Auslandssemester in den USA: Uniwahl, Organisation und Finanzierung

Wie Du Dein Auslandssemester in den USA an Deiner Wunschuni organisierst, welche Kosten auf Dich zukommen und wie Du diese finanzierst, erfährst Du hier.
Du solltest Dich rechtzeitig um ein Auslandssemester in den USA kümmern

Mit einem Auslandssemester in den USA kannst Du nicht nur Dein Englisch verbessern, sondern vor allem auch in Deinem Lebenslauf punkten. Wer später in einem internationalen Unternehmen arbeiten möchte, hat nach einem Auslandssemester in den USA sehr gute Chancen. Die Organisation Deines USA-Aufenthaltes ist dabei am einfachsten, wenn Du an einer Partneruni Deiner Hochschule studierst oder an einem offiziellen Austauschprogramm teilnimmst. Außerdem gibt es eine Vielzahl an Stipendien, mit denen Du Dein Auslandssemester in den USA finanzieren kannst. In puncto Planung und Finanzierung gilt allerdings: Rechtzeitig kümmern! Hier findest Du alle wichtigen Infos rund um das Thema "Auslandssemester USA".

Organisation des USA-Auslandssemesters

Der einfachste Weg zu Deinem Auslandssemester in den USA führt über eine Partnerhochschule oder ein Austauschprogramm. Um herauszufinden, ob Deine Uni Kontakte zu Partnerhochschulen in den USA hat, kannst Du Dich an das Akademische Auslandsamt wenden. Der Vorteil derartiger Programme und Partnerunis: Hier läuft ein Großteil der Organisation über Deine deutsche Hochschule. Außerdem hilft Dir das Akademische Auslandsamt beim kompletten Bewerbungsprozess. Wer sein USA-Auslandssemester an einer anderen als den Partner-Unis verbringen will, kann sich als "Free Mover" selbständig bei der Uni seiner Wahl bewerben. Deine Bewerbung richtest Du direkt an die jeweilige Hochschule. Bei Fragen kannst Du Dich aber natürlich ebenfalls an das Akademische Auslandsamt oder das International Office Deiner Gastuni wenden. Zur standardmäßigen Bewerbung gehören sowohl für Free Mover als auch für Studierende an Partnerunis folgende Dokumente:
  • vollständig ausgefülltes Bewerbungsformular
  • englisches Motivationsschreiben
  • Empfehlungsschreiben von zwei Professoren (auf Englisch)
  • Notenspiegel
  • Ergebnisse eines anerkannten Sprachtests (z.B. TOEFL)
  • ggf. Kopie des Reisepasses
  • ggf. Nachweis der Finanzierung (Stipendienzusage, Bankauskunft o.ä.)
Je nach Programm und Uni können weitere Unterlagen gefordert werden. Unser Tipp: Informiere Dich rechtzeitig, was alles benötigt wird, um Deine Bewerbung fristgerecht einreichen zu können – mindestens ein Jahr vorher! Die Zusage für Dein Auslandssemester in den USA liegt in der Regel drei bis vier Monate vor Studienbeginn vor. Mit dieser Zusage musst Du Dich zu guter Letzt noch um Dein USA-Studentenvisum (meist F-1) kümmern. Hierfür benötigst Du folgende Dokumente:
  • gültiger Reisepass
  • Invitation Letter der Gasthochschule in den USA, in der Regel ein "I-20"-Formular
  • ein digitales Foto für die Online Bewerbung (DS-160 Formular)
  • ausgefülltes und unterzeichnetes Antragsformular
  • Zahlungsbeleg über die Überweisung der Antragsgebühr (derzeit ca. 144 €)
  • SEVIS I-901 Zahlungsbeleg (ca. 180 €)
  • Nachweis der Absicht, die USA nach Studienaufenthalt wieder zu verlassen (z. B. durch Rückflugticket oder Immatrikulationsbescheinigung der deutschen Hochschule, Wohnsitz im Heimatland o. ä.

