Du bist hier

Private Krankenversicherung (PKV): Vergleich der Anbieter

Eine private Krankenversicherung sichert Dir medizinische Versorgung auf höchstem Niveau. In diesem Artikel versorgen wir Dich mit den wichtigsten Infos: Wir erklären Dir, für wen sich eine private Krankenversicherung eignet, mit welchen Kosten Du rechnen musst und auf welche Klauseln im Versicherungsvertrag Du unbedingt achten solltest.

Welche private Krankenversicherung ist die beste im Vergleich?

Wenn Du Dich privat versichern möchtest, stehen Dir in Deutschland einige tausend verschiedene Tarife zur Auswahl. Dadurch kann jeder die individuell beste private Krankenversicherung abschließen. Das Problem dabei: Für Laien ist das Angebot oft ziemlich undurchsichtig. Nutze daher unseren unabhängigen, kostenlosen Online-Vergleich, um die verschiedenen Anbieter und Tarife auf Herz und Nieren zu prüfen! Unser Vergleichsrechner stellt Kosten und Leistungen der verschiedenen Tarife detailliert gegenüber. So findest Du zeitsparend die private Krankenversicherung, die im Vergleich die günstigsten Konditionen für Dich bietet. Denn die beste private Krankenversicherung ist immer die, die optimal auf Deine Lebenssituation und Deine Ansprüche zugeschnitten ist.

Was ist eine private Krankenversicherung?

Jeder muss in Deutschland krankenversichert sein. Die Krankenversicherung zählt genauso wie die Renten-, Unfall- und Pflegeversicherung zu den staatlich vorgeschriebenen Pflichtversicherungen. Grundsätzlich gibt es dabei zwei verschiedene Systeme: die gesetzliche Krankenversicherung, kurz GKV, und die private Krankenversicherung, kurz PKV. In welchem System Du Dich versichern kannst oder musst, wird gesetzlich geregelt.

Hinter den privaten Krankenversicherungen stehen privatwirtschaftliche Unternehmen. Wenn Du Dich privat versichern lässt, schließt Du einen freiwilligen, aber verbindlichen Vertrag mit der Versicherungsgesellschaft ab. Du verpflichtest Dich darin, Prämien in einer gewissen Höhe zu bezahlen. Im Gegenzug verpflichtet sich die Privatversicherung, Dir die Kosten für vertraglich vereinbarte medizinische Leistungen zu erstatten. Die genauen Leistungen lassen sich immer individuell vereinbaren, wenn Du eine Krankenversicherung privat abschließt.

Was sind die Unterschiede zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung?

Zwar zahlen sowohl gesetzliche als auch private Krankenversicherung (PKV) für medizinische Leistungen. Zwischen den beiden Systemen gibt es aber trotzdem ein paar wesentliche Unterschiede, die auch für Dich als Versicherten Auswirkungen haben.

  • Beiträge: In der GKV ist die Beitragshöhe vom Einkommen abhängig. Je mehr Du verdienst, desto mehr zahlst Du - ohne dafür mehr Leistungen zu bekommen. Dagegen sind die Beiträge in der PKV vom Leistungsumfang und vom persönlichen Krankheitsrisiko abhängig. Das Einkommen spielt bei der Berechnung der Versicherungsprämien keine Rolle, wenn Du eine Krankenversicherung privat abschließt.
  • Leistungsumfang: Nach dem Sozialgesetzbuch (§12 Abs. 1 SGB V) sollen die Leistungen der GKV "ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich" sein, ohne dabei das "Maß des Notwendigen" zu überschreiten. Das bedeutet: Die GKV sichert nur eine medizinische Basisversorgung. Privat Versicherte hingegen erhalten hingegen - je nach Tarif - oft bessere oder höherwertigere Behandlungen.
  • Abrechnung: Bist Du gesetzlich versichert, hast Du Anspruch auf Sachleistungen. Der Arzt oder das Krankenhaus rechnet direkt mit Deiner Krankenkasse ab. In der PKV gilt dagegen das Kostenerstattungs-Prinzip. Das heißt, Du bekommst eine Arztrechnung und reichst sie anschließend an Deine private Krankenkasse weiter.
  • Mitversicherung: In der GKV kannst Du einen Partner ohne eigenes Einkommen oder Deine Kinder kostenlos mitversichern. Wenn Du privat versichert bist, ist das nicht möglich. Bei einer PKV-Versicherung braucht jedes Familienmitglied einen eigenen Versicherungsvertrag. Für Kinder gibt es allerdings deutlich ermäßigte Prämien.

Welche Vorteile hat eine private Krankenversicherung?

Eine private Krankenversicherung hat im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung für Dich folgende Vorteile:

  • Bessere Versorgung: Eine leistungsstarke private Krankenversicherung sichert Dir eine erstklassige medizinische Versorgung, die über den Standard der gesetzlichen Krankenkassen hinausgeht. Je nach Tarif erstattet Dir die PKV-Versicherung beispielsweise:
    • hochwertigen Zahnersatz
    • alternativmedizinische Behandlungen
    • Chefarzt-Behandlungen
    • Einzelzimmer im Krankenhaus
  • Individuelle Leistungen: Wenn Du eine Krankenversicherung privat abschließt, kannst Du selbst entscheiden, welche Leistungen Dir wichtiger sind und welche weniger. In der GKV ist der Leistungsumfang dagegen durch gesetzliche Richtlinien vorgegeben.
  • Keine Leistungseinschränkungen: In der gesetzlichen Krankenversicherung kann es jederzeit sein, dass Leistungen im Zuge einer Gesundheitsreform gekürzt werden. Wenn Du Dich privat versichern lässt, kann Dir das nicht passieren. Du hast lebenslang Anspruch auf alle Leistungen, die im Versicherungsvertrag vereinbart wurden.
  • Einkommensunabhängige Prämien: Gutverdiener werden in der gesetzlichen Krankenversicherung kräftig zur Kasse gebeten, ohne dafür mehr oder bessere Leistungen zu erhalten. Wenn Du privat versichert bist, bekommst Du für Dein Geld eine adäquate Gegenleistung.

Welche Nachteile hat eine private Krankenversicherung?

Wo viel Licht, dort auch Schatten - eine private Krankenversicherung kann auch Nachteile haben:

  • Teure Vorerkrankungen: Die Kosten einer Privatversicherung hängen einerseits vom Leistungsumfang, andererseits vom persönlichen Risiko ab. Eine günstige private Krankenversicherung zu finden ist für gesundheitlich Beeinträchtigte daher oft schwierig. Für Vorerkrankungen zahlst Du sogenannte Risikozuschläge. Bei schwerwiegenden Krankheiten kann Dich die private Krankenkasse sogar ganz ablehnen.
  • Steigende Prämien: Weil Menschen mit zunehmendem Alter mehr medizinische Leistungen brauchen, wird eine private Krankenversicherung im Laufe des Lebens teurer. Die Versicherungen legen allerdings Geld zurück, um den Anstieg der Prämien abzufedern - das sind die sogenannten Altersrückstellungen.
  • Einkommensunabhängige Prämien: Was für Gutverdiener ein Vorteil ist, kann sich ins Gegenteil verkehren, wenn Du ein geringeres Einkommen hast. Dann sind die Beiträge in die PKV im Vergleich zu Deinem Einkommen plötzlich sehr hoch. Das kann ein Problem sein, wenn Du Deinen Job verlierst, deutlich weniger verdienst oder aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kannst.

Wer kann sich privat krankenversichern?

