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Inhalt8 Abschnitte
Schlosser ist heute ein Sammelbegriff für Fachkräfte, die Metall zuschneiden, schweißen, montieren und reparieren.
Wie wird man Schlosser?
Schlosser wirst Du über eine duale Ausbildung, also im Betrieb und in der Berufsschule, in einem der vier Metallberufe. Welcher der vier Berufe passt, hängt davon ab, was Du bauen willst und ob Du lieber im Handwerk oder in der Industrie arbeitest. Alle vier dauern 3,5 Jahre.
Metallbauer/in im Handwerk
Das ist der direkte Nachfolger der Schlosser-Ausbildung und ein Handwerk mit Meisterpflicht, Nummer 13 in Anlage A der Handwerksordnung. Die Grundlagen sind für alle gleich: Schweißen und Schneiden mit Hitze, Sägen, Bohren und Feilen von Hand, Arbeiten an Maschinen, Biegen von Blechen und Profilen, Elektrotechnik, Oberflächenschutz etwa gegen Rost und Montieren. Im 3. und 4. Jahr geht es vor allem um die Fachrichtung, die Du gewählt hast:
| Fachrichtung | Was Du dort lernst |
|---|---|
| Konstruktionstechnik | Metall- und Stahlbaukonstruktionen wie Treppen, Geländer und Tore bauen und Bauteile an Gebäuden befestigen |
| Metallgestaltung | am Schmiedefeuer und von Hand schmieden, Blech mit dem Hammer formen (das heißt Treiben) und Oberflächen gestalten |
| Nutzfahrzeugbau | Karosserien, Fahrzeugrahmen und Aufbauten bauen und umbauen, dazu Elektrik, Hydraulik und Pneumatik |
Die Gesellenprüfung legst Du in zwei Teilen ab:
- Vor Ende des 2. JahresGesellenprüfung Teil 1Du erledigst eine Arbeitsaufgabe wie einen echten Kundenauftrag und erklärst sie danach in einem kurzen Fachgespräch. Du hast 7 Stunden, das Gespräch dauert höchstens 15 Minuten. Teil 1 zählt 30 %.
- Am Ende der AusbildungGesellenprüfung Teil 2Wieder bearbeitest Du unter anderem einen Kundenauftrag. Dieser Teil zählt 70 % der Note.
Industriemechaniker/in
Der Beruf ersetzt seit 1987 unter anderem den Maschinenschlosser. Du stellst Bauteile her, montierst Maschinen und Anlagen, hältst sie instand und arbeitest mit Steuerungstechnik. Kein anderer der vier Berufe hat so viele Azubis:
Quelle: BIBB, Datensystem Auszubildende (DAZUBI), Berichtsjahr 2024.
Konstruktionsmechaniker/in
Der Beruf ist unter anderem an die Stelle von Bau- und Stahlbauschlosser getreten. Du trennst, formst und fügst Bleche und Profile und montierst daraus große Metallkonstruktionen.
Anlagenmechaniker/in
Hier dreht sich alles um Rohrleitungen, Behälter und Apparate: Du baust und prüfst sie und hältst Anlagen instand. Nicht zu verwechseln mit Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, das ist ein anderer Beruf. In allen drei Industrieberufen legt Dein Ausbildungsbetrieb fest, worin Du Dich vertiefst:
| Beruf | Einsatzgebiete zur Wahl |
|---|---|
| Industriemechaniker/in | Instandhaltung, Maschinen- und Anlagenbau, Produktionstechnik, Feingerätebau |
| Konstruktionsmechaniker/in | Stahl- und Metallbau, Schiffbau, Feinblechbau, Schweißtechnik, Ausrüstungstechnik |
| Anlagenmechaniker/in | Anlagenbau, Apparate- und Behälterbau, Instandhaltung, Rohrsystemtechnik, Schweißtechnik |
Welchen Schulabschluss brauchst Du?
Vorgeschrieben ist keiner: Die Ausbildungsordnungen nennen keine Voraussetzungen. Die Betriebe wählen selbst aus. So sah es 2024 bei den neuen Azubis aus:
Quelle: BIBB, Datensystem Auszubildende (DAZUBI), Berichtsjahr 2024.

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Was ist ein Schlosser?