Sobald Du alle notwendigen Dokumente beisammen hast, folgen die Abgabe des Antrags und das Bewerbungsgespräch bei einer amerikanischen Botschaft in Deiner Nähe. Der gesamte Prozess dauert ca. zwei Monate.

Kosten eines Auslandssemesters in den USA

Die meisten Kosten für Dein Auslandssemester in den USA – neben Studiengebühren und Kosten für Unterrichtsmaterialien – entstehen durch Flug, Unterkunft und Verpflegung. Für Deinen eigenen Kostenplan solltest Du folgende Kostenblöcke im Blick behalten:

Hierfür entstehen Dir Kosten Kosten
Flüge
  • Flüge Ostküste: ca. 500 €
  • Flüge Westküste: > 750 €
  • Preise abhängig von Haupt- bzw. Nebensaison, exaktem Termin und Non-Stop-Flug bzw. Gabel-Flug
Visumgebühren
  • ca. 144 €
  • SEVIS-Gebühr von ca. 180 €
Gesamtkosten (einmalig)
  • 800 € - 1200 € (abhängig von Flugsaison und Zielort)
Unterkunft
  • Hostel: ca. 700-1600 € pro Monat (26-53 € pro Nacht)
  • WG-Zimmer: ca. 440 € pro Monat
  • Gastfamilie: häufig kostenlos, dafür Mithilfe im Haushalt erwartet
Essen und Trinken
  • Auswärtsessen: ca. 600 € pro Monat (20 € pro Tag)
  • Selbstversorgung Supermarkt: ca. 300 € pro Monat (10 € pro Tag)
Freizeit
  • ca. 50 – 130 € pro Monat
Auslandskrankenversicherung
  • ca. 1 € pro Reisetag = ca. 30 € pro Monat
  • je nach Anbieter sehr unterschiedlich!
Gesamtkosten (monatlich)
  • mind. 380 € - 820 € (je nachdem, ob Du kostenlos in einer Gastfamilie oder in einem WG-Zimmer wohnst)

Unser Tipp: Um Deine Kosten so gering wie möglich zu halten, solltest Du rechtzeitig mit der Flugsuche beginnen! Außerdem lohnt es sich, ehemalige Austauschstudierende nach Möglichkeiten zum Geld sparen im Ausland, z.B. den günstigsten Wohn- und Verpflegungsmöglichkeiten vor Ort, zu fragen.

Finanzierung eines Auslandsstudiums in Amerika

Die Studiengebühren in den USA fallen um einiges höher aus als in Deutschland. Je nachdem, ob Du an einer privaten oder staatlichen, an einer renommierten oder eher unbekannten Hochschule studierst, schwanken die Gebühren zwischen 1.000-15.000 € pro Semester. Zusätzlich erheben manche Unis für die Bewerbung oder Bearbeitung der Kurswahl Verwaltungsgebühren. Hinzu kommen Kosten für Bücher und Unterrichtsmaterialien. Dafür musst Du noch einmal mehrere Hundert Dollar pro Semester einplanen. Allerdings gibt es für Dein Auslandssemester in den USA auch eine Vielzahl möglicher Förderungen. Wer mit einem Partnerprogramm in die USA geht, zahlt ohnehin meist keine Studiengebühren und bekommt häufig weitere finanzielle Unterstützung. Ein klassisches Auslandsstipendium wird über in Deutschland ansässige Organisationen sowie direkt über die Hochschulen vor Ort angeboten. In der Datenbank von myStipendium findest Du für Dein Auslandssemester jede Menge weitere attraktive Möglichkeiten für ein Stipendium für die USA. Achtung: Du solltest auf jeden Fall frühzeitig mit der Suche starten, denn viele Stipendien haben nur einen begrenzten Bewerbungszeitraum. Alternativ kannst Du Dich natürlich auch um AuslandsBAföG bemühen oder in der USA einen Nebenjob annehmen, um die Finanzierung Deines Auslandssemesters zu sichern. Wer z. B. in einer Bar als Kellner arbeitet, kommt nicht nur leichter mit den Einheimischen in Kontakt, sondern kann auch ganz nebenbei noch zusätzlich seine Sprachkenntnisse verbessern.

