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Rürup-Rente: Was ist das und lohnt sich das?

Mit der Rürup-Rente kannst Du Dir einen finanziellen Polster für das Alter aufbauen - und zugleich schon heute Steuern sparen. Doch der Abschluss will wohlüberlegt sein, denn einen Rürup-Vertrag kannst Du nicht mehr kündigen. Lukrative Altersvorsorge oder Klotz am Bein? Wir sagen Dir, was den Unterschied macht und für wen sich eine Rürup-Rente eignet.

Was ist die Rürup-Rente?

Offiziell heißt die Rürup-Rente Basisrente. Eingeführt wurde sie im Jahr 2005 als private, steuerlich geförderte Form der Altersvorsorge. Ihr Erfinder und Namensgeber ist der Wirtschaftsprofessor Bert Rürup, damals Vorsitzender der zuständigen Kommission zur Sicherung der Sozialsysteme.

Steuerlich zählt die Rürup-Rente zur ersten Säule der Altersvorsorge. Sie hat also denselben steuerlichen Status wie die gesetzliche Rentenversicherung und die berufsständischen Versorgungswerke für Freiberufler. Im Unterschied zur gesetzlichen Rentenversicherung handelt es sich aber ein private Form der Altersvorsorge, die kapital- und nicht umlagegedeckt ist.

Das bedeutet: Deine spätere Altersrente speist sich bei der Rürup-Rente aus den Beiträgen, die Du selbst eingezahlt hast. Die gesetzliche Rente hingegen wird durch die Versicherungsbeiträge von aktiv Erwerbstätigen finanziert.

Gedacht ist die Rürup- oder Basisrente vor allem für Selbstständige, die nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind und keinen Anspruch auf eine staatlich geförderte Riester-Rente haben.

Welche Rürup-Rente ist im Vergleich die beste?

Wie bei jedem Altersvorsorge-Vertrag solltest Du auch bei der Rürup-Rente genau hinschauen: Manche Verträge sind lukrativ, andere können zur Kostenfalle werden. Doch nicht immer ist auf den ersten Blick ersichtlich, welche Tarife gut sind und welche weniger.

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Wie funktioniert die Rürup-Rente?

Eine Rürup-Rente schließt Du bei privaten Rentenversicherungs-Anbietern ab. Die Verträge werden durch das Bundeszentralamt für Steuern geprüft und zertifiziert - nur dann sind sie förderfähig. Du hast die Wahl zwischen verschiedenen Produkten wie klassischen Rentenversicherungen oder Fonds-Sparplänen.

In der Ansparphase zahlst Du monatliche Beiträge in einer festgelegten Höhe ein. Oft ist es auch möglich, flexible Zuzahlungen zu leisten. Für die Beiträge in die Rürup-Rente gibt es zwar keine direkten Zuschüsse wie bei der Riester-Rente. Die Zahlungen sind aber steuerlich absetzbar und mindern daher die Steuerlast.

Die Versicherung legt diese Beiträge für Dich, um damit Gewinne zu erwirtschaften. Frühestens ab dem vollendeten 62. Lebensjahr kannst Du Dir davon eine monatliche Rente auszahlen lassen. Diese bekommst Du lebenslang. Eine Einmalzahlung der vollen Summe ist allerdings nicht möglich. Du kannst die Basisrente auch nicht kündigen, sondern nur ruhend stellen.

Die Rentenzahlungen im Alter musst Du versteuern - ganz genauso wie eine gesetzliche Rente. Man nennt das auch "nachgelagerte Besteuerung". Wie hoch die Steuern sind, hängt davon ab, wann Du in Rente gehst. Derzeit gibt es noch einen Rentenfreibetrag, der bis 2040 aber sukzessive abgebaut wird.

Für wen ist eine Rürup-Rente sinnvoll?

Grundsätzlich kann jeder eine Rürup-Rente abschließen, es gibt keine besonderen Zugangsvoraussetzungen. Doch nicht für jeden ist die Rürup- oder Basisrente gleich sinnvoll. Damit Du die Steuervorteile überhaupt nutzen kannst, ist es Grundvoraussetzung, dass Du Einkommenssteuer zahlst.

Von der Rürup-Rente profitieren vor allem folgende Gruppen:

  • Gutverdiener: Ganz allgemein eignet sich die Rürup-Rente in erster Linie für Personen mit hohem Einkommen. Denn im Unterschied zur Riester-Rente gibt es keine direkten Zulagen, staatlich gefördert werden die Verträge nur durch einen Steuerbonus. Je mehr Steuern Du zahlst, desto stärker profitierst Du von den Steuervorteilen.
  • Selbstständige und Freiberufler: Als Selbstständiger kannst Du freiwillig der gesetzlichen Rentenversicherung beitreten, zahlst dort aber die vollen Beiträge selbst. In der Regel hast Du auch keinen Anspruch auf eine geförderte Riester-Rente. Die Rürup-Rente ist daher die einzige Möglichkeit, Dir beim Aufbau einer Altersvorsorge vom Staat unter die Arme greifen zu lassen. Vor allem gut verdienende Selbstständige mit entsprechend hoher Steuerlast profitieren von den Steuervorteilen. Auch bei einem schwankenden Einkommen kann die Basisrente sinnvoll sein, weil Du durch flexible Einmalzahlungen Deine Steuerlast optimieren kannst.
  • Angestellte und Beamte mit hohem Einkommen: Pflichtversicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung können durch die Rürup-Rente ihre gesetzliche Rente aufstocken. Je höher Dein Einkommen ist, desto mehr profitierst Du von dem Steuerbonus. Aufstocker müssen aber beachten, dass die Rürup-Beiträge bei der Steuererklärung in denselben "Topf" fallen wie die Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung. Dieser "Topf" ist durch einen Höchstbetrag gedeckelt. Dadurch reduzieren sich die Beiträge, die steuerlich begünstigt in den Rürup-Vertrag fließen können.
  • Ältere Sparer: Für ältere Personen ist die Rürup-Rente tendenziell vorteilhafter als für jüngere. Der Grund ist, dass wir uns momentan in einer Übergangsphase befinden und Renten von Jahr zu Jahr mehr besteuert werden. Wer ab 2040 in Rente geht, muss 100 Prozent seiner Rente versteuern, derzeit (2019) sind es nur 78 Prozent.

Für wen eignet sich die Rürup-Rente weniger?

Gehörst Du zu einer der folgenden Gruppen, ist wahrscheinlich eine andere Altersvorsorge-Strategie sinnvoller als die Basisrente:
  • Angestellte mit geringerem Einkommen: Zahlst Du verhältnismäßig wenig Steuern, dann kannst Du den Steuerbonus in der Ansparphase nicht voll ausschöpfen. Günstiger ist in diesem Fall eine Riester-Rente, weil es dabei direkte Zulagen vom Staat gibt.
  • Unternehmensgründer: Wenn Du als Selbstständiger (noch) nicht viel verdienst, ist es vermutlich sinnvoller, Dein Geld in den Unternehmensaufbau zu investieren anstatt in einen Rürup-Vertrag. Denn solange Du wenig Steuern zahlst, gibt es auch wenig vom Finanzamt zurückzuholen.
  • Junge Sparer: Gehst Du erst nach 2040 in Ruhestand, dann langt der Staat bei bei der Rürup-Rente stärker zu, es gibt keinen Rentenfreibetrag mehr. Du solltest auch bedenken, dass Du eine Rürup-Rente nicht mehr kündigen kannst und daher über Jahrzehnte an den Vertrag gebunden bist. Andere Sparformen sind da flexibler.

Welche Rürup-Sparprodukte gibt es?

Förderfähig sind mehrere Anlageformen, die sich durch unterschiedlich hohe Renditechancen - aber auch unterschiedlich hohe Risiken - auszeichnen. Im Wesentlichen unterscheidet man:

Klassische Rürup-Rentenversicherungen

Bei klassischen Rürup-Sparprodukten wird das Geld überwiegend fest verzinst angelegt. Durch die Garantieverzinsung kann Dir der Anbieter schon jetzt genau sagen, wie hoch Deine monatliche Rente mindestens sein wird. Hohe Erträge darfst Du Dir jedoch nicht erhoffen, denn der Garantiezins ist in den letzten Jahren auf weniger als 1 Prozent gesunken. Klassische Rentenversicherungen eignen sich, wenn Du

