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private Rentenversicherung: Vergleich der besten Optionen

Eine private Rentenversicherung kann Dich davor bewahren, im Alter Pfandflaschen sammeln zu müssen. Doch bei vielen Anbietern verschenkst Du Geld, weil die Gebühren hoch und die Zinserträge niedrig sind. Ob eine private Rentenversicherung sinnvoll ist und welche Verträge noch heute ordentliche Gewinne abwerfen, verrät Dir dieser Artikel.

Was ist eine private Rentenversicherung?

Eine private Rentenversicherung ist eine finanzielle Altersvorsorge in Form eines Sparvertrags. Im Unterschied zur gesetzlichen Rentenversicherung handelt es sich um eine freiwillige Versicherung, die Du über eine private Versicherungsgesellschaft abschließt. Du zahlst regelmäßig Geld ein, das die Versicherungsgesellschaft für Dich verzinst anlegt. Ab einem vereinbarten Zeitpunkt bekommst Du monatlich einen bestimmten Betrag ausbezahlt, manchmal ist auch eine Einmalzahlung möglich. Die private Rente erhältst Du ebenso wie eine gesetzliche Rente lebenslang.

Welche private Rentenversicherung ist im Vergleich die beste?

Wenn Du eine Zusatzrentenversicherung abschließen willst, solltest Du die Angebote gründlich vergleichen und nicht einfach den erstbesten Anbieter wählen. Denn Du gehst einen langfristigen Vertrag ein, der Auswirkungen bis ins hohe Alter haben wird! Sowohl die Rendite als auch die genauen Konditionen können je nach Versicherungsgesellschaft sehr unterschiedlich ausfallen.

Nutze doch einfach den Online-Vergleichsservice, um Dir einen Überblick über die Marktlage zu verschaffen! Nachdem Du ein paar Eckdaten eingegeben hast, erhältst Du konkrete, auf Dich zugeschnittene Angebote - selbstverständlich völlig unverbindlich. Du kannst die Leistungen der einzelnen Anbieter so direkt vergleichen, was es leichter macht, die beste Rentenversicherung zu finden.

Für wen ist eine private Rentenversicherung sinnvoll?

Das staatliche Rentensystem kann jungen Menschen heute immer weniger Leistungen im Alter garantieren. Schon jetzt wird das Rentenantrittsalter laufend angehoben und die Renten werden durch die steigende Besteuerung sukzessive gekürzt. Und schon jetzt müssen viele Rentner an allen Ecken und Enden sparen, um mit ihrer Rente auszukommen.

Wahrscheinlich willst Du im Alter den Gürtel nicht enger schnallen, sondern Dir im Gegenteil noch den einen oder anderen Wunsch erfüllen? Dann solltest Du an eine zusätzliche private Altersvorsorge denken. Eine finanzielle Altersvorsorge ist grundsätzlich für jeden sinnvoll, der im Alter seinen gewohnten Lebensstandard halten will.

Es muss sich dabei aber nicht zwingend um eine private Rentenversicherung handeln. Manche Menschen sind durch eine betriebliche Zusatzrente abgesichert, andere wählen staatlich geförderte Modelle wie die Rürup-Rente oder Riester-Rente. Wenn Du etwas mehr Risikobereitschaft mitbringst, kannst Du Dir auch mit Wertpapieren wie Aktien Deinen Lebensabend sichern. Welche Art der Altersvorsorge im Vergleich die beste ist, hängt ganz von Dir ab, etwa von Deinem Alter und Deinem Sicherheitsbedürfnis. In diesem Artikel erklären wir Dir das Grundprinzip einer privaten Rentenzusatzversicherung, damit Du besser einschätzen kannst, ob diese private Altersvorsorge für Dich das richtige ist.

Welche Arten der privaten Rentenversicherung gibt es?

Nicht alle privaten Rentenversicherungen funktionieren nach dem gleichen Modell. Es handelt sich eher um einen Überbegriff für verschiedene Versicherungen, die als langfristiger Sparvertrag angelegt sind. Wichtige Unterschiede gibt es hinsichtlich der Anlageform, der Art der Beitragszahlungen und dem Auszahlungsmodell.

