Erasmus-Plus-Programme: Was ist das und wie kannst Du davon profitieren?

Mit Erasmus Plus ins Ausland

Erasmus-Plus (Erasmus+) umfasst alle Bildungsprogramme der EU für die allgemeine und berufliche Bildung (Comenius, Leonardo da Vinci, Erasmus, Erasmus Mundus und Grundtvig). Die Zusammenlegung soll Dir mehr Transparenz bei der Auswahl des richtigen Erasmus-Stipendiums bieten, sowie die Erasmus-Bewerbung für eine Unterstützung durch Erasmus+ erleichtern. Zudem haben sich einige Erasmus-Voraussetzungen für Dich geändert.

Erasmus-Plus: Was wird gefördert?

Das Erasmus-Plus Programm unterstützt Dich finanziell bei einem Auslandsaufenthalt. Es umfasst mehrere Bereiche der Bildung, und gibt somit vielfältig die Möglichkeit internationale Erfahrungen durch ein Erasmus-Programm zu sammeln. So kannst Du während einer beruflichen Ausbildung eine Förderung durch Erasmus-Plus bekommen. Aber auch Lehrende an Schulen und Hochschulen für bspw. Fortbildungen im Ausland werden durch das Programm unterstützt (ehemals Comenius).

Insbesondere die Unterstützung der Hochschulen wird zentral über Erasmus-Plus geregelt. So wirst Du im Bachelor als auch im Master (ehemals Erasmus Mundus Master) in Deinem Auslandsstudium unterstützt. Auch die Förderung als Doktorand im Ausland ist über Erasmus+ geregelt. Ein Auslandsaufenthalt wird dabei 2 bis 12 Monate gefördert. Studierende aller Fachrichtungen können sich für Erasmus-Plus bewerben. Das gilt auch für Fachhochschulen. Erasmus-Plus fördert ebenfalls ein Praktikum im Ausland.

Der Förderbetrag bei Erasmus-Plus für Studierende beläuft sich auf maximal 500 € pro Monat für ein Erasmus-Auslandssemester. Bei einem Erasmus-Praktikum kannst Du bis zu 700 € erhalten. Die genaue Höhe Deines Erasmus+ hat die EU-Kommission nach Ländergruppen aufgeteilt, die abhängig ist von den jeweiligen Lebenshaltungskosten des Landes. Deine Hochschule legt dann wiederum die genaue Höhe für Dein Auslandsstudium oder Praktikum fest. Dein Erasmus zurückzahlen musst Du übrigens nicht, wie es bei BAföG der Fall wäre.

Erasmus-Plus: Programmneuerungen seit 2014/2015

Seit dem Hochschuljahr 2014/2015 gibt es diverse Neuerungen innerhalb des Erasmus-Plus Programms, das die Mobilität von Studenten und Praktikanten noch weiter erleichtern sollen.

  • Erasmus-Studenten können jetzt unter anderem innerhalb jedes Bildungsabschnitts (Bachelor, Master etc.) mehrfach für jeweils maximal 12 Monate durch Erasmus-Plus gefördert werden.
  • Garantiefazilität (Garantie für Ausfallrisiken): Wenn Du Dein Masterstudium im europäischen Ausland mit Hilfe des Erasmus-Programms vollenden möchtest, kannst Du Dein Studium mithilfe eines Darlehens finanzieren, das von einer national angesehenen Bank zu günstigen Konditionen bereitgestellt wird.
  • Praktika werden durch Erasmus-Plus bereits ab einer Dauer von zwei Monaten (zuvor waren es drei) als Erasmus-Praktikum förderbar eingestuft.
  • Lehramtsassistenzen können als Praktikum eingestuft und somit durch Erasmus-Plus gefördert werden. Insgesamt kannst Du die durch Erasmus+ festgelegte Förderungsdauer von 24 Monaten als Praktikant und Student nicht überschreiten.