  • Arbeitnehmer mit einem Brutto-Einkommen über der Jahresarbeitsentgelt-Grenze (2018: 59.400 Euro)
  • Selbstständige, Freiberufler, Beamten und Studenten unabhängig vom Einkommen
  • Private Zusatzkrankenversicherung kann jeder abschließen

Für eine private Krankenversicherung gelten laut Sozialgesetzbuch (§ 6 Abs. 1 SGB V) bestimmte Zugangsvoraussetzungen. Erfüllst Du sie, dann bist Du versicherungsfrei. Das bedeutet: Du kannst frei entscheiden, ob Du Dich gesetzlich oder privat krankenversichern willst. Das entscheidende Kriterium ist bei Angestellten und Arbeitern das Einkommen.

Das gilt allerdings nur für die Vollversicherung. Eine private Zusatzversicherung kannst Du jederzeit abschließen, auch wenn Du in der gesetzlichen Krankenkasse (voll-)versicherungspflichtig bist. Du kannst als gesetzlich Versicherter beispielsweise eine Zahnzusatzversicherung, eine Pflegezusatzversicherung oder eine Auslandskrankenversicherung abschließen. Oder Du lässt bestimmte Leistungen extra versichern, etwa wenn Du im Krankenhaus ein Einzelzimmer haben willst.

Private Krankenversicherung für Arbeiter und Angestellte

Als Arbeitnehmer kannst Du Dich privat krankenversichern, wenn Dein Brutto-Einkommen über der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze liegt. Im Jahr 2018 liegt diese Grenze bei 59.400 Euro jährlich, das entspricht einem monatlichen Brutto-Einkommen von 4.950 Euro. Im Jahr 2019 wird die Beitragsbemessungsgrenze auf jährlich 60.750 Euro (monatlich 5.062,50 Euro) ansteigen. Liegt Dein Einkommen darunter, dann musst Du Dich gesetzlich versichern. Zur Berechnung Deines Jahresgehalts wird übrigens nicht nur Dein regulärer Monatslohn herangezogen, sondern es zählen auch Leistungen wie

Private Krankenversicherung für Beamten

Beamte können sich unabhängig von ihrem Einkommen privat krankenversichern. Das gilt auch für andere Angestellte im öffentlichen Dienst, etwa für Richter, Berufssoldaten oder Feuerwehrleute. Zwar steht es Beamten grundsätzlich frei, sich gesetzlich oder privat zu versichern, eine Privatversicherung ist aber normalerweise die bessere Option.

Denn die Krankenversicherung ist für Beamte anders organisiert als für Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft: Wenn Du für Bund, Länder oder Gemeinden arbeitest, bekommst Du von Deinem Dienstgeber eine Beihilfe zu allen Gesundheitsleistungen. Beihilfeberechtigt sind auch Deine Kinder sowie Dein Partner, falls er kein eigenes Einkommen hat. Die Beihilfe beträgt für Dich selbst 50 Prozent (im Ruhestand 70 Prozent), für den Partner 70 Prozent und für Kinder 80 Prozent. Für den restlichen Anteil an den Krankenkosten musst Du selbst eine Versicherung abschließen. Viele private Krankenversicherungen bieten eine sogenannte Restkostenversicherung an, die diese Versorgungslücke schließt. Mit diesen speziellen Ergänzungstarifen lässt sich der Versicherungsschutz auf bis zu 100 Prozent aufstocken. Einen Teil der Krankheitskosten zahlt somit der Staat, den Rest die private Krankenversicherung. Natürlich ist die Restkostenversicherung günstiger als eine Vollversicherung!

In der GKV gibt es keine solchen Restkostenversicherungen. Hier müsstest Du eine (teure) Vollversicherung abschließen. Anders als bei privat Beschäftigten zahlt der Staat in der gesetzlichen Krankenversicherung außerdem keinen Arbeitgeberanteil. Deswegen ist es meist sinnvoller, wenn Du Deine Krankenversicherung privat abschließt.

Beamte haben übrigens trotz Vorerkrankungen die Chance auf eine vergleichsweise günstige private Krankenversicherung. Denn die Versicherungsträger haben sich auf eine freiwillige Annahmeverpflichtung für Beamte geeinigt. Wenn Du den Antrag noch im ersten Jahr des Beamtenverhältnisses stellst, wird Dich die private Krankenkasse nicht aus gesundheitlichen Gründen ablehnen. Auch der Risikozuschlag darf maximal 100 Prozent betragen.

Private Krankenversicherung für Selbstständige und Freiberufler

Selbstständige und Freiberufler haben - unabhängig von ihrem Einkommen - die freie Wahl zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Die Entscheidung solltest Du gut überlegt treffen. Denn von der PKV zurück in die GKV kommst Du in der Regel nur, wenn Du wieder ein Angestellten-Verhältnis aufnimmst.

Häufig ist eine private Krankenversicherung im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung aber ohnedies die bessere Lösung. Denn in der GKV musst Du die Versicherungsprämien zu 100 Prozent selbst zahlen. Anders als Angestellte hast Du ja keinen Arbeitgeber, der für die Hälfte der Prämien aufkommt. Der Beitragssatz in der GKV ist innerhalb gewisser Grenzen einkommensabhängig und beträgt rund 14 Prozent Deines Brutto-Einkommens. Unabhängig von Deinem Einkommen zahlst Du jedenfalls einen Mindestbeitrag von 333 Euro monatlich. Die maximale Prämienhöhe liegt bei 721 Euro (Stand 2018).

Wenn Du eine private Krankenversicherung abschließt, wird die Prämienhöhe nicht nach dem Einkommen berechnet. Die Kosten richten sich nur nach dem Leistungsumfang, Deinem Alter und Deinem Gesundheitszustand. Bist Du noch vergleichsweise jung und gesund, kannst Du durch eine günstige private Krankenversicherung viel Geld sparen!

Eine Ausnahme gilt übrigens für selbstständige Künstler und Publizisten. Sie sind normalerweise in der Künstlersozialkasse - und damit gesetzlich - versicherungspflichtig. Es gibt aber zwei Möglichkeiten, um trotzdem eine private Krankenversicherung abzuschließen:

  • Du stellst noch innerhalb der ersten 3 Jahre Deiner künstlerischen oder publizistischen Tätigkeit einen Antrag, um von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreit zu werden.
  • Du verdienst in 3 aufeinanderfolgenden Jahren mehr als die Beitragsbemessungsgrenze, wie sie auch für Angestellte gilt (2018: 59.400 Euro brutto).

Private Krankenversicherung für Studenten

Wenn Du studierst und Deine Eltern gesetzlich krankenversichert sind, kannst Du Dich bis zu Deinem 25. Lebensjahr kostenlos mitversichern lassen. Alternativ dazu kannst Du bereits als Student eine besonders günstige private Krankenversicherung abschließen. Dazu musst Du noch innerhalb der ersten 3 Monate nach Deiner Immatrikulation einen Antrag auf Befreiung von der gesetzlichen Versicherungspflicht stellen. Die Entscheidung gilt für die gesamte Studiendauer.

Augen auf beim PKV-Vergleich: Die beste private Krankenversicherung muss nicht unbedingt die billigste sein! Achte bei vermeintlichen Schnäppchen-Tarifen darauf, dass die Prämie nicht später stark ansteigt. Auch Tarife mit schlechten Leistungen oder hohen Selbstbehalten sind nur auf den ersten Blick günstig. Entscheide Dich für eine private Krankenversicherung, die langfristig ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis hat!

Was passiert, wenn ich die Zugangsvoraussetzungen nicht mehr erfülle?

Es kann aus verschiedenen Gründen passieren, dass Du (vorübergehend) die Zugangsvoraussetzungen für die PKV nicht mehr erfüllst: Etwa wenn Du arbeitslos wirst, bei einem neuen Arbeitgeber weniger verdienst oder weil die Beitragsbemessungsgrenze gesetzlich angehoben wird. Hast Du als Student eine private Krankenversicherung abgeschlossen, dann verdienst Du beim Berufseinstieg vielleicht weniger als die Beitragsbemessungsgrenze.

