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Wohnen-Leben

Eine WG gründen: Mit diesen Tipps klappt's

Die gute alte Wohngemeinschaft ist für Studenten eine der beliebtesten Formen des Wohnens. Wir verraten Dir, wie es mit der Gründung einer WG klappt.
Vier junge Leute sitzen am Tisch. Sie essen Pasta und trinken Wein.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Wenn DU eine WG gründen willst, solltest Du Dir im Vorfeld Gedanken zum Zusammenleben machen.
  • Wohngemeinschaft ist nicht gleich Wohngemeinschaft: Zwischen Zweckzusammenkunft und Freundes-WG liegen Welten.
  • Auch Formalitäten wollen geklärt werden: Mietverträge, Strom, Internet & Co. müssen klar geregelt sein.

Wie gründet man eine WG? Und warum überhaupt?

Du hast den Traum-Studienplatz in der Stadt Deiner Wahl ergattert und willst endlich das Elternhaus samt Kinder- und Jugendzimmer hinter Dir lassen. Aber jetzt hast Du erfahren, dass die Wohnheimplätze schon alle vergeben sind. Eine Einzimmerwohnung ist Dir viel zu einsam oder zu teuer und die WG-Suche läuft auch nicht so einfach. Gründe doch einfach selbst eine Wohngemeinschaft! Zentral wohnen, unabhängig sein, mit coolen Mitbewohnern abends bei einem Glas Wein über Gott und die Welt philosophieren. Damit das Zusammenwohnen wirklich so reibungslos läuft, haben wir fürs WG-Gründen einige Tipps für Dich.

Eine WG gründen: Die Grundlagen

Bevor es mit der WG-Gründung und der Suche nach der passenden Wohnung losgeht, solltest Du Dir erste Gedanken zu Deinem Vorhaben machen. Denn Wohngemeinschaften können in der Praxis sehr unterschiedlich ausfallen. Von der reinen Zweckgemeinschaft, die einfach günstigen Wohnraum sucht, bis zur WG unter Freunden, die viel Zeit miteinander verbringen, sind die Unterschiede riesig. Und wie findet man die passenden Mitbewohner überhaupt?

Gründest Du eine Zweck- oder Freundes-WG?

Suchst Du Mitbewohner, die als Familienersatz herhalten sollen, oder geht es Dir hauptsächlich darum, dass jemand die Miete mit Dir teilt? Das solltest Du Dir im Vorfeld gut überlegen, denn wenn Du gerne gemeinsame Kochabende organisieren willst, Deinen Mitbewohnern aber höchstens mal auf dem Flur begegnest, ist Frustration vorprogrammiert. In unserer Tabelle zeigen wir Dir Vor- und Nachteile der zwei Extremformen:

WG mit Freunden Zweck-WG
Du hast immer jemanden zum Quatschen, es wird nie langweilig. Du hast zu Hause Deine Ruhe und niemand kritisiert es, wenn Du Dich zurückziehst.
Ihr habt eine gemeinsame Haushaltskasse, von der ihr Lebensmittel und Co. kauft. Geteilt wird nur das Nötigste – Flur, Bad, Küche.
Mehrmals wöchentlich finden Koch- oder Serien-Abende statt. Jeder beschäftigt sich selbst in seinem Zimmer.
Die Privatsphäre bleibt manchmal auf der Strecke. Die Anonymität kann auch mal nerven – wer sind Deine Mitbewohner eigentlich?

Die Realität spielt sich meist zwischen diesen zwei Extremen ab. Die Meisten entscheiden sich für eine gesunde Mischung: Gemeinsame Aktivitäten finden zwar regelmäßig statt, sind aber kein Zwang. Es ist für alle in Ordnung, wenn die Zimmertür auch mal tagelang zu ist. Und dass jeder seine Lebensmittel selbst kauft und sein eigenes Fach im Kühlschrank hat, ist dann auch selbstverständlich. Die Vorstellungen des Zusammenlebens und gewisse Grundregeln pendeln sich oft auch erst nach dem Gründen der WG ein.

Wie sehen die idealen Mitbewohner aus?

Wie Dein perfekter Mitbewohner aussieht, hängt von Deinen Gewohnheiten ab. Wie stehst Du zu Sauberkeit, Privatsphäre und häufigen Besuchen? All diese Dinge solltest Du im Vorfeld mit den Anderen abklären. Es kann hilfreich sein, wenn ihr ungefähr im gleichen Alter seid und euch in einer ähnlichen Lebensphase befindet. Ein 20-jähriger Student wird nur selten mit einer 38-jährigen Mitbewohnerin glücklich, die jeden Tag um 8 Uhr morgens zu ihrem Vollzeitjob geht. Achtung: Die beste Freundin qualifiziert sich nicht automatisch als ideale Mitbewohnerin. Nur weil ihr Freunde seid, heißt das nicht, dass ihr auch das gleiche Verständnis eines sauberen Badezimmers habt. Freundschaften können im worst case sogar an Spannungen und Streitereien zerbrechen, wenn die Erwartungen aneinander und das Zusammenleben in der WG nicht erfüllt werden.

Du befürchtest, dass Du keine geeigneten Mitbewohner findest? Keine Angst: Über Social Media, WG-Foren oder das traditionelle schwarze Brett an der Uni kommst Du schnell mit Gleichgesinnten in Kontakt. Gerade zu Studienbeginn sind viele Erstis auf der Suche nach einer WG. In vielen Fällen gründet man eine WG als Fremde und verlässt sie Jahre später als gute Freunde.

Vor dem WG-Gründen: Wohnungen suchen

Über die Wohnungssuche hast Du sicher schon einige Horrorgeschichten gehört. Lass Dich davon nicht einschüchtern: Halte Deine Ohren offen und nutze alle Kanäle, um die Studentenwohnung Deiner Träume zu finden. Auf der sichersten Seite bist Du bei einschlägigen Immobilienbörsen – hier kannst Du davon ausgehen, dass es sich um seriöse Angebote handelt. Schaue aber auch auf Kleinanzeigenportalen oder ganz klassisch in der Zeitung, denn da ist die Konkurrenz gleich viel kleiner. Wohnungen lassen sich auch wunderbar über Vitamin B vermitteln: Schreibe eine Rundmail mit Deinem Gesuch an Deine Freunde und Bekannte. Achtung: Leider sind auf dem Wohnungsmarkt vereinzelt Betrüger unterwegs, die Interessenten per Vorkasse mit Fake-Inseraten abzocken. Bezahle nie Geld vor einer Besichtigung. Das wird kein seriöser Makler oder Vermieter von Dir verlangen.

Wo soll’s hingehen? Die Lage der zukünftigen WG

Die Wohnung ist der Hammer – perfekte Zimmeraufteilung, Dielenfußboden, Dachterrasse. Da wäre nur ein Haken: Sie ist ganz schön weit ab vom Schuss. Überlege Dir genau, ob sich die Lage der WG dauerhaft rentiert. Auch die Mitbewohnersuche wird schwieriger, wenn die Wohnung nicht zentral liegt. Die Nähe zur Uni und zu netten Cafés und Bars rentiert sich.

WG gründen: Wie sieht eine geeignete Wohnung aus?

Die perfekte Wohnung für eine WG-Gründung hat mehrere ungefähr gleich große Räume, von denen keiner ein Durchgangszimmer ist. Sprich: Bad und Küche sollten nicht gerade so liegen, dass Du bei Deinem Mitbewohner durchs Zimmer musst – egal wie eng und gut eure Freundschaft ist! Im Idealfall bleibt sogar ein Raum übrig, der als Gemeinschafts- und Gästezimmer genutzt werden kann. Alternativ eignet sich aber auch eine Wohnküche als Ort für gemeinsame Aktivitäten. Praktisch ist eine bereits ausgestattete Küche, so fallen weniger Anschaffungen an. Eines der WG-Zimmer hat einen Balkon? Dann klärt im Vorfeld, ob der Zimmerbewohner damit einverstanden ist, wenn die Mitbewohner häufig durch sein Reich spazieren, um den Balkon zu nutzen.