Übrigens kannst Du mit dem Erasmus-Plus-Programm Dein Auslandsstudium auch mit einem Praktikum kombinieren. Die Voraussetzungen hierfür sind, dass das Praktikum unter Aufsicht Deiner Erasmus-Uni im Ausland stattfindet, Studium und Praktikum nahtlos aneinander anschließen oder mindestens zwei Monate studienbezogen an der Gasthochschule verbracht werden müssen.

Erasmus-Plus: Wer wird gefördert?

Um für eine Förderung durch Erasmus+ infrage zu kommen, musst Du:

  • voll an einer Hochschule immatrikuliert sein und mindestens das erste Jahr erfolgreich abgeschlossen haben, bevor Du Erasmus-Plus in Anspruch nimmst.
  • aus einem EU-Staat stammen oder aus einem Land, das Vertragspartner im Europäischen Wirtschaftsraum ist.

Im Fall, dass Du nicht aus einem EU-Land stammst, ist die Anerkennung als Flüchtling oder Staatenloser ebenfalls möglich. Das Erasmus-Plus-Programm versucht damit jedem die Unterstützung zu ermöglichen. Besonders wichtig für eine Erasmus+ Förderung ist, dass Du über eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis verfügst.

Im Falle, dass Du BAföG beziehst oder ein Deutschlandstipendium erhältst, kannst Du trotzdem durch das Erasmus-Plus-Programm gefördert werden. Die Höhe Deines BAföG-Anspruchs kannst Du dabei schnell und unkompliziert mithilfe unseres BAföG-Rechners ermitteln. Eine zusätzliche Förderung durch Erasmus-Plus erhalten Studierende mit Behinderung sowie Studenten, die ihr Kind mit ins Ausland nehmen. Wenn Du bisher dachtest, dass Erasmus-Plus nur für wenige Studierende in Frage kommt, dann hast Du Dich geirrt. Das Budget der Erasmus-Programme wird zwischen verschiedenen Bereichen aufgeteilt, wobei jedem dieser Bereiche ein Mindestbudget zugeteilt wird.

Wie Dir Erasmus-Plus hilft, Deinen Auslandsaufenthalt zu verwirklichen

Der größte Vorteil von Erasmus-Plus ist, dass mehr Geld zur Verfügung steht, um die multinationalen Bildungsmaßnahmen zu finanzieren. Für den Zeitraum 2014–2020 stehen 14,8 Mrd. € zur Verfügung, die in die Bereiche Jugend und Bildung und Unterstützung des Hochschulwesens in Drittländern investiert werden sollen. Dies bedeutet eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Zeitraum 2007–2013. Erasmus+ hat es sich mit diesem Geld zum Ziel gemacht bis zum Jahr 2020 vier Millionen junge Europäer mit einem Stipendium zu unterstützen. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 wurden 35.000 Studierende, 17.000 Auszubildende und 35.000 junge Menschen in Jugendbegegnungen und Freiwilligendiensten durch Erasmus-Plus unterstützt. Wenn Du selbst mithelfen möchtest, kannst Du Dich beim Erasmus-Student-Network anmelden, und selbst an spannenden Projekten mitwirken.

Das Erasmus-Plus-Programm verfolgt diverse Projektziele, die junge Menschen wie Dich in Europa im Bereich Mobilität und Bildung unterstützen sollen. Allgemein umfasst Erasmus+ drei unterschiedliche Aktionstypen:

  • Die Lernmobilität von Einzelpersonen (Studenten, Praktikanten u.a)
  • Die Zusammenarbeit zur Förderung von Innovation und bewährten Verfahren (unter anderem Förderung von Wissensallianzen)
  • Die Unterstützung politischer Reformen (zum Beispiel die Umsetzung der politischen Programmpunkte der EU im Bereich Bildung).

So bewirbst Du Dich auf das Erasmus-Plus-Programm:

Zusätzliche Informationen zum Thema Erasmus: