BAföG-Verdienstgrenze: Finanzielle und berufliche Beschränkung

Ab Herbst 2016 erhöht sich der BAföG-Höchstsatz auf 735 €

Viele Studenten beziehen während des Studiums BAföG. Abhängig vom Gehalt der Eltern und vom eigenen Einkommen kann die Zahlung bis zu 670 € betragen. Einer unserer Berichte zum Thema Studenten-BAföG informiert ausführlich darüber, was BAföG ist, wer es wann bekommt und welche finanziellen Rahmendaten gelten. Allerdings beziehen nur wenige tatsächlich den Höchstsatz, viele Studenten müssen zusätzlich arbeiten gehen. Welche Fallstricke sich für Studenten aus der herrschenden Rechtslage ergeben, zeigt dieser Beitrag.

Gesetzliche Höchstbeträge beachten

Um sich mit dem Zuverdienst aus dem Nebenjob nicht selbst zu schaden, sollten sich Studenten an die Verdienstgrenzen halten. Innerhalb des Bewilligungszeitraums dürfen momentan jährlich 4.880 € brutto dazu verdient werden. Für Zeiträume ab dem 1. August beziehungsweise 1. Oktober 2016 wird dieser Satz auf 5.400 € im Jahr erhöht. Das sind umgerechnet 450 € im Monat. Es ist dabei unwichtig, ob die 5.400 € im Zuge einer mehrwöchigen Tätigkeit in den Semesterferien oder über das Jahr verteilt erarbeitet werden.

Ab Herbst nächsten Jahres kann es dann monatlich für Studenten maximal 735 € Unterstützung vom Staat geben. Darüber werden sich viele freuen, denn etwa jeder vierte Student bezieht derzeit BAföG. Grundsätzlich sind Vollzeitstudenten unter 30 Jahren förderbar.

Stillstand bei der BAföG-Regelung seit 2010

Die Erhöhung der Verdienstgrenze wurde seit langem gefordert. Zwar stieg die Förderung 2010 um fünf Prozent, gleichzeitig wurden aber weitere Erhöhungen ausgeschlossen. Tatsächlich hat sich die gesetzliche Definition von geringfügiger Beschäftigung, den sogenannten Minijobs, verändert. Das wirkt besonders abstrus: Denn während die Definition von geringfügiger Beschäftigung (Minijob) unlängst auf 450 € erhöht wurde, beharrte das BAföG-Amt bisher auf einem Maximalbetrag von 400 € monatlichem Zuverdienst.

Ein zu hoher Nebenverdienst verringerte bislang die BAföG-Förderung, wie eine Rechnung verdeutlicht. Auch durch das Beziehen von Stipendien kann der BAföG-Satz verringert werden. Immerhin gibt es gute Nachrichten für das nächste Jahr: 2016 soll die Verdienstgrenze nun endlich auf 450 € angehoben werden, was die Kombination von Einnahmen aus BAföG und Nebenjob besser ermöglicht. Dadurch wird es für Studenten wieder einfacher, sich mehr auf ihr Studium zu konzentrieren. Und das Studieren sollte bei Studenten ohnehin im Vordergrund stehen, nicht das Jobben. Wer zum Beispiel mehr als 20 Stunden die Woche arbeitet, bei dem geht das BAföG-Amt grundsätzlich davon aus, dass mehr gearbeitet als studiert wird. In der Folge verfällt der Anspruch auf den staatlichen Zuschuss.

Warum eine Erhöhung der Verdienstgrenze ein Muss ist

Das Studentenleben ist in den letzten Jahren immer teurer geworden. Das hat mehrere Gründe:

  • steigende Mieten in Großstädten,
  • Konkurrenzkampf um bezahlbaren Wohnraum,
  • allgemein steigende Lebenshaltungskosten,
  • anwachsende Mensa-Preise.

Aufgrund der genannten Punkte hätte die Verdienstgrenze angepasst werden müssen. Da dies aber seit 2010 nicht geschehen ist, sahen sich viele Studenten aus wirtschaftlichen Gründen dazu gezwungen, neben dem Studium zu arbeiten.

Werkstudentenstellen – Gut für die Praxis, schlecht für den Geldbeutel

Aber nicht nur aus finanziellen, sondern auch aus beruflichen Gründen ist es für Studenten notwendig, Berufserfahrung zum Beispiel durch eine Werkstudentenstelle zu sammeln. Ohne praktische Erfahrungen ist ein Einstieg in die Berufswelt nach dem abgeschlossenen Studium äußerst schwierig. Die Konkurrenz um begehrte Arbeitsplätze ist groß, überzeugen kann nur, wer bereits über erste Erfahrungen verfügt. Diese können beispielsweise in Praktika gesammelt werden, häufig bieten sich aber auch Werkstudentenstellen dafür an. Dort sind Studenten insgesamt zeitlich flexibler, können gleichzeitig Geld verdienen und echte Berufsluft schnuppern. Da dort der Verdienst meist viel höher ausfällt als 400 € im Monat, ist die Anzahl der maximal möglichen Arbeitsstunden deutlich eingeschränkt. Oftmals werden für 450 € überhaupt keine studentischen Stellen angeboten. Das Problem liegt auf der Hand: Beträge über der Freigrenze müssen ans BAföG-Amt zurückgezahlt werden. Studenten müssen sich also am Ende des Tages entscheiden, ob sie am Existenzminimum leben oder quasi umsonst arbeiten wollen.