  • sicherheitsbewusst bist
  • Deine Basis-Altersvorsorge in erster Linie über die Rürup-Rente beziehen willst
  • in weniger als 10 bis 12 Jahren in Rente gehen wirst

Fondsgebundene Rürup-Rentenversicherungen und Fondssparpläne

Bei einer fondsgebundenen Rentenversicherung investiert der Anbieter in Aktienfonds, Rentenfonds, Immobilienfonds etc. Diese Produkte bieten höhere Renditechancen, sind andererseits aber risikoreicher. Verspricht der Anbieter eine sogenannte Beitragsgarantie, dann ist Dir zumindest Dein eingezahltes Geld sicher. Fondsgebundene Rentenversicherungen eignen sich besonders, wenn Du

  • eine höhere Rendite wünscht und dafür ein höheres Risiko in Kauf nimmst
  • mit der Rürup-Rente eine bestehende Altersvorsorge aufstocken willst
  • frühestens in 10 bis 12 Jahren in Rente gehen wirst

Warum bei fondsgebundenen Rürup-Rentenversicherungen eine längere Laufzeit sinnvoller ist? Das liegt daran, dass die Kapitalmarktrisiken in einem kurzen Zeitraum verhältnismäßig stärker ins Gewicht fallen. Außerdem steigen die Kosten für Verwaltung, Abschluss etc. bei einer kurzen Laufzeit an. Und diese Kosten sind bei fondsgebundenen Versicherungen im Schnitt ohnehin höher als bei klassischen Rentenversicherungen.

Welche Grundregeln gelten für Rürup-Verträge?

Egal ob klassisches oder fondsgebundenes Sparprodukt: Damit eine Basisrente staatlich förderfähig ist, muss der Sparvertrag bestimmte Kriterien erfüllen. Laut §10 Abs. 1 Nr. 2b des Einkommenssteuergesetzes (EStG) darf die Rente "nicht vererblich, nicht übertragbar, nicht beleihbar, nicht veräußerbar und nicht kapitalisierbar" sein.

Das bedeutet im Klartext:

  • Keine Kündigung: An eine einmal abgeschlossene Rürup-Rente bist Du lebenslang gebunden. Du kannst den Vertrag nicht kündigen, sondern höchstens "einfrieren", indem Du Dich beitragsfrei stellen lässt. Ob ein Wechsel zu einem anderen Anbieter funktioniert, hängt ganz vom jeweiligen Vertrag ab. Im Gesetz ist das nicht eindeutig geregelt.
  • Keine vorzeitige Auszahlung: Das Kapital darf Dir der Anbieter erst auszahlen, nachdem Du Dein 62. Lebensjahr vollendet hast. Vorher kommst Du nicht an das Geld heran, auch Teil-Auszahlungen sind nicht möglich. Wer seinen Rürup-Vertrag schon vor dem 01.01.2012 abgeschlossen hat, kann die Rente bereits ab 60 Jahren beziehen.
  • Keine Einmalzahlung: Das angesparte Vermögen steht Dir nur in Form einer lebenslangen monatlichen Rente zu. Du kannst Dir das Geld nicht auf einen Schlag auszahlen lassen.
  • Nur begrenzt vererbbar: Normalerweise kannst Du Dein Rürup-Guthaben nicht auf andere Personen übertragen. Falls Du während der Anspar- oder Auszahlungsphase verstirbst, fällt das Geld der Versicherung zu. Du kannst allerdings eine zusätzliche Hinterbliebenen-Absicherung abschließen, damit das Kapital nicht verloren geht.
  • Keine Anrechnung auf Sozialleistungen: Das angesparte Guthaben wird nicht angetastet, wenn Du staatliche Sozialleistungen beantragst, es ist also "Hartz-IV-sicher".

Wie wird die Rürup-Rente besteuert?

In der Ansparphase sind die Beiträge in eine Basisrente steuerlich begünstigt. Über diesen Steuervorteil fördert die Staat die private Altersvorsorge. Er holt sich in der Auszahlungsphase allerdings auch wieder etwas zurück, denn die monatlichen Rentenzahlungen musst Du später versteuern. Man spricht auch von einer "nachgelagerten Besteuerung".

Das muss kein großer Nachteil sein, denn die Einkünfte sind in der Rente normalerweise geringer als während des aktiven Berufslebens. Dadurch ist auch der Steuersatz niedriger und es werden verhältsnismäßig weniger Steuern gezahlt.

