Schlosser: Ausbildung & Beruf

4 Metallberufe statt Schlosser3,5 Jahre Ausbildung968 bis 1.270 € im 1. Ausbildungsjahr3.588 € mittleres Gehalt
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Inhalt8 Abschnitte
  1. Wie wird man Schlosser?
  2. Was ist ein Schlosser?
  3. Was macht ein Schlosser?
  4. Was verdient ein Schlosser?
  5. Hat der Beruf Schlosser Zukunft?
  6. Wie geht es nach der Ausbildung weiter?
  7. Passt der Beruf zu Dir?
  8. Weiter zu den Metallberufen

Schlosser ist heute ein Sammelbegriff für Fachkräfte, die Metall zuschneiden, schweißen, montieren und reparieren.

Wie wird man Schlosser?

Schlosser wirst Du über eine duale Ausbildung, also im Betrieb und in der Berufsschule, in einem der vier Metallberufe. Welcher der vier Berufe passt, hängt davon ab, was Du bauen willst und ob Du lieber im Handwerk oder in der Industrie arbeitest. Alle vier dauern 3,5 Jahre.

Metallbauer/in im Handwerk

Das ist der direkte Nachfolger der Schlosser-Ausbildung und ein Handwerk mit Meisterpflicht, Nummer 13 in Anlage A der Handwerksordnung. Die Grundlagen sind für alle gleich: Schweißen und Schneiden mit Hitze, Sägen, Bohren und Feilen von Hand, Arbeiten an Maschinen, Biegen von Blechen und Profilen, Elektrotechnik, Oberflächenschutz etwa gegen Rost und Montieren. Im 3. und 4. Jahr geht es vor allem um die Fachrichtung, die Du gewählt hast:

FachrichtungWas Du dort lernst
Konstruktions­technikMetall- und Stahlbaukonstruktionen wie Treppen, Geländer und Tore bauen und Bauteile an Gebäuden befestigen
Metall­gestaltungam Schmiedefeuer und von Hand schmieden, Blech mit dem Hammer formen (das heißt Treiben) und Oberflächen gestalten
Nutzfahrzeug­bauKarosserien, Fahrzeugrahmen und Aufbauten bauen und umbauen, dazu Elektrik, Hydraulik und Pneumatik

Die Gesellenprüfung legst Du in zwei Teilen ab:

  1. Vor Ende des 2. JahresGesellenprüfung Teil 1Du erledigst eine Arbeitsaufgabe wie einen echten Kundenauftrag und erklärst sie danach in einem kurzen Fachgespräch. Du hast 7 Stunden, das Gespräch dauert höchstens 15 Minuten. Teil 1 zählt 30 %.
  2. Am Ende der AusbildungGesellenprüfung Teil 2Wieder bearbeitest Du unter anderem einen Kundenauftrag. Dieser Teil zählt 70 % der Note.

Industriemechaniker/in

Der Beruf ersetzt seit 1987 unter anderem den Maschinenschlosser. Du stellst Bauteile her, montierst Maschinen und Anlagen, hältst sie instand und arbeitest mit Steuerungstechnik. Kein anderer der vier Berufe hat so viele Azubis:

Neue Azubis im Jahr 2024
neu abgeschlossene Ausbildungsverträge in Deutschland
Industriemechaniker/inIndustrie11.094
Metallbauer/inHandwerk, nur Konstruktionstechnik3.408
Konstruktionsmechaniker/inIndustrie1.875
Anlagenmechaniker/inIndustrie1.071

Quelle: BIBB, Datensystem Auszubildende (DAZUBI), Berichtsjahr 2024.

Konstruktionsmechaniker/in

Der Beruf ist unter anderem an die Stelle von Bau- und Stahlbauschlosser getreten. Du trennst, formst und fügst Bleche und Profile und montierst daraus große Metallkonstruktionen.

Anlagenmechaniker/in

Hier dreht sich alles um Rohrleitungen, Behälter und Apparate: Du baust und prüfst sie und hältst Anlagen instand. Nicht zu verwechseln mit Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, das ist ein anderer Beruf. In allen drei Industrieberufen legt Dein Ausbildungsbetrieb fest, worin Du Dich vertiefst:

BerufEinsatzgebiete zur Wahl
Industrie­mechaniker/inInstandhaltung, Maschinen- und Anlagenbau, Produktionstechnik, Feingerätebau
Konstruktions­mechaniker/inStahl- und Metallbau, Schiffbau, Feinblechbau, Schweißtechnik, Ausrüstungstechnik
Anlagen­mechaniker/inAnlagenbau, Apparate- und Behälterbau, Instandhaltung, Rohrsystemtechnik, Schweißtechnik

Welchen Schulabschluss brauchst Du?

