Du bist hier

Krankenkasse wechseln: online mit wenigen Klicks

Als gesetzlich Versicherter hast Du das Recht, Deine Krankenkasse zu wechseln. Und Du solltest es auch tun, wenn Du mit den Leistungen der Krankenversicherung nicht zufrieden bist! Keine Sorge, der Krankenkassenwechsel ist weder kompliziert noch zeitaufwendig. In diesem Artikel erklären wir alles, was Du über Wechsel und Kündigung der Krankenkasse wissen solltest.

Wann ist es sinnvoll die Krankenkasse zu wechseln?

Zwar sind die Basisleistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) staatlich geregelt und für alle Versicherten gleich. Doch das heißt noch lange nicht, dass alle Krankenkassen gleich gut sind! Denn auch die gesetzlichen Krankenversicherungen stehen zueinander im Wettbewerb und müssen sich aktiv um Mitglieder bemühen. Die Krankenkassen bieten daher immer mehr freiwillige Zusatzleistungen an, die gesetzlich nicht vorgeschrieben sind. Darüber hinaus heben sie unterschiedlich hohe Zusatzbeiträge ein.

Die Krankenkasse zu wechseln kann sinnvoll sein, wenn Du

  • durch einen niedrigeren Zusatzbeitrag Geld sparen möchtest
  • auf bestimmte Zusatzleistungen, Wahltarife oder Bonusprogramme Wert legst, die Deine Kasse nicht anbietet
  • mit dem Service- und Beratungsangebot Deiner Krankenkasse unzufrieden bist

Krankenkasse wechseln: Wie gehe ich vor?

Der Wettbewerb zwischen den Krankenkassen ist einerseits gut für Versicherte. Denn so kannst Du jederzeit zu einer Krankenversicherung wechseln, die wirklich zu Dir und Deiner Lebenssituation passt. Die Kehrseite ist, dass das Angebot mittlerweile einem wahren Dschungel gleicht. Das macht es schwer zu beurteilen, welche Kasse insgesamt die besten Leistungen erbringt.

Mit dem Online-Tarifvergleich kannst Du es in wenigen Schritten herausfinden! Der Tarifrechner vergleicht für Dich Tarife, die in Deinem Bundesland verfügbar sind. Neben der exakten Beitragshöhe listet er Dir auch detailliert die Leistungen und Zusatzangebote auf. Das hilft Dir dabei, den Überblick zu bewahren und letztendlich die richtige Wahl zu treffen.

So funktioniert der Online-Krankenkassenvergleich

1. Voraussetzungen angeben

Damit der Online-Rechner passende Angebote ermitteln und Dir die Höhe der Versicherungsbeiträge anzeigen kann, sind folgende Eingaben nötig:

  • Bundesland
  • Berufsgruppe
  • Brutto-Einkommen

2. Sofort Online-Vergleichsliste erhalten

Durch einen Klick auf "Jetzt vergleichen" erhältst Du sofort eine Liste mit verfügbaren Krankenversicherungen, zu denen Du wechseln kannst. Klicke anschließend einfach auf die einzelnen Angebote, um mehr über die Leistungen und Vertragsdetails zu erfahren.

3. Ausgewählte Krankenkassen direkt vergleichen

Setze ein Häkchen bei den Anbietern, die für Dich in die engere Auswahl kommen, und klicke auf "Tarife vergleichen". Der Online-Rechner stellt Dir die Leistungen der ausgewählten Krankenkassen in einer Liste gegenüber. So kannst Du die Anbieter direkt vergleichen.

4. Unverbindliche Angebote erhalten

Fordere doch einfach unverbindliche Angebote an, wenn Du überlegst die Krankenkasse zu wechseln! Das funktioniert mit wenigen Klicks online. Sobald Du Dich für einen Anbieter entschieden hast, bedeutet der Krankenkassenwechsel selbst keinen großen Aufwand mehr.