Uni-Wahl in den USA

Ebenfalls ein wichtiger Aspekt bei der Planung Deines Auslandssemesters ist die Wahl der richtigen Gasthochschule. Hier solltest Du natürlich in erster Linie nach Deinem Studiengang gehen und Dich informieren, wo dieser angeboten und welche Uni dafür besonders bekannt ist. Zusätzlich kannst Du aber auch nach geografischen Vorlieben wählen. Drei US-Bundesstaaten stechen in puncto Attraktivität besonders heraus:
  • Das beste Urlaubsflair in Kombination mit renommierten Top-Unis findest Du im Sonnenstaat Kalifornien mit seinen schillernden Metropolen LA und San Francisco, tollen Stränden am Pazifik und einer langen Liste attraktiver Nationalparks. Die akademisch stärkste Hochschule ist dabei das California Institute of Technology – eine kleine private Forschungseinrichtung im Bereich Natur- und Ingenieurswissenschaften. Doch auch die übrigen kalifornischen Unis punkten mit einem hohen akademischen Niveau, vergleichsweise niedrigen Studiengebühren und einer tollen Campus-Atmosphäre.
  • Der Bundesstaat Massachusetts ist eines der besten Bildungszentren der USA. Hier befinden sich absolute Weltklasse-Unis wie Harvard University, das MIT Massachusetts Institute of Technology – eine der besten Adressen für Mathematik, Naturwissenschaften und technische Studiengänge – das Boston College und die Northeastern University.
  • Ebenfalls eine gute Wahl für Dein Auslandssemester in den USA: New York City. Die New York University (NYU) ist mit ca. 55.000 Studenten die größte private Universität der kompletten USA und besonders bekannt für ihre wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten sowie für Jura, Medizin, Informatik, Mathematik, Philosophie, Politikwissenschaften und Neurowissenschaften. Außerdem bietet Dir New York City als pulsierende Metropole Großstadtleben pur, Internationalität und jede Menge Freizeitspaß. Insbesondere Studenten der Wirtschaftswissenschaften können hier durch die große Nähe zur Wall Street schnell Kontakte in die amerikanische Geschäftswelt knüpfen.

Visum für USA-Studenten

Wer ein Auslandssemester an einer amerikanischen Universität oder Hochschule absolvieren möchte, der benötigt das so genannte F-Visum. Dieses Visum ist auch für Sprachkurse, die über drei Monate andauern, erforderlich. Der Antrag sollte ca. 6 bis 8 Wochen vor der Einreise gestellt werden.

Um das F-Visum beantragen zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehört die erfolgreiche Einschreibung an einer staatlich anerkannten amerikanischen Hochschule/Universität, die durch die Immatrikulationsbescheinigung nachgewiesen wird. Mit der Immatrikulationsbescheinigung wird auch das Formular I-20 ausgehändigt, das für das Visum ebenfalls erforderlich ist. Weiterhin ist der Nachweis zu erbringen, dass ausreichende finanzielle Mittel für den Studienaufenthalt in den USA vorhanden sind, die Studiengebühren, Lebenshaltungskosten sowie die Kosten für ein Rückflugticket abdecken. Für die Ausstellung des Visums wird die so genannte SEVIS-Gebühr in Höhe von 100 US-Dollar erhoben. Diese ist bereits vor Antragstellung online zu begleichen und die Zahlungsbestätigung vorzulegen.

Der Antrag für das F-Visum kann bei den amerikanischen Botschaften in Deutschland gestellt werden. Der Antragsteller erhält einen Termin zu einem persönlichen Gespräch, zu dem alle benötigten Unterlagen mitzubringen sind. Welche diese im Einzelnen sind, erfahren Studierende über die Botschaften.

