Zweitwohnsitz als Student: Musst Du dafür zahlen?

Grundriss einer Wohnung auf einem Blatt Papier. Auf dem Papier liegen eine Geldbörse und einige Geldstücke.

Kurz & knapp: Was Du als Student zum Thema „Zweitwohnsitz“ wissen musst

  • Die Höhe der Zweitwohnsitzsteuer variiert von Stadt zu Stadt.
  • Es gibt Möglichkeiten, Dich von der Zweitwohnungssteuer zu befreien.
  • Auch wenn Du kostenlos wohnst, kann eine Zweitwohnsitzsteuer für Dich als Studenten fällig werden.

Zweitwohnungssteuer – was genau ist das eigentlich?

Die Zweitwohnsitzsteuer ist eine kommunale Aufwandsteuer. Du zahlst sie dafür, dass Du neben Deiner Hauptwohnung noch eine weitere Unterkunft unterhältst. Das gilt auch für Studenten. Die Höhe der Zweitwohnsitzsteuer ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich und liegt zwischen 5 und 20 Prozent Deiner Jahresnettokaltmiete. In manchen Kommunen entfällt die Zweitwohnsitzsteuer auch komplett. Der Hintergrund der Steuer liegt darin begründet, dass Du die Infrastruktur Deines Zweitwohnsitzes nutzt, jedoch im Normalfall Deine Steuer an Deinem Erstwohnsitz entrichtest. Dein Zweitwohnsitz geht also erst einmal leer aus. Da diese Steuer jedoch weder das Einkommen noch den sozialen Status einer Person berücksichtigt, steht sie stark in der Kritik. Denn natürlich macht es einen Unterschied, ob Du beispielsweise als Pendler auf einen Zweitwohnsitz angewiesen bist oder Dir den Luxus einer Ferienwohnung gönnst, weil Du es Dir leisten kannst.

Zweitwohnungssteuer auch für Studenten? Leider ja!

Obwohl Studenten zu den Geringverdienern zählen, werden auch sie zur Kasse gebeten und müssen die Zweitwohnsitzsteuer zahlen. Einige Städte, die bei Studenten besonders beliebt sind, haben die Zweitwohnungssteuer für Studenten erheblich erhöht oder haben Erhöhungen bereits festgelegt. In Berlin beispielsweise sollen ab 1. Januar 2019 satte 15 statt ehemals 5 Prozent fällig werden. Manche Städte haben diese Steuer sogar extra für Studenten eingeführt. Doch es gibt auch Beispiele wie Marburg, in denen Städte die Steuer abgeschafft haben.

Hauptwohnsitz und Nebenwohnsitz – was ist was?

Der Hauptwohnsitz ist der Wohnsitz, in dem Du Dich überwiegend aufhältst. Dabei ist es nicht relevant, wo Du gemeldet bist – das kann auch an Deinem Zweitwohnsitz sein. Die Zweitwohnung hingegen ist die Wohnung, in der Du nur vorübergehend wohnst.

Ein Zweitwohnsitz als Student: Wo musst Du Dich anmelden?

Wenn Du an Deinem Studienort angekommen bist, solltest Du Dir überlegen, ob dieser Dein Haupt- oder Dein Zweitwohnsitz ist. Wenn Du zum Beispiel so gut wie jedes Wochenende und in den Semesterferien nach Hause zu Deinen Eltern fährst, kann Deine Studentenwohnung Dein Zweitwohnsitz sein. Andernfalls gilt sie als Erstwohnsitz und wird dementsprechend besteuert. In diesem Fall brauchst Du Dich am vorherigen Wohnort nicht abmelden, denn das regeln die Ämter dann intern.

Wie hoch ist die Zweitwohnsitzsteuer? Die fünf größten Unistädte im Vergleich.

Standort der Universität Höhe der Zweitwohnsitzsteuer (Anteil der Jahresnettokaltmiete in %)
Berlin 5
München 9
Hamburg 8
Köln 10
Frankfurt/ Main 0

Zweitwohnungssteuer umgehen – wie kann das klappen?

Natürlich ist es für Dich als Studenten eine erhebliche zusätzliche Belastung, eine Zweitwohnsitzsteuer zahlen zu müssen. Um Dir das zu ersparen, gibt es ein paar Tricks, wie Du die Zweitwohnungssteuer doch noch umgehen kannst. Prüfe, ob einer Deiner beiden Wohnsitze keine Steuer erhebt und wähle dementsprechend Erst- und Zweitwohnsitz. Deine Wahl musst Du allerdings plausibel beim Finanzamt begründen können. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass Du Dir einen Studienort aussuchst, der keine Zweitwohnsitzsteuer erhebt. Das ist natürlich nicht unbedingt praktisch und auch gar nicht immer möglich. Als Drittes hast Du die Möglichkeit, Dich gegen den Steuerbescheid per Anwalt zur Wehr zu setzen. Die Aussicht auf Erfolg vor Gericht erscheint aber eher gering, da eben auch Studenten zur Kasse gebeten werden. Anders sieht es übrigens aus, wenn Du bereits verheiratet bist oder in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft lebst und sich die gemeinsame Wohnung an einem anderen Ort befindet: Dann seid ihr nämlich von der Zweitwohnungsteuer befreit.

Wer hat einen Nutzen von der Zweitwohnungssteuer?

Auch wenn die Zweitwohnungssteuer Dir bitter aufstößt und Du sie nicht umgehen kannst, so gibt es ebenso die andere Seite, die von dieser Steuer einen Nutzen hat: Die Kommunen bekommen dadurch Geld in ihre Kassen, mit dem sie ihre Infrastruktur laufend verbessern können. Und immerhin nutzt Du diese ja auch an Deinem Studienort. Die Steuer soll außerdem insbesondere Studenten dazu bewegen, ihren Hauptwohnsitz in der jeweiligen Unistadt anzumelden, weil das der Kommune noch mehr Geld einbringt. Zudem hast auch Du als Student die Möglichkeit, in diesem Fall die Steuer abzusetzen und durch Deinen Zweitwohnsitz indirekt Geld zu verdienen: Viele Kommunen verteilen ein Begrüßungsgeld an die neuen Erstis, wenn diese ihren Hauptwohnsitz an ihrem Studienort anmelden. Dadurch kannst Du bei Deiner Steuererklärung Werbungskosten absetzen.

Jetzt gilt es für Dich: Informieren, rechnen und dann an- bzw. ummelden, damit Du an Deinem Zweitwohnsitz oder auch in Deiner Erstwohnung als Student glücklich wirst.