Lehrjahre sind keine Herrenjahre – so können Studenten sparen

Ob Stipendium oder Bafög, die Finanzierungsmöglichkeiten eines Studiums decken den täglichen Bedarf oft nur knapp ab. Große Anschaffungen oder teure Ferienreisen sind da häufig nicht möglich und auch die anfallenden Kosten für Lehrbücher können den Rahmen hier schon sprengen. Manchmal müssen Teilstipendien miteinander kombiniert werden oder zusätzlich ist ein Nebenjob nötig, insbesondere, wenn im Laufe des Studiums ein Auslandssemester absolviert werden soll, was meist eine kostspielige Angelegenheit ist, für die frühzeitig Geld zurückgelegt werden muss. Zunächst sollten die generellen Möglichkeiten zur Studienfinanzierung ausgeschöpft werden. Mehr dazu hier.

Für Schüler, Studierende und Auszubildende bieten sich in mehreren Bereichen des täglichen Lebens Einsparmöglichkeiten, die den Geldbeutel ordentlich entlasten können, insbesondere, wenn sie kombiniert werden. Im Wesentlichen sind das die Bereiche:

  • Wohnen
  • Strom und Heizung
  • Lehrmittel
  • Lebensmittel
  • Transport
  • Kleidung und Möbel

Günstige Wohnformen nutzen

Bei der Unterkunft lässt sich am deutlichsten Geld sparen; Wohnformen für Schüler, Studierende und Auszubildende gibt es viele.

Während eine eigene Wohnung häufig recht teuer im Unterhalt ist, liegen die Vorzüge einer WG klar auf der Hand. Gemeinsame größere Räume wie Küche und Badezimmer kombiniert mit der Privatsphäre eines eigenen Zimmers. Die Kosten für die Wohnung werden je nach genutztem Quadratmeter geteilt oder zu gleichen Teilen unter allen Mitbewohnern. Nicht selten nutzen Studierende die Möglichkeit, mit mehreren Leuten ein kleines Haus anzumieten.

Abgesehen von den rechtlichen Aspekten gilt es natürlich, die allgemeinen Kosten der Wohnung zu überblicken. Zunächst lohnt sich ein Blick auf den jeweiligen Mietspiegel der Stadt.

Die Preise fallen je nach Beliebtheit der Studienstandorte sehr unterschiedlich aus.

Wer kann, wohnt am besten während der Studien- oder Ausbildungszeit noch bei den Eltern. So müssen weder neue Möbel angeschafft noch Miete gezahlt werden. Natürlich bietet sich diese Möglichkeit nicht jedem, denn oft muss für das Studium oder die Ausbildung in eine andere Stadt gezogen werden, wenn nicht sogar in ein anderes Bundesland.

Immer mehr Senioren wohnen nach dem lange zurückliegenden Auszug ihrer Kinder auf einem für sie viel zu großem Wohnraum. Wenn gesundheitliche Probleme hinzukommen, ist es für sie dann oft schwer, alle Zimmer zu pflegen und eventuell auch noch den Garten. Deshalb wird das Modell „Wohnen gegen Mithilfe“ immer beliebter. Hierbei vergeben nicht nur Senioren ein oder mehrere Zimmer ihrer Wohnung gegen eine vorher vereinbarte Mithilfe, beispielsweise im Haushalt, bei der Gartenpflege oder ähnlichem.

Auf den Energieverbrauch achten

An Nebenkosten lässt sich einiges einsparen. Beim Strom funktioniert das schon mit den klassischen Tipps.

  • Geräte nicht in den Standby schicken, sondern ausschalten
  • Licht ausmachen in Räumen, in denen niemand ist
  • Geräte ausschalten, wenn sie nicht genutzt werden
  • Großgeräte mit hoher Energieeffizienzklasse nutzen
  • Beim Kochen den Topfdeckel benutzen
  • Wasser mit dem Wasserkocher aufkochen
  • Bei niedrigen Temperaturen waschen

Die Preise der verschiedenen Anbieter sollten regelmäßig miteinander verglichen werden, sodass bei Bedarf auf einen günstigeren umgestiegen werden kann.

Auch Heizkosten lassen sich durch ein wenig Umsicht gut einsparen. Zweimal am Tag sollte ein Stoßlüften durchgeführt werden, also Lüften mit komplett geöffneten Fenstern für fünf bis zehn Minuten. Hierbei sollten die Heizkörper abgeschaltet werden, sonst heizen sie unnötig hoch, um die plötzliche Kälte auszugleichen. Wer die Heizung an hat, sollte auf gekippte Fenster verzichten; hier geht unnötig viel Wärme verloren.