Das F-Visum wird für die Dauer des Studienaufenthaltes ausgestellt, wobei Studierende bis maximal 60 Tage nach Beendigung ihrer Studienzeit in den USA bleiben können. Eine Verlängerung des Visums ist möglich.

Bargeldversorgung

Die Bargeldversorgung sowie die Zahlung von Miete und anderen Lebenshaltungskosten in den USA ist ein Thema, über das sich Studenten ausreichend informieren sollten und zwar so früh als möglich. Hier finden sich verschiedene Optionen, die nach Kosten, Aufwand und Nutzen abzuwägen sind.

Ein Auslandssemester beträgt zwischen 3 und 12 Monaten, daher lohnt es sich in der Regel nicht, ein Konto bei einer amerikanischen Bank zu eröffnen, wobei das vom Prinzip her natürlich möglich ist. Bei deutschen Studenten stehen online geführte deutsche Konten bei Banken, die auch in den USA Filialen besitzen, sowie Kreditkarten im Vordergrund. Auch Direktbanken, die mit Partnerbanken in den USA zusammenarbeiten, ermöglichen oftmals kostenlose Bargeldabhebungen mit der Girokarte an den Geldautomaten in Amerika.

Kreditkarten wie Mastercard oder Visa bieten sich ebenfalls für die Bargeldversorgung in den USA an, wobei jedoch auf Gebühren für Auslandsabhebungen an Geldautomaten sowie Kosten für die bargeldlose Zahlung zu achten ist. Auch Jahresgebühren für die Kreditkarte schlagen sich in der Kostenrechnung nieder. Wer clever vergleicht findet jedoch kostenlose Kreditkarten ohne Auslandseinsatzgebühr, die kostenlose Auslandsabhebungen ermöglichen, wie diese Übersicht zeigt.

Prepaid-Kreditkarten sind für Studenten leicht erhältlich, da sie bonitätsunabhängig vergeben werden. Diese Kreditkarten werden bei Bedarf mit Guthaben vom Girokonto aufgeladen und können wie jede andere Kreditkarte auch flexibel eingesetzt werden.

Versicherungen

Das Auslandssemester will gut versichert sein. Hier steht die Auslandskrankenversicherung an erster Stelle. Zum Thema Auslandskrankenversicherung Studenten haben wir noch einen extra Artikel für Dich vorbereitet. Die private Auslandskrankenversicherung deckt Behandlungskosten, die im Ausland fällig werden, ab und kommt auch für weitere Leistungen auf, wenn diese vertraglicher Bestandteil der Auslandskrankenversicherung sind. Das können z.B. Chefarztbehandlungen oder aber der medizinisch notwendige Rücktransport nach Deutschland sein. Auch die Prämie, die vom Versicherten zu zahlen ist, richtet sich nach dem Leistungsumfang der Auslandskrankenversicherung. Studenten können diese unverzichtbare Versicherung sowohl bei gesetzlichen Krankenkassen mit entsprechenden Wahltarifen, als auch bei Versicherungsgesellschaften oder beim ADAC abschließen.

Daneben finden sich weitere Versicherungen, mit denen Studenten auf Nummer sicher gehen und sich somit auch beruhigter auf den Weg in die Staaten machen können. Zu nennen sind hier:

  • Reiserücktrittsversicherung
  • Reiseabbruchversicherung
  • Flugstornokosten-Versicherung
  • Reisegepäckversicherung
  • Haftpflichtversicherung
  • Unfallversicherung

Im Einzelfall ist immer abzuwägen, welche dieser Versicherungen sinnvoll sind. Wer bereits in Deutschland eine Haftpflicht- oder Unfallversicherung besitzt, ist meistens auch im Ausland abgesichert. Eine kurze Nachfrage beim Versicherer schafft Gewissheit und spart die Kosten einer zusätzlichen Versicherung.

Stipendien und weitere Infos für Dein Auslandssemester:

Geldgeschenke:

Leistungen kostenlos:

Sparmöglichkeiten: