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Studienfinanzierung

Als Student Geld verdienen: Die Optionen

Du willst als Student selbst Geld verdienen? Dann hast Du mehrere Möglichkeiten. Wir erklären, welche das sind und was Du bei der Jobwahl beachten solltest.
Eine junge Frau bedient eine Siebträger-Kaffeemaschine.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Als Student bist Du meist als Minijobber oder Werkstudent angestellt.
  • Du darfst als Student während des Semesters max. 20 Stunden wöchentlich arbeiten.
  • Ein Student kann gutes Geld verdienen, muss dabei aber auf gesetzliche Grenzen achten, sonst drohen Probleme mit BAföG und Krankenversicherung.

Jobben als Student: Womit Geld verdienen?

Es gibt scheinbar unendliche Möglichkeiten, wie ein Student Geld verdienen kann: Kellnern, Nachhilfe, Callcenter und, und, und... Allerdings sollte die Uni an erster Stelle stehen und die wenige Zeit, die zum Arbeiten übrig bleibt, muss schlau eingesetzt werden. Nach welchen Kriterien Du Deinen Nebenjob aussuchst, hängt natürlich auch immer von Deiner individuellen Situation ab, aber folgende Faktoren solltest Du im Hinterkopf haben:

  • Zukunft: Hat der Job etwas mit Deinem Studium bzw. Deinem Berufswunsch zu tun? Kannst Du wichtige Kontakte knüpfen? Und macht sich die Tätigkeit gut im Lebenslauf? Um als Student Geld zu verdienen, musst Du nicht per se Jobs für Ungelernte machen. Als Werkstudent kannst Du Wissen aus dem Studium mit einbringen, sodass je nach Fach bestimmte Nebenjobs besonders Sinn machen – z.B. Nachhilfe bei Lehramt oder Marktforschung bei BWL.
  • Verdienst: Du hast nur wenig Zeit, in der Du arbeiten kannst? Deine Eltern können Dich nicht oder kaum unterstützen? Dann dürfte für Dich vor allem die Höhe des Gehaltes unabhängig von der Tätigkeit ein entscheidender Faktor bei der Job-Wahl sein. Beim Kellnern kann das Trinkgeld durchaus den niedrigen Stundenlohn ausgleichen und aufbessern, an der Supermarktkasse ist es zwar stressig aber oft auch gut bezahlt.
  • Flexibilität: Dein Stundenplan ist ein Flickenteppich und lässt keinen vollen Arbeitstag zu? Dann entscheidet die zeitliche Flexibilität eines möglichen Jobs darüber, ob Du ihn überhaupt machen kannst. Wenn Du immer nur ein paar Stunden am Stück arbeiten kannst, bieten sich besonders Nachhilfe-Jobs oder Promotion-Tätigkeiten (zum Beispiel auf Fachmessen) an, die Du einschieben kannst.

Status Student: Geld verdienen ja, aber nicht zu viel!

Arbeiten während des Studiums ist super für den Kontostand, das Selbstbewusstsein und die Zukunft, aber das gilt nur dann, wenn Du nicht Deinen Status als Student gefährdest. Generell musst Du Dir merken, dass Du dafür während des Semesters nur maximal 20 Stunden wöchentlich arbeiten darfst. In der vorlesungsfreien Zeit darf es bei einem Ferienjob auch mehr sein, aber insgesamt nicht mehr als 26 Wochen im Kalenderjahr. Daneben gelten Einkommensgrenzen, die Du beim Geldverdienen als Student unbedingt beachten musst, um bei BAföG & Co. keine Abzüge zu bekommen.

  • Krankenversicherung: Bist Du über Deine Eltern (oder Deinen Ehepartner) kostenlos über die Familienversicherung in der Krankenkasse, darfst Du bei einem regelmäßigen Nebenjob (nicht Ferienjob) monatlich maximal 425 € verdienen. Das kann bei einem klassischem Minjob auf 450 € hochgestuft werden. Liegst Du darüber, musst Du Dich selbst versichern und das natürlich auch bezahlen.
  • Einkommenssteuer: Der Steuerfreibetrag für Studenten beträgt 8.820 € im Jahr (für 2017). Willst Du als Student mehr Geld verdienen, musst Du auch Lohnsteuer zahlen, die Du evtl. zurückbekommst, wenn Du eine Steuererklärung machst.
  • BAföG: Wer BAföG bekommt, darf neben dem Studium noch weniger Geld verdienen, wenn er keine Kürzungen der Ausbildungsförderung in Kauf nehmen will. Die Grenze liegt hier bei 4.880 € im Jahr.

Geld verdienen als Student: vom Werkstudenten bis zum Freiberufler

Bei einem Nebenjob gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie Du bei Deinem Arbeitgeber angestellt bist. Kläre das auf jeden Fall im Vorfeld, denn für verschiedene Beschäftigungsarten gibt es verschiedene Regeln, Besonderheiten sowie Vor- und Nachteile.

Als Werkstudent für später lernen

Wahrscheinlich hast Du die Bezeichnung Werkstudent schon mal in Stellenausschreibungen oder bei Kommilitonen aufgeschnappt. Wer so als Student sein Geld verdienen kann, gilt als Glückspilz. Der Grund: Als Werkstudent bist Du bei einem Unternehmen nicht nur Aushilfskraft, sondern wegen Deiner Kenntnisse in Deinem Studienfach angestellt. Beispiel: Ein Maschinenbau-Student kann Geld verdienen, indem er ein Unternehmen als Werkstudent in der Geräteentwicklung unterstützt. Arbeitsrechtlich gilt das Werkstudentenprivileg. Dein Arbeitgeber zahlt für eine Werkstudentenstelle keine Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Von der Rentenversicherung bist Du jedoch nur dann befreit, wenn Du nicht regelmäßig über 450 € verdienst. Aber das Wichtigste: Zum ersten Mal kannst Du mit Deinen Studieninhalten Geld verdienen. Als Student hast Du vermutlich ohnehin den Lebenslauf im Hinterkopf und da macht sich ein Job als Werkstudent schon mal gut. Außerdem knüpfst Du wertvolle Kontakte, die Dir eventuell beim Berufseinstieg helfen können.

Mit dem Minijob konstant neben dem Studium Geld verdienen

Es hat zwar seinen Reiz, Geld zu verdienen und als Student gleich noch etwas für den Lebenslauf zu tun, aber das soll nicht heißen, dass Du fachfremde Jobs grundsätzlich ignorieren solltest. In erster Linie geht es schließlich darum, als Student Geld zu verdienen und so über die Runden zu kommen. Warum also nicht auch einen Minijob in Betracht ziehen? Die Minijobs gibt es zum großen Teil im Einzelhandel und in der Dienstleistungsbranche. Das hat vermutlich zwar nichts mit Deinem Studium zu tun, bringt aber gutes Geld ein – meist über dem gesetzlichen Mindestlohn. Klassiker sind die Aushilfe als Kassierer/in im Supermarkt, der/die Telefonist/in im Callcenter oder das Jobben als Kellner/in. Praktischerweise werden hier Aushilfen für die Abendstunden oder Nacht gesucht, wenn die Stammbelegschaft Feierabend hat. Studenten können diese Minijobs in der Regel über viele Jahre machen, wenn sie es denn möchten, und haben so ein planbares, langfristiges Einkommen. Minijobber haben auch Anspruch auf bezahlte Urlaubstage, die sich danach richten, wie viele Tage in der Woche sie im Einsatz sind.

Was unterscheidet Mini- und Midijob?

Du kannst nicht nur mit dem Minijob als Student nebenbei Geld verdienen, auch ein Midijob kommt in Frage. Der Unterschied? Beim Minijob, auch 450-Euro-Job oder geringfügige Beschäftigung genannt, musst Du keine Steuern zahlen, wenn Du monatlich nicht mehr als 450 € verdienst. Ein Minijob ist rentenversicherungspflichtig, aber man kann sich zum Teil davon befreien lassen. Beim Midijob verdienst Du monatlich mehr als 450 € aber weniger als 850 €. Bleibst Du innerhalb dieser Grenzen, musst Du zwar Steuern zahlen, bekommst Sie aber am Jahresende mit der Lohnsteuererklärung zurück, wenn Dein Gesamteinkommen unter dem Steuerfreibetrag (8.820 € in 2017) liegt. Abgaben für die Rentenversicherung fallen vermindert an.

Für Spontane: Als Aushilfe und Ferienjobber einspringen

Fehlt Dir die Zeit um regelmäßig neben dem Studium Geld zu verdienen oder sind Deine Semester einfach nicht planbar? Dann kannst Du Deinen Kontostand immer noch mit kurzfristigen Einsätzen aufbessern. Dafür solltest Du regelmäßig Aushänge an der Uni sowie Anzeigen in Lokalzeitungen und Jobbörsen checken, denn dort gibt es zeitlich begrenzte Aushilfsstellen wie bspw. auf Weihnachts- oder Wochenmärkten, bei der Promotion oder eben auch mal einen klassischen Ferienjob. Ein kurzfristiger Einsatz während des Semesters kann als Minijob angemeldet sein. Wichtig ist hier wie immer, dass Du nicht mehr als 20 Stunden wöchentlich arbeitest. Ein reiner Ferienjob ist eine kurzfristige Vollbeschäftigung. Um Deinen Studenten-Status nicht zu gefährden, darf er nur in der vorlesungsfreien Zeit stattfinden, muss zeitlich begrenzt sein und darf nicht mehr als fünfzig Arbeitstage dauern. Du musst Lohnsteuer zahlen, bekommst sie aber mit der Steuererklärung zurück, wenn Du in dem Jahr insgesamt unterm Steuerfreibetrag geblieben bist. Wir geben Dir auch gerne Tipps für Deine Ferienjob-Bewerbung!

Selbständig und Student: Geld verdienen mit dem eigenen Business

Dienstpläne und Vorgesetzte sind nicht für jeden etwas. Wenn Du Dein eigener Chef sein willst, kannst Du so auch schon als Student Geld verdienen. Das muss jetzt nicht gleich die Wahnsinns-Geschäftsidee sein, die ins millionenschwere Startup mündet. Oft bietet sich ein Zusammenhang mit Deinem Studium an, so gibt es z.B. Germanistik-Studenten, die nebenbei als freie Journalisten arbeiten oder Informatik-Studenten, die auf eigene Rechnung Websites optimieren. Wichtig ist bei der Selbständigkeit, dass Du Dich vor Aufnahme genau über alle Regeln informierst:

  1. Checke, ob Du ein Gewerbe anmelden musst oder als Freiberufler arbeiten kannst.
  2. Schätze Deine wahrscheinlichen Einkünfte ab. Davon hängt ab, ob Du Umsatzsteuer veranschlagen musst oder nur Kleinunternehmer bist.
  3. Kläre mit der Krankenkasse, ob sie Deine selbständige Tätigkeit als haupt- oder nebenberuflich ansieht, um Deine Versicherungsart ggf. anzupassen.