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Inhalt13 Abschnitte
- Wie wird man Zimmerer?
- Wie lange dauert die Ausbildung und was verdienst Du?
- Was brauchst Du, um Zimmerer zu werden?
- Geht es auch als Quereinsteiger?
- Was macht ein Zimmerer?
- Wo und wann arbeiten Zimmerer?
- Zimmerer, Zimmermann, Tischler: Was ist der Unterschied?
- Warum gehen Zimmerer auf die Walz?
- Was verdient ein Zimmerer?
- Welche Weiterbildungen gibt es?
- Hat der Beruf Zimmerer Zukunft?
- Passt der Beruf zu Dir?
- Weiter zu Ausbildung und Holzberufen
Zimmerer, auch Zimmermann oder Zimmerin genannt, bauen Dachstühle, Holzhäuser und Hallen: Sie bereiten Balken und ganze Wände in der Werkhalle vor, montieren sie auf der Baustelle und sanieren alte Holzkonstruktionen.
Wie wird man Zimmerer?
Zimmerer oder Zimmerin wirst Du mit einer dualen Ausbildung von 3 Jahren in einer Zimmerei oder einem Holzbaubetrieb. Am Ende steht die Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Einen Schulabschluss schreibt das Gesetz nicht vor. Seit dem 1. August 2026 gilt für die Bauberufe eine neue Ausbildungsordnung. Diese vier Wege führen in den Beruf:
So läuft die Ausbildung zum Zimmerer ab
- 1. JahrBetrieb, Berufsschule, AusbildungszentrumDu lernst an drei Orten: in Deinem Betrieb, in der Berufsschule und 13 Wochen lang in einem überbetrieblichen Ausbildungszentrum der Bauwirtschaft.
- 2. JahrGesellenprüfung Teil 1Nach weiteren 11 Wochen im Ausbildungszentrum kommt im vierten Halbjahr Teil 1: eine Arbeitsaufgabe von 8 Stunden mit Dokumentation und 120 Minuten schriftlich. Teil 1 zählt schon 40 % der Endnote.
- 3. JahrMehr Zeit im BetriebNur noch 6 Wochen bist Du im Ausbildungszentrum, sonst im Betrieb, in der Werkhalle und auf der Baustelle.
- Nach 3 JahrenGesellenprüfung Teil 2In 8 Stunden stellst Du Holzbauteile her. Schriftlich geht es um Dachkonstruktionen, Holzkonstruktionen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Die Holzbauteile musst Du auf jeden Fall bestehen.
Erst Ausbaufacharbeiter, dann Zimmerer
Die frühere Stufenausbildung am Bau gibt es seit August 2026 nicht mehr. Du kannst aber zuerst die zweijährige Ausbildung zum Ausbaufacharbeiter machen und ein Jahr Zimmerer anhängen. Die 24 Monate zählen dann mit, und Teil 1 der Gesellenprüfung fällt weg. Umgekehrt gilt: Bestehst Du die Zimmerer-Prüfung nicht, kannst Du den Abschluss als Ausbaufacharbeiter beantragen.
Quellen: Ausbauberufeausbildungsverordnung (AusbauBAusbV) §§ 2, 11, 24 bis 36, in Kraft seit 1. August 2026; BIBB, Neuordnung der Bauberufe; § 8 Berufsbildungsgesetz; § 37 Handwerksordnung; § 180 SGB III.

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Wie lange dauert die Ausbildung und was verdienst Du?
Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Dein Ausbildungsgehalt nach Tarif ist seit April 2026 im ganzen Bundesgebiet gleich. Ausbildungsplätze, Berufsschule und Inhalte findest Du im Artikel Zimmerer-Ausbildung.
Quellen: IG BAU, Tarifvertrag über Ausbildungsvergütungen im Baugewerbe; BERUFENET Zimmerer/in.
Dein Weg ins Zimmererhandwerk
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Was brauchst Du, um Zimmerer zu werden?