Im Folgenden erklären wir Dir, wie die Besteuerung der Rürup-Rente im Detail funktioniert.

Ansparphase

Deine Beiträge in den Rürup-Vertrag kannst Du als Altersvorsorgeaufwendungen steuerlich absetzen. Bei der Einkommenssteuererklärung trägst Du sie im Mantelbogen unter "Beiträge zu zertifizierten Basisrentenverträgen (sog. Rürup-Verträge) mit Laufzeitbeginn nach dem 31.12.2004" ein.

Wie hoch der Betrag ist, den das Finanzamt berücksichtigt, hängt von 2 Faktoren ab, die sich jährlich ändern:

  • Absetzbarer Anteil: Im Jahr 2005, als die Rürup-Rente eingeführt wurde, konnten Sparer nur 60 Prozent ihrer eingezahlten Beiträge steuerlich absetzen. Dieser Prozentsatz wurde seither stufenweise angehoben, im Jahr 2019 liegt er bei 88 Prozent. In den kommenden Jahren wird er um jeweils 2 Prozent abgehoben. Ab 2025 können Sparer 100 Prozent der Beiträge in die Basisrente steuerlich geltend machen.
  • Höchstbetrag: Es gibt andererseits aber einen absoluten jährlichen Höchstbetrag, wieviel Du als Altersvorsorgeaufwendungen absetzen kannst. Dieser Höchstbetrag ist an die Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung der Knappschaft gekoppelt. Im Jahr 2019 liegt er bei 24.304 Euro. Davon kannst Du 88 Prozent steuerlich geltend machen, also 21.387 Euro. Die Beitragsbemessungsgrenze steigt normalerweise von Jahr zu Jahr, so dass Rürup-Sparer immer höhere Beträge absetzen können.

Wieviel Du steuerlich absetzen kannst, hängt außerdem noch davon ab, ob Du gesetzlich rentenversichert bist. Denn zu den "Altersvorsorgeaufwendungen" zählen steuerlich auch die Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung. Beide Rentenarten zusammen sind durch den Höchstbetrag gedeckelt. Falls Du gesetzlich rentenversichert bist, kannst Du daher nicht den vollen Steuervorteil nutzen.

Auszahlungsphase

Rentenfreibetrag

An den monatlichen Rentenzahlungen im Alter schneidet das Finanzamt mit: Auf die Rürup-Rente fällt genauso wie auf die gesetzliche Rente Einkommenssteuer an. Derzeit genießen Ruheständler gegenüber Erwerbstätigen noch Steuervorteile: Renten müssen nicht in voller Höhe, sondern nur anteilig versteuert werden. Wer im Jahr 2019 in Ruhestand geht, muss 78 Prozent seiner Rente versteuern. Die restlichen 22 Prozent bleiben als sogenannter Rentenfreibetrag steuerlich unangetastet.

Der Rentenfreibetrag wird aber schrittweise abgebaut. Im Jahr 2020 wird er nur noch 20 Prozent betragen, anschließend reduziert er sich jedes Jahr um 1 Prozent. Wer ab 2040 in Ruhestand geht, muss 100 Prozent seiner Rente versteuern. Entscheidend ist immer das Jahr, in dem man seine Rente antritt. Der Rentenfreibetrag, der in diesem Jahr gilt, bleibt anschließend lebenslang erhalten.

Steuersatz

Wie hoch die Steuer auf die Rürup-Rente ausfällt, hängt vom persönlichen Steuersatz ab. Dieser wiederum steigt mit der Einkommenshöhe: Je höher die Einkünfte, desto höher der Steuersatz.

Um den Steuersatz zu ermitteln, berücksichtigt das Finanzamt nicht nur die Rürup-Rentenzahlungen, sondern auch weitere Einkünfte aus

  • einer gesetzlichen Rente
  • Betriebsrenten
  • Renten aus berufsständischen Versorgungswerken
  • Vermietung und Verpachtung

Je mehr Einkünfte Du aus diesen Quellen beziehst, desto höher wird auch Deine Rürup-Rente besteuert. Wie rentabel eine Rürup-Rente im Alter ist, hängt somit auch davon ab, wie sich Deine Einkünfte insgesamt zusammensetzen.

