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Hiwi (wissenschaftliche Hilfskraft): Jobs, Voraussetzungen & Versteuerung

Als Hiwi arbeitest Du an einer Universität, Fachhochschule, Pädagogischen Hochschule oder an einer Kunst- und Musikhochschule und unterstützt den regulären Lehr- und Forschungsbetrieb. Bei uns erfährst Du, welche konkreten Aufgaben Du dabei hast und mit welchem Gehalt Du – je nach Bundesland und bisher erreichtem Studienabschluss – rechnen kannst.

Was ist eine Hiwi?

Definition

Hiwi ist die umgangssprachliche Abkürzung für den Begriff „wissenschaftliche Hilfskraft“. Als Hiwi arbeitest Du parallel zu Deinem Studium an der Uni oder Fachhochschule in Lehre, Forschung und Verwaltung mit und unterstützt die hauptberuflich tätigen Lehrkräfte bei allen anfallenden Tätigkeiten. Prinzipiell gibt es studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte.

Unterschied wissenschaftliche Hilfskraft und studentische Hilfskraft

Der Unterschied zwischen einer wissenschaftlichen und einer studentischen Hilfskraft liegt im Stand der Hochschulbildung.

  • Als wissenschaftliche Hilfskraft hast Du bereits einen Hochschulabschluss in der Tasche. Darüber hinaus wird differenziert, ob Du „nur“ einen ersten Studienabschluss (meist Bachelor) vorweisen kannst oder ob bereits eine vollständige Hochschulbildung abgeschlossen hast (Master, Magister, Diplom oder erstes Staatsexamen).
  • Als studentische Hilfskraft kannst Du noch keinen Studienabschluss vorweisen, bist aber an der entsprechenden Uni immatrikuliert.

Der Stundenlohn wissenschaftlicher Hilfskräfte fällt meist etwas höher aus als jener von studentischen Hilfskräften. Teilweise ist das Niveau der zu erledigenden Aufgaben bei wissenschaftlichen Hiwis auch etwas anspruchsvoller.

Wo finde ich einen Job als Hiwi?

Falls Du Dich für einen Hiwi-Job interessierst, solltest Du gezielt nach Ausschreibungen Ausschau halten oder direkt bei Deinen Dozenten oder Professoren nachfragen. Oft wirst Du an Schwarzen Brettern oder auf der Internetseite Deiner Hochschule bzw. Deines Instituts fündig. Zusätzlich kannst Du unsere kostenlose Jobsuche nutzen, um Dir einen Überblick über die aktuell ausgeschriebenen Hiwi-Jobs der unterschiedlichen Unis und Hochschulen zu verschaffen.

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Welche Aufgaben hat eine Hiwi?

Hiwis sollen das wissenschaftliche Personal in Forschung und Lehre unterstützen und helfen, den Lehr- und Forschungsbetrieb aufrechtzuerhalten. Während Unis und Hochschulen auf diese Weise von relativ günstigen Mitarbeitern profitieren, hast Du als Hilfswissenschaftler den Vorteil, bereits Berufserfahrungen sammeln zu können und ein regelmäßiges Einkommen für die Finanzierung Deines Studiums zu erhalten. Außerdem bekommst Du tiefe Einblicke in den Hochschulbetrieb: Wie werden Lehrveranstaltungen vorbereitet? Welche Forschungstätigkeiten fallen an einer Uni an? Zusätzlich kannst Du wertvolle Kontakte zu Doktoranden, Dozenten und Professoren knüpfen. Dies kann ein Türöffner für eine spätere Beschäftigung in Forschung und Lehre sein!

Das Tätigkeitsfeld einer wissenschaftlichen oder studentischen Hilfskraft ist dabei breit gefächert und reicht von rein unterstützenden Aufgaben wie etwa dem Kopieren von Texten und Büchern bis hin zu anspruchsvolleren Tutor-Tätigkeiten oder der Mitarbeit in Forschungsprojekten.

Folgende Tätigkeiten können als Hiwi u. a. auf Dich zukommen:

  • Kopieren, sortieren, recherchieren
  • Korrekturlesen und Redigieren wissenschaftlicher Arbeiten
  • Auswertung von Datenmaterial
  • Schreibarbeiten, EDV-Arbeiten
  • Durchführung von Workshops, Übungen und Lehrveranstaltungen
  • Aufsicht in Bibliotheken
  • Mitarbeit in konkreten Forschungsprojekten

Wie viel verdient man als Hiwi?

In den meisten Fällen ist für Hiwis ein Mindestbeschäftigungsumfang von 40 Stunden pro Monat vorgesehen und eine Obergrenze von etwa 80 Stunden festgelegt. Die Vergütung erfolgt dabei nach Stunden, ist aber von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt und wird teilweise auch von der Fachhochschule oder Uni selbst festgelegt. Leider sind Hiwis fast überall vom Geltungsbereich der Tarifverträge ausgenommen. Lediglich in Berlin regelt ein Tarifvertrag die Stundenlöhne und sieht derzeit einen Lohn von 12,30 Euro pro Stunde vor.

Für alle anderen Bundesländer (außer Hessen) gibt es eine Richtlinie der Tarifgemeinschaft deutscher Länder, die Höchstsätze für die unterschiedlichen Kategorien von Hiwis definiert. Manche Bundesländer haben auf dieser Basis verbindliche Stundensätze für ihre Hochschulen vorgeschrieben, andere überlassen dies den Unis selbst. In Hessen liegt die Zuständigkeit für die Festlegung der Stundenlöhne prinzipiell allein bei den Hochschulen.

Generell kann man sagen, dass die Bezahlung in den neuen Bundesländern leider immer noch etwas schlechter ist als in Westdeutschland, weil Bundesländer und Hochschulen hier die möglichen Höchstsätze nicht voll ausschöpfen.

mit Studienabschluss (wissenschaftliche Hilfskraft)

Die Richtlinie der Tarifgemeinschaft deutscher Länder hat folgende Vergütungshöchstsätze für Hilfskräfte mit Studienabschluss festgelegt:

  • Mit einem Bachelor- oder FH-Abschluss in der Tasche kannst Du im Tarifgebiet West mit bis zu 11,94 Euro pro Stunde rechnen, im Tarifgebiet Ost mit bis zu 11,49 Euro.
  • Mit einer abgeschlossenen wissenschaftlichen Hochschulbildung bekommst Du im Tarifgebiet West maximal 16,21 Euro pro Stunde, im Tarifgebiet Ost 15,63 Euro.

ohne Studienabschluss (studentische Hilfskraft)

Der gesetzliche Mindestlohn von aktuell 8,84 Euro pro Stunde gilt als Untergrenze für nahezu alle Jobs in Deutschland. Nur in Einzelfällen liegt das Gehalt einer studentischen Hilfskraft darunter. Lediglich Hiwis unter 18 Jahren (bei sehr frühem Studienbeginn) haben noch keinen Anspruch auf diesen Mindestlohn.

Die Richtlinie der Tarifgemeinschaft deutscher Länder hat folgende Vergütungshöchstsätze für Hilfskräfte ohne Studienabschluss festgelegt:

  • Tarifgebiet West: maximal 10,27 Euro
  • Tarifgebiet Ost: maximal 9,87 Euro