Darauf solltest Du beim Vergleich der Krankenkassen achten

Zu welcher Krankenkasse Du wechseln solltest, hängt in erster Linie von Deinen gesundheitlichen Voraussetzungen und Deinen Prioritäten ab. Hier ein kurzer Überblick über die wichtigsten Punkte, auf die Du beim Vergleich der Krankenkassen achten solltest:

Beitragshöhe

Die Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung berechnen sich nach Deiner Einkommenshöhe. Der gesetzlich vorgeschriebene allgemeine Beitragssatz von 14,6 Prozent des Brutto-Einkommens ist bei allen Krankenkassen gleich. Unterschiede gibt es nur beim Zusatzbeitrag, den die Kassen selbstständig festlegen können. Er liegt bei den einzelnen Krankenkassen zwischen 0,20 und 1,70 Prozent des Brutto-Einkommens (Stand 2019), im Schnitt beträgt er 0,90 Prozent.

Seit Anfang 2019 teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Zusatzbeitrag. Dadurch haben sich die Kosten, aber auch die Sparmöglichkeiten verringert. Trotzdem kannst Du - abhängig vom Einkommen - bis zu 300 Euro pro Jahr sparen, wenn Du Dich entschließt von der teuersten zur günstigsten Krankenkasse zu wechseln.

Freiwillige Zusatzleistungen

Jede gesetzliche Krankenkasse zahlt Dir eine medizinische Basis-Versorgung, die aber in gewissen Bereichen lückenhaft ist. Deshalb solltest Du die individuellen Zusatzleistungen genau unter die Lupe nehmen, wenn Du die Krankenversicherung wechseln willst. So übernehmen zahlreiche Kassen z.B.

  • zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen
  • Kosten für Zahnersatz
  • Zuschüsse zur professionellen Zahnreinigung
  • höhere Zuschüsse für Sehhilfen
  • Kosten nicht-verschreibungspflichtiger Medikamente
  • Kosten alternativmedizinischer Behandlungen
  • höhere Zuschüsse bei künstlicher Befruchtung

Wahltarife

Die Krankenkassen sind gesetzlich verpflichtet, bestimmte Wahltarife anzubieten. Viele Kassen bieten freiwillig eine Reihe weiterer Tarife an, mit denen Du unter gewissen Voraussetzungen Beiträge sparen kannst. Darunter sind etwa Selbstbehalt-Tarife, bei denen Du Vergünstigungen erhältst, wenn Du einen Teil der Behandlungskosten selbst trägst.

Bonusprogramme

Durch Bonusprogramme belohnen Krankenversicherungen Mitglieder, die besonders auf ihre Gesundheit achten. Wenn Du beispielsweise Übergewicht abbaust oder mit dem Rauchen aufhörst, kannst Du Prämien von bis zu einigen 100 Euro pro Jahr erhalten! Als Sportler kann es sich lohnen zu einer Krankenkasse zu wechseln, die mit privaten Anbietern kooperiert und Dir eine vergünstigte Mitgliedschaft im Fitness-Studio ermöglicht.

Servicequalität

Auch eine miserable Servicequalität kann ein Grund sein die Krankenkasse zu wechseln. Viele Krankenversicherungen gehen Dir ein paar Schritte entgehen und betreuen Dich besser, als sie vom Gesetz her müssten. So gibt es etwa Beratungs-Hotlines, die Dir auch am Wochenende zur Verfügung stehen, oder Beschwerdestellen, die bei Problemen mit einem Arzt vermitteln. Falls Du unter chronischen Erkrankungen wie Diabetes leidest, können spezielle Versorgungsmanagement-Programme sehr sinnvoll sein.

Unter welchen Voraussetzungen kann ich eine gesetzliche Krankenkasse wechseln?

Wer darf wechseln?

