Werkstudent-Steuern: Wann und wie viel musst Du zahlen?

Auch als Werkstudent musst Du Steuern zahlen
Als Werkstudent sind Steuern für Dich ein Thema, wenn Dein Verdienst über dem jährlichen Steuerfreibetrag von 8.652 € liegt. Je nach Steuerklasse musst Du als Werkstudent mindestens 14 % Abgaben plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer zahlen. Eine Steuererklärung kann helfen, Deine Abzüge als Werkstudent zu senken. Aber auch wenn keine Steuer auf Deinen Werkstudentenjob droht, kann sich eine Steuererklärung als Student für Dich lohnen: Hat Dein Arbeitgeber bereits Lohnsteuer abgeführt und bleibt Dein Gehalt als Werkstudent unterhalb der relevanten Einkommensgrenze, bekommst Du die Lohnsteuer zurückerstattet!

Werkstudent Einkommensgrenze: Ab wann zahlst Du Steuern?

Auch als Werkstudent musst Du Steuern zahlen, denn Du giltst vor dem Gesetz als normaler Arbeitnehmer und bist daher regulär steuerpflichtig. Je höher Dein Gehalt am Ende des Monats ausfällt, desto wahrscheinlicher ist es, dass Du auch als Werkstudent Einkommenssteuer (umgangssprachlich einfach Steuern genannt) zahlen musst. Prinzipiell gilt: Der für Dich gültige Steuerfreibetrag hängt von Deiner Steuerklasse als Student ab. Die Zuordnung zu den verschiedenen Klassen erfolgt anhand des Familienstatus: Bist Du z. B. unverheiratet, verwitwet oder getrennt lebend, wirst du in Steuerklasse I eingestuft. In dieser Klasse liegt der jährliche Grundfreibetrag derzeit bei 8.652 € (2016). Diesen Betrag darfst Du also verdienen, ohne dass für Dich als Werkstudent Steuern fällig werden. Umgerechnet sind das monatlich 721 €. Überschreitest Du als Werkstudent diese Einkommensgrenze, musst Du für den darüber liegenden Betrag Einkommenssteuer zahlen. Je nach Steuerklasse sind dies 14 % Steuern und mehr – hinzu kommen Solidaritätszuschlag und ggf. auch Kirchensteuer. Im Regelfall dürften sich für Dich als Werkstudent aber keine Steuern ergeben, weil Du unter dem Steuerfreibetrag liegst. Da Du als Werkstudent während der Vorlesungszeit maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten darfst, ergibt sich bei einem angenommenen Stundenlohn von 8,84 € ein durchschnittliches Werkstudenten-Gehalt von lediglich 680 € brutto im Monat. Außerdem darfst Du den sogenannten Arbeitnehmer-Pauschbetrag (1.000 € in Steuerklasse I), den Pauschalbetrag für sonstige Sonderausgaben (36 €) und eine Vorsorge-Pauschale komplett von Deinem Verdienst abziehen. Erst dann, wenn Dein Arbeitsentgelt als Werkstudent minus dieser Abzüge über den Grundfreibetrag von 8.652 € im Jahr hinauskommt, bist Du steuerpflichtig.

Muss ich als Werkstudent Lohnsteuer zahlen?

Die Lohnsteuer wird auf alle Einkünfte aus Gehältern (nichtselbstständige Arbeit) erhoben. Es handelt sich hierbei um eine Vorauszahlung auf die Jahreseinkommensteuer des Arbeitnehmers, die der Arbeitgeber bereits vom Arbeitslohn einbehält. Als Werkstudent bemisst sich die Lohnsteuer sowohl an der Höhe des jeweiligen Arbeitslohns als auch an der gültigen Steuerklasse und wird vom Arbeitgeber direkt an das zuständige Finanzamt abgeführt. Am Jahresende wird die vorausgezahlte Steuer dann entweder auf eine potentiell zu zahlende Einkommensteuer angerechnet oder die zu viel gezahlten Beträge werden nach Prüfung Deiner Steuererklärung zurücküberwiesen.

Achtung: Minijobs sind grundsätzlich lohnsteuerfrei, da Du hier nie mehr als 450 € im Monat verdienen kannst. Bei allen anderen Tätigkeiten, wie z. B. einem Werkstudenten-Job, einem Semesterferienjob oder einem bezahltem Praktikum, bei denen Du mehr als 450 € im Monat verdienst, musst Du Lohnsteuer zahlen!

Steuererklärung als Werkstudent: Lohnt sich das?

Grundsätzlich brauchst Du als Werkstudent keine Steuererklärung abzugeben. Eine freiwillige Steuererklärung lohnt sich aber immer dann, wenn Du im zurückliegenden Kalenderjahr bereits Lohnsteuer als Werkstudent gezahlt hast und mit Deinem Gehalt unterhalb der relevanten Jahresgehaltsgrenze bleibst. Die Jahresgehaltsgrenze setzt sich zusammen aus:
  • Grundfreibetrag (aktuell 8.652 €)
  • + Arbeitnehmer-Pauschbetrag (1.000 €)
  • + Sonderpauschbetrag (36 €)
  • = 9.688 €
In diesem Fall werden Dir die abgeführten Werkstudent-Steuern nämlich vom Finanzamt komplett zurückerstattet! Wer allerdings auf Minijob-Basis arbeitet, um seine Kosten im Studium zu decken und dabei nicht mehr als 450 € verdient, kann sich die Steuererklärung getrost schenken. In diesem Fall bist Du ohnehin von der Lohnsteuer befreit und hast dementsprechend auch keine Rückzahlung zu erwarten. Liegst Du mit Deinem Verdienst oberhalb jener Grenze, die für die Einkommenssteuer entscheidend ist, lohnt sich die Steuererklärung umso mehr. Jetzt kannst Du Kosten geltend machen – zum Beispiel Semesterbeiträge oder Studiengebühren, die Du als Werkstudent von den Steuern absetzen kannst. Ebenso kannst Du viele andere Aufwendungen, die im Zusammenhang mit Deinem Studium entstanden sind – z. B. Fachliteratur oder Computersoftware – steuerlich geltend machen. Übrigens: Mit einer freiwilligen Steuererklärung kannst Du Dir bis zu vier Jahre Zeit lassen. Die Steuererklärung für 2016 kannst Du also noch bis zum 31. Dezember 2020 einreichen!
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