Wenn Du Deine private Krankenversicherung nicht aufgeben willst, hast Du zwei Möglichkeiten:

Befreiung von der Versicherungspflicht

Du kannst Dich von der Versicherungspflicht in der GKV befreien lassen und weiter in der PKV versichert bleiben. Die Rechtsgrundlage dafür ist § 8 Abs. 1 des Sozialgesetzbuches (SBG), hier sind die genauen Bedingungen definiert. Du kannst Dich übrigens auch dann von der Versicherungspflicht befreien lassen, wenn Du in Elternzeit gehst.

Anwartschaftsversicherung

Alternativ dazu kannst Du Dich auch gesetzlich versichern und bei Deiner privaten Krankenkasse eine sogenannte Anwartschaftsversicherung abschließen. Das bedeutet, dass Du Deine Versicherung nur vorübergehend ruhen lässt, aber später wieder zu den alten Bedingungen in die private Krankenversicherung zurückkehren kannst. Du zahlst in dieser Zeit stark reduzierte Prämien. Nimmst Du die Versicherung später wieder auf, brauchst Du Dich keinem Gesundheitscheck zu unterziehen und verlierst auch sonst keine Vorteile.

Was kostet eine private Krankenversicherung?

  • beim Einstieg im Schnitt 150 bis 600 Euro monatlich
  • Leistungsumfang, Alter und Gesundheitszustand sind entscheidend
  • Prämien steigen pro Jahr um 3 Prozent an
  • Altersrückstellungen puffern Kostensteigerung im Alter ab
  • bei finanziellen Engpässen können Versicherte in den Basis- oder Notlagentarif wechseln

Wie hoch sind die monatlichen Prämien?

Die Kosten für ein private Krankenversicherung sind ziemlich variabel, weil sie nicht nur von den gewünschten Leistungen, sondern auch vom persönlichen Krankheitsrisiko abhängen. Zu Deiner ungefähren Orientierung eine Übersicht über die Einstiegspreise:

  • Angestellte: Günstige Tarife sind um rund 200 Euro monatlich zu haben, Premium-Tarife können 400 bis 500 Euro kosten.
  • Beamte: Eine private Restkostenversicherung für Beamte muss nicht mehr als 150 Euro monatlich kosten.
  • Selbstständige: Eine günstige private Krankenversicherung schlägt mit rund 300 Euro zu Buche, Premium-Tarife können 600 Euro und mehr kosten.
  • Studenten: Für einen Basisschutz in der PKV zahlst Du knapp 100 Euro, für 150 Euro erhältst Du bereits zahlreiche Zusatzleistungen.

Diese Angaben beziehen sich auf junge, "durchschnittlich gesunde" Menschen. Falls Du Vorerkrankungen hast, hebt die private Krankenkasse einen Risikozuschlag ein. Für Menschen mit schweren Erkrankungen wie

  • Krebs
  • HIV (Aids)
  • Trisomie 21 (Down-Syndrom)
  • Alkohol- oder Drogensucht

kann eine private Krankenversicherung im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung daher sehr teuer sein. Viele Versicherungen lehnen Menschen mit derart schweren Erkrankungen von vornherein ab. Mit chronischen Erkrankungen wie

  • Diabetes (Zuckerkrankheit)
  • Asthma
  • Adipositas (starkes Übergewicht)
  • Osteoporose

zahlst Du einen Risikoaufschlag, der je nach Erkrankung rund 10 bis 20 Prozent des Gesamtbetrags ausmachen kann. Für welche Erkrankungen eine private Krankenversicherung Risikozuschläge einhebt und in welcher Höhe, ist aber von Anbieter zu Anbieter sehr variabel. Lass Dich daher nicht entmutigen, falls Du ein paar gesundheitliche Beschwerden hast, sondern hole bei möglichst vielen Versicherungen Probeanträge ein!

Wie berechnen sich die Prämien?

Die Versicherungsbeiträge, die eine private Krankenversicherung einhebt, setzen sich grundsätzlich aus 3 Anteilen zusammen:

  • Risikoanteil: Dieser Anteil dient der Finanzierung von Krankheitskosten. Er soll die durchschnittlich zu erwartenden Leistungen abdecken, die die Versicherung für Dich erbringt. Der Risikoanteil variiert stark, seine Höhe ist abhängig von
    • Alter
    • Gesundheitszustand
    • gewünschtem Leistungsumfang
  • Verwaltungskostenanteil: Dieser Anteil ist grundsätzlich für alle Versicherten gleich. Die Versicherung verwendet ihn, um ihre internen Abläufe zu organisieren.
  • Sparanteil: Jede private Krankenversicherung hebt in jungen Jahren zusätzliche Beiträge ein, die Dir im Alter zur Verfügung stehen. Dadurch sollen die Kosten im Zeitverlauf stabiler bleiben.

Selbstständige, Freiberufler und Studenten zahlen ihre Versicherungsprämien zu 100 Prozent aus eigener Tasche. Angestellte hingegen haben Anspruch auf einen Arbeitgeber-Zuschuss, ganz genauso wie in der gesetzlichen Krankenversicherung. Deshalb ist eine private Krankenversicherung für Angestellte bei gleichen Leistungen günstiger als für Selbstständige. Auch Beamte steigen mit ihrer privaten Restkostenversicherung vergleichsweise günstig aus, weil sie bereits eine staatliche Beihilfe zu ihren Krankheitskosten erhalten.

Wie hoch ist der Arbeitgeber-Anteil?

Wenn Du privat versichert bist, entspricht der Arbeitgeber-Anteil dem Betrag, den der Arbeitgeber auch in der gesetzlichen Krankenversicherung für Dich bezahlen würde.

Das bedeutet: Der Arbeitgeber übernimmt bei Vollzeit-Beschäftigten 50 Prozent der Prämie, maximal aber 323 Euro (Stand 2018). Falls Deine private Krankenversicherung über 646 Euro monatlich kostet, musst Du mehr als die Hälfte selbst bezahlen.

Der Hintergrund ist, dass es in der gesetzlichen Krankenversicherung eine sogenannte Beitragsbemessungsgrenze gibt. Sie liegt im Jahr 2018 bei 4.425 Euro brutto monatlich. Das bedeutet: Die Höhe der Versicherungsbeiträge berechnet sich prozentuell nach dem Einkommen, wobei aber eine Obergrenze von 4.425 Euro vorausgesetzt wird. Wer mehr verdient, zahlt für das zusätzliche Einkommen keine weiteren Versicherungsbeiträge mehr. Daher ist auch der Arbeitgeber-Anteil in der GKV auf maximal 323 Euro beschränkt, was 7,3 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze entspricht. Diese Höchstgrenze gilt entsprechend auch in der PKV.

In der Regel stellt Dir die private Krankenversicherung automatisch eine Arbeitgeberbescheinigung aus, in der die genauen Kosten aufgeführt sind. Du reichst sie an Deinen Arbeitgeber weiter, damit er die Höhe der Zuschüsse berechnen kann.

Arbeitgeber-Anteil für Familienangehörige

Du bekommst vom Arbeitgeber unter bestimmten Voraussetzungen einen Zuschuss für die Versicherungsprämie von Ehepartner und Kindern, wenn diese ebenfalls privat versichert sind. Der Maximalbetrag bleibt aber bei 323 Euro monatlich gedeckelt. Wenn dieser Betrag schon durch Deine eigene Versicherungsprämie ausgeschöpft ist, zahlt der Arbeitgeber keine weiteren Zuschüsse mehr für Deine Familienangehörigen.