Vorgeschrieben ist keiner: Die Ausbildungsordnungen nennen keine Voraussetzungen. Die Betriebe wählen selbst aus. So sah es 2024 bei den neuen Azubis aus:

Neue Azubis 2024 mit mittlerem Schulabschluss
Anteil an allen neuen Azubis des Berufs
Metallbauer/inKonstruktionstechnik; 45 % Hauptschule, 9 % (Fach-)Abitur40 %
Konstruktionsmechaniker/in54 %
Industriemechaniker/in16 % Hauptschule, 20 % (Fach-)Abitur62 %
Anlagenmechaniker/in63 %

Quelle: BIBB, Datensystem Auszubildende (DAZUBI), Berichtsjahr 2024.

Kurz beantwortet
Wie lange dauert die Ausbildung zum Schlosser?3,5 Jahrein allen vier Berufen, so steht es in den Ausbildungsordnungen
Handwerk oder Industrie?Im Handwerk bist Du oft auf Baustellen und beim Kunden, in der Industrie meist in Werkstatt und Werkhalle.In der Industrie ist die Ausbildungsvergütung nach Tarif höher.
Wie heißt die Prüfung am Ende?Im Handwerk Gesellenprüfung, in der Industrie Abschlussprüfung.Beide bestehen aus zwei Teilen, Teil 1 kommt vor dem Ende des 2. Jahres.
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Was ist ein Schlosser?

Schlosser ist heute ein Sammelbegriff für Fachkräfte, die Metall zuschneiden, schweißen, montieren und reparieren. Eine Ausbildung mit dem Namen Schlosser gibt es nicht mehr. Heute nennt man sie im Handwerk Metallbauer/in (seit 1989), in der Industrie (seit 1987) Industriemechaniker/in, Konstruktionsmechaniker/in oder Anlagenmechaniker/in. In Stellenanzeigen steht trotzdem oft "Schlosser", etwa "Betriebsschlosser" oder "Metallbauer / Schlosser".

FrüherAusbildung heuteBereich
SchlosserMetall­bauer/inHandwerk, seit 1989
Maschinen­schlosserIndustrie­mechaniker/inIndustrie, seit 1987
Bau- und Stahlbau­schlosserKonstruktions­mechaniker/inIndustrie, seit 1987
Betriebs­schlosserIndustrie-, Anlagen- oder Konstruktions­mechaniker/inIndustrie, seit 1987
Kfz-SchlosserKfz-Mecha­troniker/inKfz-Technik, seit 2003

Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Entwicklung der Ausbildungsberufe.

Kurz beantwortet
Gibt es den Beruf Schlosser heute noch?Ja, als Job, aber nicht mehr als Ausbildung.Wer heute Schlosser werden will, lernt einen der vier Metallberufe aus der Tabelle.
Ist Metallbauer das Gleiche wie Schlosser?Fast: Metallbauer ersetzt die Schlosser-Ausbildung im Handwerk.Seit 1998 sind Schlosser und Metallbauer auch in der Handwerksordnung ein einziges Handwerk.
Was ist der Unterschied zwischen Metallbau und Schlosserei?Im Handwerk keiner mehr: Schlosserei ist der alte Name für einen Metallbaubetrieb.Viele Betriebe führen den Namen weiter.

Was macht ein Schlosser?

Schlosser stellen Bauteile und Konstruktionen aus Metall her, montieren sie und halten sie instand. Meist arbeitest Du nach einer technischen Zeichnung. Was genau dazugehört, hängt davon ab, ob Du in einem Handwerksbetrieb oder in der Industrie arbeitest.

