
opus eximium:
herausragendes Werk
Meist eine Note zwischen 0,7 bis 1,5 magna cum laude:
mit großem Lob, sehr gut
opus valde laudabile:
sehr lobenswertes Werk
Meist eine Note zwischen 1,5 bis 2,5 cum laude:
mit Lob, gut
opus laudabile:
lobenswertes Werk
Meist eine Note zwischen 2,5 bis 3,3 Rite:
befriedigend, genügend
opus idoneum:
geeignetes Werk
Meist eine Note schlechter als 3,3 insufficienter, non sufficit:
ungenügend
non rite:
ungenügend