Unterscheidung nach der Anlageform

Klassische Rentenversicherung

Diese Variante war früher sehr beliebt. Die Versicherung investiert das Geld überwiegend in sichere Anlagen wie etwa Staatsanleihen. Auch die so erzielten Überschüsse werden sicher angelegt. Der große Vorteil für Dich als Versicherten ist der garantierte Zinssatz sowie eine garantierte Mindestrente. Wenn der Anbieter gut gewirtschaftet hat und Überschüsse erzielt, kann die Rente durch eine Gewinnbeteiligung sogar etwas höher ausfallen.

Das Problem bei klassischen Rentenversicherungen ist aber, dass der Zinssatz auf konventionelle Sparprodukte in den letzten Jahren in den Keller gerasselt ist. Derzeit liegt der Garantiezins im Schnitt nur noch bei mageren 0,9 Prozent (Stand 2019). Nach Abzug von Gebühren und Inflation bleiben kaum noch Gewinne übrig. Zum Vergleich: Wer im Jahr 1999 eine klassische private Rentenversicherung abgeschlossen hat, durfte sich über einen Garantiezins von 4 Prozent freuen. Heute lohnt sich eine klassische private Rentenversicherung somit nur für sehr Sicherheitsbewusste, die spekulativen Anlageformen grundsätzlich misstrauen.

Fondsgebundene Rentenversicherung

Bei einer fondsgebundenen Rentenzusatzversicherung fließt Dein Geld in Aktienfonds, Immobilienfonds, Rentenfonds und ähnliche Wertpapiere. Diese Fonds enthalten ein breites Portfolio an Aktien oder Anleihen. Es handelt sich daher um eine spekulative Anlageform, die im Vergleich zu einzelnen Aktien aber immer noch mehr Sicherheit bietet. Auch die erzielten Überschüsse investiert die Versicherungsgesellschaft wieder in den Aktienmarkt.

Fondsgebundene Versicherungen werfen derzeit deutlich höhere Gewinne ab als klassische Rentenversicherungen. Die Kehrseite ist, dass es in der Regel keine garantierte Mindestrente gibt. Wieviel Geld Du später bekommst, hängt davon ab, wie sich die Märkte entwickeln. Die meisten Anbieter garantieren Dir aber zumindest den Erhalt Deiner eingezahlten Beiträge.

Index-Rentenzusatzversicherung

Index-Policen versprechen einen Ausweg aus den Niedrigzins-Dilemma. Dabei garantiert Dir die Versicherung zwar den Erhalt Deiner eingezahlten Beiträge, bietet Dir aber darüber hinaus keine weiteren Sicherheiten. Es gibt also weder einen Garantiezins noch eine garantierte Mindestrente.

Im Unterschied zu fondsgebunden Produkten fließen Deine eingezahlten Beiträge überwiegend in sichere Anlageformen, bei denen praktisch kein Verlustrisiko besteht. Die Überschüsse, die der Anbieter damit erzielt, investiert er jedoch in den Aktienmarkt, genauer gesagt in einen Aktienindex. Ein Aktienindex fasst die Wertentwicklung vieler verschiedener Aktien zusammen. Ein Beispiel ist der DAX, der Deutsche Aktienindex.

Die Versicherung geht sogenannte Optionsgeschäfte auf den Aktienindex ein. Ein Optionsgeschäft ist eine Art Wette auf den Kursverlauf. Hat der Anbieter dabei ein gutes Händchen, kann er hohe Gewinne machen, man spricht auch von einem "Hebeleffekt". Es besteht aber andererseits das Risiko, das investierte Geld zu verlieren. Da nur die Überschüsse und nicht die Versicherungsbeiträge selbst in die Optionsgeschäfte fließen, ist Dein Kapital trotzdem garantiert.

Unterscheidung nach der Beitragszahlungsweise

Aufgeschobene Rentenversicherung

Eine "aufgeschobene Rentenversicherung" bedeutet, dass Du über einen längeren Zeitraum monatliche Beiträge einzahlst. Du sparst das Kapital also sukzessive an, bis Du ein vorher definiertes Alter erreicht hast. Dann beginnt die Auszahlung der Rente. Eine aufgeschobene Rentenversicherung ist die sinnvollere Variante, wenn Du noch eher jünger bist oder nur kleine Beträge zur Seite legen kannst.

Sofortrente

Alternativ kannst Du auch einen höheren Geldbetrag in einer Summe einzahlen - das versteht man unter einer "Sofortrente". Die Auszahlung der privaten Zusatzrente beginnt dann entweder sofort oder nach einer vereinbarten Wartezeit. Eine Sofortrente kann für ältere Personen sinnvoll sein, die nur noch wenige Jahre bis zur Rente haben und ausreichend Geld angespart haben, das sie in eine monatliche Rentenleistung umwandeln wollen.

Unterscheidung nach dem Auszahlungsmodell

Lebenslange Zusatzrente

Bei dieser Variante erhältst Du ab einem vereinbarten Alter von der Rentenversicherung eine monatliche private Rente. Diese Leistung steht Dir bis zu Deinem Lebensende zu. Je älter Du wirst, desto mehr profitierst Du von dieser Auszahlungsform.

Einmalzahlung

Bietet die private Rentenversicherung ein sogenanntes Kapitalwahlrecht an, dann kannst Du Dir das Geld auch auf einen Schlag auszahlen lassen. Zur Berechnung des Betrags setzt die private Rentenversicherung in etwa die durchschnittliche Lebenserwartung voraus. Stirbst Du früher, dann steigst Du mit der Einmalzahlung besser aus. Lebst Du länger, dann ist die Einmalzahlung geringer als der Betrag, den Du durch eine lebenslange Rente bekommen hättest.

Wie berechnet sich die Rente im Alter?

Wieviel Geld Deine Zusatzrentenversicherung im Alter abwirft, lässt sich heute noch nicht mit Sicherheit sagen. Denn es kommt darauf an, welche Gewinne die private Rentenversicherung bis dahin mit Deinem Geld macht. Und das wiederum hängt nicht nur vom Anlagegeschick der Versicherung ab, sondern auch von der allgemeinen Marktentwicklung.

Was versteht man unter Mindestrente und möglicher Höchstrente?

Wenn Du eine Rentenversicherung privat abschließt, solltest Du beim Vergleich der Anbieter immer auf zwei Angaben achten: die garantierte Mindestrente und die mögliche Höchstrente.

  • Garantierte Mindestrente: Das ist ein Sockelbetrag, den Dir die Versicherungsgesellschaft zusichert.
  • Mögliche Höchstrente: Dabei handelt es sich um eine Prognose, wie hoch die Rente ausfallen kann, wenn alles gut läuft. Du hast auf sie keinen Anspruch. Aus Marketing-Gründen setzen die Versicherungen zur Berechnung der möglichen Höchstrente Idealbedingungen voraus, die nicht immer realistisch sind.

Was sagt der Garantiezins aus?

Zusätzlich zur garantierten Mindestrente weisen die meisten Versicherungsgesellschaften einen sogenannten Garantiezins aus. Allerdings: Mit dem Garantiezins wird nicht die gesamte Prämie verzinst.

Grundsätzlich fließen die Versicherungsprämie, die Du in der Ansparphase bezahlst, in verschiedene Töpfe:

  • Der Sparanteil ist der Betrag, den die Versicherung für Dich verzinst anlegt. Er macht im Schnitt zwischen 80 und 90 Prozent der gesamten Prämie aus.
  • Die Abschlusskosten sind eine Provision, die für den Abschluss der Versicherung berechnet wird.
  • Der Verwaltungkostenanteil ist ein Betrag, den Du an die Versicherungsgesellschaft abtreten musst, um damit ihre internen Abläufe zu finanzieren
  • Ein zusätzlicher Risikoanteil wird dann berechnet, wenn Du die private Rentenversicherung mit einer Risikolebensversicherung als Zusatzbaustein kombinierst.

Gibt die private Rentenversicherung einen Garantiezins an, dann wird ausschließlich der Sparanteil der Prämie (also 80 - 90 Prozent) mit diesem Satz verzinst. Bezogen auf die gesamte Prämie fällt die Verzinsung also niedriger aus. Da die Versicherungen nicht verpflichtet sind, die Kostenanteile bei der Versicherungsprämie genau aufzuschlüsseln, ist es oft schwer zu beurteilen, welche private Rentenversicherung im Vergleich den besten effektiven Zinssatz aufweist.

Wie hoch ist die Rendite?

Die tatsächliche Rendite fällt in der Regel aber höher aus als der Garantiezins. Das liegt daran, dass zum Garantiezins noch eine Überschussbeteiligung hinzu kommt. Dadurch profitierst Du als Versicherter von den Gewinnen, die die Versicherung mit der Veranlagung Deiner Prämien erzielt hat. Die laufende Verzinsung setzt sich somit aus dem Garantiezins und der Überschussbeteiligung zusammen.