Auf welche Punkte sollte ich bei Rürup-Verträgen achten?

Rürup-Verträge kannst Du nicht mehr kündigen. Es gilt daher: Drum prüfe, wer sich ewig bindet! Bevor Du Deine Unterschrift unter einen Vertrag setzt, solltest Du ihn gründlich auf versteckte Nachteile oder Kostenfallen abklopfen. Hier sagen wir Dir, welche Merkmale bei einer Basisrente über "Top" oder "Flop" entscheiden.

Garantierente bzw. garantierter Rentenfaktor

Eine zentrale Frage beim Abschluss eines Rürup-Vertrages ist natürlich: Wieviel Rente bekomme ich später heraus? Die Antwort fällt bei klassischen und fondsgebundenen Rentenversicherungen etwas unterschiedlich aus.

Klassische Rürup-Rentenversicherung

Bei klassischen Rentenversicherungen gibt der Anbieter eine monatliche Garantierente an. Das ist der Mindestbetrag, der Dir monatlich ausgezahlt wird. Falls die Versicherung Gewinne erwirtschaftet hat, kann die Rente auch höher ausfallen. Die absolute Höhe der Garantierente hängt vom angesparten Vermögen ab. Je höhere Beiträge Du einzahlst und je länger die Laufzeit ist, desto mehr bekommst Du später einmal heraus.

Zu Deiner groben Orientierung: Wer 30 Jahre lang 100 Euro monatlich eingezahlt hat, kann je nach Anbieter mit einer Garantierente zwischen 110 und 140 Euro rechnen.

Fondsgebundene Rürup-Rentenversicherung

Bei fondsbasierten Tarifen stellen die Anbieter unter den gleichen Voraussetzungen (100 Euro / Monat, 30 Jahre Laufzeit) monatliche Auszahlungen von bis zu 160 Euro in Aussicht. Dafür gibt es aber keine Garantie. Um fondsgebundene Produkte dennoch vergleichbar zu machen, gibt man den sogenannten Rentenfaktor an. Das ist eine Kennzahl, die das Verhältnis zwischen erwirtschaftetem Vertragsguthaben und (Mindest-)Rentenhöhe ausdrückt. Er wird meist pro 10.000 Euro angegeben.

Beispiel:

Du hast bei Rentenbeginn ein Vertragsguthaben von 100.000 Euro angespart. Der Rentenfaktor beträgt 50. Dann berechnet sich die Mindest-Rentenhöhe mit 100.000 / 10.000 x 50 = 500 Euro. Ein Rentenfaktor von 40 ergibt eine Rentenhöhe von 400 Euro, mit dem Rentenfaktor 30 liegt die Rentenhöhe bei 300 Euro.

Leider ist es damit noch nicht getan, denn die Versicherungen berücksichtigen zur Berechnung der Rentenhöhe noch zusätzliche Faktoren wie die durchschnittliche Lebenserwartung oder das Zinsniveau. Die Modellrechnungen der Versicherungen sind komplex und die zugrundeliegenden Annahmen können sich von Anbieter zu Anbieter unterscheiden. Die endgültige Rentenhöhe steht bei fondsgebundenen Produkten erst fest, wenn Du die Rente tatsächlich antrittst.

Trotzdem ist der Rentenfaktor ein guter Anhaltspunkt - vor allem um die Anbieter zu vergleichen. Fast noch wichtiger als die exakte Zahl ist aber, ob es sich um einen garantierten Rentenfaktor handelt! Die Versicherung kann sich auch vorbehalten, den Rentenfaktor später zu ändern. Nur bei einem garantierten Rentenfaktor kannst Du Dir sicher sein, dass dieser auch Jahrzehnte später noch gültig sein wird.

Kapital- oder Beitragsgarantie

Dieses Merkmal ist vor allem für fondsgebundene Produkte relevant. Durch eine Kapital- aber Beitragsgarantie sichert Dir der Anbieter zumindest die einmal eingezahlten Beiträge zu, auch wenn er am Kapitalmarkt Verluste macht. Anders als bei einer Riester-Rente ist bei Rürup-Verträgen eine Beitragsgarantie nicht gesetzlich vorgeschrieben. Sie muss daher ausdrücklich im Versicherungsvertrag vereinbart werden.