Nach § 175 Abs. 1 des Fünften Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) hast Du als gesetzlich Versicherter das Recht, Deine Krankenkasse frei zu wählen, sobald Du über 15 Jahre alt bist. Es spielt dabei keine Rolle, ob Du in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versicherungspflichtig oder freiwilliges Mitglied bist. Anders als private Krankenversicherungen dürfen Dich gesetzliche Krankenkassen nicht ablehnen, auch wenn Du krank bist oder ein höheres Alter hast. Sie dürfen auch keine individuellen Risikoaufschläge verlangen.

Zu welcher Krankenkasse kann ich wechseln?

Du musst beim Krankenkassenwechsel in erster Linie darauf achten, dass die neue Krankenversicherung in Deinem Bundesland verfügbar ist. Sie muss nicht notwendig eine Geschäftsstelle in Deinem Bundesland haben, falls es Dich nicht stört, dass der Kontakt dann hauptsächlich per Telefon oder E-Mail abläuft.

Zur Wahl stehen

  • die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) in Deiner Region
  • Ersatzkassen (auch solche, deren Name auf eine bestimmte Berufsgruppe hindeutet)
  • Betriebskrankenkassen (BKK) oder Innungskrankenkassen (IKK), falls es sie in Deinem Betrieb gibt

Du kannst übrigens immer zu der Krankenkasse wechseln, bei der Dein Ehepartner versichert ist, oder zu einer Kasse, bei der Du früher einmal versichert warst (auch im Rahmen der Familienversicherung).

Wann kann ich die Krankenkasse wechseln?

Wenn Du eine gesetzliche Krankenkasse wechseln willst, gilt eine kleine Einschränkung: Du kannst nicht jederzeit und beliebig oft die Krankenversicherung wechseln, sondern musst bestimmte Bindungs- und Kündigungsfristen einhalten. Dadurch will der Gesetzgeber verhindern, dass für die Krankenkassen und meldungspflichtigen Stellen ein unzumutbarer Verwaltungsaufwand entsteht.

Welche Fristen gelten bei einer regulären Kündigung der Krankenkasse?

Bindungsfrist

Im Normalfall gilt eine Mindest-Bindungsfrist von 18 Monaten. Wenn Du Anfang Januar 2019 Mitglied einer neuen Krankenkasse geworden bist, kannst Du also frühestens mit Anfang Juli 2020 die Krankenkasse wechseln. An diese bist Du dann erneut 18 Monate gebunden.

Kündigungsfrist

Die reguläre Kündigungsfrist der Krankenkasse beträgt 2 Monate. Der Krankenkassenwechsel ist immer mit Monatsende möglich. Das bedeutet: Wenn Du mit 1. Januar die Krankenkasse wechseln willst, musst Du bis spätestens 31. Oktober des Vorjahres die alte Krankenversicherung kündigen. Trifft Dein Kündigungsschreiben erst im November ein, wird der Wechsel der Krankenkasse frühestens mit 1. Februar gültig.

Wann habe ich ein Sonderkündigungsrecht?

In bestimmten Situationen kannst Du die Krankenkasse kündigen, auch wenn Du noch nicht 18 Monate Mitglied warst. Ein Sonderkündigungsrecht hast Du unter diesen Voraussetzungen:

Erhöhung des Zusatzbeitrags

Es kann sein, dass die Krankenversicherung ihren Zusatzbeitrag erhöht oder erstmalig einen einhebt. Dann hast Du das Recht, die Krankenkasse mit Ende des Monats zu kündigen, in dem der erhöhte Zusatzbeitrag eingeführt wird. Dabei gilt die normale 2-monatige Kündigungsfrist. Du musst den höheren Zusatzbeitrag daher erst einmal für 3 Monate bezahlen. Wenn Krankenkassen ihren Zusatzbeitrag erhöhen oder erniedrigen, geschieht das meist mit 1. Januar. Du kannst dann bis 31. Januar die Krankenversicherung kündigen und mit 1. April die Krankenkasse wechseln.

Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV)

Die 18-monatige Mindest-Bindungsfrist gilt nicht, falls Du zu einer privaten Krankenkasse wechseln willst. Um Dich privat versichern zu dürfen, musst Du allerdings "versicherungsfrei" sein, d.h. nicht gesetzlich pflichtversichert. Als Angestellter muss Dein Einkommen dazu die Jahresentgeltgrenze überschreiten (2019: 60.750 Euro brutto).

An welche Kündigungsfrist Du Dich bei einem Wechsel von der GKV in die PKV halten musst, hängt davon ab, ob Du schon vorher versicherungsfrei (und daher freiwilliges Mitglied in der GKV) warst oder erstmalig versicherungsfrei wirst.

  • freiwilliges Mitglied in der GKV: Als Arbeitnehmer mit einem Einkommen über der Jahresentgeltgrenze oder als Selbstständiger, Beamter oder Student kannst Du jederzeit von der GKV in die PKV wechseln. Es gilt dabei die ganz normale 2-monatige Kündigungsfrist der Krankenkasse.
  • erstmalig versicherungsfrei: Dazu kann es kommen, wenn Du als Arbeitnehmer durch eine Gehaltserhöhung erstmals über die Jahresentgeltgrenze rutscht, wenn Du den Beamtenanwärter-Status erreichst oder erstmals eine selbstständige Tätigkeit aufnimmst. Im rechtlichen Sinn beendest Du Deine Mitgliedschaft in der GKV dann nicht durch eine Kündigung, sondern durch "Austritt". Deine gesetzliche Krankenkasse informiert Dich darüber, wenn Du versicherungsfrei wirst. Du kannst dann innerhalb von 2 Wochen aus der GKV aus- und in die PKV eintreten.
Wechsel in beitragsfreie Familienversicherung

Eine weiter Ausnahme gilt für alle, die bisher freiwillig gesetzlich versichert waren. Sobald die Voraussetzungen für eine beitragsfreie Familienversicherung erfüllt sind, kannst Du vor Ablauf der 18-monatigen Bindungsfrist die Krankenkasse wechseln.

Ein Beispiel: Du warst bisher als Selbstständiger freiwillig gesetzlich versichert. Nun gibst Du Deine selbstständige Tätigkeit auf und bist vorübergehend ohne eigenes Einkommen. Ist Dein Ehepartner gesetzlich versichert, kannst Du zu dessen Krankenkasse wechseln und Dich dort mitversichern.

Andere vertragliche Vereinbarungen

Falls laut Satzung der Krankenversicherung keine 18-monatige Bindungsfrist gilt, kannst Du ebenfalls früher Deine gesetzliche Krankenkasse wechseln.

Was ist bei der Kündigung eines Wahltarifs zu beachten?

Bei Wahltarifen gilt häufig eine längere Mindest-Bindungsfrist von 3 Jahren. Wenn Du einen Wahltarif abgeschlossen hast, beispielsweise einen Hausarzttarif, kannst Du möglicherweise bis zu 3 Jahre nicht die Krankenkasse wechseln. Ein Sonderkündigungsrecht hast Du aber trotzdem. Erhöht die Krankenkasse ihren Zusatzbeitrag, dann ist ein vorzeitiger Krankenkassenwechsel möglich.

Ausgenommen vom Sonderkündigungsrecht ist nur der Krankengeld-Tarif für Selbstständige. An diesen Tarif bist Du immer 3 Jahre gebunden.

Wie läuft der Krankenkassenwechsel ab?

Der Wechsel der Krankenkasse ist nicht besonders schwierig oder zeitaufwendig. Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt Dir, wie es funktioniert. Selbst wenn Du Fehler machen solltest, kann nicht viel passieren, Du bleibst dann einfach bei Deiner alten Krankenkasse versichert. Da in Deutschland eine allgemeine Krankenversicherungspflicht gilt, tritt die Kündigung der Krankenkasse erst in Kraft, wenn Du tatsächlich Mitglied einer neuen Krankenversicherung geworden bist.