Die Rating-Agentur Assekurata hat die durchschnittliche laufende Verzinsung von 30 Anbietern einer klassischen privaten Rentenzusatzversicherung berechnet. Sie liegt im Jahr 2019 bei 2,46 Prozent. Im Jahr 2009 war eine klassische private Rentenversicherung im Vergleich dazu noch mit 4,29 Prozent verzinst.

Welche Formen der Überschussbeteiligung gibt es?

Wie hoch Deine Rente im Alter ausfällt, hängt auch von der Art der Überschussbeteiligung ab. Dabei gibt es grundsätzlich 3 Modelle, die aber nicht von jeder Versicherungsgesellschaft angeboten werden.

  • Konstante Rente: Dabei versucht die Versicherungsgesellschaft die Rentenhöhe während der gesamten Bezugsdauer gleich zu halten. Um das genaue Rentenniveau zu bestimmen, trifft sie eine Prognose über die zu erwartende Überschussbeteiligung. Falls die Erwartungen nicht eintreten, kann es dennoch sein, dass die Rente erhöht oder gesenkt wird. Durch die Inflation verliert die konstante Rente über die Jahre aber an Wert.
  • Dynamische Rente: Eine dynamische Rente soll den Wertverlust durch die Inflation ausgleichen. Beim Rentenbeginn erhältst Du etwas weniger als jemand, der eine konstante Rente gewählt hat. Dafür steigt die Rente laufend an und eine Senkung ist oft vertraglich ausgeschlossen, selbst wenn die tatsächlichen Überschüsse geringer ausfallen. Von einer dynamischen Rente profitierst Du, wenn Du ein hohes Alter erreichst.
  • Teildynamische Rente: Bei dieser Mischform setzt sich Deine Rente aus zwei Anteilen zusammen. Ein Teil wird wie bei einer konstanten Rente hochgerechnet und kann später angehoben oder gekürzt werden. Der andere Teil steigt dynamisch an und kann nicht gesenkt werden.

Worauf sollte ich bei der Auswahl der Rentenversicherung achten?

Neben der (prognostizierten) Rentenhöhe gibt es noch einige weitere Faktoren, die Du beim Altersvorsorge-Vergleich beachten solltest, um die beste Rentenversicherung für Dich zu finden. Oft handelt es sich um Konditionen und Klauseln, die nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind, sondern sich im berühmt-berüchtigten "Kleingedruckten" verstecken.

Risikoklasse

Dieses Kriterium ist bei einer fondsgebundenen Rentenversicherung wichtig. Mit der Risikoklasse gibt die Versicherungsgesellschaft an, wie sich Sicherheit und Renditechancen zueinander verhalten. Meist reichen die Risikoklassen von 1 bis 4. Die Risikoklasse 1 steht für ein geringes Risiko und geringere Renditechancen, die Klasse 4 für hohe Renditechancen und ein höheres Risiko. Welches die beste Rentenversicherung für Dich ist, hängt von Deiner persönlichen Risikobereitschaft ab.

Flexible Beitragsgestaltung

Wenn Du eine aufgeschobene Rentenversicherung wählst, verpflichtest Du Dich zu regelmäßigen Zahlungen über Jahre oder sogar Jahrzehnte hinweg. Oft ist es aber schwer vorauszusehen, wie sich Deine finanzielle Situation über einen so langen Zeitraum entwickelt. Deshalb ist es eine private Rentenversicherung sinnvoll, bei der Du Deine Beiträge im Nachhinein flexibel anpassen kannst. Bei vielen Anbietern kannst Du bei einem finanziellen Engpass Deine Beiträge reduzieren oder aussetzen, ohne dass dadurch Nachteile für Dich entstehen. Auch eine Erhöhung der Beiträge oder flexible Zuzahlungen sind im Idealfall ohne Gebühren möglich.

Abruf- oder Aufschuboption

Normalerweise wird der Beginn der Rentenzahlungen schon beim Vertragsabschluss festgelegt. Durch eine Abrufoption hast Du das Recht, den Zeitpunkt der Rentenzahlung vorzuverlegen, beispielsweise um 5 Jahre. Eine Aufschuboption bedeutet, dass Du den Zeitpunkt um einige Jahre nach hinten verschieben kannst. Diese Optionen sind vor allem dann sinnvoll, wenn Du eine private Rentenversicherung in jungen Jahren abschließt und noch nicht genau einschätzen kannst, wie sich Deine Lebenssituation und Dein Gesundheitszustand entwickeln werden.