Eine Beitragsgarantie klingt zunächst gut. Die Kehrseite der Medaille ist, dass die Rendite dadurch meist niedriger ausfällt. Du solltest daher abwägen, was Dir wichtiger ist, der Sicherheitsaspekt oder die Renditechancen.

Chancen-Risiko-Klasse (CRK)

Versicherungen sind gesetzlich verpflichtet, bei einer Basisrente eine sogenannte Chancen-Risiko-Klasse (CRK) anzugeben. Sie liegt zwischen 1 und 5, wobei CRK 1 ein sehr geringes Risiko und geringe Renditechancen, CRK 5 ein hohes Risiko mit hohen Renditechancen bezeichnet. Diese Klassifizierung soll es Verbrauchern ermöglichen abzuschätzen, wie sich Rendite und Risiko zueinander verhalten.

Effektivkosten

Wenn eine Versicherungsgesellschaft Geld für Dich anlegt, entstehen immer Kosten, etwa für Verwaltung und Vertrieb. Diese Kosten reicht die Versicherung an Dich weiter, sie schmälern Deinen Ertrag. Je geringer die internen Kosten der Versicherung, desto besser ist das für Dich als Kunde.

Seit 2015 müssen Anbieter einer Rürup-Rente die Gesamtkostenquote des Produkts angeben. Man bezeichnet sie auch als "Effektivkosten" und drückt sie meist in Prozent aus.

Wichtig ist die Differenz zwischen Rendite und Effektivkosten: Sind die Effektivkosten hoch, dann können sie die Rendite fast völlig aufzehren! Gibt eine Versicherung Effektivkosten von 1,5 Prozent an und erwirtschaftet eine Rendite von 1,7 Prozent, dann kommen nur noch magere 0,2 Prozent Rendite bei Dir an.

Kosten für Zuzahlungen

In den Effektivkosten sind aber noch nicht sämtliche Kosten mit eingeschlossen, die bei einer Basisrente entstehen können. Einige Anbieter bitten Dich extra zur Kasse, wenn Du über die einmal vereinbarten monatlichen Beiträge hinaus Zuzahlungen leisten möchtest. Das kann ein großer Nachteil sein: Gerade für Selbstständige und Personen mit unregelmäßigem Einkommen sind flexible Zuzahlungen in eine Basisrente ein wichtiges Instrument, um die Steuerlast zu optimieren. Du solltest daher unbedingt darauf achten, ob der Anbieter Gebühren für zusätzliche Zahlungen einhebt.

Möglichkeit eines Anbieterwechsels

Einen Rürup-Vertrag kannst Du nicht mehr kündigen - so will es der Gesetzgeber. Einige Versicherungsgesellschaften räumen Dir aber zumindest das Recht ein, Dein Kapital auf einen anderen Anbieter zu übertragen. Vor allem wenn Du einen langfristigen Vertrag abschließen willst ist es vorteilhaft, nicht an den einmal gewählten Anbieter "gefesselt" zu sein.

Achte auch auf die genauen Bedingungen, unter denen ein Anbieterwechsel möglich ist. Mitunter fallen hohe Gebühren an, die den Wechsel sehr unattraktiv machen.

Zusatzbausteine

Bei vielen Anbietern hast Du die Möglichkeit, ein Rürup-Rente mit zusätzlichen Leistungsbausteinen aufzustocken. Das kann Vorteile haben, geht aber oft auf Kosten Deiner späteren Rente. Verbreitet sind folgende Zusatzbausteine:

Hinterbliebenen-Rente

Durch eine Hinterbliebenen-Rente haben Dein Ehepartner und Deine Kinder Anspruch auf Rentenzahlungen, falls Du während der Anspar- oder Auszahlungsphase verstirbst. Ehepartner erhalten meist 60 Prozent der vereinbarten Rente, Kinder 40 Prozent - jedoch nur solange Kindergeld-Anspruch besteht.

Für die Versicherung stellt dieser Zusatzbaustein ein hohes Risiko dar. Denn sie muss die Hinterbliebenen-Rente auch dann auszahlen, wenn noch gar nicht das volle Kapital angespart wurde. Daher geht die Hinterbliebenen-Absicherung stark auf Kosten Deiner eigenen Rente. Im Schnitt fällt die Rürup-Rente um 10 bis 20 Prozent geringer aus, wenn Du eine zusätzliche Absicherung für Deine Angehörigen vereinbarst.