BereichWas Du baust und instand hältst
HandwerkTreppen, Geländer, Überdachungen und Fassadenteile, Türen und Tore samt Beschlägen und Schlössern, Schmiedearbeiten nach Kundenwunsch, Aufbauten und Rahmen für Nutzfahrzeuge
IndustrieMaschinen und Anlagen bauen und warten, Stahlkonstruktionen schweißen, Rohrleitungen und Behälter bauen

Ein Auftrag in der Werkstatt, Schritt für Schritt

  1. Schritt 1Werkzeug und Material bereitlegenHammer, Winkel, Maßband und Feile liegen bereit, das Schweißgerät ist geprüft. Dann holst Du das Material, zum Beispiel Metallplatten für Stahlträger.
  2. Schritt 2Platten zuschneidenDu sägst die Platten, entgratest die Kanten, damit nichts scharf bleibt, und reißt die Maße an, zeichnest also Hilfslinien. Dann bohrst Du die Löcher.
  3. Schritt 3Träger vorbereitenDu prüfst die Länge der Stahlträger, entgratest sie und bohrst die Löcher mit der Magnetbohrmaschine.
  4. Schritt 4SchweißenDu fixierst die Platten mit Schraubzwingen am Träger und schweißt sie genau nach der technischen Zeichnung fest.
  5. Schritt 5KontrollierenZum Schluss prüfst Du, ob alle Platten richtig sitzen und alle Maße stimmen.
Wo arbeiten Schlosser?
Im HandwerkIn der Werkstatt, oft auch auf Baustellen und direkt beim Kunden.Arbeitgeber: Metallbaubetriebe, Schlossereien, Kunstschmieden, Fahrzeugbauer
In der IndustrieMeist in Werkstatt und Werkhalle, manchmal auf Baustellen.Arbeitgeber: Stahl- und Schiffbau, Maschinen- und Anlagenbau, große Betriebe mit eigener Instandhaltung

Was verdient ein Schlosser?

Schlosser im Metallbau verdienen im Mittel 3.588 € brutto im Monat, in der Industrie liegt der Wert höher. Gemeint ist der Median laut Statistischem Bundesamt, also der Wert in der Mitte: Die Hälfte verdient mehr, die Hälfte weniger. Mehr Zahlen, auch nach Bundesland, findest Du im Artikel Schlosser-Gehalt.

3.588 €
Metallbau
Schlosser, Metallbauer und Konstruktionsmechaniker
4.042 €
Anlagenmechaniker
Industrie
4.205 €
Industriemechaniker
Industrie
Quelle: Statistisches Bundesamt, Verdiensterhebung; Median, brutto im Monat.

Was verdient ein Schlosser in der Ausbildung?

Nach Tarif bekommst Du im 1. Ausbildungsjahr 968 bis 1.270 € brutto im Monat, in der Industrie mehr als im Handwerk. Wer 2026 in einem Betrieb ohne Tarifvertrag beginnt, bekommt mindestens 724 € im 1. Jahr.

Ausbildungsvergütung im 1. Jahr, brutto
Durchschnitt nach Tarif in Deutschland, 2025
Metallbauer/inHandwerk, 4. Jahr: 1.204 €968 €
Industriemechaniker/in4. Jahr: 1.452 €1.221 €
Konstruktionsmechaniker/in4. Jahr: 1.451 €1.225 €
Anlagenmechaniker/in4. Jahr: 1.535 €1.270 €

Quellen: BIBB, Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2025, Stand Januar 2026; Mindestausbildungsvergütung 2026.

Hat der Beruf Schlosser Zukunft?

Ja, die Bundesagentur für Arbeit zählt die Berufe im Metallbau zu den Engpassberufen: Betriebe finden nur schwer genug Fachkräfte. Schlosser werden in vielen Branchen gebraucht, vom Bau über den Fahrzeugbau bis zum Maschinenbau. Zugleich beginnen immer weniger junge Leute die Ausbildung im Metallbau:

Neue Azubis als Metallbauer/in, Konstruktionstechnik
neu abgeschlossene Ausbildungsverträge in Deutschland
20087.587
20223.636
20233.618
20243.408

Quellen: BIBB, Datensystem Auszubildende; Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2025.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Die zwei wichtigsten Weiterbildungen sind Industriemeister und staatlich geprüfter Techniker, beide gibt es auch als Fernkurs.