Beitragsrückgewähr

Wenn Du eine Rentenversicherung privat abschließt und früh verstirbst, profitiert davon normalerweise die Versicherung. Das angesparte Kapital, das noch nicht ausbezahlt wurde, geht in das Vermögen der Rentenversicherung über. Vereinbarst Du eine Beitragsrückgewähr, dann erhalten Deine Angehörigen im Todesfall die eingezahlten Beiträge zurück. Es kann also kein Geld verloren gehen. Die Kehrseite ist, dass eine Beitragsrückgewähr meist auf Kosten der garantierten Mindestrente geht, die dadurch niedriger ausfällt.

Rentengarantiezeit

Alternativ zur Beitragsrückgewähr lässt sich auch eine private Rentenversicherung mit Garantiezeit vereinbaren. Das bedeutet, dass die Versicherung die Rente über einen bestimmten Zeitraum (beispielsweise 10 Jahre) fix an Deine Angehörigen auszahlt, wenn Du früher verstirbst. Auch hier gilt: Je länger die Rentengarantiezeit, desto niedriger fällt meist die garantierte Mindestrente aus.

Zusatzversicherungen

Viele Anbieter ermöglichen Dir, eine private Rentenversicherung mit weiteren Leistungsbausteinen zu kombinieren, wie etwa einer

Wir raten Dir von solchen Koppel-Produkten eher ab. Sie sind oft teuer und unflexibel, denn Du kannst die einzelnen Leistungsbausteine nicht unabhängig von der Zusatzrentenversicherung kündigen oder wechseln. Meist ist es besser, die private Altersvorsorge von anderen Versicherungen zu trennen.

Welche Steuern fallen auf eine private Rentenversicherung an?

Einzahlphase

Wenn Du eine Rentenversicherung privat abschließt, beteiligt sich der Staat nicht an Deinen Versicherungsbeiträgen, Du zahlst sie zu 100 Prozent aus eigener Tasche. Es gibt bei neu abgeschlossenen Verträgen auch keine Steuerbegünstigungen mehr.

Das war früher anders: Wer vor dem 01.01.2005 eine zusätzliche Rentenversicherung abgeschlossen hat, konnte die Versicherungsbeiträge als Vorsorgeaufwendungen steuerlich absetzen. Heute ist das nur noch bei der sogenannte Rürup- oder Basisrente möglich. Diese Art der Rentenversicherung ist als private Altersvorsorge für Selbstständige gedacht.

Auszahlphase

Grundsätzlich fallen auf eine private Rente Steuern an. Ihre genaue Berechnung und Höhe hängt davon ab, ob Du eine lebenslange Rente beziehst oder eine Einmalzahlung wählst. Die gesetzliche Grundlage ist § 22 des Einkommenssteuergesetzes (EStG).

Lebenslange Rente

Bei einer lebenslangen Rente wird nur ein sogenannter Ertragsanteil besteuert. Das ist ein definierter Prozentsatz, der sich nach dem Alter bei Renteneintritt berechnet: Je später Du die zusätzliche Rentenversicherung in Anspruch nimmst, desto weniger musst Du versteuern. Bei einem Rentenbeginn mit 60 Jahren beträgt der Ertragsanteil beispielsweise 22 Prozent, mit 67 Jahren sind es 17 Prozent. Nur dieser Anteil wird mit dem persönlichen Steuersatz versteuert.

Ein Beispiel

Greift die Rentenversicherung, die Du privat abgeschlossen hast, ab 67 Jahren, dann musst Du 17 Prozent versteuern. Bei einer Rente von 1.000 Euro monatlich wären das 170 Euro. Bei einem Steuersatz von 32 Prozent musst Du 54,40 Euro an das Finanzamt abführen. Bezogen auf die gesamte private Rente ist das ein Steueranteil von nur 5,44 Prozent.

Das bedeutet: Eine private Rentenversicherung ist im Vergleich zur gesetzlichen Rentenversicherung in der Auszahlungsphase steuerbegünstigt. Denn die gesetzliche Rente wird derzeit (2019) zu 78 Prozent versteuert, ab 2040 sogar zu 100 Prozent.

Einmalzahlung

Wenn Du eine Einmalzahlung wählst, fällt die Steuerbelastung meist etwas höher aus. Der Grund ist u.a., dass hier zwei Steuern anfallen:

  • Abgeltungssteuer: Diese Steuer gilt für Kapitalerträge aller Art, nicht nur wenn Du eine zusätzliche Rentenversicherung abschließt. Die Versicherung führt die Steuer ganz automatisch an das Finanzamt ab. Ihre Höhe beträgt 25 Prozent, wobei Du einen Steuerfreibetrag von 801 Euro pro Jahr hast (Stand 2019).
  • Einkommenssteuer: Wenn Du die Einmalzahlung in Anspruch nimmst, erhöht sich durch die private Rentenversicherung Dein steuerpflichtiges Einkommen in dem betreffenden Jahr. Normalerweise müsstest Du die Einmalzahlung zu 100 Prozent versteuern. Hast Du Dein 62. Lebensjahr Seite: 6 von 7 abgeschlossen und die private Rentenversicherung hatte eine Laufzeit von mindestens 12 Jahren, dann gilt eine Sonderregelung: Du musst nur für 50 Prozent der Kapitalerträge (also nicht 50 Prozent der gesamten Auszahlung) Steuern zahlen. Die Erträge sind die Differenz zwischen dem, was Du an Prämien insgesamt eingezahlt hast, und der Summe, die Dir die Versicherung auszahlt.

Wie kündige ich eine private Rentenversicherung?

Du kannst eine private Rentenversicherung jederzeit unter Beachtung der Kündigungsfrist schriftlich kündigen. Der Haken daran ist: Du verlierst viel Geld, wenn Du eine private Rentenversicherung kündigst. Denn Du erhältst nicht die gesamten Prämien, sondern meist nur Deinen Sparanteil zurück. Der Anteil für Verwaltung und Abschluss verbleibt bei der Versicherung. Wenn Du glaubst, dass eine andere Form der Altersvorsorge im Vergleich sinnvoller für Dich ist, solltest Du folgende Optionen prüfen:

  • Beitragsfrei stellen lassen: Eventuell kannst Du Deine private Rentenversicherung ruhend stellen.
  • Verkaufen: Eine private Rentenversicherung kann man auch verkaufen! Es gibt spezialisierte Policenankäufer, bei denen Du Deinen Vertrag oft ohne große Verluste los wirst.
  • Widerruf: Bei etlichen Altverträgen, die zwischen 1994 und 2007 abgeschlossen wurden, haben die Versicherungen ihre Kunden nicht richtig über ihr Widerrufsrecht informiert. Solche Verträge lassen sich oft noch heute widerrufen.

Lasse Dich dazu am besten von einem Verbraucherschutz-Verband oder einer anderen unabhängigen Stelle beraten!

Welche Vor- und Nachteile hat eine private Rentenversicherung?

Die Vorteile im Überblick

  • Sichere Anlageform: Du kannst Dich von Anfang an darauf verlassen, dass Dir die private Rentenversicherung eine bestimmte Mindestrente zahlt oder zumindest den Erhalt Deiner Beiträge garantiert.
  • Lebenslange Rente: Egal wie alt Du wirst - eine private Rentenversicherung zahlt Dir lebenslang die vereinbarte Rente aus.
  • Steuervorteile: Bei einer gesetzlichen Rente fließt eine Menge Steuern an den Staat zurück. Eine private Zusatzrente ist im Vergleich dazu steuerbegünstigt.

Die Nachteile im Überblick

  • Geringe Rendite: Auch die beste Rentenversicherung kann in der derzeitigen Niedrigzinsphase keine hohen Erträge erwirtschaften. Nach Abzug der Verwaltungs- und Abschlussgebühren bleibt oft kaum noch Gewinn übrig.
  • Keine Förderung: Bei einer betrieblichen Altersvorsorge oder einer Riester-Rente greifen Dir immerhin Arbeitgeber oder Staat unter die Arme und zahlen einen Teil Deiner Beiträge. So kann sich eine zusätzliche Rentenversicherung trotz niedriger Zinsen lohnen. Eine private Rentenversicherung finanzierst Du dagegen zu 100 Prozent privat.
  • Langfristige Bindung: Eine private Zusatzrentenversicherung kannst Du meist nur mit Verlusten kündigen. Diese Form der Altersvorsorge ist im Vergleich zu befristeten Sparverträgen daher sehr unflexibel.