Wie stark steigen die Prämien in der PKV?

Egal ob gesetzliche oder private Krankenversicherung - in beiden Systemen steigen die Versicherungsprämien mit der Zeit an. Die wichtigsten Gründe dafür sind:

  • die Inflation, also die allgemeine Teuerung von Waren und Dienstleistungen
  • die steigende Lebenserwartung, wodurch Menschen im Alter mehr medizinische Leistungen brauchen
  • der medizinische Fortschritt, der bessere, aber auch kostspieligere Behandlungen ermöglicht

Nach Angaben des Wissenschaftlichen Instituts des PKV-Verbands sind die Prämien in der privaten Krankenversicherung im Zeitraum 2007 bis 2017 um durchschnittlich 3 Prozent pro Jahr gestiegen.

Zum Vergleich: In der gesetzlichen Krankenversicherung haben sich die Prämien im gleichen Zeitraum um 3,2 Prozent pro Jahr erhöht. Zwar ist der allgemeine Beitragssatz für gesetzlich Versicherte gleich geblieben. Viele Krankenkassen haben aber den variablen Zusatzbeitrag angehoben. Außerdem steigt die Beitragsbemessungsgrundlage jährlich an, wodurch Gutverdiener stärker zur Kasse gebeten werden.

Wie wird in der GKV Geld für das Alter angespart?

Mit dem Alter wird die medizinische Versorgung immer teurer: Laut Arznei-Verordnungsreport der GKV aus dem Jahr 2015 wurden in der Altersgruppe der 80- bis 84-Jährigen 21 mal mehr Medikamente verschrieben als in der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen. Die Pro-Kopf-Ausgaben für Spitalsbehandlungen waren im Jahr 2015 bei 76- bis 80-jährigen Männern fast 8,5 mal höher als bei 41- bis 45-jährigen Männern.

Damit die Prämien im Alter nicht im gleichen Maß ansteigen, muss die PKV-Versicherung vorsorgen. Grundsätzlich sind die Beiträge in die private Krankenversicherung immer so kalkuliert, dass Versicherte in jungen Jahren mehr als notwendig zahlen. Mit den so erzielten Überschüssen werden Rücklagen gebildet, die dem Versicherten später zur Verfügung stehen. Maßgeblich für die Altersvorsorge sind:

  • Altersrückstellungen
  • Gesetzlicher 10-Prozent-Zuschlag
  • Beitragsentlastungstarife (optional)

Altersrückstellungen

Unter Altersrückstellungen versteht man einen Zusatzbeitrag, den die private Krankenversicherung einhebt. Dieses Geld wird von der Versicherung verzinst angelegt. Wenn Versicherte in späteren Jahren mehr medizinische Leistungen brauchen, nutzt die private Krankenkasse die Altersrückstellungen inklusive Zinsen dazu, um den Mehrbedarf zu finanzieren. Dadurch steigen die Prämien weniger stark an. Ab welchem Alter das angesparte Geld abgebaut wird, ist von Tarif zu Tarif verschieden.

Du verschenkst Deine Altersrückstellungen übrigens, wenn Du Deine private Krankenversicherung kündigst und in die GKV zurückkehrst. Falls Du innerhalb der PKV den Anbieter wechselst, kannst Du zumindest einen Teil der Altersrückstellungen mitnehmen, ein Teil ist aber verloren. Deshalb ist es meist sinnvoller, bei der einmal gewählten Versicherung zu bleiben.

Grundsätzlich gilt: Je früher Du eine private Krankenversicherung abschließt, desto länger ist der Zeitraum, in dem Altersrückstellungen aufgebaut werden. Der monatliche Beitrag ist daher geringer als bei Versicherten, die erst später in die PKV wechseln. Deshalb ist es günstig, wenn Du Dich noch in jungen Jahren um eine private Krankenversicherung kümmerst!

Eine Ausnahme bilden Kinder- und Studententarife. Hier heben die Versicherungen meist noch keine Beiträge für die Altersrückstellung ein, damit sie eine besonders günstige private Krankenversicherung anbieten können.

Gesetzlicher 10-Prozent-Zuschlag

Seit dem Jahr 2000 ist zusätzlich zu den Altersrückstellungen ein 10-Prozent-Zuschlag auf die Versicherungsprämie gesetzlich vorgeschrieben. Er soll vor allem die Kostensteigerung durch den medizinischen Fortschritt abfedern. Der Zuschlag wird von der Privatversicherung vom 22. bis zum 60. Lebensjahr eingehoben und genauso wie die Altersrückstellungen gewinnbringend angelegt. Ab dem 65. Lebensjahr wird der so angesparte Polster eingesetzt, um Beitragserhöhungen zu vermeiden. Ab dem 80. Lebensjahr dienen die Rücklagen dazu, die Beiträge aktiv zu senken.

Beitragsentlastungstarife

Viele Versicherungen bieten sogenannte Beitragsentlastungstarife an, die Du optional abschließen kannst. Dabei zahlst Du - zusätzlich zu den normalen Altersrückstellungen und dem 10-Prozent-Zuschlag - einen freiwilligen Zusatzbeitrag, um für das Alter vorzusorgen. Auch diesen Zusatzbeitrag legt die private Krankenkasse verzinst an, um ihn später für eine vertraglich garantierte Beitragsentlastung zu verwenden.

Meist wird das angesparte Geld ab dem 65. Lebensjahr abgebaut, Du kannst mit Deiner PKV-Versicherung aber auch eine andere Altersgrenze vereinbaren.

Wie kann ich meine Prämie senken?

Wenn Du eine Krankenversicherung privat abschließt, hast Du verschiedene Möglichkeiten, um Deine monatliche Versicherungsprämie zu senken. Ob Dir die private Krankenversicherung damit insgesamt günstiger oder sogar teurer kommt, hängt aber ganz von Deiner individuellen Situation ab! Prüfe daher genau, welche der Sparmaßnahmen für Dich sinnvoll ist.

Selbstbehalte

Das Grundprinzip ist einfach: Wenn Du einen Teil Deiner Behandlungskosten aus eigener Tasche zahlst, wird die private Krankenversicherung günstiger. Einen Selbstbehalt kannst Du entweder komplett für alle Leistungsbereiche vereinbaren oder auf bestimmte Versicherungsbereiche begrenzen. In diesem Fall zahlst Du beispielsweise für ambulante Arztbesuche einen Selbstbehalt, nicht aber für stationäre Behandlungen oder Zahnbehandlungen. Sinnvoll ist es, den Selbstbehalt auf Bereiche zu beschränken, in denen kein allzu hohes Kostenrisiko besteht.

Es gibt für Selbstbehalte zwei verschiedene Modelle:

  • Kompletter Selbstbehalt mit Obergrenze: In diesem Fall begleichst Du zunächst alle Rechnungen zu 100 Prozent selbst. Der Eigenanteil darf insgesamt aber eine maximale jährliche Höchstgrenze (meist 5.000 Euro) nicht überschreiten. Sobald diese Obergrenze erreicht ist, greift die private Krankenversicherung und übernimmt alle weiteren Krankheitskosten.
  • Anteiliger Selbstbehalt: Bei dieser Variante wird Dir ein vereinbarter Anteil Deiner Behandlungskosten erstattet, beispielsweise 50 Prozent. Den Rest bezahlst Du selbst. Auch bei einem prozentualen Selbstbehalt wird in der Regel eine Obergrenze vereinbart. Ist diese Grenze erreicht, übernimmt die private Krankenversicherung die Kosten zur Gänze.