Beitrags- oder Kapitalrückgewähr

Eine Beitragsrückgewähr bedeutet, dass Angehörige zumindest die bereits eingezahlten Versicherungsbeiträge zurück erhalten, falls Du während der Einzahlphase verstirbst. Im Unterschied zur Hinterbliebenen-Rente haben sie darüber hinaus keine weiteren Ansprüche. Das Risiko ist für die Versicherungsgesellschaft also deutlich geringer. Trotzdem schmälert dieser Leistungsbaustein die Höhe Deiner Rürup-Rente um durchschnittlich 4 bis 8 Prozent.

Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung

Möglich ist es auch, die Basisrente an eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu koppeln. Verbraucherschützer raten davon zumeist ab. Denn das Kombi-Produkt ist sehr unflexibel. Du kannst die Berufsunfähigkeitsversicherung ebenso wie die Rürup-Rente kaum wechseln oder kündigen. Sinnvoller ist es in der Regel, Altersvorsorge und Risikoschutz voneinander zu trennen.

Welche Vor- und Nachteile hat die Rürup-Rente?

Die Vorteile im Überblick

  • Steuerliche Entlastung in der Ansparphase: Vor allem Gutverdiener können mit den Rürup-Beiträgen eine Menge Steuern sparen.
  • Flexible Zahlungen: Es gibt keine vorgeschriebenen Mindestbeiträge wie bei der Riester-Rente. Durch flexible Zuzahlungen kannst Du Deine Steuerlast bei einem schwankenden Einkommen optimieren.
  • Individuelle Risiko-Strategie: Du hast die Wahl zwischen klassischen und fondsgebundenen Sparprodukten. Diese zeichnen sich durch unterschiedlich hohe Risiken und Renditechancen aus.
  • Lebenslange Rente: Die Basisrente steht Dir ebenso wie eine gesetzliche Rente lebenslang zu.
  • Keine Anrechnung auf Sozialleistungen: Der Staat greift nicht auf Dein Kapital zu, wenn Du Sozialleistungen wie Hartz IV beantragst.

Die Nachteile im Überblick

  • Keine Kündigung: Schließt Du eine Rürup-Rente ab, dann ist die Entscheidung nicht mehr rückgängig zu machen. Du kannst den Vertrag höchstens ruhend stellen.
  • Keine Einmal-Auszahlung: Anders als bei anderen, nicht staatlich geförderten Altersvorsorge-Produkten kannst Du Dir das angesparte Kapital nicht auf einen Schlag auszahlen lassen.
  • Begrenzte Vererbbarkeit: Die Rürup-Rente ist nicht vererbbar - außer Du schließt eine entsprechende Zusatzversicherung ab. Die schmälert aber wiederum Deine eigene Rente.
  • Niedriger Garantiezins: Klassische Rürup-Rentenversicherungen haben derzeit mit dem allgemein niedrigen Zinsniveau am Kapitalmarkt zu kämpfen.
  • Besteuerung der Rente: Wer ab 2040 in Rente geht, muss seine Basisrente zu 100 Prozent versteuern.

Fazit: Lohnt sich die Rürup-Rente?

Eine Rürup-Rente ist nur für bestimmte Gruppen wie Gutverdiener und Selbstständige sinnvoll - für diese war sie ursprünglich auch gedacht. Angestellte mit niedrigem bis durchschnittlichem Einkommen profitieren wahrscheinlich stärker von der durch direkte Zulagen geförderten Riester-Rente.

Prüfe daher zuerst Deine persönlichen Voraussetzungen: Zahlst Du genug Steuern, um die Steuervorteile voll nutzen zu können? Dann könnte sich die Rürup-Rente für Dich lohnen - falls es Dich nicht stört, dass Du an das Sparprodukt fest gebunden bist.

Neben Deinen eigenen Voraussetzungen kommt es natürlich auch auf das Produkt selbst an. Die Renditechancen, Kosten und Vertragsbedingungen von Rürup-Rentenversicherungen können sich stark unterscheiden. Nutze daher den Online-Tarifrechner, um die Konditionen zu vergleichen und einen attraktiven Anbieter zu finden!