Schlosser ist heute ein Sammelbegriff für Fachkräfte, die Metall zuschneiden, schweißen, montieren und reparieren. Eine Ausbildung mit dem Namen Schlosser gibt es nicht mehr. Heute nennt man sie im Handwerk Metallbauer/in (seit 1989), in der Industrie (seit 1987) Industriemechaniker/in, Konstruktionsmechaniker/in oder Anlagenmechaniker/in. In Stellenanzeigen steht trotzdem oft "Schlosser", etwa "Betriebsschlosser" oder "Metallbauer / Schlosser".
| Früher | Ausbildung heute | Bereich |
|---|---|---|
| Schlosser | Metallbauer/in | Handwerk, seit 1989 |
| Maschinenschlosser | Industriemechaniker/in | Industrie, seit 1987 |
| Bau- und Stahlbauschlosser | Konstruktionsmechaniker/in | Industrie, seit 1987 |
| Betriebsschlosser | Industrie-, Anlagen- oder Konstruktionsmechaniker/in | Industrie, seit 1987 |
| Kfz-Schlosser | Kfz-Mechatroniker/in | Kfz-Technik, seit 2003 |
Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Entwicklung der Ausbildungsberufe.
Was macht ein Schlosser?
Schlosser stellen Bauteile und Konstruktionen aus Metall her, montieren sie und halten sie instand. Meist arbeitest Du nach einer technischen Zeichnung. Was genau dazugehört, hängt davon ab, ob Du in einem Handwerksbetrieb oder in der Industrie arbeitest.
| Bereich | Was Du baust und instand hältst |
|---|---|
| Handwerk | Treppen, Geländer, Überdachungen und Fassadenteile, Türen und Tore samt Beschlägen und Schlössern, Schmiedearbeiten nach Kundenwunsch, Aufbauten und Rahmen für Nutzfahrzeuge |
| Industrie | Maschinen und Anlagen bauen und warten, Stahlkonstruktionen schweißen, Rohrleitungen und Behälter bauen |
Ein Auftrag in der Werkstatt, Schritt für Schritt
- Schritt 1Werkzeug und Material bereitlegenHammer, Winkel, Maßband und Feile liegen bereit, das Schweißgerät ist geprüft. Dann holst Du das Material, zum Beispiel Metallplatten für Stahlträger.
- Schritt 2Platten zuschneidenDu sägst die Platten, entgratest die Kanten, damit nichts scharf bleibt, und reißt die Maße an, zeichnest also Hilfslinien. Dann bohrst Du die Löcher.
- Schritt 3Träger vorbereitenDu prüfst die Länge der Stahlträger, entgratest sie und bohrst die Löcher mit der Magnetbohrmaschine.
- Schritt 4SchweißenDu fixierst die Platten mit Schraubzwingen am Träger und schweißt sie genau nach der technischen Zeichnung fest.
- Schritt 5KontrollierenZum Schluss prüfst Du, ob alle Platten richtig sitzen und alle Maße stimmen.
Was verdient ein Schlosser?
Schlosser im Metallbau verdienen im Mittel 3.588 € brutto im Monat, in der Industrie liegt der Wert höher. Gemeint ist der Median laut Statistischem Bundesamt, also der Wert in der Mitte: Die Hälfte verdient mehr, die Hälfte weniger. Mehr Zahlen, auch nach Bundesland, findest Du im Artikel Schlosser-Gehalt.
Was verdient ein Schlosser in der Ausbildung?
Nach Tarif bekommst Du im 1. Ausbildungsjahr 968 bis 1.270 € brutto im Monat, in der Industrie mehr als im Handwerk. Wer 2026 in einem Betrieb ohne Tarifvertrag beginnt, bekommt mindestens 724 € im 1. Jahr.
Quellen: BIBB, Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2025, Stand Januar 2026; Mindestausbildungsvergütung 2026.
Hat der Beruf Schlosser Zukunft?
Ja, die Bundesagentur für Arbeit zählt die Berufe im Metallbau zu den Engpassberufen: Betriebe finden nur schwer genug Fachkräfte. Schlosser werden in vielen Branchen gebraucht, vom Bau über den Fahrzeugbau bis zum Maschinenbau. Zugleich beginnen immer weniger junge Leute die Ausbildung im Metallbau:
Quellen: BIBB, Datensystem Auszubildende; Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2025.
Wie geht es nach der Ausbildung weiter?
Die zwei wichtigsten Weiterbildungen sind Industriemeister und staatlich geprüfter Techniker, beide gibt es auch als Fernkurs.



Quellen: Industriemeister-Verordnung Metall, KMK-Rahmenvereinbarung über Fachschulen, Kursseiten von ILS, SGD und Fernakademie, Stand September 2026.
Passt der Beruf zu Dir?
Was solltest Du mitbringen?
- gern mit den Händen arbeitest und eine ruhige Hand hast
- sorgfältig bist, denn an Säge, Bohrer und Schweißgerät kann ein Fehler gefährlich werden
- technische Zeichnungen lesen und genau messen kannst
- in Mathe gut zurechtkommst
- freundlich mit Kunden umgehst
- lieber am Schreibtisch sitzt
- Lärm, Funken und Schutzkleidung nicht magst
- nicht auf Baustellen oder bei Kunden arbeiten willst
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