Einstiegsgehalt 
3.500
Durchschnittsgehalt 
5.167
Ausbildung 
Master

Was ist ein Anthropologe?

Anthropologen sind Wissenschaftler, die sich mit dem Menschen und seiner Evolution beschäftigen. Sie erforschen die Vielfalt der Menschen und seiner Vorfahren, teilweise auch seiner Kultur. Anthropologen arbeiten mit verschiedenen Ansätzen, in der Regel jedoch vor allem naturwissenschaftlich. Ziel der Anthropologie ist es, ein biologisches Verständnis vom Menschen und seines Verhaltens zu erhalten. Das erreichen sie in der Regel durch Beschreibungen, aber auch empirische Analysen. Anthropologen betrachten die Vielfalt der Menschen sowohl zeitlich als auch räumlich: Zeitlich innerhalb eines Menschenlebens, aber auch im Vergleich zum frühen Menschen, und räumlich innerhalb einer Bevölkerung sowie im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen.

Was macht ein Anthropologe?

Als Anthropologin oder Anthropologe erforschst Du die menschliche Evolution. Das kannst Du beispielsweise bei archäologischen Ausgrabungen, indem Du Skelette oder Knochen beschreibst, vermisst und analysierst. Immer wichtiger wird auch die computergestützte Anthropologie: Durch 3D-Modelle kannst Du noch einfacher große Datenmengen vergleichen und daraus Schlüsse ziehen. Andererseits findet anthropologische Forschung auch im Labor statt, etwa wenn Du Haar- oder Blutproben analysierst oder die DNA von fossilen Funden erforschst. Je nach Forschungsschwerpunkt führen Anthropologen auch Experimente mit Menschenaffen durch (Primatologie) und untersuchen deren Entwicklung und soziale Systeme.

Wie wird man Anthropologe?

Anthropologie kannst Du in der naturwissenschaftlichen Ausrichtung nur an ganz wenigen Universitäten studieren. Meistens handelt es sich um ein Masterstudium, das nach einem Bachelor in zum Beispiel Biologie folgt. Die Universität Tübingen bietet Paläoanthropologie als Nebenfach im Bachelor an. Die Universitäten Mainz und Freiburg bieten ein Anthropologie-Masterstudium an. Im Studium lernst Du viel über Evolutionsbiologie und Molekulargenetik, aber auch archäologische Methoden stehen auf dem Stundenplan. Kultur- und/oder Sozialanthropologie kannst Du an mehr Universitäten studieren, allerdings handelt es sich hierbei um ein geisteswissenschaftliches Studium, das eher der Ethnologie nahesteht. Die Sozialanthropologie untersucht die soziale Organisation des Menschen, während die Kulturanthropologie die menschliche Kultur durch interkulturelle, ethnologische und soziologische Theorien und Modelle erforscht.

Wo arbeitet ein Anthropologe?

Anthropologen arbeiten vor allem an Universitäten und anderen staatlichen oder privaten Forschungseinrichtungen. Mit dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig gibt es in Deutschland ein renommiertes Institut, das Grundlagenforschung zur Evolutionsgeschichte der Menschheit betreibt. Doch auch in Museen, Archiven oder Verlagen gibt es Stellen für Anthropologen.

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Dein Berufsalltag hängt von Deiner genauen Tätigkeit in der Anthropologie ab. Zum Berufsfeld gehören in der Regel folgende Aufgaben:

Wie sieht der Arbeitsplatz aus?

Als Anthropologin oder Anthropologe verbringst Du viel Zeit im Labor und am Schreibtisch, um zu forschen und Deine Forschungsergebnisse aufzuschreiben und zu publizieren. Viele Anthropologen sind jedoch auch bei Ausgrabungen dabei, oft auch über einen längeren Zeitraum. Wenn Du Dich mit Menschenaffen auseinandersetzt, untersuchst Du die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum.

Was verdient ein Anthropologe?

Der Verdienst von Anthropologen hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, allen voran Deiner Qualifikation und ob es sich um einen privaten oder öffentlichen Arbeitgeber handelt. Wenn Du an einer Universität oder einer Forschungseinrichtung arbeitest, wirst Du in der Regel nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst bezahlt. Das Einstiegsgehalt liegt etwa bei 3.500 Euro netto, allerdings kann es auch deutlich niedriger sein.

Wie sind die Berufsaussichten für Anthropologen?

In der Forschung und Lehre gibt es nur überschaubar viele Jobs für Anthropologen. Außerdem kann der Weg einer wissenschaftlichen Karriere steinig sein. Befristete Arbeitsverhältnisse stehen hier immer häufiger an der Tagesordnung. Allerdings hast Du Dir nach dem Anthropologie-Studium die Fähigkeit erworben, Dir Wissen selbstständig und kritisch anzueignen, weshalb Du für viele weitere, auch eher fachfremde Berufe in Frage kommst.

Welche Spezialisierungen gibt es?

Du kannst Dich entweder bereits im Bachelor, im Anthropologie-Master oder auch durch Praktika oder Fortbildungen spezialisieren. Eine Qualifizierung zum forensischen Anthropologen erweitert Deine Berufsaussichten.

  • forensischer Anthropologe: Dabei bist Du neben der Rechtsmedizin wichtig für Gerichtsverhandlungen und die Aufklärung von Verbrechen. Du identifizierst Fotos oder Videos von Überwachungskameras, aber auch Skelette oder Leichen. Dabei untersuchst Du, wie lange eine Leiche bereits tot ist oder wie alt ein Skelett geworden ist. Bei jungen Straftätern sind häufig auch Altersdiagnosen nötig, die Du in der forensischen Anthropologie durchführst.

Passt der Beruf Anthropologe zu mir?

Das Berufsbild von Anthropologen ist sehr vielfältig. Nicht alle, die Anthropologie studiert haben, arbeiten später auch in der anthropologischen Forschung – es gibt viele andere spannende Berufe, die Dir nach dem Studium offenstehen. Für die Arbeit in der Anthropologie solltest Du folgende Eigenschaften mitbringen:

Ausdauer:
Gerade weil es neben anthropologischer Forschung viele andere Jobmöglichkeiten gibt, brauchst Du eine große Ausdauer. Wenn Du in der Forschung und Lehre bleiben willst, solltest Du Dich von Absagen nicht unterkriegen lassen und damit klarkommen, dass der Weg nach oben lang und hart werden kann.
Analytische Fähigkeiten:
Ob im Labor, bei Ausgrabungen oder Verhaltensbeobachtungen: Es ist wichtig, über sehr gute analytische Fähigkeiten zu verfügen.
Teamfähigkeit:
Viele Anthropologen forschen nicht alleine, sondern in teils sehr großen Teams. Du solltest also kein Einzelkämpfer sein, sondern gerne und produktiv im Team arbeiten können.
Belastbarkeit:
Die Arbeit mit menschlichen Überresten und halb verwesten Leichen ist nichts für schwache Nerven. Das sollte Dir jedoch nichts ausmachen. Außerdem solltest Du kein Problem damit haben, auch für mehrere Wochen bei Forschungsreisen nicht zu Hause zu sein.