Vorgeschrieben ist kein Schulabschluss: Die Betriebe entscheiden selbst, wen sie ausbilden. So sah es 2024 bei den neuen Azubis aus:
Quelle: BIBB, DAZUBI-Datenblatt Zimmerer/-in, Berichtsjahr 2024.
Geht es auch als Quereinsteiger?
Ja, über eine Umschulung oder die Externenprüfung. Für die Arbeit als Zimmerer verlangen Betriebe in der Regel einen Gesellenbrief.
Was macht ein Zimmerer?
Zimmerer errichten Dachstühle, Holzhäuser und Hallen, bauen Treppen, Fenster und Verkleidungen ein und sanieren alte Holzbauteile. Fast die Hälfte des Geldes verdienen Zimmereien heute an Häusern, die schon stehen:
Quelle: Holzbau Deutschland, Lagebericht 2026.
Vom Plan zum fertigen Dachstuhl
- Schritt 1Pläne lesenDu arbeitest nach den Plänen von Architekten und Ingenieuren, prüfst Maße und Winkel und rechnest aus, wie viel Holz Du brauchst.
- Schritt 2Abbinden in der WerkhalleBalken, Latten und Platten schneidest Du zu, oft an CNC-Maschinen, die ihre Daten aus dem Holzbauprogramm am Computer bekommen. Abbinden heißt: Alle Teile werden so vorbereitet, dass sie später genau ineinanderpassen.
- Schritt 3VorfertigenIn der Halle setzt Du Wände, Decken oder Dachelemente zusammen und schützt das Holz gegen Feuchtigkeit, Schädlinge und Feuer.
- Schritt 4Montieren auf der BaustelleEin Kran hebt die fertigen Teile an ihren Platz. Du richtest sie aus, verankerst sie und prüfst mit Wasserwaage, Lot und Winkel, ob alles stimmt. Dann kommt die Dämmung gegen Kälte, Hitze und Lärm.
Wo und wann arbeiten Zimmerer?
Du wechselst zwischen Werkhalle und Baustelle. Auf der Baustelle arbeitest Du oft in großer Höhe und bei jedem Wetter. Holzbaubetriebe sind im Schnitt klein: Auf einen Betrieb kommen gut 6 Personen.
Zimmerer, Zimmermann, Tischler: Was ist der Unterschied?
Zimmerer und Zimmermann meinen denselben Beruf. Amtlich heißt er Zimmerer und Zimmerin. Zimmermann ist der alte Name, den viele im Handwerk weiter benutzen. Leicht verwechseln kannst Du den Beruf mit dem Tischler, der ebenfalls mit Holz arbeitet:
| Beruf | Was Du baust |
|---|---|
| Zimmerer/in | Dachstühle, Holzhäuser und Hallen, Wände und Decken, dazu Treppen und Verkleidungen |
| Tischler/in | Möbel, Türen, Fenster und Innenausbau, meist als Einzelstück nach Maß |
Warum gehen Zimmerer auf die Walz?
Auf der Walz ziehen junge Gesellen mehrere Jahre von Ort zu Ort, lernen bei fremden Betrieben neue Arbeitsweisen und sammeln Lebenserfahrung. Die meisten Wandergesellen, die heute unterwegs sind, haben Zimmerer gelernt. Seit 2014 steht die Walz im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der Deutschen UNESCO-Kommission.
Was verdient ein Zimmerer?
Als Zimmerer verdienst Du im Mittel 3.883 € brutto im Monat. Einstiegsgehalt, Gehalt nach Bundesland und nach Abschluss findest Du im Artikel Zimmerer-Gehalt.
Welche Weiterbildungen gibt es?
Am Bau steigst Du in drei Stufen auf: Vorarbeiter, Werkpolier, Polier. Der Meister öffnet Dir den eigenen Betrieb. Für jede Stufe zählt Deine Berufspraxis mitsamt der Ausbildung:
- ab 4 Jahren PraxisVorarbeiterDu führst einen kleinen Trupp auf der Baustelle. Die Prüfung beruht auf einer Vereinbarung der Tarifpartner am Bau.
- ab 5 Jahren PraxisWerkpolierDu leitest die Arbeit auf der Baustelle. Für Zimmerer gibt es den Schwerpunkt Holzbau und Bauen im Bestand. Mit Vorarbeiterprüfung reicht 1 Jahr weniger.
- ab 5 Jahren PraxisGeprüfter PolierBundesweit geregelte Prüfung: Du planst und überwachst Baustellen und führst die Mannschaft. Du brauchst dafür das Können eines Werkpoliers.
Der Zimmerermeister: Dein Weg zum eigenen Betrieb
Weitere Wege nach oben
| Weiterbildung | Was Du damit machst |
|---|---|
| Restaurator im Zimmererhandwerk | Denkmäler und historische Holzbauten erhalten. Zugang mit Meisterprüfung, Abschluss Master Professional. |
| Gebäudeenergieberater (HWK) | Hausbesitzer zu Dämmung und Energie beraten. Zugang meist als Meister, 2 bis 15 Monate. |
| Staatlich geprüfter Techniker | Fachrichtung Holztechnik oder Bautechnik, 2 Jahre in Vollzeit oder 3 bis 4 Jahre neben dem Beruf. |
| Studium | etwa Holzbau und Ausbau (TH Rosenheim) oder Holzingenieurwesen (HNEE Eberswalde), je 7 Semester bis zum Bachelor. |
Als Meister darfst Du jedes Fach studieren. Als Geselle reichen 3 Jahre Berufspraxis für ein passendes Fach, wenn Du eine Eignungsprüfung oder ein Probestudium bestehst. Mit Abitur geht es auch zusammen: An der Hochschule Biberach verbindest Du Zimmererlehre und Bachelor Holzbau-Projektmanagement und kommst in fünfeinhalb Jahren bis zum Bachelor, auf Wunsch auch zum Meister.
Quellen: Handwerksordnung §§ 1, 7, 7b, 22b, 49, 51 und Anlage A; Zimmerermeisterverordnung; Verordnung Geprüfter Polier; Holzbau Deutschland, Prüfungsordnungen Vorarbeiter und Werkpolier; Restaurator-Prüfungsverordnung; KMK-Beschluss Hochschulzugang 2009; Aufstiegs-BAföG; Kursseiten HWK Trier, Meisterschule Reutlingen, TH Rosenheim, HNEE, HS Biberach; Stand Oktober 2026.
Hat der Beruf Zimmerer Zukunft?
Ja: Fast jedes vierte neue Wohnhaus entsteht aus Holz, so viele wie nie zuvor. Und es wird wieder mehr gebaut: Im ersten Halbjahr 2026 wurden 15,1 % mehr Wohnungen genehmigt als ein Jahr zuvor.
Als Engpassberuf führt die Bundesagentur für Arbeit Zimmerer 2025 nicht mehr, sondern im Beobachtungsbereich. 2024 waren sie noch Engpassberuf. Immer mehr junge Frauen lernen den Beruf:
Quelle: BIBB, Datensystem Auszubildende (DAZUBI).
Passt der Beruf zu Dir?
Was solltest Du mitbringen?
- gern draußen arbeitest, auch bei Kälte, Hitze und Regen
- schwindelfrei bist und Dich auf Gerüsten und Dachbalken sicher bewegst
- Dir einen Plan räumlich vorstellen kannst
- mit Zahlen klarkommst, etwa bei Maßen, Winkeln und Material
- körperlich fit bist und schwere Balken tragen kannst
- gern im Team arbeitest, mit Kranführern, Maurern und der Bauleitung
- lieber am Schreibtisch sitzt
- Höhe oder schlechtes Wetter nicht magst
- nicht auch mal für eine Montage weiter weg fahren willst
- Maschinenlärm nicht verträgst
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