Tipps für das berufsbegleitende Studium

Ein Master wär schon super, aber Du weißt nicht so recht, ob Du neben der Arbeit noch mal studieren sollst? Wir haben Tipps sowie Pros und Contras für Dich.
Studium neben dem Beruf: Eine Frau vergräbt ihren Kopf zwischen Aktenordnern.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In vielen Branchen bietet ein zusätzlicher Studienabschluss bessere Aufstiegs- und Gehaltschancen. Das gilt allerdings nicht für alle Tätigkeiten.
  • Ein berufsbegleitendes Studium kostet Zeit, Geld und Mühe. Du solltest Dir daher vorher genau überlegen, ob Du bereit bist, eine Zeit lang auf einen Großteil Deiner Freizeit zu verzichten.
  • Mittlerweile gibt es viele unterschiedliche Modelle für Berufstätige wie das Fern-, Abend- oder Präsenzstudium.
  • Wer erfolgreich nebenberuflich studieren möchte, sollte auf die Unterstützung seiner Familie und seiner Freunde setzen und sich mit Kommilitonen vernetzen.

Berufsbegleitend studieren: Die Königsklasse der Weiterbildung

Die Kollegen gehen am Freitagabend zusammen in die Kneipe – und Du musst zum Statistik-Seminar? Wer neben dem Beruf studiert, kennt solche Situationen oder muss sich daran gewöhnen. Allein an Wochenenden und Feierabenden einen Bachelor oder Master zu machen, verlangt große Disziplin und den Verzicht auf einige private Freuden. Hältst Du jedoch Dein Abschlusszeugnis in den Händen, kannst Du ganz besonders stolz auf Dich sein! Hier geben wir Dir hilfreiche Tipps, wie das Studium neben dem Job zum Erfolg wird.

Was man sich vom Studium neben dem Beruf versprechen kann

Akademiker verdienen im Schnitt mehr als Kollegen mit einer Berufsausbildung. Und wenn Du Dich als Facharbeiter noch mit einem zusätzlichen Studienabschluss aus der Masse Deiner Kollegen – oder Mitbewerber um einen neuen Job – herausheben kannst, ist es natürlich umso besser! Kein Wunder also, dass immer mehr Berufstätige neben der Arbeit noch Vorlesungen besuchen und Fachliteratur wälzen. Zukünftige Arbeitgeber sehen übrigens nichts Anrüchiges darin, wenn eine Bewerberin oder ein Bewerber „nur“ nebenher studiert hat. Im Gegenteil: Die meisten Personaler wissen, wie anstrengend es ist, berufsbegleitend zu studieren. Diese Leistung zeugt von großem Arbeitswillen, Belastbarkeit und einem guten Organisationstalent.

Studieren neben der Arbeit: Chancen und Risiken

Chancen Risiken
  • ermöglicht Dir, stärker eigenverantwortlich zu arbeiten
  • bessere Aufstiegs- und Gehaltschancen
  • größeres Ansehen bei Vorgesetzten und Kollegen
  • persönliche Weiterentwicklung
  • weniger Freizeit
  • Gefahr, Dich zu verzetteln
  • finanzielle Kosten
  • kann für Deine Familie belastend sein

Voraussetzungen für das berufsbegleitende Studium

Wenn Du neben der Arbeit noch studieren möchtest, müssen einige persönliche Voraussetzungen erfüllt sein. Zum Beispiel solltest Du Dir Deine Zeit gut einteilen können und wissen, dass Du Vorhaben selbst dann diszipliniert in die Tat umsetzt, wenn am Wochenende die beste Freundin gerne einen Kaffee mit Dir trinken möchte. Daneben gibt es aber natürlich auch einige formale Bedingungen:

  • Grundsätzlich brauchst Du die Hochschulreife, also Abitur oder Fachabitur.
  • Bei vielen Angeboten, die als berufsbegleitendes Studium angelegt sind, musst Du bereits eine bestimmte Zeit lang eine Tätigkeit ausgeübt haben, die inhaltlich mit dem Studienfach zusammenhängt.
  • Oft gelten darüber hinaus spezielle Eingangsvoraussetzungen: Vor allem in wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen wie dem MBA (Master of Business Administration) wird zuweilen ein bestimmter Mindestwert im GMAT (Graduate Management Admission Test) verlangt, einem speziellen Eignungstest für das Wirtschaftsstudium. Manche Studienangebote erfordern auch den Nachweis ausreichender Englischkenntnisse wie etwa per TOEFL-Test (Test of English as a Foreign Language). Bei stark nachgefragten Studiengängen kann zudem ein eigener Aufnahmetest oder ein persönliches Auswahlgespräch erfolgen.
  • Für die Zulassung zu einem Masterstudiengang brauchst Du in der Regel ein erfolgreich absolviertes Erststudium, also mindestens einen Bachelorabschluss. In einigen Bundesländern gibt es aber mittlerweile Ausnahmen zu dieser Regel: Hier können eine mehrjährige Berufserfahrung gepaart mit einem Eignungstest den Bachelor ersetzen. Natürlich musst Du trotzdem durch Abitur oder Fachabitur Deine Hochschulreife nachweisen.

Eine schwere Entscheidung: Lohnt sich das Studium neben dem Beruf?

Früh aufstehen und abends nach der Acht-Stunden-Schicht noch büffeln? Das Wort „Plackerei“ beschreibt das berufsbegleitende Studieren ganz gut. Doch es sprechen gute Gründe für die akademische Weiterbildung: Experten sprechen etwa schon von einer „Verwissenschaftlichung“ der Arbeitswelt. Wer aktuelles Fachwissen sowie theoretische und methodische Kenntnisse vorweisen kann, ist bei Bewerbungen im Vorteil. Auch wenn Dein erstes Studium schon viele Jahre oder sogar einige Jahrzehnte zurückliegt, kann es sinnvoll sein, Dein Know-how aufzufrischen und dadurch Deinen Lernwillen zu demonstrieren. Nicht zuletzt dürften bessere Aufstiegschancen und ein höheres Gehalt schlagkräftige Argumente sein. Das gilt besonders, wenn Du Quereinsteiger bist und Dich für Deinen gewählten Beruf auch auf dem Papier besser qualifizieren möchtest. Bedenke aber, dass es von Deiner Branche abhängt, ob sich ein Studium finanziell wirklich rechnet: Im Handwerk oder in sozialen Berufen sind berufliche Weiterbildungen oft genauso anerkannt wie ein Zusatzstudium und können ebenfalls neue Perspektiven eröffnen.

Niedrige Durchfallquoten

Du bist zu dem Entschluss gekommen bist, dass Du ein berufsbegleitendes Studium aufnehmen möchtest, zweifelst aber noch daran, ob Du es wirklich schaffst? Zum Glück zeigen Statistiken, dass in Studiengängen, die von vorneherein berufsbegleitend angelegt sind, die Durchfallquote meist sehr niedrig ist. Gerade private Hochschulen, die sich auf Berufstätige spezialisiert haben, führen Dich zielgerichtet an das Studieren heran. Manchmal gibt es sogar einen persönlichen Studienbetreuer, der Dich bei Schwierigkeiten berät. Nicht zuletzt stellen auch die hohen Kosten einen zusätzlichen Anreiz dar, nicht vorschnell aufzugeben.

Wer nebenberuflich studieren will, hat 3 Optionen

Ob Wirtschaft, Informatik oder soziale Arbeit: Berufsbegleitende Studiengänge gibt es mittlerweile in vielen Branchen. Dabei ist grundsätzlich zwischen Fernstudium, Abendstudium oder Präsenzstudium zu unterscheiden. Jedes dieser Modelle hat seine Vor- und Nachteile:

1. Das Fernstudium

Der Klassiker für das berufsbegleitende Studium ist wohl das Fernstudium. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Hochschule muss nicht bei Dir um die Ecke sein und die Studieninhalte werden größtenteils online oder schriftlich bereitgestellt. Daher kannst Du im Prinzip lernen, wann und wo Du möchtest. Das ist beispielsweise für Menschen ideal, die im Schichtdienst arbeiten. Der Austausch mit anderen Studierenden erfolgt meist über Online-Lerngruppen und andere elektronische Kanäle. Komplett aus der Ferne kann allerdings kein Studium absolviert werden: Zumindest für schriftliche Abschlussprüfungen ist Deine Anwesenheit erforderlich, oft auch für einzelne Module zwischendurch. Um Wege und Anfahrtskosten zu sparen, kann es daher trotz Fernstudium sinnvoll sein, wenn die Hochschule nicht zu weit von Deinem Wohnort entfernt liegt oder wenn Du am Ort der Hochschule eine Übernachtungsmöglichkeit hast.

2. Das Abendstudium

Vor allem private Hochschulen bieten Studiengänge für Berufstätige an, deren Vorlesungen und Seminare werktags nach 18 Uhr und zum Teil auch am Wochenende stattfinden. Bei großen Anbietern hat man dabei manchmal die Wahl, ob man dieselben Veranstaltungen unter der Woche verteilt oder an Freitagen und Samstagen besuchen möchte. Der große Vorteil dieser Studienmethode liegt im persönlichen Kontakt zu Dozenten und Kommilitonen. Dieser erleichtert es Dir, Nachfragen zu stellen und bei Schwierigkeiten Hilfe zu suchen.

3. Das Präsenzstudium

Unter einem Präsenzstudium versteht man oft das „traditionelle“ Vollzeitstudium an einer Universität oder Fachhochschule. Speziell beim berufsbegleitenden Studieren meint der Begriff mittlerweile aber auch eine Mischung aus Fernstudium und Veranstaltungen mit persönlicher Anwesenheit, die meist am Wochenende stattfinden. Diese Art des Studierens soll die Vorteile von Fern- und Präsenzstudium vereinen. Allerdings können die Präsenzveranstaltungen insbesondere dann zusätzlichen Organisationsaufwand bedeuten, wenn Deine persönlichen Lebensumstände eher für ein Fernstudium sprechen.

Berufsbegleitende Studienformen im Überblick

Vorteile Nachteile
Fernstudium
  • Du bist zeitlich und örtlich flexibel
  • Du bestimmst Dein eigenes Lerntempo
  • Du erhältst fertiges Lernmaterial und musst keine Mitschriften anfertigen
  • Du brauchst große Selbstdisziplin
  • Du hast kaum persönliche Kontakte zu Kommilitonen
  • Du kannst keine direkten Rückfragen an die Dozenten stellen
Abendstudium
  • feste Termine erleichtern Dir einen regelmäßigen Lernrhythmus
  • Du hast persönlichen Austausch mit Kommilitonen
  • Du kennst Deine Dozenten und kannst direktes Feedback einholen
  • die Veranstaltungen finden zu festgelegten Zeiten statt (teilweise mit Auswahlmöglichkeiten)
  • Du hast unter der Woche oft keinen Feierabend mehr
  • der Ablauf des Studiums ist meist stark vorgegeben
Präsenzstudium
  • Du bist zumindest teilweise zeitlich und örtlich flexibel
  • Du hast persönlichen Austausch mit Kommilitonen
  • Du kennst einige Deiner Dozenten und kannst Fragen in Präsenzphasen direkt klären
  • die Präsenz-Veranstaltungen finden zu festgelegten Zeiten statt
  • Anreise und ggf. Übernachtung kosten Dich Zeit und Geld
  • Der Ablauf des Studiums ist stärker vorgegeben als beim reinen Fernstudium

Einfach reinschnuppern!

Kann ich mit den Studienunterlagen etwas anfangen? Liegt mir das selbstbestimmte Lernen? Und ist der Psychologie-Bachelor überhaupt das, was ich machen möchte? Wenn Du ein berufsbegleitendes Studium beginnen möchtest, schwirren Dir wahrscheinlich viele Fragen im Kopf herum. Zum Glück bieten vor allem viele Fernhochschulen „Schnupperkurse“ an: Damit kannst Du das Teilzeit-Studentenleben einige Wochen lang ausprobieren und hast anschließend einen besseren Eindruck davon, was auf Dich zukommt.

Die größten Hürden beim nebenberuflichen Studieren

Gute Vorbereitung ist oft die halbe Miete. Das gilt insbesondere dafür, mögliche Probleme und Erschwernisse vorauszusehen und Dir bereits im Vorfeld zu überlegen, wie Du sie umgehen kannst – oder damit Du Dich zumindest mental darauf einstellen kannst. Die folgenden Punkte sollten Dich nicht überraschen, wenn Du ein Studium neben dem Beruf beginnst:

Berufsbegleitend studieren ist anstrengend

Wenn viele „hauptberufliche“ Studenten noch im Bett liegen, beginnst Du Deinen Arbeitstag. Schlafmangel, Stress mit Kollegen in der Firma oder einfach der Frust darüber, dass Du an Deinem Hochzeitstag ein wichtiges Seminar besuchen musst: Das alles kann Dir in den Knochen stecken, wenn Du abends oder am Wochenende in der Vorlesung oder vor Deinem Webinar sitzt. Die Doppelbelastung von Job und Studium solltest Du keinesfalls unterschätzen – wer neben dem Beruf studiert, muss vollen Einsatz bringen.

Ein Studium neben dem Beruf ist teuer

Die genauen Kosten hängen von so vielen Faktoren ab, dass leider keine allgemeine Schätzung möglich ist. Den Löwenanteil stellen aber in jedem Fall die Studiengebühren. Bei Studiengängen mit Präsenzzeiten kommen dann noch die Reise- und Übernachtungskosten dazu, sofern Du nicht in der Nähe der Hochschule wohnst. Fachbücher und Kopien schlagen ebenfalls zu Buche; außerdem kommen bei den meisten Angeboten noch zusätzliche Gebühren etwa für die Abschlussprüfungen auf Dich zu. Einige Programme sehen sogar Auslandsaufenthalte vor. Diese stellen zwar eine tolle Möglichkeit dar, Deinen Horizont zu erweitern, verschlingen aber natürlich ebenfalls eine Menge Geld.

Streng genommen zählt es auch zu den Kosten eines berufsbegleitenden Studiums, wenn Du vorübergehend Deine Arbeitszeit reduzierst, um mit der Doppelbelastung besser klarzukommen. Wer Glück hat oder geschickt verhandelt, der kann sich bei den Kosten von seinem Chef unter die Arme greifen lassen:

Den Arbeitgeber mitfinanzieren lassen?

Wenn Du planst, neben dem Beruf einen kompletten Bachelor oder Master zu absolvieren, solltest Du in jedem Fall vorher mit Deinen Vorgesetzten darüber reden. Du bist zwar nicht dazu verpflichtet, den Arbeitgeber über das Studium zu informieren, doch ohne Unterstützung der Firma geht es meist nicht. Dein Chef kann Dir für die Zeit des Studiums weniger umfangreiche Projekte zuteilen, Dir gestatten, die Arbeitszeit zu reduzieren, oder sogar Sonderurlaub für Präsenzzeiten oder die Prüfungsphase gewähren. Ein für viele Berufstätige besonders attraktive Form der Unterstützung besteht darin, dass die Firma sich an den Kosten des berufsbegleitenden Studierens beteiligt. Tatsächlich ist dieses Modell gar nicht so selten.

Mach Deinen Vorgesetzten nicht nur klar, warum dieses Studium für Dich genau das Richtige ist, sondern auch, wie das Unternehmen von Deinen neuen Kenntnissen profitieren wird. Manchmal sind Chefs eher bereit, das Studium neben der Arbeit teilweise oder gar komplett zu finanzieren, wenn Du Dich im Gegenzug dazu verpflichtest, nach Deinem Abschluss noch eine bestimmte Zeit lang im Unternehmen zu bleiben (zum Beispiel zwei oder drei Jahre). So hat die Firma dann auch sicher etwas von Deinem gesteigerten Know-how. Bei einigen Modellen ist die Kofinanzierung zum Beispiel davon abhängig, ob das berufsbegleitende Studium schnell und erfolgreich absolviert wird.

Wer’s richtig angeht, spart Steuern

Berufliche Weiterbildungen kann man als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Wie so oft im Steuerrecht lauern aber auch hier Fallstricke: Ein vom Arbeitgeber finanziertes Studium könnte das Finanzamt im ungünstigsten Fall als geldwerten Vorteil einstufen, den Du entsprechend versteuern musst. Damit das nicht passiert, achte auf folgende Punkte:

  • Für die Anerkennung als Fortbildungsmaßnahme muss Dein Chef plausibel machen können, dass Dein Studium vor allem dem Unternehmen nützt: Zum Beispiel, weil Du anschließend vielfältigere und schwierigere Arbeiten im Betrieb ausüben kannst.
  • Deshalb ist es meist hilfreich, wenn es einen deutlichen inhaltlichen Bezug zwischen Deinen Tätigkeiten in der Firma und dem angestrebten Studium gibt.
  • Selbst wenn Du den Zuschuss vom Arbeitgeber versteuern musst, kannst Du Deinen Teil der Ausgaben oft noch als Werbungskosten von der Steuer absetzen.
  • Wenn es in Deiner Firma keinen Experten für diese Art von Maßnahmen gibt, lass Dich am besten steuerlich beraten, bevor Du anfängst, nebenberuflich zu studieren.

Berufsbegleitend studieren mit Stipendium oder Stiftungsförderung?

Wenn sich Dein Arbeitgeber nicht an den Ausgaben für Dein nebenberufliches Studium beteiligen möchte, kommen noch andere Möglichkeiten in Betracht, damit Du nicht auf allen Kosten sitzen bleiben musst:

Gibt es Stipendien für berufstätige Studenten?

Auch wenn es für Arbeitnehmer, die neben dem Beruf studieren wollen, nicht so viele Stipendien gibt wie für Vollzeit-Studierende: Es lohnt sich, die Augen offen zu halten. Das Deutschlandstipendium etwa fördert Studierende, die besondere Leistungen erbringen, mit 300 Euro im Monat. Daneben gibt es etwa vom Bundesministerium für Bildung und Forschung noch das Aufstiegsstipendium, das motivierte Berufstätige beim Erststudium unterstützt, sowie das Weiterbildungsstipendium, das talentierten Fachkräften unter 25 Jahren verschiedene Formen der Weiterbildung finanziert.

Außerdem gibt es einige Stiftungen, die es sich zum Ziel gemacht, Menschen in ihrer beruflichen Weiterbildung zu unterstützen. Oft ist diese Hilfe an Bedingungen wie ein niedriges Einkommen, besondere Begabung oder Aufstiegswillen geknüpft.

So startest Du erfolgreich ins berufsbegleitende Studium

Du bist allen Schwierigkeiten zum Trotz fest entschlossen, neben Deinem Job noch einen Bachelor oder Master zu machen? Dann gratulieren wir Dir zu der Entscheidung und wünschen Dir viel Erfolg! Damit der Start in die neue Lebensphase nicht zu holprig wird, solltest Du folgende Tipps beherzigen:

Klare und realistische Ziele setzen

Na logisch: Du wirst jeden Tag nach der Arbeit noch zwei Stunden lernen und jeden Samstag in die Bibliothek gehen… oder nicht? Überschätze nicht, wie viel Du neben Deinem Beruf noch leisten kannst! Pausen und Freizeit müssen weiterhin zum Leben dazugehören, sonst ist Dein Plan höchstwahrscheinlich zum Scheitern verurteilt. Und: Rechne damit, dass Du für alles etwas länger brauchen wirst, als Du eigentlich vermutest! Dieses universale Phänomen ist in der Psychologie als „planning fallacy“ (Planungsfehlschluss) bekannt. Beim Studium neben dem Beruf ist es besonders gut, darauf Rücksicht zu nehmen.