Falls Du nur selten zum Arzt gehst, steigst Du mit einem Selbstbehalt-Tarif unter Umständen günstiger aus. Du solltest aber bedenken, dass sich Dein Gesundheitszustand später verschlechtern kann. Wenn Du dann in einen Tarif mit geringerem Selbstbehalt wechseln willst, musst Du Dich einer neuerlichen Gesundheitsprüfung stellen. Für Erkrankungen, die in der Zwischenzeit aufgetreten sind, werden dann Risikoaufschläge fällig.

Für wen hat ein Selbstbehalt-Tarif Vorteile?
  • Gesunde: Brauchst Du ohnehin selten einen Arzt, dann profitierst Du bei Selbstbehalt-Tarifen von den deutlich günstigeren Prämien.
  • Selbstständige: Für Selbstständige ist eine private Krankenversicherung teurer als für Angestellte, weil sie die Prämien zur Gänze selbst bezahlen. Es ist daher oft günstiger, wenn Du einen Selbstbehalt-Tarif wählst.

Angestellte hingegen profitieren von Selbstbehalten in der PKV im Vergleich weniger. Denn der Arbeitgeber zahlt zwar einen 50-prozentigen Zuschuss auf Deine Versicherungsprämie, nicht aber auf den Selbstbehalt. Du lässt daher Geld vom Chef liegen, wenn Du einen Teil Deiner Krankheitskosten aus eigener Tasche bezahlst.

Beitragsrückerstattung

Beitragsrückerstattung bedeutet: Du bekommst einen Teil der eingezahlten Versicherungsprämien zurück, wenn Du über einen bestimmten Zeitraum keine Leistungen in Anspruch nimmst. Vorausgesetzt wird meist, dass Du ein Jahr lang keine Rechnung eingereicht hast. Die private Krankenversicherung zahlt Dir dann entweder einen prozentualen Anteil (rund 15 Prozent) oder 1 bis 2 Monatsprämien zurück. Nimmst Du mehrere Jahre lang keine Leistungen in Anspruch, bekommt Du oft sogar einen noch höheren Anteil.

Vorsicht: In manchen Tarifen ist eine "erfolgsabhängige" Beitragsrückerstattung vorgesehen. Das bedeutet, dass Du nur dann Geld bekommst, wenn die private Krankenversicherung in dem betreffenden Jahr ausreichend Überschüsse erwirtschaftet hat. Achte unbedingt auf eine erfolgsunabhängige Rückerstattung, nur dann hast Du einen vertraglichen Anspruch auf die Zahlungen.

Für wen haben Beitragsrückerstattungen Vorteile?

Gesunde: Von einer Beitragsrückerstattung profitieren vor allem gesunde Menschen, die selten einen Arzt brauchen. Übernimmst Du ein oder zwei Arztbesuche pro Jahr auf eigene Kosten, bekommst Du oft mehr Geld von der Versicherung erstattet als Du für die eingereichten Arztrechnungen erhalten würdest! Kostenrückerstattungen sollten Dich aber nicht davon abhalten zum Arzt zu gehen, wenn es wirklich nötig ist.

Tarifwechsel

Wenn Du privat versichert bist, hast Du nach dem Versicherungsvertragsgesetz (§ 204 VVG) jederzeit das Recht, in einen anderen Tarif desselben Anbieters zu wechseln. Die private Krankenversicherung ist außerdem verpflichtet, Dich darüber zu informieren, wenn es günstigere Tarife mit vergleichbaren Leistungen gibt. Beim Tarifwechsel gilt es ein paar Dinge zu beachten: Wenn der neue Tarif einen höheren Leistungsumfang hat, musst Du Dich in der Regel einer neuerlichen Gesundheitsprüfung stellen. Falls sich Dein Gesundheitszustand in der Zwischenzeit verschlechtert hat, kann es daher sein, dass die private Krankenversicherung einen Risikozuschlag einhebt.

Hat der neue Tarif vergleichbare Leistungen, ist keine Gesundheitsprüfung nötig. Deine Prämie verteuert sich dann also nicht, selbst wenn Du inzwischen ein paar gesundheitliche Beschwerden hast. Deine angesparten Altersrückstellungen bleiben Dir jedenfalls erhalten, wenn Du beim gleichen Anbieter den Tarif wechselst. Das gilt allerdings nicht, wenn Du Dich bei einem neuen Anbieter privat versichern willst!

Für wen hat ein Tarifwechsel Vorteile?
  • Langjährig Versicherte: Wenn Du Deine Polizze vor vielen Jahren oder gar Jahrzehnten abgeschlossen hast, bietet die private Krankenversicherung im Vergleich zu Deinem Alttarif wahrscheinlich günstigere Tarife an. Achte darauf, dass der neue Tarife auch wirklich vergleichbare Leistungen erbringt und nicht etwa schlechtere Konditionen hat!
  • Versicherte mit geringem Selbstbehalt: Ein hoher Selbstbehalt in Deinem bestehenden Tarif kann Dir das Wechseln erschweren, weil Du Dich häufig einer erneuten Gesundheitsprüfung stellen musst. Deshalb lohnt sich ein Tarifwechsel vor allem für Versicherte, die bisher keine oder wenig Selbstbehalte gezahlt haben.

Leistungsausschlüsse

Wenn Du eine Krankenversicherung privat abschließt, gilt das Grundprinzip: Für höhere Leistungen bezahlst Du höhere Prämien. Du kannst somit Prämien sparen, wenn Du einen geringeren Leistungsumfang in Kauf nimmst.

Für wen haben Leistungsausschlüsse Vorteile?

Versicherte mit Premium-Tarifen: Leistungsausschlüsse sind dann eine Option, wenn Du einen vergleichsweise teuren, leistungsstarken Tarif abgeschlossen hast und bemerkst, dass Dir die Prämien über den Kopf wachsen. Prüfe in Ruhe Deinen Versicherungsvertrag und überlege Dir, auf welche Leistungen Du auch verzichten kannst: Brauchst Du im Krankenhaus wirklich ein Einbettzimmer? Sind Erstattungen für den Heilpraktiker unbedingt nötig? Möglicherweise treiben solche Zusatzleistungen Deine Versicherungsprämie nur unnötig in die Höhe.

Auf Leistungen, die Du nur im Moment nicht brauchst, die aber im Alter wichtig werden können, solltest Du aber besser nicht verzichten. Falls Du etwa eines Tages einen Zahnersatz benötigst, wirst Du froh sein, wenn die private Krankenversicherung für eine hochwertige Lösung aufkommt. Wenn Du schwerwiegende chronische Krankheiten hast, sind Leistungsausschlüsse oft die einzige Möglichkeit, um eine günstige private Krankenversicherung zu bekommen. Es kann aber riskant sein, auf wichtige medizinische Leistungen zu verzichten. In diesem Fall ist eine gesetzliche Krankenversicherung wahrscheinlich die bessere Option.

Was passiert, wenn ich mir die PKV-Versicherung nicht mehr leisten kann?

Falls Du in eine finanzielle Notlage gerätst und die Versicherungsprämien nicht mehr aufbringen kannst, solltest Du zunächst prüfen, ob Dir ein Tarifwechsel Entlastung bringt oder ob Leistungsausschlüsse bzw. Selbstbehalte für Dich in Frage kommen.

Hast Du diese Sparmöglichkeiten bereits ausgeschöpft, bietet jede Privatversicherung als Rettungsanker bestimmte Sondertarife mit stark ermäßigten Prämien an. Du musst also keine Sorgen haben, durch einen finanziellen Engpass Deinen Versicherungsschutz zu verlieren!

