Schriftliche Bewerbung

Das Anschreiben

Jede Bewerbung um ein Stipendium benötigt ein Motivationsschreiben, auch wenn es von der Stiftung nicht explizit gefordert wird. Ein professionelles Anschreiben zu verfassen, ist jedoch nicht trivial. Wir verraten Dir, worauf Prüfer achten.
Anschreiben für die Stipendienbewerbung
Was schreiben im Motivationsschreiben für die Stipendienbewerbung?

Das Motivationsschreiben für die Stipendienbewerbung ist neben dem Lebenslauf der entscheidende Auftakt der Bewerbung. Hier formt sich der Prüfer bereits einen ersten Eindruck von dir und es gilt, einen möglichst positiven Eindruck zu erwecken.

Die Form: Nicht mehr als eine Seite

Die erste eiserne Regel für ein Motivationsschreiben ist, dass es Aufmerksamkeit erringen muss und deshalb kurz und prägnant zu sein hat und eine Seite nicht überschreiten sollte. Denn die Auswahlkommissionen der Stiftungen und Förderinstitutionen haben in aller Regel nur sehr wenig Zeit für die einzelne Bewerbung. Der erste Eindruck formt sich daher in den ersten Minuten. Ein knappes aber doch aussagekräftiges Anschreiben erregt die Aufmerksamkeit für einige wenige Merkmale und hält sie in Erinnerung. Es kann den ersten positiven Eindruck hinterlassen. Ein zu langes Anschreiben verwischt die Akzente und erweckt den Eindruck, dass der Kandidat nicht in der Lage ist, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Das Motivationsschreiben oder auch Anschreiben sollte wie ein Brief gestaltet sein mit Absender, Adressaten, Ortsangabe, Datum, Betreffzeile und Unterschrift. Die handschriftliche Unterschrift solltest Du nicht vergessen, um Deine Bewerbung von einer Postwurfsendung zu unterscheiden. Die Schrifttypen Times New Roman und Arial in Schriftgröße 12 hinterlassen in aller Regel einen seriösen Eindruck. Bunte Grafiken, Fotos, Knicke und Flecken auf dem Papier erwecken einen schlampigen Eindruck. Druck auf hochwertigem weißen Papier steigert die Kosten, aber auch die Erfolgsaussicht, weil man Deine Bewerbung für professionell, ernsthaft und seriös hält.

Die Angaben zu Absender und Adressaten sollten alle relevanten Kontaktdaten umfassen, d. h. Namen, Anschrift, Telefon-, ggf. Fax- und Mobilfunknummer sowie E-Mail-Adresse, beim Adressaten den Namen der fördernden Institution.

Für den Abschluss des Motivationsschreibens empfehlen wir „Mit freundlichen Grüßen“ und anschließende Unterschrift. Aufmunternde Alternativen wie „Herzliche Grüße“ oder „Beste Grüße“ werden nicht von allen Prüfern als gleichermaßen geschmackvoll empfunden, von manchen womöglich als Anbiederung. Es handelt sich um ein formelles Anschreiben und nicht um einen Brief an einen alten Kumpel.

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Der Aufbau: Ein Anschreiben muss klar strukturiert sein

Das Anschreiben sollte grundsätzlich mit den Worten „Sehr geehrte(r) Herr/Frau Mustermann“ beginnen. Wichtig ist, möglichst den Adressaten direkt anzusprechen. Dadurch wird die Bewerbung gleich viel persönlicher. Auf die allgemeine Form „Sehr geehrte Damen und Herren“ solltest Du weitgehend verzichten und nur Gebrauch machen, wenn der oder die Ansprechpartner nicht bekannt sind. Außerdem solltest Du darauf achten, auch den Titel des Ansprechpartners nicht zu vergessen und die Namen richtig zu schreiben. Fehler verletzen eitle Prüfer, und Schludrigkeiten im ersten Satz hinterlassen gleich einen ersten schlechten Eindruck. Bei mehreren Ansprechpartnern solltest Du sie alle aufzählen, wobei der ranghöchste zuerst genannt werden sollte.

Ein gutes Motivationsschreiben gliedert sich in vier Absätze. Im ersten Absatz benennst Du Dein Anliegen, also die Bewerbung um ein bestimmtes Stipendium, und anschließend stellst Du Dich kurz vor. Hier solltest Du Dein Studienfach und die Hochschule erwähnen, an der Du studierst, und noch das eine oder andere Merkmal aus Deinem Lebenslauf, das für die Stiftung und das beworbene genaue Stipendium von besonderer Relevanz sein könnte.