WG gründen: Art des Mietvertrages

Für den Mietvertrag zur WG-Gründung gibt es mehrere Optionen, die jeweils Vor- und Nachteile haben. Handle beim Vermieter den Vertrag aus, der zu Deiner individuellen Situation passt – zumindest dann, wenn es möglich ist und der Vermieter nicht selbst schon genaue Vorstellungen von der Vertragsform hat.

  • Ein Hauptmieter, mehrere Untermieter: Du trägst als Hauptmieter einen großen Teil der Verantwortung. Schließe unbedingt immer Untermietverträge mit Deinen Mitbewohnern ab. Sonst verstößt Du nicht nur gegen geltendes Mietrecht, sondern gehst auch ein Risiko ein: Bei Geld hören viele Freundschaften auf.
  • Alle Mitbewohner sind Hauptmieter im Mietvertrag: Hier teilt ihr euch die Verantwortung – wenn einer auszieht, kann es allerdings schwierig sein, einzelne Parteien aus dem Mietvertrag zu streichen.
  • Alle Mitbewohner haben einen separaten Mietvertrag: Diese Form eignet sich vor allem für Zweck-WGs, denn letztendlich entscheidet so der Vermieter über die Zusammensetzung eurer WG.

Wichtig: Die Nutzung der Wohnräume als WG muss abgeklärt und vom Vermieter geduldet werden. Spielt deshalb bei der Wohnungssuche direkt mit offenen Karten. Wenn ihr den Vermieter täuscht und die WG heimlich gründet, kann das böse Folgen haben. Im schlimmsten Fall kann er den Mietvertrag kündigen.

WG Gründen: 10 Tipps

Damit Deine WG-Gründung ein Erfolg auf ganzer Linie wird, kannst Du Dir unsere zehn Tipps zu Herzen nehmen.

  • Ganz oder gar nicht

    Stelle Dir im Vorfeld die Frage: „Will ich wirklich in einer WG wohnen?“ Sobald der Mietvertrag steht, kannst Du keinen Rückzieher mehr machen. Wenn Du Dir total unsicher bist, kannst Du vorm WG-Gründen für ein paar Monate zur Zwischenmiete in eine WG ziehen, um Deine Kompetenzen als Mitbewohner auszutesten. Das WG-Leben ist nicht für jeden und das ist auch gar nicht schlimm.

  • Die Wahl der Mitbewohner

    Auch, wenn alle Bewerber der ersten Runde „irgendwie ganz nett“ waren: Sei bei der Wahl Deiner zukünftigen Mitbewohner penibel. Wenn die Chemie nicht hundertprozentig stimmt, solltest Du eine zweite Bewerberrunde starten. Schließlich wirst Du diese Leute in Zukunft jeden Morgen am Frühstückstisch sehen!

  • Erst bei Freunden fragen

    Höre Dich zur Mitbewohnersuche zunächst im Freundeskreis um. Bei Bekannten von Freunden ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass Du mit ihnen auf einer Wellenlänge bist. Ob sie auch ähnliche Vorstellungen vom Zusammenwohnen haben, musst Du dann aber auch in Erfahrung bringen.

  • Die Zusammensetzung

    Auf die Konstellation der WG kommt es an: Achte darauf, dass alle Mitbewohner ungefähr im gleichen Alter sind und in einer ähnlichen Lebensphase stecken. Es kann vorteilhaft sein, wenn sich die Interessen einigermaßen decken: Ruhige Zeitgenossen und Nonstop-Partytiere passen auf Dauer nicht zusammen. Es ist für beide Seiten skurril, wenn der strebsame Student morgens frühstückt und sein Mitbewohner zu dem Zeitpunkt gerade aus dem Club kommt. Ein Garant für WG-Unruhen sind außerdem Pärchen. Auch wenn die zwei noch so nett sind, solltest Du sie nicht als Mitbewohner in Erwägung ziehen. Die Gefahr von Beziehungskrisen oder Abkapselung ist groß, und darunter hat letztendlich die gesamte WG zu leiden.

  • Mietvertrag muss passen

    Vertraglich muss alles so geregelt sein, wie es für Dich und die WG am besten ist. Wenn Du der Hauptmieter bist, solltest Du Dich genau mit den Untermietverträgen auseinandersetzen. Kläre schriftlich mit allen Mitbewohnern, dass auch die Nebenkosten und eventuelle Nachzahlungen geteilt werden, damit Du am Ende nicht auf den Kosten sitzen bleibst.