1. Schritt: Krankenkassen vergleichen

Der erste Schritt ist, Dich zu informieren und herauszufinden, zu welcher Krankenkasse Du wechseln möchtest. Nutze dazu am besten den Online-Tarifvergleich, denn das Angebot ist sonst nahezu unüberschaubar! Der Vergleichsrechner zeigt Dir nur solche Tarife an, die auch wirklich in Deinem Bundesland verfügbar sind. Nimm Dir ausreichend Zeit für den Vergleich und wäge ab, welche Leistungen für Dich Priorität haben. Wenn Du eine engere Auswahl getroffen hast, dann fordere einfach die kostenlosen Info-Materialien der Krankenversicherungen an!

2. Schritt: Alte Krankenkasse kündigen

Hast Du Dich für eine neue Krankenversicherung entschieden, dann gilt es im nächsten Schritt die alte Krankenkasse zu kündigen. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen, am besten per Post als Einschreiben mit Rückschein. Gib im Kündigungsschreiben Deine Krankenversicherungs-Nummer und das genaue Datum an, mit dem Du die Krankenversicherung kündigen möchtest. Falls Du ein Sonderkündigungsrecht nutzt, dann solltest Du Dich in Deinem Schreiben auf die rechtliche Grundlage beziehen.

Tipp:

Nutze einfach ein Kündigungs-Musterschreiben, das Du im Internet problemlos findest. In dieses Musterschreiben musst Du nur noch an den richtigen Stellen Deine persönlichen Daten eintragen.

Deine alte Krankenversicherung ist verpflichtet, Dir innerhalb von 2 Wochen, nachdem sie das Schreiben erhalten hat, eine schriftliche Kündigungsbestätigung auszustellen. Diese Kündigungsbestätigung brauchst Du im nächsten Schritt, um einen neuen Mitgliedsantrag zu stellen. Falls Du nach 2 Wochen nichts erhalten hast, dann solltest Du noch einmal nachhaken!

3. Schritt: Mitgliedsantrag stellen

Im nächsten Schritt stellst Du einen Aufnahmeantrag an die neue Krankenkasse. Dieser Antrag kann durch ein formloses Schreiben erfolgen. Einfacher ist es aber, die Vordrucke der Krankenversicherung zu verwenden. Diese Formulare findest Du normalerweise online zum Download. Du musst darin Deine Sozialversicherungsnummer, Deine bisherige Krankenversicherung und die Anschrift Deines Arbeitgebers eintragen. Für Selbstständige gibt es meist spezielle Antragsformulare. Wenn Du Familienangehörige mitversichern möchtest, musst Du auch für sie eigene Formulare ausfüllen.

Die ausgefüllten Formulare schickst Du per Post, online oder als Fax an die neue Krankenversicherung. Lege dabei unbedingt die Kündigungsbestätigung der alten Krankenkasse bei oder reiche sie nach, falls Du sie noch nicht erhalten hast. Ohne Kündigungsbestätigung kann Dich die Krankenkasse nicht aufnehmen.

Die neue Krankenversicherung wird Dir anschließend eine Mitgliedsbescheinigung ausstellen. Diese brauchst Du, damit die Kündigung der alten Krankenkasse definitiv wirksam wird.

4. Schritt: Bescheinigung beim Arbeitgeber vorlegen

Um den Krankenkassenwechsel abzuschließen, musst Du im letzten Schritt die Mitgliedsbescheinigung der neuen Krankenversicherung Deinem Arbeitgeber vorlegen. Falls Du arbeitslos bist, gibst Du die Bescheinigung beim Arbeitsamt ab. Als freiwillig versicherter Selbstständiger oder als Student verschickst Du die Mitgliedsbescheinigung an die alte Krankenkasse, als Rentner an die Rentenversicherung.