Basistarif

Seit 2009 ist jede private Krankenversicherung verpflichtet, den sogenannten Basistarif anzubieten. Er ist in seinen Leistungen einer gesetzlichen Krankenversicherung vergleichbar. Auch die Kosten entsprechen grundsätzlich denen einer gesetzlichen Krankenversicherung: Die private Krankenkasse darf für den Basistarif maximal den Höchstsatz der GKV einheben. Wer nach den im Sozialrecht definierten Kriterien hilfebedürftig ist, zahlt sogar nur die Hälfte. Und unter bestimmten Voraussetzungen übernimmt das Sozialamt oder die Arbeitsagentur die Versicherungsbeiträge.

Anspruch auf den Basistarif hat jeder, der 2009 oder später in die PKV eingetreten ist. Eine weitere Zielgruppe sind ältere Versicherte, die sich ihre Prämie nicht mehr leisten können, oder Menschen, die in die Arbeitslosigkeit gerutscht sind. Auch Personen, die bisher nicht krankenversichert waren oder keinen Anspruch auf eine gesetzliche Krankenversicherung haben, können sich über den Basistarif privat versichern.

Notlagentarif

Im Jahr 2013 wurde zusätzlich der sogenannte Notlagentarif eingeführt. Er ist ein letzter Ausweg für Personen, die bei der Privatversicherung Schulden angehäuft haben. In den Notlagentarif kann niemand freiwillig eintreten. Die private Krankenversicherung stuft Versicherte von sich aus in den Notlagentarif ein, wenn sie mindestens 5 bis 6 Monate zahlungssäumig sind.

Die Leistungen im Notlagentarif sind gegenüber dem Basistarif erheblich reduziert und beschränken sich auf das medizinisch Notwendigste. Dafür werden geringe Monatsbeiträge von 100 bis 125 Euro fällig.

Welche Leistungen erbringt die private Krankenversicherung?

  • Leistungsumfang wird individuell vertraglich vereinbart
  • für bestimmte Leistungen können Wartezeiten gelten
  • Zusatzleistungen erhöhen die Prämie

In der gesetzlichen Krankenversicherung sind die Leistungen durch staatliche Richtlinien vorgegeben und für alle Versicherten gleich. Wenn Du Dich privat krankenversichern lässt, hast Du hingegen die Wahl: Du bekommst die Leistungen, die vertraglich vereinbart wurden und für die Du bezahlst. Das bedeutet für Dich: Wenn Du Dich privat versichern möchtest, ist ein gründlicher PKV-Vergleich der erste, wichtige Schritt. Nimm Dir unbedingt Zeit zu überlegen, welche Leistungen Dir wichtig sind und wieviel Geld Du für die private Krankenversicherung zur Verfügung hast. Nutze anschließend am besten unseren Online-Tarifrechner, um herauszufinden, welche private Krankenversicherung im Vergleich das beste Preis-Leistungs-Angebot hat.

Welche Arten von Tarifen gibt es?

Wer die individuell beste private Krankenversicherung finden will, ist oft mit einer Vielzahl an Tarifen konfrontiert. Grob lassen sich folgende Gruppen von Tarifen unterscheiden:

Nach dem Tarif-Modell

  • Kompakt-Tarife: Dabei handelt es sich um ein bereits fertig geschnürtes Versicherungspaket mit einem festgesetzten Leistungsumfang. Einzelne Punkte im Versicherungsvertrag lassen sich trotzdem individuell vereinbaren.
  • Modul-Tarife: Bei einem Modul-Tarif entscheidest Du selbst, welche einzelnen Bausteine Deine private Krankenversicherung enthalten soll.

Nach dem Leistungsumfang

  • Basisschutz: Das sind besonders günstige Tarife, die in ihrem Leistungsumfang mit einer gesetzlichen Krankenversicherung vergleichbar sind.
  • Standard- oder Komfort-Tarife: Hier genießt Du bereits viele typische Vorteile einer PKV-Versicherung, etwa geringere Wartezeiten beim Facharzt oder höhere Kostenerstattungen bei Zahnleistungen.
  • Premium-Tarife: Ob Einzelzimmer im Krankenhaus oder teure Auslands-Behandlung - Premium-Tarife sichern Dir eine medizinische Versorgung auf allerhöchstem Niveau.

Ab wann stehen mir die Leistungen zu?

Lässt Du Dich privat versichern, dann kannst Du oft nicht alle Leistungen vom ersten Tag an in Anspruch nehmen - man spricht von Wartezeiten. Üblich sind:

  • 8 Monate Wartezeit für Entbindungen, Psychotherapie, Zahnbehandlung, Zahnersatz oder Kieferorthopädie
  • 3 Monate Wartezeit für die meisten übrigen Leistungen
  • keine Wartezeit bei Unfällen sowie bei Nachversicherung eines Partners oder Neugeborenen

Diese Wartezeiten gelten allerdings nur, wenn Du neu in die private Krankenversicherung eintrittst. Falls Du unmittelbar davor gesetzlich warst oder innerhalb der PKV den Anbieter wechselst, werden Dir diese Versicherungszeiten angerechnet! Bei manchen Anbietern kannst Du Wartezeiten auch durch ein ärztliches Attest umgehen oder zumindest verkürzen.

Welche Basisleistungen erbringt eine private Krankenversicherung?

Egal beim welchem Anbieter Du Dich privat versichern lässt - ein paar grundlegende Bausteine sind in jedem Versicherungspaket enthalten. Beachte aber, dass der genaue Leistungsumfang innerhalb dieser Bereiche sehr unterschiedlich sein kann!

Ambulante Arzthonorare

Jede private Krankenversicherung kommt für ärztliche Leistungen im ambulanten Bereich auf. Achte beim PKV-Vergleich unbedingt darauf, bis zu welcher Höhe Arzthonorare erstattet werden!

Der Hintergrund: Ärzte dürfen in Deutschland nicht beliebig viel verlangen, die zulässigen Vergütungen sind in der GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) bzw. in der GOZ (Gebührenordnung für Zahnärzte) gesetzlich festgelegt. Je nach Umfang der Behandlung darf der Arzt den sogenannten Regelhöchstsatz (das 2,3-fache der in der GOÄ festgelegten Beträge) oder den Höchstsatz (das 3,5-fache) in Rechnung stellen. Erstattet die private Krankenversicherung weniger als den 3,5-fachen Höchstsatz, dann kann es sein, dass Du auf einem Teil der Kosten sitzenbleibst.

Wenn Du als Patient zustimmst - und nur dann -, darf der Arzt auch mehr als den in der GOÄ bzw. GOZ festgelegten Höchstsatz verlangen. Privatärzte und medizinische Koryphäen berechnen mitunter das 10-fache. Wenn Du solche kostspieligen Behandlungen privat versichern möchtest, musst Du das extra vereinbaren.

Stationäre Behandlungen

Öffentliche Krankenhäuser rechnen ihre Leistungen nach der Bundespflegesatzverordnung bzw. dem Krankenhausentgeltgesetz ab. In Privatkliniken können aber wesentlich höhere Kosten anfallen. Achte darauf, ob die private Krankenversicherung auch für solche Behandlungen in Privatkliniken aufkommt.

Manchmal sind Behandlungen in sogenannten gemischten Anstalten ausgeschlossen. Das sind Krankenhäuser, die neben Akutbehandlungen auch Kuren oder Reha-Leistungen anbieten und oft auch bestimmte Fachbereiche spezialisiert sind. Behandlungen in gemischten Anstalten musst Du in der PKV extra mitversichern.

Medikamente

Wenn Du privat versichert bist, bekommst Du selbstverständlich die Kosten für Medikamente erstattet. Eine günstige private Krankenversicherung kann einen Selbstbehalt einheben. Achte darauf, dass es hier eine Obergrenze gibt, denn bestimmte Medikamente sind sehr teuer! Eine mögliche Einschränkung ist auch, dass die private Krankenversicherung nur für sogenannte Generika aufkommt. Das sind billigere, aber wirkstoffgleiche "Kopien" eines Medikaments.