Gebrauchte Bücher sind deutlich günstiger

Zum Semesteranfang fallen in vielen Bundesländern nicht nur Semesterbeiträge oder Studiengebühren an, für die neuen Veranstaltungen müssen oftmals teure Lehrbücher angeschafft werden. Hier lohnt sich ein Blick auf die Kopierkosten der Universität. Oftmals nutzen Dozenten und Professoren nur einige Kapitel der jeweiligen Bücher, sodass es sich anbietet, die entsprechenden Kapitel aus Exemplaren der Universitäts-Bibliothek zu kopieren, anstatt das Lehrbuch anzuschaffen.

Wer dennoch eigene Bücher anschaffen möchte, sucht am besten bei einschlägigen Plattformen nach gebrauchten Ausgaben. Oft wird zum Semesterbeginn in Universitäten auch ein Bücherflohmarkt veranstaltet oder am schwarzen Brett bieten Mitstudierende ihre Bücher an, wenn sie sie nicht mehr benötigen.

Bewusstes Einkaufen spart Geld

Privathaushalte werfen im Vergleich zu Industrie und Großverbrauchern prozentual die meisten Lebensmittel weg, wie diese Studie angibt. Dabei sind die meisten Nahrungsmittel durchaus noch genießbar. Wer beim Lebensmitteleinkauf sparen möchte, sollte in erster Linie niemals hungrig einkaufen gehen. Wer hungrig ist, neigt zu Spontankäufen oder kauft weitaus größere Mengen, als er eigentlich benötigt. Als Resultat verdirbt das Essen teilweise, bevor es verzehrt werden kann. Diese unnötigen Ausgaben können vermieden werden. Auch ein Blick in die aktuellen Werbeblätter kann sich lohnen, wenn gerade passende Angebote laufen.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, den Einkauf bar zu bezahlen. Wer greifbares Geld aus der Hand gibt, hat ein deutlich besseres Gespür für die Summen, die ausgegeben werden.

Vor dem Einkauf sollte eine Liste angefertigt werden. So werden Spontanausgaben und doppelte Einkäufe vermieden. Zudem lohnt es sich, im Vorfeld darüber nachzudenken, was die nächsten Tage gegessen werden soll. Beim Obst und Gemüse bieten sich Saisonwaren an.

Günstig reisen

Ob die tägliche Fahrt zur Universität oder eine längere Strecke über die Ferien zu den Eltern; Transportkosten schießen schnell in die Höhe. Ein eigenes Auto bietet sich für die meisten Studierenden nicht unbedingt an, da sie oft in Gegenden mit gutem öffentlichen Verkehrsnetz leben und die Unterhaltskosten eines Autos schnell höher sind als die Fahrkosten mit Bus oder Bahn. Wer häufig längere Strecken mit dem Zug fahren muss, sollte überlegen, eine Bahncard anzuschaffen. Für Studierende gibt es diese vergünstigt und je nach Strecke lohnt sich der Kauf schon für eine einzige Fahrt.

Studierende, die neben ihrem Studium noch Einkommen über dem Freibetrag erzielen, können die Fahrtkosten zur Universität oder zur Arbeitsstelle von der Steuer absetzen. Alternativ bietet es sich an, Mitfahrgelegenheiten zu nutzen und für kurze Strecken innerhalb der Stadt auf Fahrräder umzusteigen.

Gebrauchtes weitergeben

Auf verschiedenen Portalen können Kleidungsstücke privat weiterverkauft oder –verschenkt werden. Die meiste Kleidung, die hier gefunden werden kann, ist noch in einem neuwertigen Zustand. Zudem kann mit dem Verkauf von eigenen Kleidungsstücken noch ein wenig Geld verdient werden.

Über soziale Netzwerke bilden sich häufig auch lokale Tauschgruppen. Diese müssen nicht auf Kleidung beschränkt sein, auch Haushaltsgeräte oder Möbel werden hier häufig für einen kleinen Preis oder sogar umsonst abgegeben. Insbesondere wer gerade in die erste eigene Wohnung zieht, wird hier für viele Anschaffungen fündig, die für eine Erstausstattung nötig sind. Oft veranstalten die Studierendenvertretungen der jeweiligen Universitäten auch Börsen, bei denen beispielsweise gebrauchtes Geschirr erworben werden kann. Am schwarzen Brett werden ebenfalls oft gebrauchte Dinge angeboten, etwa, wenn Studierende ihr Studium beendet haben und nun ihre Wohnung aufgeben.