Im zweiten Absatz solltest Du erläutern, warum Du gerade zu dieser Stiftung besonders gut passt. Wenn Du Dich also beispielsweise bei einer Stiftung um ein Stipendium bewirbst, die großen Wert auf gesellschaftliches Engagement legt, dann kannst Du hier erklären, wie Du Dich bisher engagiert hast.

Der dritte Absatz dient der Erklärung, weshalb Du Dich gerade für dieses Stipendium bewirbst und nicht für ein anderes. Hier kannst Du beispielsweise erklären, welche Rolle die Werte der Stiftung in Deinem Leben spielen, wenn die Stiftung auf einen bestimmten Wertekanon besonderen Wert legt. Darüber hinaus bieten viele Stiftungen auch eine ideelle Förderung an. Eine Erläuterung, warum auch diese ideelle Förderung für Dich von hohem Interesse ist, kann dem Motivationsschreiben eine persönliche Note geben.

Der letzte Absatz dient dem Hinweis, dass Du für weiterführende Auskünfte jederzeit gerne zur Verfügung stehst und Dich freust, wenn die Bewerbung Interesse geweckt hat.

Kommentare

Vielen Dank für die Tipps, um ein Stipendium zu finden. Ich hoffe, es hilft mir, wirklich ein Stipendium zu erhalten.

Guten Abend liebes MyStipendium-Team,

wenn die Bewerbungsunterlagen alles bisher genannten Punkte,
wie einen ausformulierten Lebenslauf, politisches/gesellschaftliches Engagement,
fachliche und persönliche Kompetenz bereits beachtet, mit eingerechnet
die Auswahl der Stiftung und eigene Motivation, ist ein Anschreiben dann nicht
überflüssig und wiederholt den bisherigen Inhalt noch ein weiteres Mal?

Mir scheint es in solch einem Fall zu repetitiv.
Ich bitte um eine Antwort, viele Dank ;-)

Wir empfehlen dir, trotzdem ein kurzes Anschreiben beizufügen, auch wenn das nicht explizit gefordert ist. Ziel des Anschreibens ist nicht, zusätzliche Informationen zu liefern, im Zweifel sind diese weitestgehend bereits in einem Lebenslauf enthalten. Vielmehr ist es eine Einleitung zu den restlichen Bewerbungsunterlagen, daher auch an erster Stelle in der Anordnung. Allerdings ist durchaus denkbar, dass du nur ein kurzes Begleitschreiben beifügst, anstatt eine ganze Seite zu füllen, wenn dieses nicht explizit gefordert ist, du aber einen ausformulierten Lebenslauf, Bewerbungsbogen usw. bereits zu erstellen hattest. Ganz verzichten würden wir aber dennoch nicht auf das Anschreiben.

Hallo ihr Lieben!
Also der Inhalt des 2. und 3. Abschnittes würde sich bei mir eigentlich wiederholen... Gibt es da auch Alternativen??
Sollte man auch angeben wie man auf die Stiftung gekommen ist?
Diese Beschreibung für ein Anschreiben ist doch mit einem Motivationsschreiben gleichgesetzt oder?

Würde mich sehr über eine Antwort freuen!! :-)
Viele liebe Grüße

Hallo,

auch ich finde die Tipps hier sehr nützlich und bin froh, diese super Seite gefunden zu haben. Eine möglicherweise eher simple Frage beschäftigt mich jedoch:

Und zwar die Anrede im Anschreiben. Nun stehen ja bei vielen Stipendienprogrammen Ansprechpartner in den jeweiligen Profilen. Sind das dann nur die Personen, die man im Falle von Fragen zum Stipendium löchert, oder sind das auch die Personen, an die man die Bewerbung richten sollte?

Ich habe mich vorher noch nie für ein Stipendium beworben und bin einfach unsicher. Es wäre schön, hierauf eine kurze Antwort zu bekommen. :)

Viele Grüße

Wenn man sich an die 4 genannten Abschnitte halten würde, wäre dann nicht mehr als eine A4 Seite? Ich stelle es mir schwer vor sich so knapp zu fassen und trotzdem zu jedem Punkt etwas zu schreiben.

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