Wichtig: Alle 4 Schritte musst Du noch innerhalb der Kündigungsfrist der Krankenkasse abschließen. Dein Arbeitgeber muss die Mitgliedsbestätigung der neuen Krankenkasse also erhalten, noch bevor die Mitgliedschaft bei der alten Krankenversicherung abläuft. Wenn Du diese Frist verpasst, wird die Kündigung nicht wirksam und Du bleibst Mitglied der alten Krankenkasse. Es kann Dir aber nie passieren, dass Du unversichert bist, auch wenn beim Krankenkassenwechsel etwas schief geht!

Was passiert beim Wechsel der Krankenkasse mit laufenden Behandlungen?

Die Basisleistungen der Krankenversicherungen sind gesetzlich geregelt. Ein Krankenkassenwechsel hat auf die meisten laufenden Behandlungen daher keinen Einfluss. Lediglich freiwillige Zusatzleistungen, die Deine alte Krankenkasse angeboten hat, stehen Dir möglicherweise nicht mehr zur Verfügung - beispielsweise bestimmte alternativmedizinische Behandlungen. Wenn Du solche Leistungen in Anspruch nimmst und die Krankenkasse wechseln willst, solltest Du daher unbedingt prüfen, ob die neue Krankenversicherung die Kosten übernimmt.

Änderungen können sich auch in folgenden Bereichen ergeben:

  • Genehmigungspflichtige Leistungen: Bestimmte Leistungen wie Psychotherapie und Reha-Sport werden von gesetzlichen Krankenversicherungen erst auf Antrag genehmigt. Bist Du in einer laufenden genehmigungspflichtigen Behandlung, dann solltest Du die neue Krankenversicherung möglichst schon beim Mitgliedsantrag darüber informieren. Normalerweise kannst Du laufende Behandlungen fortführen. Lasse Dir zu Deiner Sicherheit aber unbedingt eine schriftliche Bestätigung dafür ausstellen! Hat die alte Krankenkasse eine Behandlung genehmigt und Du hast sie noch nicht begonnen, musst Du bei der neuen Krankenversicherung noch einmal einen Antrag stellen.
  • Geliehene Hilfsmittel: Falls Du medizinische Hilfsmittel wie Krücken, Rollstuhl oder Beatmungsgerät von der alten Krankenversicherung geliehen hast, musst Du diese beim Wechsel zurückgeben. Die neue Krankenkasse wird Dir ein gleichwertiges Gerät zur Verfügung stellen, das aber vielleicht von einem anderen Hersteller stammt.
  • Medikamente: Möglicherweise bekommst Du nach dem Wechsel der Krankenkasse neue, aber wirkstoffgleiche Präparate.

Was passiert bei der Schließung oder Insolvenz einer Krankenkasse?

Es kommt zum Glück selten vor: Wird eine Krankenversicherung insolvent oder von der Aufsichtsbehörde geschlossen, dann musst Du zwangsläufig die Krankenkasse wechseln. Du wirst in diesem Fall von der Krankenversicherung ein Schreiben erhalten und hast anschließend 6 Wochen Zeit, um zu einer neuen Krankenkasse zu wechseln.

Die Kasse muss ihrem Schreiben eine Liste aller gesetzlichen Krankenversicherung beilegen, die für Dich in Deinem Bundesland zur Auswahl stehen. Außerdem muss sie Dir ein Antragsformular mitschicken, das Du nur noch auszufüllen brauchst. Du sendest das Formular anschließend direkt an die neue Krankenkasse, zu der Du wechseln willst, oder an die alte Krankenversicherung, die es weiterleitet.

Falls Du nicht selbst aktiv wirst und eine neue Krankenversicherung wählst, wird Dich Dein Arbeitgeber, die Bundesagentur für Arbeit oder die Rentenversicherung bei einer beliebigen Kasse anmelden.