  • Grundregeln aufstellen und daran festhalten!

    Was furchtbar spießig klingt, ist sehr wichtig für euer Zusammenwohnen: Stellt gemeinsam Grundregeln auf, an die ihr euch haltet. Ist es okay, dass jemand Dein Zimmer betritt, wenn Du nicht da bist? Dürfen Deine Mitbewohner Deine teure Küchenmaschine benutzen? Wie sieht es mit monatlichen WG-Partys aus? Und was kauft ihr von der Gemeinschaftskasse? Um Konflikte zu vermeiden, solltet ihr euch im Vorfeld über diese potentiellen Streitpunkte einig werden.

  • Die Wohnung muss sich zum WG-Gründen eignen

    Durchgangszimmer sind für WGs auf Dauer ein absolutes No-Go. Spätestens beim Dating wird es kompliziert für den Mitbewohner, durch dessen Zimmer immer durchmarschiert wird. Auch Wohnungen mit sehr unterschiedlicher Raumaufteilung sind suboptimal. Die Miete der Mitbewohner sollte sich anteilig an der Quadratmeterzahl ihrer Zimmer zusammensetzen.

  • Telefon, DSL und Co. rechtzeitig bestellen

    Stundenlanges Warten auf den DSL-Techniker – und am Ende erscheint er gar nicht. Wer kennt das nicht? Um Internet-Engpässe zu vermeiden, solltet ihr euch rechtzeitig um die Anschlussbestellung kümmern. Auch Strom, Wasser oder Gas wollen angemeldet werden, sofern die Anschlüsse nicht über die Nebenkosten an den Vermieter abgerechnet werden.

  • Ein Putzplan ist für die meisten WGs ein Muss

    Leider funktioniert es in den wenigsten Fällen, dass jeder abwechselnd ganz intuitiv die Küche blitzeblank schrubbt. Deshalb ist ein Putzplan unerlässlich. Gut sichtbar am Kühlschrank platziert gibt er Aufschluss darüber, wer in welcher Woche für Küche, Bad, Fenster oder Fußböden verantwortlich ist. Für sein Zimmer ist aber jeder selbst zuständig.

  • Nach der WG-Gründung: Eine geile Party feiern

    Der Umzug ist geschafft, die ersten Neuanschaffungen sind in der Wohnung angekommen: Dann solltet ihr euch jetzt mit eurer ersten WG-Party belohnen! Sie dient als optimaler Eisbrecher, um Deinen neuen Mitbewohnern auf den Zahn zu fühlen. Was schweißt mehr zusammen, als ein verkaterter Großputz nach der Party mit anschließender Pizza-Bestellung?

WG gründen: Tipps für das Gespräch mit dem Vermieter

Wohngemeinschaften haben oft einen verwegenen Ruf. Deshalb solltest Du Dich für das erste Gespräch mit dem Vermieter etwas herausputzen, um das Gegenteil zu beweisen. Der erste Eindruck bewirkt Wunder. Achte auf ein gepflegtes Äußeres und eine höfliche Wortwahl. Erwähne unbedingt, dass Du bei Bedarf eine Elternbürgschaft vorlegen kannst. So kann der Vermieter von einer regelmäßigen Mietzahlung ausgehen, obwohl Du Student bist und dementsprechend nicht über ein großes Einkommen verfügst.

In fünf Schritten eine WG gründen

1) Gesuch Du gibst ein Mitbewohner-Gesuch auf/tust Dich mit Freunden/Kommilitonen zusammen.
2) Mitbewohnersuche Du findest Mitbewohner, die zu Dir passen.
3) Kennenlernen Beim Kennenlernen klärt ihr erste Vorstellungen vom Zusammenleben.
4) Wohnungssuche Ihr findet eine WG-geeignete Wohnung.
5) Einziehen Ihr regelt Formalitäten wie Internet- und Stromanschluss, macht gemeinsame Anschaffungen und meistert den Umzug.