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Steuererklärung-Frist

Wenn Du bei Deiner Steuererklärung die Frist verpasst, war im besten Fall die ganze Arbeit umsonst. Im schlimmsten Fall brummt Dir das Finanzamt einen Verspätungszugschlag auf. Seit dem Steuerjahr 2018 gelten längere Fristen. Wir sagen Dir, welche Abgabefrist Du beachten musst und warum Du es ab jetzt spielend schaffst, die Frist für Deine Steuererklärung einzuhalten.

Wie lange habe ich für die Abgabe der Steuererklärung Zeit?

Hier müssen wir zunächst zwei Fälle unterscheiden: Der Abgabetermin hängt nämlich davon ab, ob Du die Steuererklärung freiwillig abgeben möchtest oder dazu verpflichtet bist.

Dazu verpflichtet bist Du unter anderem dann, wenn Du

  • im letzten Jahr bei mehreren Arbeitgeber zugleich beschäftigt warst
  • beim Lohnsteuerabzug einen Freibetrag in Anspruch genommen hast
  • Lohnersatzleistungen (z.B. Elterngeld, Arbeitslosengeld, Krankengeld) von mehr als 410 Euro erhalten hast
  • andere unversteuerte Einkünfte von mehr als 410 Euro hattest (z.B. Honorare, Mieten)
  • verheiratet bist, Du und Dein Partner arbeiten und einer von euch Steuerklasse V oder VI hat
  • als Selbstständiger ein höheres Einkommen als den Grundfreibetrag von 9.408 Euro hattest

Die meisten Arbeitnehmer sind nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Viele haben durch die automatisch angerechneten Pauschalbeträge aber zu viele Steuern bezahlt und können sich Geld vom Finanzamt zurückholen.

Auch Studenten müssen üblicherweise keine Lohnsteuererklärung abliefern. Es ist aber sehr sinnvoll, sie freiwillig einzureichen, selbst wenn Du noch überhaupt keine Lohnsteuer gezahlt hast. Denn Du kannst Deine Ausgaben für das Studium als sogenannten Verlustvortrag geltend machen. Das ist eine Art Steuerbonus, der Dir viel Geld erspart, sobald Du das erste Mal Lohnsteuer abführen musst.

Je nachdem, ob Du verpflichtet bist oder freiwillig beim Finanzamt anklopfst, gelten für Deine Steuererklärung diese Fristen:

  • Verpflichtende Steuererklärung: Seit dem Steuerjahr 2018 ist der 31. Juli des Folgejahres der späteste Abgabetermin für die Einkommenssteuererklärung. Bei der Steuererklärung für 2018 war die Frist also der 31. Juli 2019.
    Corona-Sonderregelung 2020/21: Die Abgabefrist für das Steuerjahr 2020 wurde bis zum 2. August 2021 verängert.
  • Freiwillige Steuererklärung: Reichst Du Deine Steuererklärung freiwillig ein, hast Du dafür 4 Jahre Zeit. Fristablauf ist immer der 31.12. nach 4 Jahren. Bei einer freiwilligen Steuererklärung für 2017 ist die Frist beispielsweise der 31.12.2021, für 2018 der 31.12.2022 usw. Im Jahr 2021 kannst Du eine freiwillige Einkommenssteuererklärung für die Jahre 2017, 2018, 2019 und 2020 abgeben.

Was tun, wenn ich die Frist für die Steuererklärung nicht einhalten kann?

Die Frist läuft in ein paar Tagen ab und Du kommst ins Schwitzen? Keine Panik, es ist noch nicht zu spät. Unter bestimmten Voraussetzungen lassen sich die oben genannten Fristen sogar verlängern. Ob und bis wann Dir eine Gnadenfrist gewährt wird, hängt wieder davon ab, ob Deine Steuererklärung verpflichtend oder freiwillig ist.

Verpflichtende Abgabe

Möglichkeit 1: Um Verlängerung ansuchen

Die Abgabefrist für die verpflichtende Steuererklärung 2019 endete am 31. Mai 2020. Steuerzahler konnten aber formlos um eine Verlängerung ansuchen und hatten dann normalerweise bis zum 30. September 2020 Zeit, um die Unterlagen nachzureichen.