Unterstützung vom Umfeld sichern

Kann Oma nicht am Wochenende mit den Kindern in den Zoo gehen? Und wie wär’s, wenn Deine beste Freundin etwas zu Essen mitbringt, wenn sie Dich besuchen kommt? Wenn Du berufsbegleitend studierst, wirst Du das Gefühl haben, dass Dir für viele alltägliche Dinge keine Zeit mehr bleibt. Bereite Deine Familie und Deine Freunde daher am besten auf die neue Situation vor und erkläre ihnen klar und deutlich, warum Du für eine Weile schlechter erreichbar sein wirst, als sie es von Dir gewohnt sind. Mach dabei deutlich, dass es sich nur um eine Phase handelt und Du ihre Unterstützung genau jetzt gut gebrauchen kannst. Wenn Du einen Partner und Kinder hast, sollten alle hinter Deinem Vorhaben stehen.

Kosten im Blick haben und gut planen

Liste unbedingt vor Beginn des berufsbegleitenden Studiums einmal alle Kosten auf, die auf Dich zukommen – und zwar nicht nur für Studiengebühren und Reisen, sondern auch für vermeintlich eher zu vernachlässigende Posten wie Literaturbeschaffung, Kopien und anderes. Wenn Du schon mit erfahreneren Kommilitonen Kontakt hast, frage sie danach, mit welchen Ausgaben sie kalkulieren. Prüfe von Zeit zu Zeit, ob Deine Berechnung mit der Realität übereinstimmt, damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen.

Klare Trennung zwischen Beruf, Studium und Freizeit schaffen

Deine Chefin unterstützt Dich vielleicht gern beim Studieren neben der Arbeit, aber wann immer Du in der Firma bist, kann sie mit Recht von Dir erwarten, trotzdem weiterhin vollen Einsatz zu zeigen. Komm daher gar nicht erst in Versuchung, im Büro einen Gang runter zu schalten oder Dich sogar am Firmenschreibtisch auf eine Vorlesung vorzubereiten. Eine klare Trennung Deiner Lebensbereiche hilft Dir, Deinen Alltag zu strukturieren und Deine Ziele zu erreichen.

Doppelbelastung nicht unterschätzen - Auszeiten gönnen

Nimm Dir ab und zu bewusst frei vom Lernen und mach etwas Schönes. Das ist deutlich erholsamer, als wenn Dir auf dem Sofa über dem Lehrbuch irgendwann von selbst die Augen zufallen. Versuche es zum Ausgleich mit Sport oder mit Achtsamkeitsübungen. Mit einem Studium neben dem Beruf bist Du einer verstärkten Belastung ausgesetzt und solltest daher auch etwas mehr auf Dich Acht geben und Dir öfter mal zur Belohnung etwas gönnen.

Absolute No-Gos, wenn Du nebenberuflich studieren willst

  • Naiv an die Sache herangehen: Kosten, Zeitaufwand und psychische Belastung eines berufsbegleitenden Studiums sind leicht zu unterschätzen. Überlege Dir vorher genau, worauf Du Dich einlässt.
  • Heimlich studieren: Na klar, ganz für Dich behalten kannst Du es ohnehin nicht, wenn Du neben dem Beruf studierst. Aber manche machen den Fehler, es herunterzuspielen. Besser ist es, wenn Du offensiv darüber sprichst: mit Deinen Freunden und Deiner Familie ebenso wie mit Deinem Arbeitgeber. Nur so können sie Dich unterstützen.
  • Abkürzungen nehmen: Es ist verlockend, Module nur zu überfliegen und Tutorials, vermeintlich „dröge“ Einführungsveranstaltungen und Grundlagentexte links liegen zu lassen. Tu das nicht, Du wirst die meisten Informationen noch brauchen.
  • Den Eigenbrötler geben: Vernetze Dich unbedingt mit Deinen Kommilitonen. Per Schwarmintelligenz lassen sich viele Fragen klären. Kontaktiere Deine Dozenten, wenn Du ein Problem hast oder nicht weiterkommst.
  • Sich übernehmen: Achte auf Deine körperliche Gesundheit und Dein seelisches Gleichgewicht. Schaff Dir Zeiten ohne Arbeit und Lerndruck. Das ist auf lange Sicht besser, als das ganze Studium auf halber Strecke hinzuschmeißen.