Bewerbung: Die Einleitung muss sitzen

Bei jeder Bewerbung ist die Einleitung der Türöffner. Nur wenn sie sitzt, weckst Du auch Interesse. Wir zeigen Dir, wie Du mit Einzigartigkeit glänzen kannst.
Eine junge Frau sitzt an einem Tisch und lächelt in die Kamera.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Im Anschreiben Deiner Bewerbung entscheidet die Einleitungs über den ersten Eindruck, den Du beim Personalchef hinterlässt.
  • Von Standardfloskeln wie „Mit großem Interesse habe ich...“ solltest Du die Finger lassen.
  • Die Kunst liegt darin, in wenigen Sätzen Deine Vorzüge und Einzigartigkeit zu kommunizieren und einen Unternehmensbezug herzustellen.
  • Je nach Bewerbungsform variieren auch die Anforderungen an einen gekonnten Einstieg.

Die Einleitung der Bewerbung optimieren

Der erste Satz im Bewerbungsanschreiben sorgt für Kopfzerbrechen, jede Menge Ratlosigkeit und wird häufig mindestens fünfzehnmal gelöscht und wieder umformuliert. Während Lebenslauf und Arbeitsproben schnell zusammengestellt sind, kann die Bewerbungseinleitung verhältnismäßig viel Zeit in Anspruch nehmen. Hier geht es ums Ganze, denn mit einem originellen Einstieg kannst Du bereits eine Menge Pluspunkte sammeln. Mit Standardfloskeln kann Deine Bewerbungsmappe hingegen direkt im Papierkorb des Personalverantwortlichen landen. Was jetzt zugegeben nach ganz schön viel Druck klingt, gelingt Dir mit Leichtigkeit, wenn Du Dich an ein paar Tipps und Tricks hältst. Die goldene Regel: Du bist einzigartig – zeige es auch.

Erfolgreiche Bewerbung: Die Einleitung als Visitenkarte

Ein knackiger Einstieg im Anschreiben ist die Chance, dem Vorstellungsgespräch einen großen Schritt näher zu kommen. Stell Dir vor, Du wärst Personalchef und würdest jeden Tag Unmengen an monotonen Bewerbungsmappen bekommen. „Hiermit bewerbe ich mich...“, schreiben da täglich schon zehn Leute und mindestens sieben von ihnen haben die Stellenanzeige natürlich „mit großem Interesse“ entdeckt. Was meinst Du: Wie oft müsstest Du die immer gleichen Standardfloskeln lesen, bis Du einschläfst? Na? Die Devise für Dein Anschreiben lautet also Herausstechen – und das selbstverständlich positiv. Du möchtest mit Deiner Bewerbung ein Unikat erstellen, mit dem Du den Personalchef überrascht und gleichzeitig sein Interesse weckst, sodass er Dich direkt näher kennenlernen möchte.

Und wie gelingt die perfekte Einleitung zur Bewerbung?

Lange Schachtelsätze rund ums Bewerbungsprozedere sind ein früher Rausschmeißer. Und mal ehrlich: wie relevant ist, wann und wo Du die Stellenanzeige gelesen hast in Relation zu Deinen Qualifikationen? Richte den Fokus lieber gleich auf Dich oder den Grund, aus dem Du genau diesen Job haben willst. Mit knackigen, kurzen Sätzen sorgst Du für einen flotten Lesefluss. Stelle Deinem Anschreiben kompakte Hauptsätze voran, die jeweils eine Kernbotschaft enthalten. Sämtliche Standardfloskeln vergisst Du am besten sofort. Die Zeiten, in denen Bewerbungen alle nach einem uniformen Schema aufgebaut waren, sind vorbei. Deshalb kannst Du Deiner Kreativität freien Lauf lassen: Je nachdem, wo Du Dich bewirbst, kannst Du lockerer und experimenteller einsteigen. Deinen Tonfall solltest Du aber stets dem Image des jeweiligen Unternehmens anpassen: Die Einleitung Deiner Bewerbung bei einem jungen Start-Up-Unternehmen darf wesentlich ausgefallener sein als der erste Satz im Bewerbungsanschreiben an die Oberfinanzdirektion.

Punkte mit Individualität: Trau Dich ruhig was

Rücke Deine Individualität in den Vordergrund. Schließlich erwartest Du, dass der Personalchef Dich unter vielen Bewerbern auswählt. Sei mutig: Wie wäre es mit einer Anekdote als Einstieg? Auch eine kleine Geschichte über Dein Verhältnis zu den Produkten oder Leistungen des Unternehmens eignet sich als Einleitung. Deine Bewerbung soll den Personalchef überraschen. Deshalb sind auch kleine Schock-Effekte erlaubt, solange sie seriös und angemessen eingesetzt werden. Das bedeutet nicht, dass Deine komplette Bewerbung einem kühnen Drahtseilakt gleichen muss: Es geht lediglich um die ersten Sätze, denen schließlich sachliche Argumente, Dein Lebenslauf und Zeugnisse folgen.

Bewerbungsanschreiben: 3 Tipps für die Einleitung

Setze Dir beim Schreiben der Bewerbung das Ziel, ein Unikat zu erschaffen. Individualität zahlt sich aus. Greif also keinesfalls auf Vorlagen aus dem Internet zurück, sondern lasse Dich lediglich von ihnen inspirieren. Dein Erfolg hängt von drei Faktoren ab: dem Überraschungseffekt, Deinem überzeugenden Auftreten und dem geweckten Interesse beim Personalverantwortlichen.

  • Überraschungseffekt: Eine kleine Anekdote oder Geschichte als Einleitung sorgt für Erstaunen beim Leser. Wenn Dir nichts in der Hinsicht einfällt, kann es kann schon ausreichen, abseits der Standardfloskeln zu formulieren, damit der Personalchef feststellt: „Oh, dieser Bewerber ist anders.“
  • Selbstbewusstsein: Sei nicht zu bescheiden! Sorge für ein selbstsicheres Auftreten. Gib an, dass Du der beste Bewerber bist und liefere die nötigen Beweise dafür.
  • Interesse wecken: Verwende kreative, emotionale Wörter. Formuliere nicht im Konjunktiv („Gern würde ich unter Beweis stellen...“, „Ich wäre eine Bereicherung...“), sondern ganz aktiv („Gern stelle ich unter Beweis...“, „Ich bin eine Bereicherung...“).

💡TIPP

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Du solltest Deine Bewerbungsunterlagen von einem professionellen Korrekturservice optimieren lassen. Denn so ein Service erhöht Deine Chancen enorm: Du wirst viel bessere und viel mehr Jobangebote erhalten. Wir empfehlen Dir den Service von Die Bewerbungsschreiber. Der Service passt Deine Bewerbungsunterlagen auch auf die jeweilige Stelle genau an. Die Seite ist mehrfacher Testsieger unter den Bewerbungsservices. Wir haben es getestet und können den Service nur empfehlen.

Drei absolute Tabus in der Bewerbungseinleitung

Viele haben in der Schule noch gelernt, mit dem klassischen „Hiermit bewerbe ich mich...“ in das Anschreiben zu starten. Der Satz ist aber genau wie Deine Schulzeit Schnee von gestern, deshalb solltest Du ihn und andere abgedroschene Phrasen niemals verwenden. Keine Angst, Du verstößt damit nicht im negativen Sinne gegen Konventionen, sondern stellst unter Beweis, dass Du Dich wirklich mit der Bewerbung auseinandergesetzt und Arbeit investiert hast. Wir präsentieren Dir die häufigsten Fehler:

  • Floskeln: „Mit großen Interesse/großer Neugier/großer Freude habe ich von Ihrem Stellenangebot erfahren“ sind inhaltsleere Standardsätze, schließlich würdest Du Dich nicht bewerben, wenn Du kein Interesse hättest.
  • Offensichtliches: „Hiermit möchte ich mich auf die freie Stelle als ... bewerben“ – der Personalchef sieht, dass Du Dich bewerben willst, schließlich hält er Deine Bewerbungsunterlagen in der Hand. Diese Phrase ist deshalb völlig überflüssig.
  • Sich wiederholende Infos: Informationen darüber, wo und wann Du die Stellenanzeige gelesen hast und um welche Stelle es sich handelt, haben in der Einleitung Deiner Bewerbung nichts zu suchen. Sie gehören in die Betreffzeile, nicht ins Anschreiben.

Gute Einleitungen sind von der Bewerbungsart abhängig

Dein Spielraum in der Einleitung hängt auch vom jeweiligen Anlass ab. Je mehr Anknüpfungspunkte Du hast, desto einfacher kann es sein, die Einleitung zu formulieren. Der Inhalt der Stellenanzeige, erster Kontakt zu Mitarbeitern oder sonstige Berührungspunkte mit dem Unternehmen sind große Hilfen für Deinen Einstieg in das Anschreiben. Dementsprechend fallen die ersten Sätze ganz unterschiedlich aus – je nachdem, ob Du Dich auf eine reguläre Stellenausschreibung bewirbst, eine Initiativbewerbung an ein Unternehmen richtest oder mit einer Kurzbewerbung einfach mal bei verschiedenen Arbeitgebern anklopfen willst.

Einleitung in der "normalen" Bewerbung

  • Deine Leitfrage sollte lauten: „Wieso möchte ich bei gerade diesem Unternehmen arbeiten?“
  • Du nimmst auf den Inhalt der Stellenausschreibung Bezug.
  • Wenn Du bereits Kontakt zu Mitarbeitern des Unternehmens hattest, dann erwähne unbedingt das Telefonat oder Gespräch auf der Jobmesse – idealerweise gleich mit namentlicher Nennung des Mitarbeiters.

Initiativbewerbung und die richtige Einleitung

  • Bei der Initiativbewerbung ist keine Stellenausschreibung vorhanden, Du weißt jedoch, an welchen Ansprechpartner Du Dein Schreiben adressierst.
  • Weil vielleicht kein akuter Bedarf an neuen Mitarbeitern besteht, ist es umso wichtiger, dass Du einen Überraschungseffekt erzielst.
  • So wird der Personaler sich Deine Bewerbung weiter durchlesen und im Idealfall nach Einsatzmöglichkeiten für Dich suchen.

Blindbewerbung und Einleitung

  • In der Blindbewerbung ist Dir weder bekannt, ob es vakante Stellen gibt, noch wer Dein Ansprechpartner ist.
  • Rücke deshalb direkt Deine Dich auszeichnenden Qualifikationen, Arbeitserfahrungen und Erfolge in den Fokus.
  • Deine Motivation, bei genau diesem Unternehmen zu arbeiten, ist in dem Fall zweitrangig.

Der Einstieg der Kurzbewerbung

  • Die Kurzbewerbung kommt als erster Türöffner vor oder ist ein Mitbringsel auf Jobmessen.
  • Das Anschreiben ist meist generalisiert, weil auf die Kurzbewerbung bei Interesse seitens des Arbeitgebers die Aufforderung zum Nachsenden einer klassischen Bewerbung folgt. Deshalb musst Du auch hier unmittelbar auf Deine Vorzüge eingehen.
  • Einleitend geht es also nicht um das Unternehmen, sondern um Dich und Deine Fähigkeiten – und zwar kurz und bündig.

Beispiele für gute Bewerbungseinleitungen

So weit sieht es mit der Theorie aus. Aber wie formulierst Du jetzt konkret diese gefürchteten ersten Sätze, die so viel Gewicht haben? Ran an die Bewerbung: Wie in Deinem Anschreiben die Einleitung aussehen könnte, zeigen wir Dir anhand von Beispielen. Wie immer gilt: Es gibt nicht den einen allgemeinen perfekten Einstiegssatz. Diese Beispiele dienen Dir als Orientierung. Wenn Du sie wortwörtlich übernimmst, besteht die Gefahr, dass ein anderer Bewerber die gleiche Idee hatte und das wäre ungefähr genauso peinlich wie „Hiermit bewerbe ich mich um...“. Lass Dich also inspirieren und kreiere Dein persönliches Unikat.

Beispiel für die Einleitung bei einer klassischen Bewerbung

In der Einleitung kannst Du ruhig mit einer ordentlichen Portion Selbstbewusstsein auftrumpfen. Vergegenwärtige Dir, dass Du nicht der Bittsteller bist, sondern fachliche Kompetenzen zu bieten hast. Der Arbeitgeber profitiert von Dir! Natürlich sollten Deinen Behauptungen auch Belege an späterer Stelle folgen. Ein Beispiel für eine selbstbewusste Einleitung in die Bewerbung wäre:

Sehr geehrte Frau Muster,
Ihr Unternehmen ist für sein herausragendes Team bekannt, das mit seiner Expertise zum Thema X in der ganzen Branche bekannt ist. Gern würde ich ein Teil davon werden und es noch hervorragender machen.

Wenn Du schon am Telefon oder auf einer Jobmesse Kontakt zu einem Ansprechpartner hattest, wunderbar – Du hast schon einen Fuß in der Tür des Unternehmens und kannst auf eure Unterhaltung Bezug nehmen. Sie stellt schließlich eine erste Gemeinsamkeit dar. Eine ganz klassische Variante wäre:

Sehr geehrter Herr Muster,
es hat mich gefreut, Sie auf der Beispiel-Messe persönlich kennenzulernen. Der informative Auftritt des Unternehmens und unser freundliches Gespräch haben meinen Wunsch noch weiter bekräftigt, Teil Ihres Teams zu werden.

Wenn Du etwas mutiger sein willst, kannst Du auch an Smalltalk anknüpfen, sofern es welchen gab. Das kann charmant rüberkommen – und je mehr Gemeinsamkeiten vorhanden sind, desto besser stehen Deine Chancen. Ein Beispiel dafür könnte lauten:

Sehr geehrter Herr Muster,
zunächst möchte ich mich für das freundliche Gespräch auf der Beispiel-Messe bedanken. Auch, wenn der BVB an dem Abend doch nicht so gespielt hat, wie wir es uns erhofft haben, erinnere ich mich gern an den Tag. Schließlich hat der Auftritt Ihres Unternehmens mich noch weiter in dem Wunsch bekräftigt, Teil Ihres Teams zu werden.

Beispiel für die Einleitung einer Initiativbewerbung

Du bewirbst Dich zwar auf kein konkretes Stellenausschreiben, kennst jedoch Deinen Ansprechpartner. Wer sich traut, kann mit einer Anekdote beginnen:

Sehr geehrte Frau Muster,
Google Maps verrät mir, dass der Fußweg von meiner Haustür bis zur Firmenzentrale exakt 14 Minuten in Anspruch nimmt und mich quer über den Wochenmarkt führt. Das bedeutet: Kein Stau und keine Verspätung wegen U-Bahn-Ausfall, sondern jeden Morgen Pünktlichkeit und hin und wieder saisonales Obst für das ganze Büro.

So wird sich der Personalchef überrascht fragen, wer denn einen so skurrilen Einstieg wagt und möchte Dich kennenlernen. Ein weiteres Beispiel für einen selbstbewussten Einstieg, der beweist, dass Du Dich mit den aktuellen Entwicklungen des Unternehmens beschäftigt, könnte wie folgt aussehen:

Sehr geehrter Herr Muster,
der medialen Berichterstattung konnte ich entnehmen, dass Sie eine Expansion im lateinamerikanischen Raum planen – ¡qué bien! Mit meinen verhandlungssicheren Spanischkenntnissen in Wort und Schrift würde ich das Unternehmen gerne bei dem Aufbruch in die neue Region unterstützen.

Beispiel für die Einleitung einer Blindbewerbung

Während Dir bei der Initiativbewerbung zumindest der richtige Ansprechpartner bekannt ist, kennst Du bei der Blindbewerbung ausschließlich das Unternehmen. Steige deshalb gleich mit Deinen Qualifikationen ein:

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir Digital Natives behaupten gern, geübt im Umgang mit Social Media zu sein. Doch Übung ist für mich gar kein Ausdruck, denn ich bin Profi. Ich betreibe seit sieben Jahren einen renommierten Blog über Social Media-Strategien, der inzwischen über 2000 Leser täglich verzeichnet. Das Herzstück meiner Arbeit bildet die Entwicklung effizienter Einsatzmöglichkeiten von sozialen Medien für Unternehmen. Ich profitiere dabei von meiner langjährigen Erfahrung, die ich bei ..., ... und ... sammeln konnte.“

Beispiel für die Einleitung einer Kurzbewerbung

Eine Kurzbewerbung kannst Du auch generalisiert verwenden und auf Jobmessen als erste Kontaktaufnahme einsetzen. Der Firmenbezug entfällt zumeist, weshalb Du sofort mit Deinen Qualifikationen einsteigst und wegen der Kürze etwas allgemeiner bleibst als bei der Blindbewerbung. Dabei kannst Du auf die Meta-Ebene gehen und einen augenzwinkernden Seitenhieb gegen typische Worthülsen austeilen:

Sehr geehrte Damen und Herren,
Organisationstalent, Teamfähigkeit und Zielstrebigkeit? Für mich keine leeren Worthülsen, sondern selbstverständliche Arbeitspraxis. Wenn Sie einen Mitarbeiter suchen, der sich belastbar und aufgeschlossen neuen Aufgaben stellt und nicht um Punkt 17 Uhr den Stift fallen lässt, habe ich gute Nachrichten: Sie haben ihn gefunden.“