Heuer haben Steuerzahler bis Ende Juli Zeit. Zugleich ist es aber schwieriger geworden, die Abgabefrist im Einzelfall zu verlängern. Seit das neue Steuermodernisierungsgesetz in Kraft ist, soll eine Verlängerung nur in Ausnahmefällen möglich sein, wenn Du die Abgabefrist ohne eigenes Verschulden verpasst hast. Beispielsweise, weil Du krank warst oder noch auf die Unterlagen Deiner Bank wartest. Du musst schriftlich um die Verlängerung ansuchen und den genauen Grund angeben.

Möglichkeit 2: Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beauftragen

Du kannst die Abgabefrist völlig problemlos verlängern, wenn Du einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein in Anspruch nimmst. Lässt Du Dir von diesen Profis helfen, dann hast Du bis Ende Februar des übernächsten Jahres Zeit. Die Frist für das Steuerjahr 2018 endet also am 29. Februar 2020.
Corona-Sonderregelung: Die Abgabefrist für das Steuerjahr 2019 wurde bis zum 31. August 2021 verängert.

Dies reguläre Frist wurde verlängert, früher galt der 31.12. des nächsten Jahres, wenn der Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein die Steuererklärung erstellt hat. Die Abgabefrist für die Steuererklärung 2017 war mit externer Hilfe also der 31.12.2018.

Wenn Du einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beauftragst, solltest Du das dem Finanzamt so bald wie möglich mitteilen. Sonst bekommst Du womöglich einen Mahnbescheid.

Der Nachteil ist aber: Ein Steuerberater lässt sich seine Dienste teuer bezahlen. Lohnsteuerhilfevereine sind die etwas günstigere Option. Die jährlichen Mitgliedsbeiträge sind nach Einkommen gestaffelt und liegen zwischen 50 und 400 Euro.

Möglichkeit 3: Frist dank Online-Steuersoftware spielend einhalten

Das Geld kannst Du Dir sparen, selbst wenn Du keinen Plan von Steuern hast. Eine bequemere und vor allem günstigere Alternative zu den externen Steuer-Profis ist eine Online-Steuersoftware wie wundertax. Diese Programme lassen sich einfach und intuitiv bedienen und erstellen Dir in weniger als 30 Minuten eine rechtskonforme Einkommenssteuererklärung. Du selbst musst dazu nur ganz wenige Angaben machen, denn das Programm stellt Dir automatisch die richtigen Fragen und berücksichtigt alle gängigen Pauschalen.

Es gibt also keinen Grund mehr, Deine Steuererklärung auf die lange Bank zu schieben, denn es ist wirklich nicht kompliziert! Lass den lästigen Job ab jetzt einfach von der Software erledigen und es wird Dir spielend leicht gelingen, die Fristen einzuhalten.

Du kannst die Online-Software übrigens völlig kostenlos testen. Erst wenn Du Deine Einkommenssteuererklärung wirklich an das Finanzamt einreichen willst, zahlst Du eine einmalige Gebühr von 29,90 Euro.

Portal

Logo_studentensteuererklärung
in Kooperation mit myStipendium

Features

  • komplett online
  • Live-Steuerrechner
  • Werbekostenpauschalen hinterlegt
  • Steuererklärung bzw. Verlustvortrag auch komplett ohne Einkommen möglich
  • Automatische Anrechnung aller Pauschalen

Konditionen

  • Steuererklärung erstellen: 0 €*
  • Online einreichen: 34,99 €

* Hinweis: Du kannst zunächst alle deine Daten in die Steuererklärung eintragen und siehst anhand des Erstattungsrechners, ob sich die Abgabe einer Steuererklärung für Dich lohnt. Wenn Du Zugriff auf Deine fertige Erklärung haben und diese ans Finanzamt senden willst, fällt eine Gebühr von 34,99 € an.

Freiwillige Abgabe

Wenn Du Deine Steuererklärung freiwillig abgeben willst, hast Du mit 4 Jahren recht lange dafür Zeit. Bei dieser Abgabefrist kennt das Finanzamt aber kein Pardon. Auch durch ein Ansuchen oder einen Steuerberater ist die Frist nicht verlängerbar. Du solltest Dich daher unbedingt darum kümmern, dass Deine Unterlagen rechtzeitig bis 31.12. einlangen.

Bei der Frist für die Steuererklärung gilt übrigens immer das Eingangsdatum. Verschickst Du Deine Unterlagen per Post, solltest Du also den Postweg berücksichtigen. Wenn Du erst am 31. Dezember bemerkst, dass Du die Formulare noch nicht abgeschickt hast, dann hast Du zwei Möglichkeiten: Du kannst die Unterlagen entweder elektronisch einreichen oder sie in Papierform bis spätestens 24 Uhr in den Hausbriefkasten Deines Finanzamts werfen.