Die Fernkurse bereiten Dich auf die Prüfung bei der IHK bzw. auf die staatliche Technikerprüfung vor. Ein Studium ersetzen sie nicht.
1
ILS
Geprüfte/r Industriemeister/in (IHK) Fachrichtung Metall
ILS* · Fernkurs
IHK
2
ILS
Staatlich geprüfte/r Techniker/in (Bachelor Professional) der Fachrichtung Maschinentechnik
ILS* · Fernkurs
staatlich
3
Fernakademie für Erwachsenenbildung
Geprüfte/r Industriemeister/in Metall (IHK)
Fernakademie für Erwachsenenbildung* · Fernkurs
IHK
4
SGD
Staatl. gepr. Techniker/in (Bachelor Professional in Technik) der Fachrichtung Maschinentechnik, Schwerpunkt Konstruktionstechnik
SGD* · Fernkurs
staatlich
Meister oder Techniker?
Industriemeister/in Metall (IHK)Führung in der Industrie: Du führst Mitarbeiter, überwachst die Produktion und verantwortest Azubis.Zugang: Abschluss in einem Metallberuf, für den 2. Prüfungsteil 1 Jahr Praxis und die Ausbilderprüfung. Als Fernkurs 24 Monate bei etwa 14 Stunden pro Woche, Prüfung vor der IHK.
Staatlich geprüfte/r Techniker/in MaschinentechnikTechnik und Führung: Du löst technische Aufgaben, etwa in der Konstruktion, und führst auf mittlerer Ebene.Zugang: passender Berufsabschluss und je nach Bundesland bis zu 1 Jahr Praxis. Als Fernkurs 42 Monate bei etwa 15 Stunden pro Woche, dann staatliche Prüfung. Der Zusatz "Bachelor Professional" ist kein Hochschulabschluss.

Quellen: Industriemeister-Verordnung Metall, KMK-Rahmenvereinbarung über Fachschulen, Kursseiten von ILS, SGD und Fernakademie, Stand September 2026.

Gut zu wissen
Wer bezahlt die Weiterbildung?Du kannst Aufstiegs-BAföG beantragen.Das gilt für Meister- und Technikerkurse, auch für staatlich zugelassene Fernkurse.
Kann ich danach studieren?Ja, auch ohne Abitur: Meister und Techniker haben Zugang zur Hochschule.Grundlage ist ein Beschluss der Kultusministerkonferenz von 2009.
Kann ich einen eigenen Betrieb gründen?In der Regel mit dem Meister im Metallbauer-Handwerk, denn Metallbauer ist ein zulassungspflichtiges Handwerk.Ob die Handwerkskammer einen Techniker- oder Industriemeister-Abschluss als gleichwertig anerkennt, entscheidet sie im Einzelfall.

Passt der Beruf zu Dir?

Was solltest Du mitbringen?

Das passt zu Dir, wenn Du ...
  • gern mit den Händen arbeitest und eine ruhige Hand hast
  • sorgfältig bist, denn an Säge, Bohrer und Schweißgerät kann ein Fehler gefährlich werden
  • technische Zeichnungen lesen und genau messen kannst
  • in Mathe gut zurechtkommst
  • freundlich mit Kunden umgehst
Eher nicht, wenn Du ...
  • lieber am Schreibtisch sitzt
  • Lärm, Funken und Schutzkleidung nicht magst
  • nicht auf Baustellen oder bei Kunden arbeiten willst

Weiter zu den Metallberufen

Quellen dieses Artikels Berufsgeschichte: BIBB, Genealogie der Ausbildungsberufe und Datensystem Auszubildende (Schlosser, Maschinen-, Bau-, Stahlbau-, Betriebs- und Kfz-Schlosser) · Ausbildung: Metallbauer-Ausbildungsverordnung 2008, Verordnung über die Berufsausbildung in den industriellen Metallberufen (Fassung 2018), Handwerksordnung Anlage A · Azubis und Schulabschlüsse: BIBB, Datensystem Auszubildende, Berichtsjahr 2024 · Ausbildungsvergütung: BIBB, Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2025, Mindestausbildungsvergütung 2026 · Gehalt: Statistisches Bundesamt, Verdiensterhebung · Weiterbildung: Industriemeister-Verordnung Metall, KMK-Rahmenvereinbarung über Fachschulen, KMK-Beschluss Hochschulzugang 2009, Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz, Handwerksordnung § 7, Kursseiten ILS, SGD, Fernakademie · Arbeitsmarkt: Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2025

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