Skype-Interview: Tipps und Regeln

Bewerberin mit Headset vor Laptop beim Videotelefonat.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Immer mehr Unternehmen treffen mittels Skype-Interview unter Bewerbern eine Vorauswahl.
  • Auch wenn das Gespräch in vertrauter Umgebung stattfindet: Nimm es nicht auf die leichte Schulter und verhalte Dich professionell.
  • Auf ein Vorstellungsgespräch per Skype bereitest Du Dich inhaltlich genauso vor wie auf ein Vorstellungsgespräch im Unternehmen.
  • Du erhöhst Deine Chancen, wenn Du Dich außerdem optisch gut in Szene setzt und Deine Technik reibungslos funktioniert. Trotzdem solltest Du Dich für etwaige Pannen wappnen.

Die Vorteile eines Skype-Interview

Ein Vorstellungsgespräch am heimischen Schreibtisch – das klingt komisch, ist aber im Internet-Zeitalter längst Realität. Immer mehr Firmen nutzen Videotelefonie, um unter Bewerbern eine Vorauswahl zu treffen. Das spart Zeit und Reisekosten. In der Regel verabredet sich der Personaler mit Dir zu einem Vorstellungsgespräch über Skype. Das dauert dann oft gerade einmal 30 Minuten.

Oberste Regel im Skype-Vorstellungsgespräch: Nimm das Interview ernst!

Die vertraute Umgebung senkt das Stresslevel erheblich. Doch Achtung: Auch wenn Personaler gern davon reden, dass Bewerber authentisch sein sollen, solltest Du nicht nachlässig werden.

Tipps für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch via Skype

Wie jedes erfolgreiche Interview beginnt auch das Bewerbungsgespräch über Skype mit einer professionellen Einstellung. Wenn Du das Ganze unterschätzt, bist Du schnell draußen. Hast Du dagegen die Technik im Griff, gehst motiviert an die Sache heran und eliminierst potenzielle Störfaktoren, dann steigt Deine Chance. Dein Vorteil: Du kannst das ganze Setting so einrichten, dass Du optimal rüberkommst. Hier unsere Checkliste.

Skype-Profil checken

Dein Skype-Name lautet „babe85“ oder „womanizer80“? Damit sammelst Du im Job-Interview direkt Minuspunkte. Lege Dir einen seriösen Namen zu oder eröffne ein separates Profil für Skype-Interviews. Auch Dein Profilbild verdient einen Extra-Blick: Idealerweise ist es Dein Bewerbungsfoto, aber auf jeden Fall sollte es nicht durchgeknallt wirken. Übrigens lesen Personaler auch das Feld „Über mich“ sehr gern.

Technik überprüfen

Ist Deine Internetverbindung stabil? Liefert die Webcam scharfe Bilder? Bist Du über Dein Headset gut zu verstehen? Bitte Mitbewohner oder Familienmitglieder, während des Gespräches auf das WLAN zu verzichten, damit Du die volle Bandbreite nutzen kannst oder verbinde Laptop und Router mit einem Netzwerkkabel. Überprüfe die Lautstärke von Mikrofon und Lautsprecher. Starte Deinen Rechner rechtzeitig, falls er erst noch Updates laden und dann erneut hochfahren muss.

Passenden Ort auswählen

Du kannst das Gespräch von Deinem Schreibtisch aus führen, sofern dieser aufgeräumt ist. Hast Du in Deiner WG ein Durchgangszimmer und würde ständig jemand durchs Bild laufen, solltest Du einen möglichst ruhigen Platz wählen. Öffentliche Cafés und Co. sind keine geeigneten Orte.

Hintergrund gestalten

Prima, dass Du Fan von Star Wars bist. Das Poster mit den Klonkriegern sollte im Interview via Skype trotzdem nicht im Bild erscheinen. Tabu sind auch herumliegende Klamotten, leere Flaschen und Dein Bett. Nimmst Du Dein Bücherregal als Hintergrund, dann checke, welche Buchtitel zu sehen sind.

Lichtquellen anordnen

Kaum eine Webcam kommt mit Gegenlicht klar, sitze also nicht mit dem Rücken zum Fenster. Leuchte Dich aber auch nicht von vorn an, das macht Dich unnötig blass. Am besten ist Tageslicht von der Seite. Musst Du künstliche Lichtquellen einsetzen, stelle sicher, dass Du keinen Schatten im Gesicht oder Reflexionen in den Brillengläsern hast.

Professionelle Kleidung

Dass Du Dich nicht im T-Shirt vor den Laptop setzt, sollte klar sein. Faustregel: Trage Kleidung, die Du auch für das persönliche Vorstellungsgespräch vor Ort auswählen würdest: Business-Outfit in der Beraterfirma, etwas legerer im Start-up.

Abstand zur Kamera halten

An der Kamera zu kleben, sieht unvorteilhaft aus. Der beste Abstand liegt bei einem Meter. Positioniere die Kamera auf Augenhöhe, damit Dein Gegenüber nicht das Gefühl hat, Du würdest zu ihm hoch- oder auf ihn herabschauen.

Ablenkung vermeiden

Schließe das Fenster, damit weder Hundegebell noch Verkehrslärm ins Zimmer dringen. Stelle auch Wecker, Handy und Fernseher ab und schließe alle Computerprogramme, die Du nicht brauchst. Mitbewohner, Partner und Familienmitglieder informierst Du vorab, dass Du ein Skype-Interview hast.

Auf die Körpersprache achten

Rutsche nicht immer tiefer in Deinen Stuhl, sondern halte die Körperspannung und sitze aufrecht. Denk dran: Dein Gegenüber kann Dich im Bewerbungsgespräch über Skype sehen! Wie Du selbst aussiehst, kannst Du ab und zu im Kontrollfenster auf dem Display überprüfen.

Augenkontakt herstellen: Die Kamera ansehen!

Blickst Du auf den Bildschirm, sieht der Gesprächspartner womöglich nur Deine Augenlider und Deine Stirn. Er könnte dann denken, Du bist abgelenkt. Achte darauf, dass Du in die Kamera schaust.

Spickzettel erlaubt

Auch wenn Du glaubst, bestens vorbereitet zu sein: Unter Stress ist das Gedächtnis manchmal wie leergefegt. Wenn Du Dir Deinen Lebenslauf neben den Bildschirm klebst, hast Du alle Daten im Blick. Auf der anderen Seite kannst Du Dein Anschreiben oder eine Liste Deiner wichtigsten Argumente festpinnen. Lies sie aber unauffällig ab und starre nicht permanent auf Deine Spickzettel.

Nicht herumfuchteln

Wedele beim Sprechen nicht mit den Händen herum. Aufgrund der verzögerten Übertragung wirkt das hektisch. Halte die Hände besser möglichst still oder gestikuliere nicht zu leidenschaftlich. Pass Deinen „Auftritt“ dem Medium an.

Möglichst oft lächeln

Wer lächelt, wirkt sympathisch. Schärfe Dir deshalb vor dem Gespräch ein, möglichst oft zu lächeln – selbst wenn Du total aufgeregt bist.

Notizen machen

Sich während des Skype-Interviews Notizen zu machen, ist völlig okay. Sonst rutschen Dir womöglich wichtige Termine oder Namen von Ansprechpartnern durch. Schreibe aber auf jeden Fall mit Stift und Papier. Tippgeräusche stören nämlich erheblich.

Langsam sprechen

Je schlechter die Internetverbindung, desto deutlicher solltest Du sprechen. Sonst kommen Deine Argumente nicht an oder werden missverstanden. Lass Dein Gegenüber ausreden. Falls Du selbst etwas nicht verstehst, frage nach. Nachfragen ist auch ein guter Trick, wenn Du Zeit gewinnen möchtest. Im Skype-Interview wird Dein Gegenüber Verständnis für leichte technische Probleme und Übertragungshänger haben. Er wird das nämlich vermutlich schon kennen.

Nicht schüchtern sein

Bist Du eher der zurückhaltende Typ, dann gib Dir einen Ruck: In vertrauter Umgebung sollte es Dir gelingen, mehr als sonst aus Dir herauszugehen. Nur so hinterlässt Du einen bleibenden Eindruck.

Trinken ja, essen nein

Stelle Dir ein Glas Wasser bereit, falls Du einen trockenen Mund bekommst. Musst Du von Sprudelwasser schnell aufstoßen, nimm besser stilles Wasser. Im Skype-Interview gilt genau wie im normalen Job-Interview: Essen oder Kaugummikauen sind Tabu.

Übung macht den Meister

Je öfter Du in die Situation eines Skype-Interviews kommst, desto sicherer wirst Du. Wenn Du Dich besonders akribisch vorbereiten willst, zeichnest Du ein simuliertes Gespräch mit einem Freund oder Bekannten auf und wertest es anschließend mit dem Gesprächspartner aus. Auch die Meinung unbeteiligter Personen kann wertvolle Aufschlüsse geben.

Tipps für den Notfall: Was tun bei Pannen?

Das Bild friert ein, die Kamera fällt aus oder die Verbindung bricht völlig zusammen – was nun? Wichtigster Tipp:Behalte die Nerven. Auch in dieser Situation stehst Du unter Beobachtung. Technische Probleme bringen Dich nicht zwangsläufig um Deine Chance. Im Gegenteil: Gelingt es Dir, den Notfall souverän zu meistern, hast Du bewiesen, dass Du auch unter Stress analytisch denken und Probleme lösen kannst.

Kläre am besten vorab mit Deinem Gesprächspartner, wer in solchen Fällen versucht, den Videochat neu zu starten. Sinnvoll ist es auch, zu vereinbaren, wer nach wie vielen Minuten zum Telefonhörer greift und den anderen anruft. Ist die Verbindung wiederhergestellt, dann entschuldige Dich zunächst für die Panne und frage Deinen Gesprächspartner dann, ob Ihr per Telefon weitermachen wollt oder er auf einen weiteren Versuch via Skype besteht.

Damit Du in solchen Situationen Herr der Lage bleibst, sind technische Grundkenntnisse hilfreich: So solltest Du wissen, wie Du Deine Internetverbindung überprüfen, den Router neu starten sowie Deine externe Webcam und Dein Headset erneut anschließen kannst. Übe das vorher mehrmals, damit es später reibungslos klappt. Übrigens: Keine Panik, wenn Dein Laptop anfängt, hektisch zu piepen. Wahrscheinlich ist dann nur der Akku leer und Du solltest spätestens jetzt das Netzkabel anschließen.

Die optimale Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch per Skype

Für den Inhalt des Skype-Interviews gelten grundsätzlich dieselben Regeln wie für ein klassisches Bewerbungsgespräch. Entsprechend solltest Du Dich vorbereiten.

Mache Dich schlau

Damit Dein Interesse glaubwürdig wirkt, solltest Du über das Unternehmen Bescheid wissen. Dazu gehören Gründungsjahr, Entwicklung, Mitarbeiterzahl, Jahresumsatz und Gewinn.

Stelle Deine Stärken heraus

Deinen Werdegang kennt Dein Gegenüber bereits aus Deinem Lebenslauf. Versuche im Interview, mit Deiner Persönlichkeit zu punkten. Betone positive Eigenschaften wie Sorgfalt, Teamgeist und Organisationstalent. Bietet es sich an, lässt Du bisherige berufliche Erfolge einfließen

Kenne die Eckdaten

Den Inhalt Deines Lebenslaufs und den des Anschreibens solltest Du auf jeden Fall draufhaben. Dasselbe gilt für die Details der Stellenanzeige – also Jobprofil und Anforderungen an Bewerber.

Mache Dir Deine Beweggründe bewusst

Hier geht es um Deine Motivation für diesen speziellen Job. Überlege Dir, warum Du zum Unternehmen passt und nicht umgekehrt.

Definiere Deine Gesprächsziele

Lass das Gespräch nicht auf Dich zukommen, sondern gehe mit einem klaren Ziel hinein. Du darfst auch Fragen zu Dingen wie Arbeitsinhalten oder Arbeitszeiten stellen. Warte jedoch zunächst, ob Dein Gegenüber die Punkte selbst zur Sprache bringt.

Blicke in die Zukunft

„Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“ Auch wenn der Klassiker nicht kommt, darfst Du gern über Deine längerfristigen Pläne Auskunft geben. Das hilft beiden Seiten einzuschätzen, ob sie zueinander passen.

Finde Dein Alleinstellungsmerkmal

Auf die Frage, warum das Unternehmen gerade Dich einstellen soll, solltest Du eine plausible Antwort parat haben. Dazu können neben Deinen persönlichen Stärken vor allem besondere Arbeitserfahrungen, erfolgreiche Projekte und Weiterbildungen gehören – kurz: alles, womit Du das Unternehmen voranbringen kannst!

Ruhig bleiben: Tipps bei Lampenfieber

Die vertraute Umgebung beim Skype-Interview kommt Bewerbern eher entgegen. Meldet sich vorher dennoch das Lampenfieber, hilft es, wenn Du eine Entspannungstechnik beherrscht. Das können zum Beispiel autogenes Training oder spezielle Atemübungen sein.

Gehe am Abend vor dem Interview nicht zu spät ins Bett. Um vor dem Gespräch einen klaren Kopf zu bekommen und Dich abzulenken, sind ein Spaziergang oder eine Joggingrunde ratsam. Sei aber rechtzeitig wieder zu Hause, damit Du beim Gespräch nicht abgehetzt wirkst.

Goldene Regeln für das Bewerbungsgespräch via Skype

Jedes Gespräch und jeder Interviewer sind anders und nicht immer funkt man gleich auf derselben Wellenlänge. Wenn Du jedoch ein paar grundsätzliche Hinweise befolgst, ist das meist schon die halbe Miete.

Zu Beginn einfach zuhören

In der Regel wird Dein Gegenüber zu Beginn ein paar einleitende Worte sagen. Auch wenn Du Dein Interesse zeigen und Nachfragen stellen willst: Höre zunächst zu und stelle Dich auf Stimme, Tonfall und Redeweise des Gesprächspartners ein. Ihm zuvorkommen zu wollen, wirkt unhöflich.

Genügend Zeit einplanen

Auch wenn Du weißt, wie lange das Interview dauern soll, solltest Du daran denken, dass die Gespräche oft länger dauern. Der GAU wäre es dann, wenn Du das Gespräch abbrechen müsstest, weil Du einen Arzttermin hast oder der Handwerker klingelt. Plane deshalb keine Anschlusstermine ein.

Immer Rückfragen stellen

Gegen Ende des Gespräches kommt meist der Punkt, an dem Du gefragt wirst, ob Du noch etwas von Deinem Gesprächspartner wissen willst. Darauf gibt es nur eine Antwort: Ja! Wer keine Nachfragen hat, signalisiert Desinteresse. Außerdem lässt Du Dir so die Chance entgehen, weitere Informationen über das Unternehmen und den Job zu bekommen.

Nicht gleich übers Geld reden

Auch wenn es Dich brennend interessiert: Die Frage nach Gehaltsvorstellungen, Sonderzahlungen und Altersvorsorge solltest Du Dir für ein weiteres Gespräch aufsparen. Gibt es das nicht, darfst Du natürlich fragen.

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