Eidesstattliche Erklärung: Bachelorarbeit richtig absichern

Eine Bachelorarbeit ohne eidesstattliche Erklärung geht gar nicht! Wir erklären, warum der Ehrenkodex der Akademiker unverzichtbar ist und was ihn ausmacht.
Zwei Hände halten ein aufgeschlagenes Buch und ein Paragraphenzeichen.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Die eidesstattliche Erklärung ist eine formale Voraussetzung, um die Bachelorarbeit zu bestehen.
  • Sie versichert, dass Du Deine Arbeit selbstständig, ohne fremde Hilfe, gründlich und wissenschaftlich korrekt erarbeitet hast.
  • Ohne Ort, Datum und Deine Unterschrift ist sie ungültig.

Eidesstattliche Erklärung für die Bachelorarbeit

Die eidesstattliche Erklärung am Anfang oder Ende der Bachelorarbeit ist entscheidend, um Deinen Abschluss auch wirklich zu bekommen. Bevor Du also die Arbeit nach dem Motto ‚Hauptsache weg!‘ im Prüfungsbüro ablädst und Deine wohlverdiente Freiheit genießt, solltest Du unbedingt sicherstellen, dass Du dieses Detail nicht übersehen hast! Sonst kann die Uni sich weigern, die Leistung anzuerkennen und Deine monatelange Recherche, Nachtschichten in der Bib und das endlose Bearbeiten Deiner Laptop-Tastatur waren umsonst.

Warum gibt es die eidesstattliche Erklärung?

Dein Prof kann Dir ja nicht monatelang über die Schulter schauen, um sicherzustellen, dass beim Schreiben der Arbeit alles mit rechten Dingen zugeht. Durch die eidesstattliche Erklärung versicherst Du, dass die Bachelorarbeit auch wirklich Deine Eigenleistung abbildet und Du wissenschaftlich korrekt gearbeitet und somit kein Plagiat erstellt hast. Und zwar nicht nach ‚bestem Wissen und Gewissen‘, sondern lückenlos – schließlich ist das die Grundlage von Wissenschaft.

Was muss drinstehen... und wo gehört sie hin?

Viele Unis oder Fakultäten geben den genauen Wortlaut vor und Du kannst Dir das Dokument selbst von den Uniseiten herunterladen. Unter Umständen heißt es dort auch Selbstständigkeitserklärung oder eidesstattliche Versicherung und enthält vielleicht individuelle Zusätze (zur Veröffentlichung in der Uni-Bib oder zur Abgabe in Digitalform), der Zweck ist aber der gleiche. Grundsätzlich gehört in eine eidesstattliche Erklärung unbedingt rein, dass Du:

  • der selbstständige Verfasser bist
  • alle fremden Inhalte gekennzeichnet und mit einer vollständigen Quellenangabe versehen hast (das betrifft Zitate und Grafiken, aber auch Ideen oder Theorien)
  • die Arbeit nicht schon mal an einer anderen Hochschule oder in einem anderen Modul eingereicht hast

Das kann dann zum Beispiel so aussehen:

Eidesstattliche Erklärung - Muster

Ich erkläre hiermit an Eides statt, dass ich die vorliegende Arbeit selbständig verfasst und dabei keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel benutzt habe. Sämtliche Stellen der Arbeit, die im Wortlaut oder dem Sinn nach Publikationen oder Vorträgen anderer Autoren entnommen sind, habe ich als solche kenntlich gemacht. Die Arbeit wurde bisher weder gesamt noch in Teilen einer anderen Prüfungsbehörde vorgelegt und auch noch nicht veröffentlicht.

Ort, Datum und vollständige Unterschrift nicht vergessen!

Oft kommt die eidesstattliche Erklärung ganz ans Ende Deiner Bachelorarbeit, bildet also die letzte Seite. Als Teil des Anhangs bekommt sie weder eine Gliederungsnummer noch eine Seitenzahl, sollte aber im Inhaltsverzeichnis als extra Punkt aufgeführt werden. Allerdings kann sie auch ganz am Anfang der Arbeit stehen und direkt auf das Deckblatt folgen. Bei der Positionierung solltest Du also die Vorgaben Deiner Uni beachten und im Zweifel einfach Deinen Betreuer fragen.

Sonderfall: Sperrvermerk der Bachelorarbeit

Eine weitere Erklärung, die Du eventuell mit Deiner Bachelorarbeit abgeben musst, ist die der Geheimhaltung, auch Sperrvermerk genannt. Der ist wichtig, wenn Du Deine Bachelorarbeit in einem Unternehmen schreibst und Dich mit sensiblen Firmendaten auseinandersetzt. Du versicherst damit, dass Du die Arbeit abgesehen von Deinen Betreuern oder Prüfern niemandem zugänglich machst.

Was passiert bei einem Verstoß gegen die Erklärung?

Du solltest es nicht darauf ankommen lassen und die rechtlichen Grenzen Deiner Versicherung einer eigenständigen Arbeit austesten! Stell beim Schreiben sicher, stets wissenschaftlich korrekt zu arbeiten und korrekt zu zitieren. Wenn Du hier nachlässig bist und Passagen anderer ohne Quellenangabe einfach übernimmst, handelt es sich um ein Plagiat. Das Risiko, dabei erwischt zu werden, ist hoch, denn immer mehr Unis fordern auch eine digitale Version von Abschlussarbeiten und überprüfen diese durch eine Plagiatssoftware. Du musst dann mindestens damit rechnen, dass Dir der Abschluss verweigert wird. Auch noch Jahre später kann Dir nachträglich der akademische Titel aberkannt werden. Schließlich hast Du den dann unter falschen Bedingungen bekommen – die Uni hat Dir ja geglaubt, dass alles mit rechten Dingen zuging.

Das gilt übrigens auch für das Thema Ghostwriting. Durch die eidesstattliche Erklärung schließt Du aus, eine solche Dienstleistung in Anspruch genommen zu haben. Fliegt der Schwindel auf, musst Du von einem Entzug des Titels und strafrechtlichen Konsequenzen wie einer Geldstrafe ausgehen. Dazu kommt, dass Dein fachliches Ansehen enorm unter solch einem Betrug leidet.

Lass also lieber die Finger von schreibenden Geistern!

Ehrenwort statt Eid?

Manchmal finden sich solche Versicherungen auch unter Namen wie ‚Selbstständigkeitserklärung‘ oder ‚Ehrenwörtliche Erklärung‘. Einige Ratgeberseiten im Internet behaupten, in diesen Fällen seien bei Verstoß keine rechtlichen Konsequenzen zu fürchten. Das stimmt so nicht! Das Thema ist juristisch komplex und die Bewertung im Einzelfall abhängig vom Urheberrecht, dem Hochschulgesetz des jeweiligen Bundeslandes, der Hochschul- und Prüfungsordnung Deiner Uni und anderen Faktoren. Wenn Dir ein Plagiat vorgeworfen und auf die ehrenwörtliche Erklärung verwiesen wird, drohen auch hier Strafen! Nimm die Situation nicht auf die leichte Schulter und lass Dich auf jeden Fall juristisch beraten.