Medizinische Hilfsmittel

Unter medizinischen Hilfsmitteln versteht man Beatmungs- und Dialysegeräte, Prothesen, Krankenfahrstühle, Brillen, künstliche Kehlköpfe und Kunstaugen oder Blindenhunde. Sie können ihren Preis haben: Hochwertige Prothesen, elektrische Fahrstühle oder Blindenhunde kosten rasch einen 5-stelligen Eurobetrag!

Achte beim PKV-Vergleich darauf, ob solche Hilfsmittel in vollem Umfang erstattet werden oder ob es Selbstbehalte bzw. Obergrenzen gibt. Mitunter reicht es auch, wenn die private Krankenversicherung die Miete von Geräten übernimmt. Wichtig: Der Katalog an erstattungsfähigen Hilfsmitteln sollte offen formuliert sein - schließlich weiß niemand, was der medizinische Fortschritt innerhalb der nächsten Jahrzehnte bringt!

Zahnleistungen

Unter Zahnleistungen versteht man

  • Zahnbehandlungen
  • Zahnersatz
  • Kieferorthopädie

Vor allem Zahnersatz kann sehr teuer sein. Hochwertige Implantate ("künstliche feste Zähne") kosten einige tausend Euro - pro Stück! Auch die beste private Krankenversicherung übernimmt diese Kosten meist nicht zur Gänze. Eine gute PKV-Versicherung erstattet Dir zumindest 75 bis 90 Prozent. Achte auch darauf, wieviel die private Krankenversicherung für hochwertige Zahnfüllungen (Inlays), Labor- und Materialkosten sowie einen Knochenaufbau bei Implantat-Behandlungen bezahlt.

Oft gibt es bei Zahnleistungen eine sogenannte Zahnstaffel. Das bedeutet, dass die maximale Erstattungshöhe in den ersten Jahren begrenzt ist. Die Obergrenze kann beispielsweise im ersten Jahr bei 1.000 Euro und anschließend schrittweise um jeweils 1.000 angehoben werden. Eine gute private Krankenversicherung sollte zumindest nach 5 Jahren auf eine Obergrenze verzichten.

Welche optionalen Zusatzleistungen gibt es?

Jede private Krankenversicherung bietet eine Reihe an Zusatzleistungen an, für die Du einen Aufschlag bezahlst. Du solltest genau prüfen, welcher dieser Leistungen Dir wichtig sind und worauf Du auch verzichten kannst, um nicht eine überhöhte Prämie zu bezahlen.

Freie Arztwahl

Bei vielen Tarifen gilt das sogenannte Hausarztprinzip: Du musst erst einen bestimmten Allgemeinarzt aufsuchen, der Dich anschließend an einen Facharzt überweist. Bei freier Arztwahl kannst Du hingegen sofort einen Spezialisten aufsuchen und bist auch nicht an einen bestimmten Hausarzt gebunden. Eine Chefarzt-Behandlung im Krankenhaus musst Du ebenfalls extra mitversichern!

Krankentagegeld

Werden angestellte Arbeitnehmer krank, dann zahlt der Arbeitgeber 6 Wochen lang das normale Gehalt weiter. Gesetzlich Versicherte bekommen danach Krankengeld von ihrer Krankenversicherung. Es beträgt rund 70 Prozent des Brutto-Gehalts.

Wenn Du eine Krankenversicherung privat abschließt, kannst Du Dir aussuchen, ob Du Krankengeld bekommen willst und falls ja, in welcher Höhe. Sinnvoll ist diese Zusatzklausel in erster Linie für Selbstständige, die im Krankheitsfall vom ersten Tag an einen Einkommensverlust haben. Falls Du als Angestellter einen Verdienstausfall bei längerer Krankheit privat versichern willst, brauchst Du das Krankengeld hingegen erst ab dem 43. Tag.

Heilmittel

Darunter versteht man Behandlungen wie Krankengymnastik, Physiotherapie, Ergotherapie oder Logopädie. Es ist sehr sinnvoll, Heilmittel privat zu versichern, denn oft handelt es sich dabei um langwierige Behandlungen. Nach einem Bandscheibenvorfall oder einem Unfall kann es sein, dass Du wöchentliche Behandlungen über mehrere Monate hinweg brauchst.

Psychotherapie

Leistungsstarke Tarife übernehmen die Kosten für Psychotherapie sowohl im ambulanten Bereich als auch stationär im Krankenhaus. Doch auch die beste private Krankenversicherung zahlt hier nicht unbegrenzt. Achte darauf, dass Dir zumindest 50 ambulante Therapie-Sitzungen erstattet werden.

Reha und Kuren

Bei Angestellten übernimmt normalerweise die gesetzliche Unfall- oder Rentenversicherung die Kosten für Kuren oder Reha-Leistungen. Falls Du als Selbstständiger keine solche Versicherung hast, kannst Du Anschlussbehandlungen privat versichern. Eine Kur oder Reha kann nach einem Unfall oder einer längeren Krankheit sehr wichtig sein, damit Du wieder ganz auf die Beine kommst! Achte beim PKV-Vergleich darauf, ob zeitliche Fristen gelten oder die private Krankenversicherung ihre Leistungen auf bestimmte Krankheiten einschränkt.

Krankentransporte

Einen einmaligen Krankentransport mit dem Rettungswagen kannst Du wahrscheinlich aus eigener Tasche bezahlen. Ein Hubschrauber-Transport hingegen kann bereits einen fünfstelligen Euro-Betrag kosten! Teuer wird es auch, wenn Du regelmäßige Transporte brauchst, z.B. wegen einer Chemotherapie oder Dialyse-Behandlung im Krankenhaus. Falls Du Krankentransporte privat versichert haben willst, dann achte darauf, ob es Beschränkungen oder Höchstbeträge gibt.

Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen

Vorsorgeuntersuchungen dienen zur Früherkennung von Krankheiten und sind daher ein wichtiger Leistungsbaustein. Wenn Du Dich privat krankenversichern lässt, sind alle jene Standard-Vorsorgeuntersuchungen meist inkludiert, die auch die GKV bezahlt. Dazu zählen etwa Hautkrebs-Screenings oder der Pap-Test zur Erkennung von Gebärmutterhalskrebs. Bei leistungsstarken Tarifen fallen oft die in der GKV festgelegten Altersgrenzen weg oder Du kannst in kürzeren zeitlichen Abständen zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Wenn Du weitere Vorsorgeuntersuchungen privat versichern lassen willst, beispielsweise Blut- oder Hormon-Tests, zahlst Du dafür einen Aufschlag.

Schutzimpfungen musst Du oft gesondert vereinbaren, wenn Du Dich privat krankenversichern lässt. Die private Krankenkasse sollte zumindest diejenigen Schutzimpfungen übernehmen, die die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt.

Alternativmedizin

Falls Du auf alternativmedizinische Behandlungen Wert legst, musst Du diesen Baustein extra vereinbaren. Die private Krankenversicherung erstattet Dir dann Leistungen wie Homöopathie, Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) oder Osteopathie. Achte darauf, ob auch Sitzungen beim Heilpraktiker oder nur ärztliche Behandlungen übernommen werden!

Behandlungen im Ausland

In der Regel zahlt die private Krankenversicherung europaweit für medizinische Behandlungen. Außerhalb Europas gilt der Versicherungsschutz für Urlaubsreisen bis zu einem Monat. Falls Du eine mehrmonatige Reise geplant hast, solltest Du darauf achten, dass sich dieser Zeitraum verlängern lässt.

Wichtig ist auch darauf zu schauen, ob die private Krankenversicherung die Behandlungskosten in voller Höhe oder nur zu dem in Deutschland üblichen Preis übernimmt. Denn in Einzelfällen können Behandlungen im Ausland teurer sein!

Wie funktioniert die Kostenerstattung in der PKV?

Wenn Du privat versichert bist, gilt das Kostenerstattungs-Prinzip. Du bezahlst zunächst selbst für medizinische Leistungen und reichst dann die Rechnungen an Deine PKV-Versicherung weiter. Keine Sorge: Das ist weder kompliziert, noch musst Du zwingend in Vorleistung gehen.

Arztrechnungen

Während der Arzt bei GKV-Versicherten direkt mit der Krankenkasse abrechnet, zahlst Du in der PKV die Arztrechnung selbst. Die private Krankenversicherung stellt Dir zwar eine Chipkarte aus, wie sie auch gesetzlich Versicherte haben. Sie dient beim Arzt aber nicht zur Abrechnung, sondern lediglich zur Information, wo Du versichert bist und welche Leistungen Deine private Krankenversicherung übernimmt.

Normalerweise reichst Du die Originalrechnung, die Du vom Arzt erhältst, bei Deiner Versicherung ein. Der Rechnung legst Du ein Erstattungsformular bei, das Du Dir im Internet herunterlädst oder per Post von der Versicherung bekommst. Oft kannst Du die Rechnung auch einfach einscannen oder mit dem Handy abfotografieren und anschließend digital einreichen.

Die private Krankenversicherung überweist Dir das Geld dann auf Dein Bankkonto. Die meisten Versicherungen sind dabei recht fix, so dass Du beim Arzt nicht in Vorleistung gehen musst, sondern abwarten kannst, bis Deine Versicherung den Betrag überwiesen hat.

Krankenhausrechnungen

Im Krankenhaus musst Du Dich um die Bezahlung normalerweise nicht selbst kümmern. Die private Krankenversicherung rechnet direkt mit der Krankenhausverwaltung ab, eine Rechnungskopie erhältst Du nur zu Deiner Information. Wichtig ist, dass Du Deine Chipkarte (Klinik-Card) dabei hast.

Krankentagegeld

Wenn Du Krankentagegeld privat versichern lässt, musst Du eine Erkrankung innerhalb einer festgelegten Frist bei Deiner Versicherung melden. Die Versicherung braucht außerdem regelmäßige ärztliche Atteste, aus denen hervorgeht, dass Du arbeitsunfähig bist. Das Krankengeld wird Dir meist rückwirkend für den jeweiligen Monat auf Dein Konto überwiesen.

Wie funktioniert der Wechsel in die PKV?

In Deutschland gilt eine Krankenversicherungspflicht. In der Regel wechselst Du daher nahtlos von der GKV in die PKV. Im Folgenden erklären wir Dir die nötigen Schritte:

1. Voraussetzungen erfüllt?

Eine Krankenversicherung privat abschließen kannst Du nur, wenn Du die nötigen Voraussetzungen dafür erfüllst. Selbstständige und Beamte können innerhalb der festgelegten Kündigungsfristen jederzeit aus der GKV aus- und in die PKV eintreten. Angestellte müssen hingegen die vorgesehene Einkommensgrenze überschreiten. Dabei sind 3 Varianten möglich:

Berufseinstieg

Wenn Du erstmals ein Arbeitsverhältnis aufnimmst und dabei mehr als die Beitragsbemessungsgrenze verdienst, kannst Du sofort in die PKV wechseln. Voraussetzung ist eine schriftliche Zusage Deines Arbeitgebers.

Gehaltserhöhung beim gleichen Arbeitgeber

Wenn Du bei Deinem bestehenden Arbeitgeber eine Gehaltserhöhung bekommst und dadurch erstmalig über die Beitragsbemessungsgrenze rutscht, kannst Du nicht sofort wechseln, sondern erst ab 1. Januar des Folgejahres.

Arbeitgeberwechsel mit Gehaltserhöhung

Falls Du in Deinem neuen Job mehr verdienst und dadurch über der Beitragsbemessungsgrenze liegst, kannst Du sofort mit Beginn des neuen Arbeitsverhältnisses in die PKV wechseln. Voraussetzung ist eine schriftliche Zusicherung des neuen Arbeitgebers.

Sobald Du als Arbeitnehmer die nötigen Voraussetzungen erfüllst, informiert Dich Deine gesetzliche Krankenversicherung, dass Du nun versicherungsfrei bist - das heißt, dass Du zwischen gesetzlicher und Privatversicherung wählen kannst. Du musst Dich dann innerhalb von 2 Wochen entscheiden, ob Du eine private Krankenversicherung abschließen oder weiter gesetzlich versichert bleiben willst. Natürlich kannst Du auch später jederzeit in die PKV wechseln. Es gilt dann aber eine längere Kündigungsfrist von 2 Monaten.

2. Versicherungen und Tarife vergleichen

Falls Du Dich für den Wechsel in die private Krankenversicherung entschieden hast, erwartet Dich nun ein wenig Arbeit, denn Du solltest Dich gut und gründlich über die verschiedenen Tarife und deren Konditionen informieren. Nutze am besten unseren Online-PKV-Vergleich, um Dir zeitsparend einen Überblick über die verschiedenen Anbieter in der PKV zu verschaffen und herauszufinden, welche die beste private Krankenversicherung für Dich ist!

3. Probeanträge stellen

Sind mehrere Versicherungen in der engeren Auswahl gelandet, dann stellst Du am besten zeitgleich bei jedem Unternehmen einen Probeantrag, um die individuell beste private Krankenversicherung zu finden.

Bei einem Probeantrag musst Du (genauso wie bei einem verbindlichen Antrag) einen recht umfangreichen Katalog an Gesundheitsfragen beantworten und möglicherweise ärztliche Atteste beilegen. Du solltest dabei in Deinem eigenen Interesse unbedingt bei der Wahrheit bleiben! Denn wenn Du später die erste höhere Rechnung einreichst, wird die private Krankenversicherung Deine Krankheitsgeschichte prüfen. Stellt sie fest, dass Du etwas verschwiegen hast, kann sie die Kostenerstattung verweigern oder Dich im schlimmsten Fall kündigen.

Der große Vorteil von Probeanträgen: Du kannst mehrere Angebote vergleichen. Falls Du etwa Vorerkrankungen hast, dann findest Du so heraus, bei welchem Anbieter Du den geringsten Risikoaufschlag zahlst. So findest Du die private Krankenversicherung, die im Vergleich die besten Konditionen für Dich bietet.

Ein Probeantrag ist für Dich nicht verbindlich, für die private Krankenversicherung aber schon: Wenn Sie Dir ein Angebot macht, dann verpflichtet sie sich, Dich zu den darin festgelegten Konditionen aufzunehmen.

4. Versicherungsantrag beim gewählten Anbieter stellen

Wenn Du herausgefunden hast, welche private Krankenversicherung im Vergleich die beste für Dich ist, kannst Du einen verbindlichen Antrag stellen. Bei den meisten Versicherungen ist das schon 6 Monate im Voraus möglich - also ein halbes Jahr vor dem genauen Tag, an dem Du aus der gesetzlichen Krankenversicherung austreten wirst. Die private Krankenversicherung stellt Dir anschließend eine Annahmebestätigung aus. Diese Bestätigung brauchst Du, um Deine gesetzliche Krankenversicherung zu kündigen.

5. Gesetzliche Krankenversicherung kündigen

Erst wenn Du eine feste Zusage von der Privatversicherung hast, kannst Du Deine gesetzliche Krankenversicherung kündigen. Die reguläre Frist dafür beträgt 2 Monate. Falls Du Dich also mit 1. März privat krankenversichern willst, muss die Kündigung bis spätestens 1. Januar bei Deiner gesetzlichen Krankenversicherung einlangen.