Tipp: Nutze für Deine freiwillige Steuererklärung einfach eine Online-Steuersoftware, und Du musst Dir nicht den Kopf darüber zerbrechen, wie Du die Formulare richtig ausfüllst. Wenn Du ohnhin wenig Einkünfte hattest oder nur bei einem Arbeitgeber beschäftigt warst, ist das Ganze meist in 10 Minuten erledigt. Erstelle Deine Steuererklärung für die Jahre 2016, 2017, 2018 und 2019 am besten noch heute, anstatt die Fristen bis zuletzt auszureizen!

Was passiert, wenn ich die Frist versäumt habe?

Verpflichtende Abgabe

Verbummelst Du bei einer verpflichtenden Steuererklärung die Frist, dann kann das Finanzamt Geldbußen verhängen. Die Sachbearbeiter haben dabei aber einen gewissen Ermessensspielraum. Setze Dich daher so rasch wie möglich mit dem Finanzamt in Verbindung und versuche, eine neue Frist auszuhandeln. Wenn Du den Abgabetermin dann nur um wenige Tage bis Wochen überschreitest, hast Du wahrscheinlich nichts zu befürchten.

Wenn Du die Frist verstreichen lässt und Dich nicht beim Finanzamt meldest, wirst Du einen Mahnbescheid erhalten. Kümmerst Du Dich dann nicht schnellstmöglich darum, die Unterlagen nachzureichen, dann hat das Finanzamt mehrere Sanktionsmöglichkeiten:

Verspätungszuschläge

Einen Verspätungszuschlag kann das Finanzamt frühestens 14 Monate nach Ablauf des Besteuerungsjahres einheben. Hast Du beispielsweise die Abgabefrist für die Steuererklärung 2018 (31.07.2019) nicht eingehalten, wird ab März 2020 ein Verspätungszuschlag fällig. Er beträgt 0,25 Prozent Deiner Steuer, mindestens aber 25 Euro pro verspätetem Monat.

Zwangsgeld

In der Regel setzt Dir das Finanzamt eine neue Abgabefrist, wenn Du zu spät dran bist. Wenn Du auch diese Frist verpasst, zahlst Du wahrscheinlich zusätzlich zum Verspätungszuschlag ein Zwangsgeld von durchschnittlich 100 bis 500 Euro.

Schätzung

Als letztes Mittel kann das Finanzamt Deine Steuern schätzen und Dir auf dieser Grundlage einen Steuerbescheid ausstellen. Du kannst davon ausgehen, dass diese Schätzung ziemlich ungünstig ausfällt!

Freiwillige Abgabe

Am Neujahrstag ist es leider zu spät: Wenn Du den 31. Dezember als Abgabetermin nicht einhalten konntest, landen Deine Unterlagen im Papierkorb und Du hast Dir die Mühe umsonst gemacht. Du hast immerhin keine Geldstrafen zu befürchten. Denn es steht Dir ja frei, Deine Einkommenssteuererklärung in der Frist von 4 Jahren einzureichen oder eben nicht.

Wie lange kann das Finanzamt Belege nachprüfen?

Das Steuermodernisierungsgesetz hat neben Fristverlängerungen eine weitere Neuerung gebracht: Künftig kannst Du Deine Einkommenssteuererklärung ganz ohne Belege und Nachweise einreichen. Das Finanzamt kann Dich aber zur Vorlage von Quittungen oder Rechnungen auffordern, um sie nachzuprüfen. Du solltest alle steuerrelevanten Unterlagen daher mindestens so lange griffbereit halten, bis Du Deinen Steuerbescheid erhalten hast. Du bekommst ihn normalerweise nach 6 Wochen.

Einige Unterlagen solltest Du länger aufbewahren:

  • Rechnungen von Handwerkern und Dienstleistern: Wenn Du die Kosten von der Steuer absetzt, musst Du die entsprechenden Belege 2 Jahre lang archivieren.
  • Kontoauszüge: Wer jährliche Einkünfte von mehr als 500.000 Euro hat, muss Kontoauszüge 6 Jahre lang aufbewahren. Für alle, die weniger verdienen, gibt es zwar keine gesetzliche Pflicht. Experten empfehlen aber, Kontoauszüge mindestens 4 Jahre lang zu archivieren.