Die Baumgart-Stiftung für Zeitgeschichte aus Ludwigshafen fördert Doktoranden und Habilitanden, die zu Tätern im Nationalsozialismus und ihrem Umfeld forschen. Mit dem Promotionsstipendium bekommst Du 1.500 € monatlich, zunächst für 2 Jahre. Auf Antrag verlängert die Stiftung um ein weiteres Jahr auf insgesamt bis zu 3 Jahre. Der Betrag trägt zu Deinem Lebensunterhalt und den Kosten Deines Projekts bei. In Ausnahmefällen kann danach noch das Promotionsabschluss-Stipendium folgen.
Das Promotionsabschluss-Stipendium kommt für Dich infrage, wenn Deine Dissertation oder Habilitation fast fertig und eine andere Förderung schon ausgelaufen ist. Du bekommst bis zu 6 Monate lang 1.500 € im Monat, um die Arbeit abzuschließen.
Dein Projekt muss neue Erkenntnisse über Menschen bringen, die am System der nationalsozialistischen Konzentrationslager, an der Waffen-SS oder an der Polizei beteiligt waren. Auch ihre Familien und ihr persönliches Umfeld gehören dazu. Die Stiftung berücksichtigt sowohl die Zeit bis Mai 1945 als auch die Nachkriegszeit bis heute. Deine Arbeit soll zeigen, wie Desinformation, Diskriminierung, Nationalismus und Gewalt zusammenwirken und wie die folgenden Generationen damit umgehen. Von Vorteil ist, wenn Du Nachkommen dieser Personen in Deine Forschung einbeziehst oder selbst zu ihnen gehörst und Quellen aus der Familie auswertest.
Zusätzlich kannst Du einen Zuschuss für Projektkosten beantragen, etwa für Archive und Recherchen, Forschungsreisen, Konferenzen oder Fachliteratur. Bei Reisen erstattet die Stiftung Bahnfahrten in der 2. Klasse, Flüge in der Economy Class und Fahrten mit dem eigenen Auto mit 0,30 € pro Kilometer. Für Übernachtungen bekommst Du bis zu 140 € pro Nacht, für Verpflegung 20 € pro Tag. Für die Buchveröffentlichung Deiner Arbeit übernimmt die Stiftung außerdem einen Teil der Druckkosten, höchstens 4.000 €.
Nach der Zusage wird das Geld in Teilbeträgen ausgezahlt, die jeweils höchstens 12 Monate abdecken. Während der Förderung schickst Du der Stiftung jedes halbe Jahr einen Zwischenbericht und am Ende einen Abschlussbericht. Sie bekommt ein Exemplar der fertigen Arbeit und wird in der Veröffentlichung von Dir als Förderer genannt.
Du kannst Dich jederzeit bewerben, feste Fristen gibt es nicht. Zuerst schickst Du der Stiftung per E-Mail eine kurze Anfrage. Darin stellst Du Dein Projekt vor und nennst den Zeitraum und die Summe, für die Du Unterstützung brauchst. Passt Dein Vorhaben zu den Zielen und zum aktuellen Budget der Stiftung, lernt ihr euch in einem Videogespräch kennen.
Danach reichst Du den vollständigen Antrag ebenfalls per E-Mail ein. Du brauchst eine Bestätigung Deines Betreuers, dass er Deine Arbeit begleitet.
Über die Förderung entscheidet der Vorstand nach Beratung durch den Stiftungsrat. Bis zur Antwort können bis zu 3 Monate vergehen. Absagen begründet die Stiftung in der Regel nicht.
Unser Tipp: Nutze Muster und Formulierungsbaukasten, um Dich von anderen Bewerbern abzuheben.